Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
HANT stf.
1. in eigentlicher bedeutung. mîn eines hant Iw. 134. Nib. 60,1. mit ir selber hant Iw. 131. diu Sîfrides hant Nib. 95,3. diu gotes hant Parz. 494,8. 818,26. des rîches hant Eracl. 1634. vor heldes handen Nib. 114,3. mit heldes handen Parz. 263,26. mit ritters handen das. 440,5. diu Gunthêres hant, der herre ûʒ Burgunden kl. 778. eins sô tumben mannes hant, als Gîselhêr der wîgant das. 830. dâ vertrat des heldes hant sich und ouch sîne man Bit. 1083. s. Lachmann zu Nib. 1294,3. — in blôʒer hant Iw. 31. blôʒ sam ein hant das. 124. aller vröuden, reht als ein hant, blôʒ MS. 1,69. a. vgl. hendeblôʒ. mit windindin henden die gewunden werden Ath. A, 66 und anm. kl. 839. 1836. Gudr. 934,4. 919,4. Gr. 4, 65. ir vil wîʒiu hant Nib. 293,1. Isôt mit den wîʒen handen Trist. 18961. 19314. zer zeswen hende Parz. 225, 26. nâch der zeswen hant Iw. 18. zeswiu hant frauend. 27,17. 487,16. geloben mit der rehten hant Renner 12098. diu beʒʒer (die rechte) hant MS. H. 3,225. a. ze der winstern hant Iw. 31. daʒ diu sêle zer winstern hant in die hölle iht var Mai 141,14. vgl. Walth. 123,22. zer linggen hant Walth. 83,22. linker hant Trist. 10943. vgl. 16167. zer lenken hant Karl 42. a. mit der lerzen hant Herb. 9080. vgl. über recht und link Grimm gesch. d. d. spr. 986 ff. er was der bruoder ander hant livl. chron. 819. vrou Minne nam die obern hant Iw. 165 und anm. 1537. der treit die hôhsten hant Gott Parz. 454,6. diu hôhste hant Gott das. 269,16. 316,8. 465,28. 487,20. 568,8. W. Wh. 150,14. U. Trist. 1320. Lohengr. 42. vgl. Grimm. vorr. z. g. sm. XXVIII, 3. der die hôhsten hant trüege ûf erde der mächtigste wäre Parz. 13,13. wer trüege die rîchsten hant das. 777,3. von gehülfiger hant Iw. 145. an einer ungetriuwen hant das. 123. mîn ungewiʒʒen hant das. 275. ûʒ voller hant entlîhen das. 262. si gap mit vrîer hant das. 122. nu zeigt in der ellende fridelîche hende Greg. 1684. die vuorten werlîche hant waren mannhafte helden Wigal. 9569. die tragent werlîche hant Parz. 48,24. 693, 10. wîp und pfaffen sint erkant, die tragent unwerlîche hant das. 502,8. ûf lieʒ er doch den wîgant âne gesicherte hant das. 540,2. sîn (des pfaffen) gewîhtiu hant das. 502,17. nu sol man wiʒʒen waʒ gewâfentiu hant sî Augsb. str. 70. getrag ich immer gebende hant komme ich je in die lage geschenke geben zu können W. Wh. 135,18. ein antragende hant Gr. w. 1,297. sterben âne bluotige hant erhenkt werden Parz. 527,22. über einen rihten âne bluotige hant Augsb. str. 57. 59. rihten mit bluotiger hant das. 58. bewæren mit der dritten hant durch drei zeugen Straßb. str. art. 27. manufidelis ein getrewer hant Diefenb. gl. 177. kint under triuwen hant unter vormundschaft Gr. w. 1,543. vgl. Haltaus 794. Schmeller 1,468. 2,204. Frisch 1, 408. c. — touwec rôsen hende dicke W. Wh. 144,3. hende breit Parz. 386,25. beitr. 349. vgl. Gr. 4,285. 730. hôher stân zweier hande breite Nib. 1804,3. wol anderhalber hende Trist. 2902. einer hende wîle so viel zeit als man braucht um die hand umzukehren Gudr. 384,3. varn zuo der helle bî einer hande wîle Leys. pred. 42,19. vgl. Schmeller 2,207. hantlange wîle Bert. 75. hantwîle litan. 1233. — seme mir disiu zeswe hant (ita me dextra mea sc. adjuvet) pf. K. 120,18. Karl 45. b. dô lêch mit vanen hin sîn hant von Aʒagouc der fürsten lant Parz. 51,27. dô lobte Hiutegêres hant das. 53,7. mir sichert iwer hant das. 39,2. dar ûffe Parzivâles hant swuor ein ungefelschten eit das. 459,26. gedenken wes mir swuor iuwer hant Nib. 562,1. jane sol niht meineide werden des min hant das. 563,2. — dâ lac iwer hant, der grif sol mir sîn unbekant (es galt also für unanständig daß eine frau das angriff, was ein mann mit bloßer hand berührt hatte) Parz. 512,17. sîn hende habte er für sich einem wol gezogenem manne glîch (also zeichen einer feinen erziehung) Er. 298. sîne schœne hende er für sich twanc Trist. 2672. sîn ûʒ erwelten hende blanc gezogenlîche er für sich twanc Engelh. 