lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

kräuel

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 6 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
30
Verweise raus
16

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kräuel m.

Bd. 11, Sp. 2083
kräuel, m. , zuweilen f., fuscina, tridens, ungula, ahd. chrowil, chrawil, chrewil (grauul Germ. 8, 390), auch schon als fem. 'chrowilla ferrum' Graff 4, 585; mhd. kröuwel, krewel, kröul, kreul, bei Megenberg kräwel, kräul, eig. deminutiv zu kraue; die formen schwanken stark in folge der zusammentreffenden -oui- wie bei kläuel, kauen. s. weiter krauen. auch mnd. krouwel, kruwel (Dief. 250a. hor. belg. 7, 29b), nl. kraauwel, altfr. krâwel. 11) haken zum packen, zerren, bes. gabel mit hakenförmigen spitzen, ahd. fuscinula, tridens, creagra, harpago, uncinus glossiert. 1@aa) so noch in den vocabb. des 15. 16. jahrh. häufig: krauwel, krouwel, krawel, krowel (voc. 1482 r 5a), krauel hd. und nd., dann kreuwel, krewel, kreul, krewl, ferner krAeel (voc. 1419 bei Schmeller), krAel, krail Emmelius Bas. 1592 (Chemn. bergwerkslex. 340a), s. Dief. 155c. 250a. 254a. 273a. 596c; merkwürdig kraichel 250a, chrewchel 155c, krogel, kriel das., in krauhel 155c ist das h wie in krähe, krogel ist wie klog gleich klaue (vgl.kraugen unter krauen). 1@bb) belege: do namen si iseren kemme und kreuwelen (zum martern). der seele trost 53b, Frommann 2, 442, niederrh., auch kruwel (die schwache form auch ahd. spurweise); sie griffens (das schiff) an mit hackn und krewln. H. Sachs 4, 1, 117; auch so griff er zum ersten mal zu mir hinein mit eisern kreyln, erwischt mich bei den obern theyln und mich ausz dem äscher aufschlug (in die höhe warf). 1, 375d (1590), das erzählt eine rosshaut vom gerber; der weizen der sich zusammen filzet, wird nur mit eisernen rechen oder kreueln voneinander gerissen. Hohberg 2, 79a; krawel, fuscina, zum fangen, stechen der fische auf dem grunde Trochus M 5b. 1@cc) es war nämlich auch md., daher bei Luther in der bibel, obwol das wort im mittel- und schriftdeutsch jetzt fehlt (in Erfurt ist ein haus 'zum greuel', umgedeutet): schaufeln, becken, krewel, kolpfannen. 2 Mos. 27, 3, kreuel 38, 3 am brandopferaltar, vulg. forcipes, fuscinulas, uncinos; wenn jemand etwas opfern wolt, so kam des priesters knabe, weil das fleisch kochet, und hatte eine krewel mit drei zacken in seiner hand und stiesz in den tiegel oder kessel .. und was er mit der krewel erfür zog, das nam der priester davon. 1 Sam. 2, 13, also fem. (einen dreizenigen krewl bibel von 1483). auch der voc. opt. Leipz. 1501 gibt noch kreule creagra H 1a, Alberus crewel tridens, wie auch Chyträus 421 noch anführt creagra, krowel edder forke, während es nd. gleichfalls ausgestorben scheint. 1@dd) das ist der krewel zum fleisch fuscinula Dasypod., die creagra 'ad carnes de caldari extrahendas' Diefenb. wb. von 1470 sp. 82, noch bei Kirsch s. v. creagra, Stieler 1038 kreuel gabel, fleischkreuel (nicht mehr bei Rädlein, bei Steinbach kreul als dial.): zum opferkessel zum fewer gehn und greifen nein mit einem kreul. H. Sachs 3, 1, 63d; so bald du zu den opfern gehest, die kochet (kochend) sind, so greif darein mit deinem krewel in hafen nein und zuck darausz das aller best. trag. vom Heli Nürnb. 1548 B iij. 1@ee) es lebt noch schweiz. Stalder 2, 130, zweizackige gabel mit hakenspitzen, besonders mistkräuel zum mistladen, appenz. kröl Tobler 121a, bair. (gespr. krâl, m.) haken, hakengabel, mistkräuel, dächsenkräuel gebogne hippe Schm. 2, 378, östr. kräl fem. (Tobler 121a), grâl Castelli 147, tir. krâl m., kärnt. krâle f.; auch im sächs. Erzgebirge und Voigtlande krail und krâl m. mistgabel. 1@ff) schweiz. auch als flintenkrätzer, übertragen weinranke (vgl.kramm 2). 22) im bergbau eine fünfzackige kratze, das erz u. a. in die körbe zu fassen, früh schon schlecht geschr. krail, rastrum quinquedens Frischlin nom. c. 113: die geschiebe mit dem krail, die fünf zacken haben, abgesündert. Bechius Agricolas bergw. 231; so wird die erd, sand u. s. w. mit der krucken oder krail von der halden herausgescharret. 233; in ein langes gerin, darinn der beste stein bleibt, wenn er oft mit einem kreil gerissen wird. Mathes. Sar. 100a. s. auch kohlenkräuel, stoszkräuel. ähnlich wol 'crupa crewel' gemma g. Dief. 159c. s. auch kralen. 33) ein rhein. voc. d. 15. jh. gibt kroel vel karst creagra Dief. 155c, und noch heiszt im sächs. Voigtlande krâl m. der karst, also gewiss allgemeiner und alt. auch folg. gehört wol hierher: wer haid im wald mehet oder mit eisern rechen oder kreuln rechet, der ist verfallen zwei pfund neuer heller. marggr. Nürnb. waldsordn. D iijb. 44) klaue, kralle, schon ahd. mhd. mnl.: kraul, ungula volucrum, unguis. voc. inc. teut. n 6a (var. kreil Dief. 627a), kräwel Frisius 1402a, kräuwel m. Maaler 250c: so dem vogel ein kräwel gebrochen wär, so salb den mit schlangenschmalz. Heuslin, Gesners vogelb. 133a (Horst Frkf. 1669 262 ändert in klaue); vor (vorn) augen gut, hinden als katzen mit meusen krewlen (mausekrallen). Paracels. 1, 634a; aber gott half mir aus diesem allem und behütete mich, dasz ich niemals in ihre kräule kommen durfte. Schweinichen 1, 293; nesseln pflegen bald zu brennen und aus zarten kreilen sind löw und adler (jung) zu erkennen. Lohenstein Arm. 1, 65 (61); weistu aber nicht dasz der blosze unwille der fürsten ein rechter löwenkreil sei? 2, 873, dich vernichten kann. so noch bair., schweiz. (auch fingernagel), auch nnl.; vgl. bekreulen. Und das wird die älteste bed. sein, die unmittelbar an krauen anknüpft; vgl. krämpel, krampe, kramme, krappe und s. klaue, mit dem kraue in einer vorzeit eins war. 55) es gibt auch kräul kratz (zu kräueln wie krall, krell zu krallen, krellen), schles. kreul (kreil) und krêl m., auch krêle f. Weinh. 47b, tir. kärnt. krâl, krâle, s.kralle 3 und kräueln. schweiz. e chräuel, ein haarrupf Usteri 1, 234. 66) erwähnung verdient wol 'dornkraul micte, avis' Dief. 360c, es wird der dornkrätzer (2, 1294), neuntödter sein, der auch dorngreul, dornkrälle heiszt, frz. in östl. dialekten craouille (agasse cruelle) Nemnich 3, 324, worin deutlich das deutsche wort steckt, vgl. seinen nl. namen klauwier mit klaue. 77) merkwürdig die gl. 'territorium krawel' Dief. 580b, und 'pecten, ein dancz crauel, corea' 418c.
6146 Zeichen · 179 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kräuel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Kräuel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches im Hochdeutschen nur selten gebraucht wird, eine Gabel mit ge…

