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Hochmut

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
6 in 6 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Hochmut

Hochmut

hoch Adj. ‘aus einer Ebene herausragend, weit nach oben reichend’, übertragen ‘nach Wert, Maß, Rang, Bedeutung hervorragend, über den Durchschnitt hinausgehend’, ahd. hōh (8. Jh.), mhd. hōch, , asächs. hōh, mnd. hō(ch), mnl. , hooch, nl. hoog, aengl. hēah, engl. high, anord. hār, got. hauhs, germ. *hauha- geht vielleicht wie Hügel (s. d.) und aind. kucaḥ ‘weibliche Brust’, kucáti ‘zieht sich zusammen, krümmt sich’, lit. kaūkas ‘Beule’, kaũkaras ‘Hügel’, russ. kúča (куча) ‘Haufen, Heuschober’ auf die Gutturalerweiterung ie. *keuk-, *kūk- der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ zurück (wozu auch 1Hocke, Hobel, Haufen, hüpfen, Haube, s. d.), so daß hoch ursprünglich als ‘(hervor-, empor)gewölbt’ zu verstehen ist. – Hoch n. ‘Höhe, Größe’ (17. Jh.); in der Meteorologie (20. Jh.) Kurzform für Hochdruckgebiet (um 1900). Höhe f. ‘Ausdehnung, Ausmaß in vertikaler Richtung, Dimension, Spitze, Gipfel’, mit vielfältigem übertragenem Gebrauch, ahd. hōhī (8. Jh.), mhd. hœhe, hōhe, asächs. hōhi, got. hauhei. Anhöhe f. ‘Hügel, ansteigendes Gelände’ (17. Jh.). Hoheit f. ‘Erhabenheit, hohe Würde, Herrschaftsbefugnis (über ein bestimmtes Gebiet)’, auch Anrede für einen hohen fürstlichen Würdenträger, mhd. hōchheit, hōcheit. höchstens Adv. ‘maximal, im äußersten Falle’ (16. Jh.), dann auch ‘im günstigsten Falle, bestenfalls’, gebildet zum Superlativ höchst. erhöhen Vb. ‘in eine höhere Position bringen, (an)heben, verherrlichen’, ahd. irhōhen (9. Jh.), mhd. erhœhen; vgl. gleichbed. ahd. hōhen (8. Jh.), mhd. hōhen, hœhen. Hochachtung f. ‘Wertschätzung, Respekt’ (16. Jh.); hochachtungsvoll Adj. ‘respektvoll, von Wertschätzung erfüllt’, besonders als Schlußfloskel bei förmlichen Briefen (19. Jh.). hochdeutsch Adj. Bezeichnung des (vor allem durch die 2. Lautverschiebung gekennzeichneten) Sprachstandes des Mittel- und Oberdeutschen (2. Hälfte 15. Jh.), dann auch im Sinne von ‘nicht mundartlich, der Norm der Literatursprache entsprechend’; ausgehend wohl von der meist gebirgigen Beschaffenheit der mittel- und oberdeutschen Landschaften (s. das Gegenwort niederdeutsch und vgl. die Bezeichnung Niederlande). hochherzig Adj. ‘großmütig, von edler, selbstloser Gesinnung’ (17. Jh.), vgl. aengl. hēahheort, got. hauhhaírts ‘hochmütig, überheblich’. Hochmeister m. ‘Oberster eines geistlichen Ritterordens’, mhd. hōchmeister, hōmeister, dann auch ‘Vorsteher der gesamten Judenschaft im Reich, hoher Gelehrter’. Hochmut m. ‘übersteigertes Selbstgefühl, Überheblichkeit’, ahd. hōhmuot (11. Jh.), mhd. hōchmuot, auch im Sinne von ‘hohe, edle Gesinnung, Hochstimmung, Freude’; hochmütig Adj. ‘überheblich, übertrieben stolz’, ahd. hōhmuotīg (um 1000), mhd. hōchmüetic. hochnäsig Adj. ‘anmaßend, eingebildet’ (18. Jh.); vgl. die Redensart die Nase hoch tragen (18. Jh.). Hochofen m. hoher Schachtofen zur Ausschmelzung des Roheisens aus dem Erz, zunächst Hoherofen (18. Jh.), Hohofen (19. Jh.). Hochschule f. Bildungsstätte, in der die Qualifikation für akademische Berufe vermittelt wird, ‘Universität’ (15. Jh.), daneben zunächst auch Hohe Schule, Hoheschule. Hochstapler m. ‘seriös und vornehm auftretender Betrüger’ (18. Jh.), zu rotw. Stappler, Stabeler, Stabuler ‘Bettler’ (15. Jh.), vgl. rotw. stappeln, stapeln, stabeln ‘bettelnd umherziehen’, nhd. (literatursprachlich und landschaftlich) stapeln ‘hochbeinig, gespreizt gehen, betteln gehen’. hochtrabend Part.adj. ‘von oben herab, überheblich’ (vgl. auf dem hohen Roß sitzen), mhd. hōchtrabende. Hochwasser n. ‘höchster Wasserstand innerhalb der Gezeiten, Überschwemmung(sgefahr)’ (19. Jh.), vorher hoch Wasser (16. Jh.). Hochwild n. ‘wertvollste Wildkategorie’, z. B. Rotwild, Schalenwild, edles Federwild (16. Jh.), hoewilt (15. Jh.), entsprechend der Einteilung in hohe, (mittlere,) niedere Jagd.
3780 Zeichen · 141 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hochmut

