lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

bildlich

mhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
9
Verweise raus
3

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

bildlich

bildlich

Bild n. ‘flächige Darstellung von Personen und Dingen’ (früher auch ‘Skulptur’) sowie überhaupt ‘dem Auge sich darbietender Anblick’ oder ‘nur in der Vorstellung wahrgenommene Erscheinung’, ahd. bilidi (8. Jh.; obd. Nebenformen bilodi, biladi), mhd. bilde ‘Abbild, Vorbild, Gestalt’. Das nur im Kontinentalwestgerm. bezeugte Substantiv (vgl. asächs. biliði ‘Zeichen, Gleichnis, Abbild’, mnd. bilde, bē̌lde ‘Abbild, Gestalt, Sinnbild, Beispiel’, mnl. beelde ‘Abbild, Gestalt, Vorbild’, afries. bild ‘Bild’; dagegen anord. bīlæti wohl aus dem Asächs. entlehnt) ist mit dem Kollektivsuffix germ. -iþja- von einem Stamm bil- abgeleitet, für den bisher eine sichere Erklärung fehlt. Die ältesten westgerm. Zeugnisse machen eine Ausgangsbedeutung ‘Zeichen, Sinnbild, Vorzeichen’ wahrscheinlich, vgl. Foerste in: Festschr. Trier (1964) 112 ff., der einen möglichen Zusammenhang mit bil- ‘angemessen, gerecht’ (s. billig, Unbill und Weichbild) über eine semantische Vorstufe ‘trennen, unterscheiden, beurteilen, deuten’ erwägt. Weitere Deutungsversuche führen zu einer Grundvorstellung ‘geistiges Wesen, übernatürliche Kraft’, vgl. Karg-Gasterstädt in: PBB 66 (1942) 291 ff., oder rechnen den Stamm bil- einer Wortgruppe ‘spalten, hauen’ zu und sehen in Bild ‘das Zurechtgehauene, Gestaltete’; so bereits J. Grimm in: ¹DWB 2, 8 f.; vgl. auch Pokorny 1, 117 f. Im Dt. weist Bild, das vor allem bei Notker, den Mystikern und Chr. Wolff in philosophische Erörterungen Eingang findet, schon in der ältesten Sprachstufe eine reiche Bedeutungsdifferenzierung auf. Bestimmte semantische Verwendungen zeigen sich deutlicher in Zusammensetzungen oder Präfigierungen wie Ebenbild n. ‘dem Muster gleichende Nachbildung’, ahd. ebanbilidi (Hs. 12. Jh.), mhd. ebenbilde ‘Vorbild, Beispiel’; Abbild n. ‘flächige oder plastische Wiedergabe, Nachbildung’, spätmhd. frühnhd. abbild(e), anfangs häufig in der Fügung Abbild nehmen ‘ein Muster nachahmen’, allgemeiner verbreitet seit Ende des 18. Jhs.; Vorbild n. ‘Muster, Beispiel’, ahd. forabilidi (11. Jh.), mhd. vorbilde ‘Sinnbild, Vorbild’; Urbild n. ‘Vorlage einer Nachbildung, Inbegriff, Ideal’, zunächst Verdeutschung von Archetypus (17. Jh.), seit dem 18. Jh. auch für Original, Ideal, Idee gebraucht. Mit der Bedeutung ‘Äußeres, Gestalt’ begegnet Bild in den seit dem 19. Jh. nur noch abschätzig, früher aber wertneutral verwendeten Komposita Mannsbild n., Weibsbild n., frühnhd. (15. Jh.) zusammengewachsen aus mhd. mannes bilde und wībes bilde. Verhältnismäßig jung ist Lichtbild n. ‘Photographie’ (Mitte 19. Jh.), dem eine gleichlautende Gelegenheitsbildung mit der Bedeutung ‘durch Lichtstrahlen erzeugtes Bild’ (18. Jh.) vorausgeht. – Gebilde n. ‘Geformtes, künstlich Geschaffenes von nicht näher zu bezeichnendem Aussehen’, aostnfrk. gibilithi ‘Schattenbild, Schemen’ (9. Jh.?), mhd. gebilde ‘Gestalt, gestalteter Gegenstand, Sternbild’, frühnhd. gebild(e) ‘Heiligenbild’ kommt im 16. Jh. außer Gebrauch, wird aber in der 2. Hälfte des 18. Jhs. erneut aufgegriffen, anfangs als klangvollere Nebenform von Bild, doch zunehmend als an bilden (s. d.) angeschlossenes Verbalsubstantiv. Bildnis n. ‘bildliche Darstellung eines Menschen, Porträt’, ahd. bilidinussi n. (oder bilidinussī f.?; Hs. 13. Jh.) ‘Abbild, Bild’, mhd. bildnüsse, bildnisse n. ‘Bild, Gleichnis’, frühnhd. bildnis, bildnus n. und f.; gegen Ende des 17. Jhs. setzen sich die Form Bildnis und neutrales Genus durch, das Femininum findet sich noch in obd. Mundarten. bildlich Adj. ‘durch ein Bild oder durch metaphorische Ausdrucksweise veranschaulicht’, ahd. bilodlīh ‘vorbildhaft’ (8. Jh.), bilidlīh ‘vorbildhaft, nachbildend, wohlgestaltet’ (11. Jh.), mhd. bildelich ‘bildlich, sinnlich wahrnehmbar’ (neben gleichbed. mhd. bildec). bildschön Adj. ‘sehr schön’, seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. (zunächst obd.) zur Charakterisierung des Äußeren von Personen, eigentlich wohl ‘schön wie ein (Heiligen)bild’, vgl. älteres engelschön; dann auch auf unbelebte Gegenstände (19. Jh.) bezogen. In Analogie dazu bildhübsch Adj. ‘sehr hübsch’ (Anfang 19. Jh.). Bildhauer m. ‘Schöpfer plastischer Kunstwerke’, frühnhd. bildhower, bildhauer (2. Hälfte 15. Jh.) und mnd. bilde(n)-, belde(n)houwer; zu Bild in der Bedeutung ‘Skulptur’, vgl. die mhd. Fügung ein bilde houwen (aber mhd. bildemacher ‘Bildhauer’). Bildfläche f. ‘Fläche eines Bildes’ (Anfang 19. Jh.), seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. vor allem geläufig in den (wohl von der Photographie übertragenen) Wendungen auf der Bildfläche erscheinen ‘unerwartet auftauchen, zum Vorschein kommen’ und von der Bildfläche verschwinden ‘abtreten, aus dem Gesichtsfeld schwinden’.
4616 Zeichen · 139 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bildlichAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    bildlich , Adj. Vw.: s. billich

