kuttelfleck,
m. kaldaunen, s. kutteln
pl. 11)
zuerst im 15.
jh., obwol gewiss älter: kutelfleck vel wamppenfleck, stripa, sed potius tripa.
voc. inc. teut. o ij
a; kuttelfleck, obligumina, pluralis numeri, et sunt partes exterum (
l. extorum), alii abligumina.
voc. th. 1482 r 8
b,
vgl.h 7
b; mit katzenlungen und kuttelfleck (: dreck) woll wir euch paid ümb treiben, wolt ir die red nit laszen pleiben.
fastn. 788, 9,
als etwas schlechtes, das man flieht, gemeint ist trotz der fehlenden endung der plur., der die regel ist (
doch vgl. kuttelbletz
als sg.).
im 16. 17.
jh. z. b.: einst kauft er (
beim fleischer) von eim feiszten kalb ein braten und die kuttelflecken. Waldis
Es. 3, 89, 11,
nachher v. 26 das krösz
genannt, jetzt noch der hess. ausdruck; kuttelfleck, stuck der ingeweid,
ablegmina extorum (
quae diis immolabantur, Fest.) Henisch 1130; ingeweid, gekrösz, kuttelfleck, sollen selten gebraucht werden.
das. 22)
zuweilen mit d,
das doch nur aus t
erweicht ist durch das folg. l (
vgl.kutteln 1,
b),
z. b.: purlupa, kudelfleck.
voc. opt. Leipz. 1501 Y 6
a (
jetzt hier unbekannt); o viel köstlicher leben wir (
bauern), essen gut eingmacht kudelfleck, gut wolgewürzet bawerndreck
u. s. w. H. Sachs 1, 472
a (5, 26
Kell.).
[] so noch im überrhein. gebiete, z. b. die Luxemburger zeit. meldete im jahre 1871: bei H. Wolfram, Rostgasse 3, jeden samstag, sonntag und montag kudelfleck (
pl.) und cotteletts.
in Aachen collect. kuddelgefleks
n., kuttelflecke, kaldaunen, die auf dem kotzmarkt
von den kuttlern oder kotzmängern (
vergl.kotzenmenger,
das in kotzmenger
zu berichtigen ist)
verkauft werden. Müller
u. Weitz 134. 33)
auszerdem heute noch in Baiern kuttelfleck
m. einzelnes stück des zertheilten rindsmagens (
vgl.kuttelwampe) Schm. 2, 345,
tirol. kuttelfleck
plur. Schöpf 355,
wo aus einer reisebeschr. des 18.
jh. beigebracht ist: die kuttelfleck werfen die Spanier fort;
schwäbisch kaldaunen Schmid 196,
besonders die därme, wie folg. schelmeliedle lehrt (
vgl. unter kaldaunen 1
aus Simrocks
spr.): wer witfraue heuret und kuttelfleck friszt, der derf net dra denke was drinna gsteckt ist. E. Meier
schwäb. volksl. s. 13. Adelung
gibt kuttelflecke
als '
im gemeinen leben Obersachsens',
in kleine stücke geschnittene und gekochte kutteln,
gedärme der rinder, kälber, schafe, nebst wanst und magen, bei den fleischern auch schlechthin flecke
genannt (
s.fleck 3);
letzteres ist für Leipzig jetzt noch richtig (
auch pîpen und flecke,
wie nd.),
aber kuttelflecke
in Sachsen wie in Thüringen und Hessen jetzt unbekannt, doch im fernen osten, in der Zips kottelfleck Schröer 73
a. 44)
in der bedeutung zeigt sich aber schwanken. 4@aa)
vorzugsweis als gericht: da waren vollauf kuttelfleck, kopf und krösz
u. s. w. Garg. 81
a (
Sch. 138);
minutatim consecta intestina, kuttelfleck. Schönsl. h 6
c,
vergl. eingmacht kudelfleck
unter 2, kuttelflecken (
oder wammen)
beim garkoch Comenius
orb. p. 2, 327, ein gerichte von kuttelflecken Steinb. 1, 452;
eine beschreibung der zubereitung z. b. im öcon. lex. Leipz. 1731
sp. 1165. Stieler 733
stellt als gleichbed. zusammen häckerling, gehäcke, kuttelflecke, rampangen (15.
jh. rampanien
omasum Dief. 395
c), kaldaunen,
als gehackte speise. das tripa
unter 1
wird im 15.
jahrh. bei Dief. 597
a auch erklärt mit sulze (
exta, titillicus Schm. 3, 241,
vgl. u. kuttler), wamme, pletze (
s.kuttelbletz), wammenbletz, wampenfleck, kottfleisch, rampanige,
der heckerling
minutal Dief. 362
b heiszt auch lungenmus Trochus Q 1
b u. a. 4@bb)
die gedärme selbst, wie sie vom fleischer kommen, s. aus Schwaben unter 3,
aus Waldis
unter 1;
auch noch im lebendigen thiere gedacht (
wie im menschen unter 5),
wie folg. zauberspruch aus Conlin
zeigt (Birl.
Augsb. wb. 297
a),
wo das fieber u. a. gebannt wird: sonst muszt du fara in kuttelfleck, schau dann wie dir die herberg schmeckt. 4@cc)
wiederum erscheint auch der sg. für die gedärme collectivisch: der kuttelfleck,
die kuttelwamme, the great gut. Ludwig 1094,
wie ebenda der kuttel;
auch kuttelfleck
intestina Stieler 518
scheint als sg. gemeint (kuttelflecke
pl. 1020).
vgl.kutteln 1,
a. 55)
auch auf menschen bezogen, in derber rede: so hätte ich ihm ohn zweifel einen degen oder paar pistolen anpräsentiret und durch die kuttelfleck gejaget.
Simpl. 1685 1, 292;
s. ebenso kaldaunen 2. 66) kuttelfleck,
fetzen, lumpen? s. kudelfleck
und u. kutteln
zu kutte.