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Kunte

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Kunte

Bd. 4, Sp. 1736
Kunte das Wort reicht lrhn. n. einschl. Eup, Aach-Stdt Merkst, Erk-Körrenz, nach N. umbiegend über Heinsb-Saeffelen Dremmen Karken Lümb, nach O. über Kemp-Amern Waldniel Dülken, Kref-Linn Ürding; rrhn. n. der Ruhr [südl. davon in Elbf, Sol-Stdt (kunt, Demin. jøntχən) u. in Sol-Burschd, Gummb-Homburgisch Berghsn, Waldbr-Wildbg in der Wend.: de Kontə voll han den Bauch, gesättigt, betrunken sein], kont, Pl. -tə [Mörs-Orsoy kønt], Demin. køntjə, –tšə [Eup kǫunt; WSelfk kunt; Heinsb-Lümb, Mörs kōnt; Aach-Stdt Merkst koŋk, Pl. -ŋktə] f.: 1. das Gesäss, der Hintere, das mildere Wort für den Begriff, bis Geld, Mörs einschl. mit Futte (vot, fǫt) zusammengehend, gegenüber Arsch, dem derbsten Worte, u. et Hengersch, et Ächterste, dem mildesten Worte. RA.: He hät ene Kopp (en Gesech) as en K. so breit Allg. Hej hät en Gesech as en blote K. van en ärm Minss Emmerich. Da's ok Kopp en K. bejen (beieinander) von einem kleinen u. dicken Kinde; et es necks as Kopp on K.; wat he saij, hat gen Kopp of K. nicht Hand noch Fuss Allg. Dem geht ok de K. met Grondis dem Angsthasen Allg. Dann hält ow Köntje Kärmes! du bekommst Schläge Klev, Allg. Dor satt en Äppke op et Schäppke (Eckbrett) achter Moders Kökedör (Küchentüre), hat en Löckske in et Röckske, dor kek (schaute) et kleine Köntje dör Klev. De K. na't Stadthüs tu! kehrt! Neckruf gegenüber den holländischen Soldaten Geld. Minn liewe Frau, wat hät dat Kind en K., en as et drop geht sette, geht et Karesselltje rond! Emmerich. De hät ävvel och en K., do könne veer (vier) Mon (Mann) drop pondure (Kartensp.), do hant se och noch e Löckske, woə se der Knid (Kreide) legge Heinsb-Dremmen. He hät de K. voll ist gesättigt, betrunken, — de K. voll Flöh, voll Schölden Allg. He hät ken settende K. kein Sitzfleisch Rees-Brünen. Sech de K. voll schlage on dann goəhn; de K. nie voll kriəge könne unbescheiden im Essen sein Allg. Ömmes de K. driəhne; sech för de K. kike lote jmd. den Rücken kehren, nichts mehr von jmd. wissen wollen Kref-Linn, Allg. Leck mej (in) de K.! abschl. Antw. Allg. Hej hät gen Nägels, öm de K. te krasse (kratzen) Emmerich. E fett Ferke de K. schmiere wo Überfluss herrscht, noch hinzufügen Heinsb. Hej treckt de K. för den Tünn (Zaun) zieht sich zurück, bringt sich in Sicherheit Klev. Wi sech de K. verbrennt, mott op de Blore (Blasen) sette Emmerich. De Lehrer is krank, de L. is kr., hej hät de ganze K. verbrannt! singen die Kinder, wenn sie unerwartet in der Schule frei bekommen Rees-Wesel. Wi de K. ütlehnt, mott dör de Rebbe schitte (scheissen) Klevld. De K. tuknippe sterben Rees. De