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Gotteshaus

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Gotteshaus

Gotteshaus

Gott m. (in polytheistischen Religionen) übermenschliches, (in monotheistischen Religionen) höchstes, übernatürliches Wesen, von dem sich der religiöse Mensch seinem Glauben gemäß abhängig fühlt, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. got, asächs. aengl. engl. mnl. nl. god, anord. goð, guð, schwed. gud, got. guþ weisen auf germ. *guða- ‘Gott, Gottheit’, im Plur. ‘Schicksalsmächte’, das als Neutr. für männliche und weibliche Gottheiten gilt. Unter christlichem Einfluß wird das Genus mask., und das Substantiv bezeichnet im gesamten germ. Sprachbereich den ‘Christengott’. die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Allgemein führt man germ. *guða- auf ein mit -to- gebildetes Part. Perf. ie. *g̑hū̌to- ‘angerufen’, zur Wurzel ie. *g̑hau-, *g̑hau̯ə- ‘rufen, anrufen’, zurück, so daß die substantivierte Form ie. *g̑hū̌tom als ‘das (durch Zauberwort) angerufene oder berufene Wesen’ zu deuten wäre; vgl. dazu aind. hávatē ‘ruft (an, herbei)’, hūtá- ‘angerufen, herbeigerufen’, puruhūtá- ‘von vielen angerufen’ (als Beiname Indras in den Veden), griech. kauchā́sthai (καυχᾶσθαι) ‘sich rühmen, prahlen’, air. guth ‘Stimme’, gall.-lat. gutuater ‘gallischer Priester’, wohl aus *g̑hutupətēr ‘Vater (d. h. Meister) des Anrufs (an Gott)’, lit. žavė́ti, lett. zavēt ‘zaubern’, aslaw. zъvati, russ. zvat’ (звать) ‘rufen’. Eine andere Deutung knüpft germ. *guða- als ‘das (Wesen), dem geopfert wird’ an die Wurzel ie. *g̑heu- (s. gießen) an, mit einem im Germ. allerdings nicht belegten Bezug auf das Trankopfer. – Göttin f. ‘weibliche Gottheit’, ahd. gutin, gutinna (um 1000), mhd. gotinne, gotin, gotīn, seit dem 14. Jh. umgelautet göt(t)in. vergöttern Vb. ‘zu einem Gott, göttlich machen, wie einen Gott behandeln, hoch verehren’ (17. Jh.), Präfixbildung zu frühnhd. göttern, gottern ‘Gott weihen’ (16. Jh., Luther ‘göttlich machen, göttliche Art verleihen’); daneben frühnhd. gotten, götten ‘vergöttlichen, ein Gott werden, zu einem Gott erklären’, mhd. goten und frühnhd. vergotten ‘zu einem Gott machen, göttliche Verehrung erweisen’, mhd. vergoten ‘göttlich machen, in Gott verwandeln’; Ableitungen vom Substantiv. Gottheit f. ‘als Gott verehrtes Wesen, Göttlichkeit, Gott’, ahd. got(a)heit (um 1000), mhd. got(e)heit, mnd. gothēt, mnl. godheit, nl. godheid, aengl. godhād, engl. godhead. göttlich Adj. ‘Gott betreffend, von Gott kommend, einem Gott ähnlich, herrlich, wunderbar’, ahd. got(a)līh (8. Jh.), mhd. got(e)lich, göt(e)lich, göttelich, mnd. gȫdelīk, mnl. god(d)elijc, nl. goddelijk, aengl. godlic, engl. godly, anord. guðligr. Gottesdienst m. ‘gemeinsame Verehrung Gottes durch die Gemeinde, Anbetung Gottes’, mhd. gotsdienst, Zusammenrückung aus der schon ahd. bezeugten Genitivverbindung zi gotes thionōste (9. Jh.). Gottesfurcht f. ‘Ehrfurcht vor Gott’ (Ende 15. Jh.), Zusammenrückung der seit ahd. Zeit als Übersetzung von lat. timor deī bestehenden Genitivverbindung gotes forhta (um 1000). gottesfürchtig Adj. ‘von Ehrfurcht vor Gott erfüllt’ (17. Jh.), älter mhd. gotevorhtec; vgl. ahd. gotafor(a)htal (9. Jh.). Gotteshaus n. ‘Kirchengebäude, Tempel’, ahd. goteshūs (Hs. 12. Jh.), mhd. gothūs, got(e)shūs, frühnhd. Gothaus, im 17. Jh. Gotteshaus; vgl. die Genitivverbindung ahd. gotes hūs (9. Jh.) und got. gudhūs. gottlob Interjektion Ausruf der Erleichterung; aus Fügungen wie ahd. gilobōt sī got (um 1000), mhd. dem gote sī lop, nhd. Gott sei Lob (16. Jh.) entwickelt sich die Kurzform mhd. gote lop, zusammengerückt mhd. gotelop, -lob. gottlos Adj. ‘Gott leugnend, nicht achtend, ruchlos’, mhd. gotlōs (vereinzelt), geläufig seit Anfang des 16. Jhs.; vgl. anord. goðlauss, got. gudalaus; Gottlosigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.).
3628 Zeichen · 140 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gotteshaus

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Gotteshaus , des -es, plur. die -häuser, eine im Hochdeutschen nur noch im gemeinen Leben übliche Benennung einer Ki…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gotteshaus

    Goethe-Wörterbuch

    Gotteshaus kirchl Gebäude, bes im Hinblick auf seine sakrale Funktion; einmal für die Ka’aba in Mekka [ Gemäldegalerie i…

  3. modern
    Dialekt
    Gotteshausn.

