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gottlos

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 12 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

gottlos

gottlos

Gott m. (in polytheistischen Religionen) übermenschliches, (in monotheistischen Religionen) höchstes, übernatürliches Wesen, von dem sich der religiöse Mensch seinem Glauben gemäß abhängig fühlt, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. got, asächs. aengl. engl. mnl. nl. god, anord. goð, guð, schwed. gud, got. guþ weisen auf germ. *guða- ‘Gott, Gottheit’, im Plur. ‘Schicksalsmächte’, das als Neutr. für männliche und weibliche Gottheiten gilt. Unter christlichem Einfluß wird das Genus mask., und das Substantiv bezeichnet im gesamten germ. Sprachbereich den ‘Christengott’. die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Allgemein führt man germ. *guða- auf ein mit -to- gebildetes Part. Perf. ie. *g̑hū̌to- ‘angerufen’, zur Wurzel ie. *g̑hau-, *g̑hau̯ə- ‘rufen, anrufen’, zurück, so daß die substantivierte Form ie. *g̑hū̌tom als ‘das (durch Zauberwort) angerufene oder berufene Wesen’ zu deuten wäre; vgl. dazu aind. hávatē ‘ruft (an, herbei)’, hūtá- ‘angerufen, herbeigerufen’, puruhūtá- ‘von vielen angerufen’ (als Beiname Indras in den Veden), griech. kauchā́sthai (καυχᾶσθαι) ‘sich rühmen, prahlen’, air. guth ‘Stimme’, gall.-lat. gutuater ‘gallischer Priester’, wohl aus *g̑hutupətēr ‘Vater (d. h. Meister) des Anrufs (an Gott)’, lit. žavė́ti, lett. zavēt ‘zaubern’, aslaw. zъvati, russ. zvat’ (звать) ‘rufen’. Eine andere Deutung knüpft germ. *guða- als ‘das (Wesen), dem geopfert wird’ an die Wurzel ie. *g̑heu- (s. gießen) an, mit einem im Germ. allerdings nicht belegten Bezug auf das Trankopfer. – Göttin f. ‘weibliche Gottheit’, ahd. gutin, gutinna (um 1000), mhd. gotinne, gotin, gotīn, seit dem 14. Jh. umgelautet göt(t)in. vergöttern Vb. ‘zu einem Gott, göttlich machen, wie einen Gott behandeln, hoch verehren’ (17. Jh.), Präfixbildung zu frühnhd. göttern, gottern ‘Gott weihen’ (16. Jh., Luther ‘göttlich machen, göttliche Art verleihen’); daneben frühnhd. gotten, götten ‘vergöttlichen, ein Gott werden, zu einem Gott erklären’, mhd. goten und frühnhd. vergotten ‘zu einem Gott machen, göttliche Verehrung erweisen’, mhd. vergoten ‘göttlich machen, in Gott verwandeln’; Ableitungen vom Substantiv. Gottheit f. ‘als Gott verehrtes Wesen, Göttlichkeit, Gott’, ahd. got(a)heit (um 1000), mhd. got(e)heit, mnd. gothēt, mnl. godheit, nl. godheid, aengl. godhād, engl. godhead. göttlich Adj. ‘Gott betreffend, von Gott kommend, einem Gott ähnlich, herrlich, wunderbar’, ahd. got(a)līh (8. Jh.), mhd. got(e)lich, göt(e)lich, göttelich, mnd. gȫdelīk, mnl. god(d)elijc, nl. goddelijk, aengl. godlic, engl. godly, anord. guðligr. Gottesdienst m. ‘gemeinsame Verehrung Gottes durch die Gemeinde, Anbetung Gottes’, mhd. gotsdienst, Zusammenrückung aus der schon ahd. bezeugten Genitivverbindung zi gotes thionōste (9. Jh.). Gottesfurcht f. ‘Ehrfurcht vor Gott’ (Ende 15. Jh.), Zusammenrückung der seit ahd. Zeit als Übersetzung von lat. timor deī bestehenden Genitivverbindung gotes forhta (um 1000). gottesfürchtig Adj. ‘von Ehrfurcht vor Gott erfüllt’ (17. Jh.), älter mhd. gotevorhtec; vgl. ahd. gotafor(a)htal (9. Jh.). Gotteshaus n. ‘Kirchengebäude, Tempel’, ahd. goteshūs (Hs. 12. Jh.), mhd. gothūs, got(e)shūs, frühnhd. Gothaus, im 17. Jh. Gotteshaus; vgl. die Genitivverbindung ahd. gotes hūs (9. Jh.) und got. gudhūs. gottlob Interjektion Ausruf der Erleichterung; aus Fügungen wie ahd. gilobōt sī got (um 1000), mhd. dem gote sī lop, nhd. Gott sei Lob (16. Jh.) entwickelt sich die Kurzform mhd. gote lop, zusammengerückt mhd. gotelop, -lob. gottlos Adj. ‘Gott leugnend, nicht achtend, ruchlos’, mhd. gotlōs (vereinzelt), geläufig seit Anfang des 16. Jhs.; vgl. anord. goðlauss, got. gudalaus; Gottlosigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.).
3628 Zeichen · 140 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gottlos

