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kunte

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kunte f.

Bd. 11, Sp. 2740
kunte, f. veretrum. 11) in mitteld. vocc. des 15. jh. wird veretrum glossiert z. b. in einem hs. Bresl. voc. mit 'kunte vel pitte', in einem wol rheinischen (nr. 8) bei Dief. 612c mit kunte, in einem gleichen das. 'pute vel kyntte', das lat. wort ist aber ebend. nur virga virilis, eins mannes scham u. ä., und dazu stimmt pynte veretrum das. in einem andern gleichfalls rhein. gefärbten voc. (auch nov. gl. 379a), denn pint ist nd. noch penis Dähnert 349b. 22) der eine der md., rhein. vocc. aber (nr. 8) gibt auch für vulva cunnte Dief. 633a; schon im 'andern Morolf' 292, der wol eben auch rhein. ist, zum nrh. neigend, ein rûwe kunt. ebenso noch westf. kunte (brem. wb. 2, 898), ferner mnl. conte vulva hor. belg. 7, 20b, auch altfries. kunta Richthofen 881b, ostfr. kunt Stürenb. 129a, nordfries. cunte Outzen 173. Dann, was ihm vorgeschichtliches alter sichert, überseeisch, nordisch:n. dial. kunte, kunt, schwed. kunnta f. Rietz 365b, norwegisch kunta Aasen2 397a, isl. kunta Biörn 1, 482b. endlich engl. cunt, altengl. cuntte vulva Wright vocc. 186b, cunte 208a, auch counte Stratm. 131. 33) im englischen öffnet sich auch der weg rückwärts: queint, pudendum muliebre Halliwell 657a, altengl. und noch nordengl. (s. unter queme 3 s. 657b, auch das quinter a two-year-old sheep 659b erklärt sich vielleicht daher, zum begatten reif?), also ku- entstanden aus qui- oder que- wie so oft (s. sp. 1625). Spuren davon und bestätigung zeigt auch das md. und hd. in quintipse f. die weibliche scham Bernd Posen 231, der es auch schles. nennt, henneb. Reinwald 1, 125, westerw. quintipsen futuere Schmidt 154, das alte quinte mit einer spielenden endung verstärkt (vgl. holst. en olen quidips gleich nichts! Schütze 3, 261, quidipse frauenzimmer Kindleben stud. 170, fidipse f. weibermütze Bernd Posen 59, brem. wb. 1, 385). und im 16. jh. oberd. oder rhein. ähnlich umgedeutet quinterne f. (eig. eine leier o. ä., vgl. geigen obsc.): als wann ... ein vierzig baurenmeidlin auf der Alb stro in leimen (lehm) tretten, das ihnen das leimwasser zur quinternen hinauf stritzet. Fischart Garg. 55b (Sch. 90). 44) bedeutsam ist ferner eine nebenform mit einfacherem auslaute, nd. nl. kutte vulva, mnd. cutte Dief. n. gl. 124a, schwed. kuta, kutta, altengl. kutte (das genauere s. unter kotze meretrix 3, b), und wieder auch mit dem anlaute von engl. queint gut ahd. quiti vulva Nyerup 231, sodasz das -n dem stamme nicht wesentlich ist. Dazu aber tritt nahe (schon von Bernd Posen 414 verglichen) goth. qviþus m. bauch, mutterleib, und ebenso zu der form mit -n (quinte) das lat. venter, wenn dessen v- wirklich urspr. ein gv- war (J. Grimm Germ. 1, 133, vgl.keck I, c), vgl. preusz. weders bauch, litt. wédaras, das wie in die mitte tritt zwischen qviþus und venter, zugleich an lat. uterus erinnernd. 55) zu erinnern und zu fragen bleibt freilich noch. 5@aa) auffallend ist die störung der lautverschiebung im auslaute, ahd. quiti neben nd. kutte, wie md. kunte neben nd. kunte; sie kann aber der einheit beider nichts anhaben, zeigt sich doch oberd. das -t auch in quinterne und in kunter penis (s. dort 2, e, α). auch qviþus stimmt im auslaute nicht, wol aber zu venter. 5@bb) die bedeutung macht der einheit keine schwierigkeit. dasz kunte zweierlei sachlich so verschiedenes, ja entgegengesetztes bedeutet, wie unter 1 und 2, zeigt dasz der ausdruck urspr. ein allgemeiner, vermutlich schamhafter, schonender war, und dazu schickt sich die bed. von quiþus, venter durchaus. noch jetzt wird in kinderstuben bauch so gebraucht (vgl. z. b. bauchborn unter fudbrunne), und ebenso war mhd. wambe, d. i. bauch auch vulva (sumerl. 20, 16), wie wempel n., s. wb. 3, 478b. hat doch kunte im nnl., kont f., die bed. podex gewonnen, wie fud, fut, eig. vulva, denselben übergang machte (4, 363), auch im norw. (4, 1061). 5@cc) der form halber ist noch das kynte u. 1 fraglich, ob künte oder kinte gemeint ist. das erste, an sich denkbarer, wäre gestützt durch den anklang von künne gleicher bed. (auch fem.) sp. 2665 u. g, das im ursprung zwar ihm fremd ist, doch aber darauf wirken konnte. dem andern kann das pynte; pint u. 1 zur stütze dienen (auch altengl. pyntyl veretrum Wright vocc. 184, ags. pintel virilitas 65a), das überhaupt mit seiner nebenform pute einen eignen anklang an kunte und kute bietet. wäre das verhältnis beider wie zwischen ἵππος und equus, p- aus kw- geworden? vgl. Curtius gr. et.2 400.
4489 Zeichen · 162 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    kunteF.