3679 und anm. vgl. troj. 14. a. 110. a. 136. b. sô einer die hende gezogenlîche gehaben kan oder vür sich gelegen kan, sô sprechent etelîche liute 'wech, welch ein wol gezogen kneht daʒ ist' Bert. 187. zer fiuste twanger sus die hant Parz. 229, 13. si want ir hende das. 262,28. 318,6. 556,14. beide ros unde gewant, dar zuo beslôʒ Êrec die hant die wollte er nicht annehmen Er. 1412. swes man diu kint des êrsten wenet, dem habent si iemer hant an Bert. 216. die hant bieten zusagen Nib. 250,4. 1204,4. Parz. 424,29. Sîfrit zem eide bôt die hant Nib. 803,1. vgl. RA. 141. halden sîner gelübde hant Pass. 1,49. si racten ûf die hende und gelobten imʒ mit triwen Kolocz. 253. die hant oder die hende recken, ûf recken ist auch ein zeichen daß man sich gefangen gibt: ich recke dir mîn hende MS. H. 3,448. a. für ir füeʒe er sich bôt mir ûf gerahten henden Wigal. 4221. er sluoc in sîne linken hant zuo dem schilde daʒ swert: die zeswen hant der degen wert ûf racte gein dem Parmenois H. Trist. 1820. de frîgen knechte richten op öre hant, öre were worpen se an den sand Leibn. scriptor. Brunsvic. 3,255. ein grâf von Wunstorf wol bekant dede von sick sîne hant das. 257. si tâten ir hande dem meister. wer dem andern tuot die hant, der hæte getriuwelîchen vride livl. chron. 4617. 4620. vgl. Gregor. 1684. einem die hende valten ist ein zeichen der huldigung nach lehnrecht. der mann legte beide hände zusammen, der herr nahm sie zwischen die seinigen; oder jener bot dem sitzenden herrn seine hände auf die füße (vgl. RA. 139). sô valt ich im die hende mîn Parz. 51,8. sô manig edel man sîne hende mir gevalten hât und heten si dise untât, der ir dâ jehet, an mir erkant, ir deheiner hete sîne hant zwischen die mîne nie geleit Trist. 5437. 'nu hulde mir, ich wil dich hie ze knehte enpfân.' mîne hande beide wil ich iu valten Frl. 108,5. 'dienst und eigenlîche site wil ich iemer halten.' gein in man sach in valten aber hende unde bein Reinfr. 75. b. hannov. hs. mîne hende valde iu, vrowe mîn, ich frauend. 389,5. mîn hende ich valde mit triwen algernde ûf ir füeʒe das. 394,26. ich tuon ir mannes reht, mîne hende valde ich ir MS. 1,89. b. daʒ ich mîne hende zwischen de iweren ie gebôt W. Wh. 146,2. das abhauen der hand eine strafe (RA. 705): ich wil von disem hunde ein pfant, daʒ ist niht wan sîn hant Er. 1052. swen man begreif der muost ein pfant den vrechen lâʒen sâ zehant, die hende oder die füeʒe Ernst 17. a. daʒ man sluoc im ab die hant und einen fuoʒ Helmbr. 1690. — ein swert an sîner hant er truoch Diemer 73,11. daʒ sehste (sper) fuorter an der hant Parz. 61,26. hete mîn bruoder Hagene sîn wâfen an der hant Nib. 421,2. ir vil scharfen wâfen gebet den helden an die hant das. 423,4. si gie im an hende das. 294,1. diu in her ûʒ fuorte an ir hant Parz. 45,25. si vuorte ein pfert an der hant Iw. 131. si brâht in an der hant Parz. 629,3. er hât den Tôt an der hant Nib. 1480, 4. 1920,4. 1958,4. Wigal. 2453. 4700. Mor. 2799. vgl. Grimm mythol. 807. sô haben wir strît an der hant Trist. 8713. si nam ir bruoder an die hant Parz. 305,19. diu junge marcgrâvinne nam bî der hant Gîselhêr Nib. 1606,1. si nam in mit der hant Parz. 24,1. 331,21. mit handen si sich nâmen Diemer 192,5. diu nam in aber ze handen dô Trist. 19230. zorn unde wîpheit die übele bî ein ander zement swâ si sich ze handen nement das. 10266. der wirt in mit der hant gevienc Parz. 169,5. daʒ sin mit handen zir gevienc das. 88,20. bî der hende si in gevie Wigal. 9388. daʒ si sich bî henden viengen Ath. C*, 55. Diemer 10,19. büchl. 1,990. Nib. 1688,1. sich ze handen vâhen sich gegenseitig bei der hand fassen Iw. 12. 94. und wolt er ûf den handen mîn sitzen ligen unde gên, ich hieʒ in niht ûf hôher stên frauend. 640,21. ê er unsanfte müeste gên, ûf mîner hant wolt ich in tragen MS. 1,75. b. — nu begunder ouch Tristanden durch sîne hende lâʒen gân Trist. 