Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Phrase f.
Phrase f.
Phrase f. ‘Redewendung, (leere) Redensart, Floskel’, in der Musik ‘Gruppe von Tönen, die rhythmisch und melodisch eine sinnvolle Einheit bilden’, Entlehnung (Anfang 17. Jh., zuerst im Plural Phrasen) aus spätlat. phrasis, griech. phrásis (φράσις) ‘das Sprechen, Ausdruck(sweise)’, zu griech. phrázein (φράζειν) ‘zu erkennen geben, anzeigen, zeigen, mitteilen’. Nach voraufgehendem Gebrauch der griech.-lat. Form Phrasis in dt. Texten seit dem 16. Jh. in dem (heute allgemeinsprachlich seltenen, fachsprachlich jedoch üblichen) Sinne von ‘Redewendung, Redeweise, Satz’ steht Phrase (seit Mitte 18. Jh.), besonders der Plural Phrasen (unter Einfluß von frz. phrases) für ‘leere Redensarten’; vgl. die Wendung Phrasen dreschen ‘inhaltloses, leeres Geschwätz vorbringen und wiederholen’ (19. Jh.). – Paraphrase f. ‘Umschreibung eines sprachlichen Ausdrucks, eines literarischen Textes, freie, sinngemäße Übersetzung’, in der Musik ‘freie instrumentale Fantasie über eine (bekannte) Melodie’, entlehnt (18. Jh.) aus lat. paraphrasis, griech. paráphrasis (παράφρασις) ‘erweiternde und verdeutlichende Umschreibung’ (s. para-); seit dem 16. Jh. bereits in griech.-lat. Form Paraphrasis in dt. Texten bezeugt. paraphrasieren Vb. ‘(verdeutlichend) umschreiben, erklären’, in der Musik ‘(eine Melodie) instrumental in freier Fantasie gestalten’ (17. Jh.); vgl. gleichbed. frz. paraphraser. Phraseologie f. ‘Gesamtheit der bzw. Lehre von den Redewendungen einer Sprache und ihrer Typologie’ (20. Jh.), ‘leere Redensart’ (Ende 18. Jh.), ‘Redensart, Wortschatz’ (Anfang 17. Jh.); zuerst Phraseologey, nach der griech.-lat. Neubildung phraseologia des deutschen Humanisten M. Neander (eigentlich M. Neumann, 16. Jh.) für eine ‘Sammlung von Redewendungen’.