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Gottesfurcht

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Gottesfurcht

Gottesfurcht

Gott m. (in polytheistischen Religionen) übermenschliches, (in monotheistischen Religionen) höchstes, übernatürliches Wesen, von dem sich der religiöse Mensch seinem Glauben gemäß abhängig fühlt, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. got, asächs. aengl. engl. mnl. nl. god, anord. goð, guð, schwed. gud, got. guþ weisen auf germ. *guða- ‘Gott, Gottheit’, im Plur. ‘Schicksalsmächte’, das als Neutr. für männliche und weibliche Gottheiten gilt. Unter christlichem Einfluß wird das Genus mask., und das Substantiv bezeichnet im gesamten germ. Sprachbereich den ‘Christengott’. die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Allgemein führt man germ. *guða- auf ein mit -to- gebildetes Part. Perf. ie. *g̑hū̌to- ‘angerufen’, zur Wurzel ie. *g̑hau-, *g̑hau̯ə- ‘rufen, anrufen’, zurück, so daß die substantivierte Form ie. *g̑hū̌tom als ‘das (durch Zauberwort) angerufene oder berufene Wesen’ zu deuten wäre; vgl. dazu aind. hávatē ‘ruft (an, herbei)’, hūtá- ‘angerufen, herbeigerufen’, puruhūtá- ‘von vielen angerufen’ (als Beiname Indras in den Veden), griech. kauchā́sthai (καυχᾶσθαι) ‘sich rühmen, prahlen’, air. guth ‘Stimme’, gall.-lat. gutuater ‘gallischer Priester’, wohl aus *g̑hutupətēr ‘Vater (d. h. Meister) des Anrufs (an Gott)’, lit. žavė́ti, lett. zavēt ‘zaubern’, aslaw. zъvati, russ. zvat’ (звать) ‘rufen’. Eine andere Deutung knüpft germ. *guða- als ‘das (Wesen), dem geopfert wird’ an die Wurzel ie. *g̑heu- (s. gießen) an, mit einem im Germ. allerdings nicht belegten Bezug auf das Trankopfer. – Göttin f. ‘weibliche Gottheit’, ahd. gutin, gutinna (um 1000), mhd. gotinne, gotin, gotīn, seit dem 14. Jh. umgelautet göt(t)in. vergöttern Vb. ‘zu einem Gott, göttlich machen, wie einen Gott behandeln, hoch verehren’ (17. Jh.), Präfixbildung zu frühnhd. göttern, gottern ‘Gott weihen’ (16. Jh., Luther ‘göttlich machen, göttliche Art verleihen’); daneben frühnhd. gotten, götten ‘vergöttlichen, ein Gott werden, zu einem Gott erklären’, mhd. goten und frühnhd. vergotten ‘zu einem Gott machen, göttliche Verehrung erweisen’, mhd. vergoten ‘göttlich machen, in Gott verwandeln’; Ableitungen vom Substantiv. Gottheit f. ‘als Gott verehrtes Wesen, Göttlichkeit, Gott’, ahd. got(a)heit (um 1000), mhd. got(e)heit, mnd. gothēt, mnl. godheit, nl. godheid, aengl. godhād, engl. godhead. göttlich Adj. ‘Gott betreffend, von Gott kommend, einem Gott ähnlich, herrlich, wunderbar’, ahd. got(a)līh (8. Jh.), mhd. got(e)lich, göt(e)lich, göttelich, mnd. gȫdelīk, mnl. god(d)elijc, nl. goddelijk, aengl. godlic, engl. godly, anord. guðligr. Gottesdienst m. ‘gemeinsame Verehrung Gottes durch die Gemeinde, Anbetung Gottes’, mhd. gotsdienst, Zusammenrückung aus der schon ahd. bezeugten Genitivverbindung zi gotes thionōste (9. Jh.). Gottesfurcht f. ‘Ehrfurcht vor Gott’ (Ende 15. Jh.), Zusammenrückung der seit ahd. Zeit als Übersetzung von lat. timor deī bestehenden Genitivverbindung gotes forhta (um 1000). gottesfürchtig Adj. ‘von Ehrfurcht vor Gott erfüllt’ (17. Jh.), älter mhd. gotevorhtec; vgl. ahd. gotafor(a)htal (9. Jh.). Gotteshaus n. ‘Kirchengebäude, Tempel’, ahd. goteshūs (Hs. 12. Jh.), mhd. gothūs, got(e)shūs, frühnhd. Gothaus, im 17. Jh. Gotteshaus; vgl. die Genitivverbindung ahd. gotes hūs (9. Jh.) und got. gudhūs. gottlob Interjektion Ausruf der Erleichterung; aus Fügungen wie ahd. gilobōt sī got (um 1000), mhd. dem gote sī lop, nhd. Gott sei Lob (16. Jh.) entwickelt sich die Kurzform mhd. gote lop, zusammengerückt mhd. gotelop, -lob. gottlos Adj. ‘Gott leugnend, nicht achtend, ruchlos’, mhd. gotlōs (vereinzelt), geläufig seit Anfang des 16. Jhs.; vgl. anord. goðlauss, got. gudalaus; Gottlosigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.).
3628 Zeichen · 140 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gottesfurcht

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Gottesfurcht , plur. car. die Furcht vor Gott, doch nur in engerm Verstande, die Gesinnung, und in noch engerer Bede…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gottesfurcht

    Goethe-Wörterbuch

    Gottesfurcht unbedingte Gläubigkeit, Frömmigkeit, als relig Haltung bes von erklärten, bekennenden Christen (wie Geistli…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gottesfurcht

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gottesfurcht ist das aus der lebendigen Vergegenwärtigung der Erhabenheit Gottes sich ergebende Gefühl frommer Scheu, di…

  4. modern
    Dialekt
    Gottesfurchtf.

    Pfälzisches Wb.

    Gottes-furcht f. : wie schd. (Er) loßt vun Gottesforcht sich lenke, kniet sich nidder uf die Dräbbe [ Keiler 40]. Südhes…

  5. Sprichwörter
    Gottesfurcht

    Wander (Sprichwörter)

    Gottesfurcht 1. Der Gottesfurcht für Augen hat, dem folgt all ding früh vnd Spat. – Gruter, III, 17; Lehmann, II, 79, 78…

  6. Spezial
    Gottesfurcht

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Got|tes|furcht f. (-) timur de Dî m. , pora de Dî f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gottesfurcht

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von gottesfurcht 2 Komponenten

gottes+furcht

gottesfurcht setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gottesfurcht‑ als Erstglied (1 von 1)

gottesfurchtsam

DWB

gottes·furchtsam

gottesfurchtsam , adj. , im frühnhd. selten für gottesfürchtig ( s. d. ) : conscientiosus got fruchtsam (1486) Diefenbach nov. gl. 109 a ; i…

Ableitungen von gottesfurcht (1 von 1)

ungottesfurcht

DWB

ungottesfurcht , f. , mangel an gottesfurcht ( s. d. ) und ihr gth.; jünger als ungottfürchtig ( s. d. ). nl. ongodsvrucht: die gleichsznere…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gottesfurcht". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gottesfurcht/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „gottesfurcht". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gottesfurcht/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gottesfurcht". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gottesfurcht/pfeifer_etym.
BibTeX
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