lött sech de K. nodrage lässt sich gerne bedienen Rees, Allg. Den mott der ok en achter de K. häwwe, en wenn e no et Hüske (Abort) geht Emmerich. Alles an de K. hange von einem putzsüchtigen Weibe; dat es min anne K. bliewen hange das habe ich nehmen müssen, ohne dass ich es wollte Allg. Et hät ni es (einmal) en ganz Kled anne K. Allg. Van boven bunt, van under Strunt (Kot), gen Hemd an de K.! oben hui, unten pfui Rees-Haldern. Völ an de Mond en weineg an de K.! vom Prahlhans Klev. Och, verrust (verroste) mät en Bleck (Blech) an de K., dann köj (kannst du) rammele (rappeln)! geh zum Teufel Emmerich. Sett dej op de K.! setze dich nieder; du kriegst wat op de K.! Schläge Allg. A.: Gesondheit! beim Zutrinken. B.: Wi et erste op de K. let (fällt)! Mörs, Klev, Rees. Den kann ow ok et Ei üt de K. frage von einem, der zu viel fragt Emmerich. Hei es der Düwel üt de K. gefallen der Taugenichts Rees. Üt de K. lope unermüdlich sein Klev. Glik krigs de wat an die Ohre, dat de de Kopp bej de K. stecks! Mörs-Wallach. Den lött sech en Tau dör de K. trecke der Geizige Klev. En Schopp in de K. einen Tritt Rees. Ek krupp den doröm niet in de K.! Rees, Allg. Süpp (saufe) m'r üt, et sall ow in de K. niet ruste! wenn einer den angebotenen Schnaps nicht trinken will Klev. Hej es mät de K. in de Botter (et B.fat) gefalle hat Glück gehabt, reich geheiratet Rees, Allg.; mät de K. en et Water (de Dreck, dör et Is) falle, en et Gat (Hause) bliwe Allg. Dau moss neit esu driə (drehen) met gen K., dat de neit fells met gen Nas e gene Straunt (Kot)! zum Hoffärtigen Eup. Op dat Mess kann me mät de blote K. no Köle reje (reiten) so stumpf ist es Klev, Allg. Wat he met de Hande opsett, dat stött he met de K. wer öm der Unbeholfene Rees-Ringenbg. Hondert, blos (blase) mät de K., dat et dondert! Emmerich. Ek glof, as gei ene Boss Strohj in Brand steckt en öm onder de K. halt, dann löppt hei noch niet der Faulenzer Klev. Den hät et Hemd van de K. versoəpe Mörs, Allg. — de Bocks van de K. verkocht (verkauft) Klev. Et es achter as för de K. Mörs-Xanten. Wes de wat för de K. häbben? Schläge Allg. Lop för de K.! geh zum Kuckuck Klev. — 2. übertr. a. sachl. α. Schiffshinterteil Klevld. — β. Stoppelende des Strohbausches Rees. — γ. Botterramm met de blote K. unbelegtes Butterbrot Rees. — δ. et es K. ist nichts, hat keinen Erfolg Klev-Warbeyen. — ε. do es mech en Hongskongk (Hunds-) a geleəge daran liegt mir nichts Aach-Stdt. — b. persönl. α. verächtl. ein ganz seltener Bruder Heinsb-Breberen. — β. in Zs., wie Quater-, Tröngelk. usf. Schimpfn.; Hüskont Spatz; Jann Blotek. Johann Habenichts; Blotek. Hemdenmatz.
5253 Zeichen · 166 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    kunteF.

