Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
ausscheren
ausscheren
2scheren Vb. ‘sich fortmachen, sich packen, sich entfernen’, älter ‘schnell eilen, entkommen’ (15. Jh.), vgl. nd. scheren ‘gehen, eilen, laufen’. die Herkunft des schwachen Verbs ist unsicher. Vielleicht kann es an ahd. skerōn ‘mutwillig sein’, aber auch ‘sich ausruhen’ (9. Jh.) angeschlossen werden. Außergerm. sind aind. kiráti ‘gießt aus, streut aus, wirft’, griech. ská͞irein (σκαίρειν) ‘springen, hüpfen’, aslaw. skorъ, russ. skóryj (скорый) ‘schnell, flink’, lit. skėrỹs ‘Heuschrecke’ vergleichbar, so daß auf die Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’, eigentlich ‘(sich) drehend bewegen, schwingen’ zurückgegangen werden kann. Zu deren Erweiterungen gehören Scherz und 1schrecken (s. d.). Vgl. die Komposita sich fort-, wegscheren. – ausscheren Vb. ‘aus der Reihe gehen, den Kurs verlassen, aus dem Schiffsverband herausfahren’ (19. Jh.), allgemein ‘sich von einer Gruppe, einer Gemeinschaft absondern’ (20. Jh.). Aus der Seemannssprache; vgl. nd. scheren ‘gehen, eilen, laufen’ (s. oben), auch ‘hin und her schweben, fliegen oder fahren’ und ‘beim Schlittschuhlaufen nach beiden Seiten in Halbkreisen ausschweifen’ (18. Jh.), ‘seitlich abweichen’ (19. Jh.).