  2. modern
    Dialekt
    Kräuel

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Kräuel [‘ X rêjl Attenschw. ] m. Karst zum Zerschlagen der Erdschollen. ‘Crowel tridens vel Mistgabel’ Herrad 182 b . ‘K…

Verweisungsnetz

242 Knoten, 470 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Hub 3 Kompositum 233 Sackgasse 5

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kraeuel

7 Bildungen · 5 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

kraeuel‑ als Erstglied (5 von 5)

Kräuelgans

RhWB

kraeuel·gans

Kräuel-gans -·y.əl- Monsch-Rohren Imgenbr f.: Schneegans; s. Kruschel (s. Wk. III 5).

Kräuelkerl

RhWB

kraeuel·kerl

Kräuel-kerl -ǫ·u.əlts- Heinsb m.: kleiner, im Wachstum zurückgebliebener K.

kraeuel als Zweitglied (2 von 2)

kohlenkräuel

DWB

kohlen·kraeuel

kohlenkräuel , m. im hüttenbau, ein rechen, die kohlen ins schienfasz zu ziehen, kohlkrail. Adelung. auch kohlenharke.

Stōßkräuel

Adelung

stoss·kraeuel

Der Stōßkräuel , des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, ein Kräuel, d. i. zackiger eiserner Haken, das Gestübe damit auf- und abzustoßen…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kraeuel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kraeuel/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „kraeuel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kraeuel/dwb. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kraeuel". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kraeuel/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_kraeuel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kraeuel"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/kraeuel/dwb},
  urldate      = {2026-05-17},
}