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gottlos , -er, -este, adj. et adv. los von Gott. 1) Von der Verbindlichkeit gegen Gott befreyet, oder doch bemühet, sich…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gottlos

    Goethe-Wörterbuch

    gottlos früheste Belege im Bibelzit DjG 3 ,1,28,29 u 31,3 Labores juv [1757 u 1758] 1 im relig Kontext: überwiegend roll…

  3. modern
    Dialekt
    gottlos

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    gottlos Adj. u. Adv. wie hochd.: e gottlose r Mënsch Dü. Awer, wie ka nn m e r nur eso g. flueche n ! ebd.; schrecklich …

  4. Sprichwörter
    Gottlos

    Wander (Sprichwörter)

    Gottlos 1. Besser gottlos, denn ehrlos. – Simrock, 1857. 2. Gottloss, was liebloss. – Henisch, 1696, 56; Petri, II, 351;…

  5. Spezial
    gottlos

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    gott|los adj. 1 (Gott leugnend) ateist (-s ć , -a) 2 (ungläubig) nia cherdënt, che ne crëi nia .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gottlos

12 Bildungen · 10 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von gottlos 2 Komponenten

gott+los

gottlos setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gottlos‑ als Erstglied (10 von 10)

gottlosei

DWB

gottlosei , f. , s. das vorige. —

gottlosen

DWB

gott·losen

gottlosen , vb. , im älteren schweizer. ' für gottlos erklären ': so man einanderen ketzeret und gottloset Val. Tschudi (1533) in: schweiz. …

Gottloser

Wander

gott·loser

Gottloser 1. Ain Gottloser, der über ain arm volck regiert, das ist ein brüllender Löwe vnd giriger Beer. – Agricola II, 227. 2. Bey den Got…

gottloserei

DWB

gottlose·rei

gottloserei , f. , substantivbildung mit dem suffix mhd. -erîe, nhd. -erei, vgl. Wilmanns dt. gr. 2 , § 287; Franke schriftspr. Luthers 2, 1…

gottlosheit

DWB

gottlos·heit

gottlosheit , f. , auch gotloszheit, im 16. jh. etwa gleichberechtigt neben gottlosigkeit ( s. d. ), noch im 17. und 18. jh. nicht ausgestor…

gottlosich

LothWB

gottlos·ich

gott-losich [-lóZiχ Lix. Falk. u. s.; –lúZiχ D. ; –louZeχ Si. ] adj. gottlos, ausgelassen. Davon:

gottlosig

DWB

gottlosig , adj. , älter gotloszig, gotlöszig u. ä.; durch das suffix -ig erweiterte bildung zu gottlos und namentlich anfangs neben diesem;…

gottlosigkeit

DWB

gottlosig·keit

gottlosigkeit , f. , seit den frühen 20 er jahren des 16. jhs., im gleichen frühreformatorischen bereich, in dem um die selbe zeit gottlos (…

gottloskeit

DWB

gottlos·keit

gottloskeit , f. , im 16. jh. vereinzelt. zu gottlosigkeit 1 d: zuo letst hat er ( Domitian ) sich gott ... zuo wider gsetzt in dem der gotl…

Ableitungen von gottlos (2 von 2)

gottlose

DWB

gottlose , f. , auch gottlosi, gottlöse, eine schweizerische, als solche mundartl. noch heute gebräuchliche substantivische abstraktbildung …

vergottlosen

MeckWB

vergottlosen gottlos werden: 'daß sie (die Dorfjungen) durch Müßiggang beim Pferdeund Ochsenhüten (und also ohne Schulunterricht) vergottlos…