Eintrag · Frühneuhochdeutsches Wb. (FWB)
alt
alt
- ›ein bestimmtes Lebensalter habend‹, im Positiv meist mit vorangestellter Altersangabe, im Komparativ und Superlativ mit Angabe eines genannten oder durch den Kontext vorausgesetzten Bezugsgegenstande
- in der Formel altes und junges meint altes das Heu im Gegensatz zum Grummet (junges); am ehesten an 1 anzuschließen über die Assoziation ‚älter als Grummet‛, Bezug auch zu 1alt 11.
- ›erwachsen (vom Menschen); ausgewachsen (von Tieren)‹.
- ›der Elterngeneration zugehörig; einer der vorangehenden Generationen zugehörig‹; bei dieser letzteren Nuance ist die Generation nicht sicher bestimmbar.
- ›alt, von vorgerücktem Lebensalter, bejahrt (vorwiegend von Menschen, vereinzelt von Tieren gesagt)‹; oft mit der Nuance ‚gebrechlich‛, teils abwertend mit der Nuance ‚töricht‛, teils mit positiver We
- von Personen (attributiv oder substantiviert): ›in einer lange zurückliegenden, geschichtlich idealisierten Epoche gelebt habend‹; oft spezialisiert: ›in der Antike, im klassischen Altertum gelebt hab
- attributiv vor Berufsbezeichnungen: ›ehemalig, früher, seine Tätigkeit, Funktion nicht mehr ausübend‹.
- ›ehemalig, verlassen, aufgegeben (von Grubenbetrieben o. ä.)‹.
- ›früher vollzogen (von Handlungen); früher abgelaufen (von der Zeit)‹; offen zu 13.
- in der Verbindung die alte fasnacht ›erster Fastensonntag, Invocavit‹; metonymisch an 9 anzuschließen.
- aus dem Alter einer Sache abgeleitete Qualität: a) ›im Verhältnis zur erwarteten Gebrauchs- oder Lebensdauer lange gebraucht, alt, verschlissen, abgenutzt‹; b) ›von besonderer Güte, Qualität infolge l
- ›seit längerer Zeit vorhanden, bestehend, chronisch (speziell von Krankheiten)‹.
- von Verhältnissen, Zuständen, Bindungen u. ä.: ›einer früheren Epoche zugehörig, in einer früheren Epoche üblich, gültig; früher vorhanden‹, mit der Nuance: ‚heute überwunden, aber noch beachtenswert‛
- ›althergebracht, bewährt, seit jeher und auch heute noch gültig (von Verhältnissen, Bindungen, Auflagen); seit jeher vorhanden, bestehend (von Sachen)‹; erstere Variante ist häufiger belegt als die zw
- ›altbewährt, erprobt (von Menschen, Tieren und Dingen)‹.
- ›ewig, immerwährend (von Gott)‹; in der Formel der alte, der junge ›der da war und der da ist, der Ewige‹.
- ›bisherig, eingefahren, eingefleischt, festsitzend (von Verhältnissen, Verhaltensweisen des Menschen)‹; speziell unter religiös-mystischem Aspekt von Menschen vor der religiösen Läuterung gesagt; ›der
- ›abgefeimt, sündig, verrucht, verworfen, dem Bösen von seiner Art her verhaftet‹.
- in Anreden kennzeichnet attributives alt die Vertraulichkeit des Verhältnisses zwischen zwei Kommunikationspartnern, wie z. B. nhd. in alter Junge.
- methaphorisch-sinnentstellender Gebrauch in der Fechtkunst.