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scheisze

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

scheisze f.

Bd. 14, Sp. 2463
scheisze, f. diarrhoea, proluvies alvi, merda (mundartlich als m.: der scheiszen Spiess 209), vom verb. scheiszen gebildet (s. dieses), mhd. schîʒe, mnd. schîte Schiller-Lübben 4, 104a, mnld. schijte Kilian, mit häufiger apokope im md. und nd. älter bezeugt ist die mundartlich in Oberdeutschland bewahrte verbalableitung die scheiszet (Schm. 2, 475, als n. bei Schöpf 598), ahd. scîʒata Graff 6, 560, im altnord. ist ein starkes m. skítr belegt. 11) in älterer sprache vorwiegend und ohne vulgären klang im sinne von durchfall: diarrhoea, die schisse Dief. nov. gloss. 133b; der die scheisz hat, foriolus Dasypodius; so noch mundartlich, s. Sartorius 106. Lexer 216. Schöpf 598; da mancher die scheisz und ruhr an den halsz gefressen. Philander 1, 389; und hütt euch vor dem neuen pier, daran trinkt man die scheiszen schier. fastn. sp. 168, 18; und welliche frau irem mann ist undertan, der wünsch ich, dasz si ir lebtag müesz die scheisze han. 490, 11. deutlicher die dünne scheisze: dunnscheisz, dünnschysz, diarrhoea Dief. 179c; die dunne schisz nov. gl. 133b; mnd. dunne schite, diaria, fluxus ventris Schiller-Lübben 4, 104a; die dünne scheisze haben, profluvio ventris ... laborare. Frisch 2, 171c; das wolt sich nit zuosammen reimen in meinem bauch, und bekam ... die dünne scheisze. Lindener Katzipor. 145; wenn ein ochs, kuhe oder kalb die dysenteriam oder dünne scheisze hat. Coler. hausb. (1640) 286; characteristisch: ob mich auch schon ein angstscheiszige leibsnot bestund, oder ein träppelende scheisz anstiesz. Fischart Garg. 286b. 22) der menschliche oder thierische koth: scheisze, stercus humanum, merda Frisch 2, 171c; schît is schît, söa de dreckfäger, un wenn't ôk van'n eddelmann is. Wander 4, 122; dann gemildert zur bezeichnung von schmutz überhaupt: unde beklickeden mit schite de breve an deme rathuse. quelle bei Schiller-Lübben 4, 104a; dat man idt (das alte, verschlissene kleid) kopen schold vör ein gantz nie habit, wen twe daeg sindt vörby, so faldt idt weg als schiedt. Lauremberg 1, 186 neudruck; in dieser anwendung verliert das wort im nd. fast seinen unanständigen klang (vergl. theil 1, sp. 1560, bescheiszen 2): schite, straszenkoth Woeste 229b; suupschite, dünner schlamm brem. wb. 4, 663; de slôt sitt ful schîte. ten Doornkaat Koolman 3, 128a. 33) wie scheisz (s. dieses 2) zur bezeichnung einer verächtlichen kleinigkeit, eines nichts, auf nd. sprachgebiete gebräuchlich, meist in festen wendungen: dat is schite, das ist schlecht und nichts wert. Dähnert 409a; 'tis all't schîte, söa Salomo. Wander 4, 122; nicht ein schite mochte mi schaden, mochte ik leven. des dodes danz 1175; soven unde soventich henssen hebben soven unde soventich genssen. wen my de genssen nicht en byten, de henssen vraghe yk nicht eyne schyten schrieb könig Waldemar IV. den hansestädten (s. Schiller-Lübben 4, 104a). besonders zur derben abfertigung und abweisung: schyt! sprack Reynke, ysset anders nicht, dat is wol eyner bonen werd. Reinke de vos 3578; ja, schyth, men secht vuste van citeren — dat gelt ysset al, dat se begheren. 4161; schite ôk! ik wil dî wat niksen. ten Doornkaat Koolman 3, 128a. hd. scheisze, sagte Cicero und verschwand im nebel. Simrock 8918a, vgl. Wander a. a. o.; jo schîsse Hunziker 221. 44) in mannichfachen kräftigen redensarten: er hat die scheisze, ... quo se vertat, nescit (s. unter 1). Stieler 1758; einen in die scheisze treiben, ihn in die enge treiben, ängstigen. Schm. 2, 474; auf d' scheiszen! auf die seite. 475; hê is'n kerel as'n stük schite, ein erbärmlicher kerl. ten Doornkaat Koolman 3, 128a; schite up scheet is'n dubbelt fort, sagt man von leuten, die keinen widerspruch leiden wollen. Dähnert 409a; zur characterisierung eines argen filzes heiszt es: he freet wol sine egene schite. ebenda; he scholl wol schite freten. brem. wb. 4, 662; einen solchen schmutzigen geizkragen nennt man daher einen schitenfreter. brem. wb. 4, 663 (bei Woeste 229b der mistkäfer); schitenbiter Dähnert a. a. o.
4041 Zeichen · 96 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    scheiszef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    scheisze , f. diarrhoea, proluvies alvi, merda ( mundartlich als m.: der scheiszen Spiess 209 ), vom verb. scheiszen geb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scheisze

6 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von scheisze

scheiszeln + -e

scheisze leitet sich vom Lemma scheiszeln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

scheisze‑ als Erstglied (5 von 5)

scheiszeln

DWB

schei·s·zeln

scheiszeln , verb. mundartlich, nach fisten riechen. Schm. 2, 474 . s. auch scheiszen 3.

scheiszerei

DWB

scheisze·rei

scheiszerei , f. das scheiszen, besonders heftiges, krankhaftes, der durchfall, dann ( vergl. scheisze 3) zur bezeichnung einer völlig nutzl…

scheiszerig

DWB

scheisze·rig

scheiszerig , adj. neigung, drang zum scheiszen habend, mit solchem verbunden, gewöhnlich übertragen: scheiszerig, furchtsam, verzagt, feige…

scheiszern

DWB

schei·s·zern

scheiszern , verb. unpersönlich, mich scheiszert, sentio moveri alvum. metaph. est sudare, .. anxium et sollicitum esse. Stieler 1758 , vgl.…

Ableitungen von scheisze (1 von 1)

gescheisze

DWB

gescheisze , n. 1 1) das scheiszen Ludwig 751 . 2 2) das geschissene, bildlich: speit aus leber und lungen: das heisz gescheisz über die zun…