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bildlich

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Bildlich , -er, -ste, adj. et adv. einem Bilde gleich, oder ein Bild enthaltend. Ein bildlicher Ausdruck. Die bildliche …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bildlich

    Goethe-Wörterbuch

    bildlich von 100 Belegen gut die Hälfte attr, sehr häufig idVbdg ‘b-e Darstellung’; Mehrzahl der Belege in 1 a u 2 1 zu …

  4. Spezial
    bildlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    bild|lich adj. 1 figuratif (-s, -iva) 2 metaforich (-cs, -ca) 3 (sinnbildlich) alegorich (-cs, -ca). ▬ bildlich er Ausdr…

Verweisungsnetz

17 Knoten, 10 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 9 Sackgasse 6

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bildlich

8 Bildungen · 2 Erstglied · 3 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von bildlich

bild + -lich

bildlich leitet sich vom Lemma bild ab mit Suffix -lich.

bildlich‑ als Erstglied (2 von 2)

bildlichmusikalisch

GWB

bildlich·musikalisch

bildlich-musikalisch für die einem Text wie eine musikal Begleitung 5) zugeordneten Randzeichnungen auf das liebenswürdigste gelungen, sind …

bildlich als Zweitglied (3 von 3)

sinnbildlich

DWB

sinnbild·lich

sinnbildlich , adj. emblematicus. Frisch 2, 280 a , symbolisch. 1 1) als adj., ein sinnbild enthaltend, vorstellend, etwas als sinnbild ande…

unbildlich

DWB

unbild·lich

unbildlich , adj. adv. , mhd. unbildelich, unbiltlich bei myst. ( mnl. onbeeldelijc, -heit; vgl. bildlos, auch überbildlich): unbildelîche d…

vorbildlich

DWB

vorbild·lich

vorbildlich , adj. , älter fürbildlich, in der art eines vorbildes: vorbildlich, ydealis voc. von 1482 m m 3 b ; vorbildlich, prefigurabile,…

Ableitungen von bildlich (3 von 3)

unbildlich

DWB

unbildlich , adj. adv. , mhd. unbildelich, unbiltlich bei myst. ( mnl. onbeeldelijc, -heit; vgl. bildlos, auch überbildlich): unbildelîche d…

urbildlich

DWB

urbildlich , adj. adv. zu urbild, m.; seit Campe verzeichnet a) zu urbild 1: man könnte jene ( natur ) die urbildliche (natura archetypa), d…

Verbildlichen

Campe

○ Verbildlichen , v. trs . bildlich, unter einem Bilde darstellen. Wo ihm die Throngesetze verbildlicht in Menschengestalt sind. Sonnenberg.