Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
putschen
putschen
Putsch m. ‘Revolte, Umsturz(versuch), politischer Handstreich’. Der Ausdruck für die überraschende Aktion einer meist reaktionären Minderheit zum Sturz einer Regierung oder Regierungsform stammt aus der Schweiz. Putsch wird zu Anfang der 40er Jahre des 19. Jhs. von Zürich aus für einen plötzlichen, rasch vorübergehenden Auflauf oder Aufstand (nach den Vorgängen der voraufgehenden 30er Jahre in verschiedenen Teilen der deutschsprachigen Schweiz) ins Dt. übernommen. Zugrunde liegt das zufrühest (1431) in Zürich bezeugte, wahrscheinlich lautnachahmende schweiz. Mundartwort Putsch ‘Knall, heftiger Stoß, Puff, Anprall’, das im 16. Jh. den übertragenen Sinn ‘plötzlicher Vorstoß, Anlauf gegen ein Hindernis, zu einem Unternehmen’ entwickelt und bis ins 19. Jh. auf die Schweiz beschränkt bleibt (vgl. die einen Zusammenprall charakterisierende Interjektion putsch). – putschen Vb. ‘eine Revolte, einen Putsch machen’ (Mitte 19. Jh.); vgl. schweiz. putschen, pütschen ‘knallen’ (16. Jh.). aufputschen Vb. ‘aufwiegeln, aufhetzen’ (2. Hälfte 19. Jh.), danach ‘(sich) durch Drogen, Medikamente oder andere Reizmittel aufmuntern, in einen Zustand der Erregung versetzen’. Putschist m. (20. Jh.), älter (heute unüblich) Putscher m. (Mitte 19. Jh.).