    Köbler Afries. Wörterbuch

    kunte , F. nhd. Geschlechtsteil, Scham ne. genital (N.) Q.: S, W E.: Herkunft ungeklärt? W.: nnordfries. cunte L.: Hh 61…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kuntestf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    kunte prät. stf. s. künden, kunt.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kunteF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    kunte , F. nhd. weibliche Scham, Hure ÜG.: lat. veretrum?, diabolaris, scortum, luxuriatrix Vw.: s. hundes- Hw.: s. kūte…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kuntef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kunte , f. veretrum. 1 1) in mitteld. vocc. des 15. jh. wird veretrum glossiert z. b. in einem hs. Bresl. voc. mit 'kunt…

  5. modern
    Dialekt
    Kunt(e)

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Kunt(e) , Kunto [Khùnt Heidolsh. ; Khùntə Hi. ; Khùnta, Khùnto Dü. Steinb. ; Khùntû Z. ] f. ( m. Heidolsh. Z. ) Rechnung…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kunte

89 Bildungen · 87 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

kunte‑ als Erstglied (30 von 87)

Kuntenanz

MeckWB

Kuntenanz f. Haltung, Fassung Reut. 5, 53; 6, 85; 135; ut dei Kuntenanz kamen aus der Fassung geraten: Zier. Plaugf. 71. Frz. contenance. Me…

Kuntende

RhWB

kunt·ende

Kunt-ende -ent Mörs , Klev , Rees n.: Stoppelende des Strohbausches.

kuntenieren

ElsWB

kunte·nieren

ku n teniere n [khùtənìèrə M. ] allerhand kleine Arbeit thun; Syn. schäffle n . M e r het allewil ze k., m e r weiss nit a n si n Arwet ze k…

kuntenierlig

ElsWB

kuntenierlig [ùntənìèrlik Pfetterhsn. ; khùntənìèrlik Friesen Hi. Felleri. ; khùntəmìèrlik Su. Geberschw. Obhergh. ; khùntəkamìèrlik Banzen…

kuntenkerl

KöblerMnd

kunte·n·kerl

kuntenkerl , M. nhd. „Hurenkerl“, Hurensohn? E.: s. kunte, kē̆rl L.: MndHwb 2, 709 (kunte/kuntenkerl)

kuntenkērl

KöblerMnd

kuntenkērl , M. Vw.: s. kuntenkerl

Kuntenlecker

RhWB

kunte·n·lecker

Kunten-lecker Heinsb-Lümb Millen , Rees m.: verächtl. 1. kleiner, dummer Junge. — 2. niedriger Schmeichler.

kuntenschalk

KöblerMnd

kunte·n·schalk

kuntenschalk , M. nhd. Hurenbube, Hurenknecht E.: s. kunte, schalk L.: MndHwb 2, 709 (kunte/kuntenknecht)

kuntent

Idiotikon

kunt·ent

kuntent Band 3, Spalte 325 kuntent 3,325

kuntentiert

MeckWB

kuntentiert zufrieden Bri. 2, 78; 86; 109.

Kunterbändler

ElsWB

kunter·baendler

Kunterbändler [Khùntərpantlər Banzenh. Katzent. Dü. Bf. ; –panjər K. Z. ; –pænjər Lobs. Tieffenb. ] m. Schmuggler. Syn. Kunderbandtrager Hi.

Kunterband(eⁿ)

Idiotikon

Kunterband(eⁿ) Band 4, Spalte 1340 Kunterband(eⁿ) 4,1340

Kunterbandierer

MeckWB

Kunterbandierer m. Schmuggler; bes. von Salzschmugglern Ma; Ro PoppM ; Ro.

Kunterbandträger

ElsWB

kunterband·traeger

Kunterbandträger Heidw. Strüth , –treger Olti. Roppenzw. Pfetterhsn. Mittl. m. Schmuggler. Hüte hän d Gard (Grenzwächter) drei Chunterbandtr…

kunte(r)bieren

ElsWB

kunter·bieren

kunte(r)biere n [khùntəpìèrə Steinbr. Geberschw. ; khùntərpìèrə Horbg. NBreis. Dü. Bisch. Bf. Mutzig Z. Hf. Rothb. ; –pîrə Str. Dehli. ] 1. …

kunterbiereⁿ

Idiotikon

kunterbiereⁿ Band 3, Spalte 377 kunterbiereⁿ 3,377

kunte als Zweitglied (2 von 2)

hundeskunte

KöblerMnd

hundes·kunte

hundeskunte , F. nhd. Hundsfott E.: s. hunt (1), kunte L.: MndHwb 2, 387 (hundesdine/hundeskunte) Son.: ein sehr starkes Schimpfwort

wiskunte

KöblerMhd

wis·kunte

wiskunte , sw. M. nhd. Viskonte E.: s. lat. vicecomes, M., Viskonte?; vgl. lat. vicis, F., Wechsel, Abwechslung, Wechselseitigkeit; vgl. lat…

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APA
Cotta, M. (2026). „kunte". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kunte/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „kunte". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kunte/rhwb. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kunte". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kunte/rhwb.
BibTeX
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