    Köbler Afries. Wörterbuch

    kunte , F. nhd. Geschlechtsteil, Scham ne. genital (N.) Q.: S, W E.: Herkunft ungeklärt? W.: nnordfries. cunte L.: Hh 61…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kuntestf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    kunte prät. stf. s. künden, kunt.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kunteF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    kunte , F. nhd. weibliche Scham, Hure ÜG.: lat. veretrum?, diabolaris, scortum, luxuriatrix Vw.: s. hundes- Hw.: s. kūte…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kuntef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kunte , f. veretrum. 1 1) in mitteld. vocc. des 15. jh. wird veretrum glossiert z. b. in einem hs. Bresl. voc. mit 'kunt…

  5. modern
    Dialekt
    Kunt(e)

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Kunt(e) , Kunto [Khùnt Heidolsh. ; Khùntə Hi. ; Khùnta, Khùnto Dü. Steinb. ; Khùntû Z. ] f. ( m. Heidolsh. Z. ) Rechnung…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kunte

89 Bildungen · 87 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

kunte‑ als Erstglied (30 von 87)

Kuntenanz

MeckWB

Kuntenanz f. Haltung, Fassung Reut. 5, 53; 6, 85; 135; ut dei Kuntenanz kamen aus der Fassung geraten: Zier. Plaugf. 71. Frz. contenance. Me…

Kuntende

RhWB

kunt·ende

Kunt-ende -ent Mörs , Klev , Rees n.: Stoppelende des Strohbausches.

kuntenieren

ElsWB

kunte·nieren

ku n teniere n [khùtənìèrə M. ] allerhand kleine Arbeit thun; Syn. schäffle n . M e r het allewil ze k., m e r weiss nit a n si n Arwet ze k…

kuntenierlig

ElsWB

kuntenierlig [ùntənìèrlik Pfetterhsn. ; khùntənìèrlik Friesen Hi. Felleri. ; khùntəmìèrlik Su. Geberschw. Obhergh. ; khùntəkamìèrlik Banzen…

kuntenkerl

KöblerMnd

kunte·n·kerl

kuntenkerl , M. nhd. „Hurenkerl“, Hurensohn? E.: s. kunte, kē̆rl L.: MndHwb 2, 709 (kunte/kuntenkerl)

kuntenkērl

KöblerMnd

kuntenkērl , M. Vw.: s. kuntenkerl

Kuntenlecker

RhWB

kunte·n·lecker

Kunten-lecker Heinsb-Lümb Millen , Rees m.: verächtl. 1. kleiner, dummer Junge. — 2. niedriger Schmeichler.

kuntenschalk

KöblerMnd

kunte·n·schalk

kuntenschalk , M. nhd. Hurenbube, Hurenknecht E.: s. kunte, schalk L.: MndHwb 2, 709 (kunte/kuntenknecht)

kuntent

Idiotikon

kunt·ent

kuntent Band 3, Spalte 325 kuntent 3,325

kuntentiert

MeckWB

kuntentiert zufrieden Bri. 2, 78; 86; 109.

Kunterbändler

ElsWB

kunter·baendler

Kunterbändler [Khùntərpantlər Banzenh. Katzent. Dü. Bf. ; –panjər K. Z. ; –pænjər Lobs. Tieffenb. ] m. Schmuggler. Syn. Kunderbandtrager Hi.

Kunterband(eⁿ)

Idiotikon

Kunterband(eⁿ) Band 4, Spalte 1340 Kunterband(eⁿ) 4,1340

Kunterbandierer

MeckWB

Kunterbandierer m. Schmuggler; bes. von Salzschmugglern Ma; Ro PoppM ; Ro.

Kunterbandträger

ElsWB

kunterband·traeger

Kunterbandträger Heidw. Strüth , –treger Olti. Roppenzw. Pfetterhsn. Mittl. m. Schmuggler. Hüte hän d Gard (Grenzwächter) drei Chunterbandtr…

kunte(r)bieren

ElsWB

kunter·bieren

kunte(r)biere n [khùntəpìèrə Steinbr. Geberschw. ; khùntərpìèrə Horbg. NBreis. Dü. Bisch. Bf. Mutzig Z. Hf. Rothb. ; –pîrə Str. Dehli. ] 1. …

kunterbiereⁿ

Idiotikon

kunterbiereⁿ Band 3, Spalte 377 kunterbiereⁿ 3,377

kunte als Zweitglied (2 von 2)

hundeskunte

KöblerMnd

hundes·kunte

hundeskunte , F. nhd. Hundsfott E.: s. hunt (1), kunte L.: MndHwb 2, 387 (hundesdine/hundeskunte) Son.: ein sehr starkes Schimpfwort

wiskunte

KöblerMhd

wis·kunte

wiskunte , sw. M. nhd. Viskonte E.: s. lat. vicecomes, M., Viskonte?; vgl. lat. vicis, F., Wechsel, Abwechslung, Wechselseitigkeit; vgl. lat…

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Cotta, M. (2026). „kunte". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kunte/dwb
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Cotta, Marcel. „kunte". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kunte/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kunte". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kunte/dwb.
BibTeX
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