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

    hoch Adj. ‘aus einer Ebene herausragend, weit nach oben reichend’, übertragen ‘nach Wert, Maß, Rang, Bedeutung hervorrag…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hochmut

    Goethe-Wörterbuch

    Hochmut -th, einmal -t N13,119,16 PrincPhilZool Plp Überheblichkeit, dünkelhafter Stolz; mehrf typisierend, auch als stä…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hochmut

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Hochmut ( Hoffart ), s. Achtung .

  4. modern
    Dialekt
    Hochmutm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Hoch-mut m. : 1. 'Stolz, Dünkel', Hoch-, Houchmut [allg.]. Syn.: Affigkeit , Dünkel , Einbildung , Fimmel 2, Gaukel 3, G…

  5. Spezial
    Hochmut

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hoch|mut m. (-[e]s) presunziun (-s) f. , aroganza (-zes) f. , superbia (-ies) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hochmut

29 Bildungen · 28 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von hochmut 2 Komponenten

hoch+mut

hochmut setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

hochmut‑ als Erstglied (28 von 28)

hochmuten

RhWBN

hoch·muten

hoch-muten Malm-Bülling schw.: nur in der Wend.: Humot es! wag es einmal!

hochmuthen

DWB

hoch·muthen

hochmuthen , verb. trans. einen übermütig-frevelhaft behandeln: da ward Gandales eines ritters, so ihr ( der jungfrau ) mit dem schwerdt in …

hochmuthssame

DWB

hochmuth·s·same

hochmuthssame , m. : weil der in seiner brust bekliebne hochmuthssaamen, wie etwann bilsenkraut, der sinnen kräfte schwächt. Günther 517 .

hochmuthsteufel

DWB

hochmuth·s·teufel

hochmuthsteufel , m. : unter dem thor seiner vaterstadt fährt der hochmuthteufel in ihn. J. Paul uns. loge 1, 95 .

hochmuthsvoll

DWB

hochmuth·s·voll

hochmuthsvoll , adj. : doch kinder! seid getrost und schreit mit mir zu gott! ... klagt ihm die reiszend angst, den hochmuth-vollen spott. A…

Hochmuthteufel

Campe

hochmuth·teufel

Х Der Hochmuthteufel , des — s , o. Mz . ein hochmüthiger Teufel gleichsam; dann, der Geist oder Sinn des Hochmuthes, ein bildlicher Ausdruc…

Hochmutsbastel

PfWB

hochmut·s·bastel

Hochmuts ✝ -bastel m. : = Hochmutspinsel , Hochmutsbaschdel [ Beam Penns 54]. — Das Grundw. wohl zu Sebastian . —

Hochmutsfratz

PfWB

hochmut·s·fratz

Hochmuts-fratz m. : = Hochmutspinsel , -fratz [ KU-Schmittw/O ]; vgl. Fratz 2. Südhess. III 628 Z. 11; Rhein. III 718 Z. 1. —

Hochmutskopf

PfWB

hochmut·s·kopf

Hochmuts-kopf m. : 'von hochmütigen Gedanken beherrschter Kopf', -kopp [ KU-A'glan ]. VR.: Roseine un Korinte kannscht in alle Hochmutskepp …

Hochmutsmünze

GWB

hochmut·s·muenze

Hochmutsmünze -th- zu Knebel. Über die preußische H. 1) Tgb 28.4.10 1) Eindeutiger Bezug nicht zu ermitteln. Vermutl eine preuß Huldigungs-M…

Hochmutsnarr

PfWB

hochmut·snarr

Hochmuts-narr m. , Hochmuts-närrin f. : = Hochmutspinsel , -naʳʳ [mancherorts], -näʳʳn [ KU-Schmittw/O ]. Rhein. III 718 Z. 2; Els. I 779 ; …

Hochmutspinsel

PfWB

hochmut·s·pinsel

Hochmuts-pinsel m. : 'wer sich auffallend modisch kleidet', überhaupt 'hochmütiger Mensch', -bensel, -pensel [verbr., Don-Tscherwk mancheror…

Hochmutszipfel

PfWB

hochmut·s·zipfel

Hochmuts-zipfel m. : = Hochmutspinsel , -zipp(e)l [mancherorts südl. VPf Ost-PS, Lambert Penns 83]. Els. II 912 .

hochmut als Zweitglied (1 von 1)

Klassenhochmut

RDWB1

Klassenhochmut m (kein Bezug zu "классовый") сословное чванство