    Pfälzisches Wb.

    Gottes-haus n. : 1. 'Kirche', -haus [vereinzelt], -haisel (Dim.) 'Kapelle' [ Keiler 35]. 16. Jh.: auch geben die herrn e…

  4. Sprichwörter
    Gotteshaus

    Wander (Sprichwörter)

    Gotteshaus 1. Das Gotteshaus verliert sein Recht in hundert Jahren nicht. – Graf, 95, 186. Die Rechtsansprüche können se…

  5. Spezial
    Gotteshaus

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Got|tes|haus n. (-es, ...häuser) (Kirche) dlijia (-ies) f. , ciasa de Chël Bel Dî f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gotteshaus

21 Bildungen · 20 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von gotteshaus 2 Komponenten

gottes+haus

gotteshaus setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gotteshaus‑ als Erstglied (20 von 20)

gotteshausamtmann

DWB

gotteshaus·amtmann

gotteshausamtmann , m. , verwaltungsbeamter einer klösterlichen grundherrschaft, im obd.: sölt der gotzhusammann nämen das best hobt under s…

gotteshausbund

DWB

gotteshaus·bund

gotteshausbund , m. , der 1367 zwischen den machtgruppen des bistums Chur ( dem domkapitel, dem bischöflichen dienstadel, der stadt Chur und…

gotteshausfrau

DWB

gottes·hausfrau

gotteshausfrau , f. , die zu einer geistlichen grundherrschaft, besonders einem kloster, in irgendeinem abhängigkeitsverhältnis stehende fra…

gotteshausgericht

DWB

gotteshaus·gericht

gotteshausgericht , n. , im alem. das gericht einer geistlichen, besonders klösterlichen grundherrschaft: es soll auch kein gottshauszgut od…

gotteshausgut

DWB

gotteshaus·gut

gotteshausgut , n. , grundbesitz einer geistlichen herrschaft, eines klosters; vorwiegend alem.: ist auch, dasz ein gottshuszman das gottshu…

gotteshausleute

DWB

gottes·hausleute

gotteshausleute , subst. pl. 1) vornehmlich alem. als plur. zu gotteshausmann, -mensch ( s. d. ), die in irgendeinem abhängigkeitsverhältnis…

gotteshausman

FWB

gottes·hausman,

1. ›Person, die in einem (von Fall zu Fall unterschiedlichen rechtlichen oder wirtschaftlichen) Abhängigkeitsverhältnis zu einer Kirche oder…

gotteshausmann

DWB

gottes·hausmann

gotteshausmann , m. , pl. ungebräuchlich, dafür -leute ( s. d. ). 1) im obd., vor allem alem. der zu einer geistlichen grundherrschaft, beso…

gotteshausmeister

DWB

gotteshaus·meister

gotteshausmeister , m. , soviel wie gotteshauspfleger ( s. d. ). vornehmlich fränk., vereinzelt elsäss.: zehen pfunt Strassb. pf. umb ein ew…

gotteshausmensch

DWB

gotteshaus·mensch

gotteshausmensch , m. , jede zu einer geistlichen herrschaft, besonders einem kloster, in irgendeinem abhängigkeitsverhältnis stehende perso…

gotteshausner

DWB

gotteshaus·ner

gotteshausner , m. , soviel wie gotteshausmann, -mensch ( s. d. ): gottshausner (16. jh. ) österr. weist. 4, 4 anm. 18. —

gotteshauspfleger

DWB

gotteshaus·pfleger

gotteshauspfleger , m. , kirchlicher verwaltungsbeamter, vermögensverwalter; vgl. gotteshausleute 2, -mann 2, -meister, heiligenpfleger: edi…

gotteshausrecht

DWB

gottes·hausrecht

gotteshausrecht , n. , vereinzelt im alem. von der rechtsordnung einer geistlichen herrschaft: Chrysostomus am graben, der ... ain zit lang …

gotteshausrichter

DWB

gotteshaus·richter

gotteshausrichter , m. , richter einer klösterlichen grundherrschaft, im alem.: wann ein bropst mit sinen chorherrn, der landtgraf von Kibur…

gotteshausstab

DWB

gotteshaus·stab

gotteshausstab , m. , soviel wie gotteshausgericht ( s. d. ); vgl. stab II 8 i, bes. ε , teil 10, 2, sp. 353: wann die rechtsprecher vor dem…

gotteshausweib

DWB

gottes·hausweib

gotteshausweib , n. , soviel wie gotteshausfrau ( s. d. ): es sol och dekein gotzhusman kein wip nemmen, noch dekein gotshuszwip keinen man …

gotteshauswurt

DWB

gotteshaus·wurt

gotteshauswurt , f. , die einer kirche gehörige hofstelle. im älteren nd.; vgl. wurt Schiller-Lübben 5, 790 a : Achim Sperling soll hinfhuro…

gotteshaus als Zweitglied (1 von 1)

reichsgotteshaus

DWB

reich·s·gotteshaus

reichsgotteshaus , n. im alten deutschen reich ein reichsunmittelbares stift oder kloster: also auch die reichsprälaten und äbtissinnen den …