15223. si heten aber ir swester under die hende genomen vor sich genommen um ihr zuzureden Nib. 1190,2. er nam sîn rede mit ir ze handen Trist. 19276. — ir erbe und ir lant daʒ stuont in mîner hant gewalt Iw. 151. sîn gâbe stêt in iwer hant Parz. 659,3. diu helfe stêt in iwer hant das. 635,6. daʒ elliu rîche zuo sînen handen solten stân ihm unterthänig sein Nib. 758,4. in eines hant sîn in seiner gewalt stehn Trist. 11414. Barl. 162,20. in dûhte des, er het in gar in sîner hant er müste ihn besiegen Wigal. 11059. du solt in dîner hende mich haben und die liute dîn als ob si gar dîn eigen sîn Engelh. 4346. liute unde lant sazt er dem meister in die hant livl. chron. 840. — er sluoc im sîn swester an die hant s. m. 233,11. dô sluog er sie im in die hant das. 180,7. 179, 16. — er lobt im an die hant Parz. 331,11. daʒ lobe ich an dîne hant Nib. 333,1. daʒ lobte der vil küene în Kriemhilde hant das. 363,4. — der scade was in den hanten war da Diemer 327,28. er hete ze sînen handen geburt und dar zuo rîcheit a. Heinr. 38. — du bist ein helt zuo dînen handen pf. K. 131,10. zuo sînen handen einen helt Nib. 1524,2. ein helt zuo sînen handen das. 1553, 4. 1728,3. recken zuo ir hant Dietr. 96. ein helt zuo den handen Karl 49. b. helde zen handen Parz. 48,29. ein helt (degen) ze sîner hande Gudr. 475,4. 574,4. ein helt ze sîner hant Wigal. 7534. ein helt zuo der hande Bit. 52. a. ein helt zer hant Nib. 1458,1. — sîniu kinder liefen vor im în ie zwei ein ander an der hant Parz. 23,19. er bevalch si hant von hande dem getriuwen Foitenande Trist. 1639. 11403. 15038. vgl. Haltaus 794. hant wider hende mann gegen mann Trist. 9967. — after hande nach der hand d. i. sogleich Er. 2092. bî.... handen vermittelst, durch. bî gotesdürftigen hant solt du eʒ senden Barl. 133,10. bî kranker dürftigen hant das. 133,35. — bî handen sogleich wolte er werden sîn man kchr. 97. d. bit handen sogleich Roth. 4725. in hendes s. v. a. in henden Oberl. 731. Gr. 3,135. under handen Mai 152,26. ze ietweder hant zu beiden seiten kl. 58.
2. die hand oder seite, nach welcher hin man etwas legt (Gr. 3,78. 773). ich lâʒ eʒ alleʒ zeiner hant beidiu liut unde lant es ist mir einerlei Trist. 14221. Lanz. 1101. si lieʒ êre und gemach alleʒ zuo einer hant gân Er. 1948. daʒ gie ir alleʒ zeiner hant Wigal. 10030. swaʒ (wenn etwas) in den liumet wirt gezogen der inziht dâ heiʒet, der quicket unde reiʒet ie zer ergeren hant Trist. 15407. diu ergere hant der geringere stand Haltaus 795. 'auf der besser hand sein' Schmeller 2,205. diu alte, diu niuwe hant die alte, die neue art Renner 2060. 2094. mit der neuen handt Wolk. 16,3,13. hieraus entwickelte sich im mhd. — denn ahd. kann sie bis jetzt nicht nachgewiesen werden — die bedeutung art, sorte. gewöhnlich steht der gen. sg. oder plur. dessen umlaut sich durch keinen reim belegen läßt: doch schreibt die Sg. hs. Nib. 633,3 von aller hende vröuden ( Gr. 3,773). ein gen. sg. hant ist bis jetzt nicht bemerkt worden. myst. 1,361,11 in ist tûsent jâr als ein hant stunde ist nicht sicher. MS. 2, 239. b reimt auf schanden mit tugende maniger handen, viell. schande hande zu lesen, und richtst. 50 steht. guderhanden.
a stellen in welchen hande ein gen. sg. oder pl. sein kann, der von dem beigesetzten subst. abhängt; ob sg. oder pl. kann bisweilen schwankend sein. eʒ wær uns allen einer hande sælden nôt (wird sælden von nôt regiert oder von hande?) Walth. 97,35. ich weiʒ einer hande voll MS. 2,209. b. er truoc zweier hande schîn troj. 5848. mit zweier hande schaden Trist. 1332. von zweier hande leide MS. 1. 4. b. ouch was dâ gereit wol drîer hande cleit Iw. 88. ich trage ze vier tagen ie drîer hande kleider Nib. 351,3. in drîer hande wât Geo. 4180. mich betwinget drîer hande leide Nith. 4,1. in drîer hande wîs Mone schausp. des MA. 1,77. er leit vier hande nôt Docen 2,212. mit vier hande rîcheit Trist. 4562. in vier hande wîsen Oberl. 605. dîn trôst vier hande liuten zuo rinnet a. w. 2,238. vierhande als ein wort g. sm. 540. vünf hande tugende sol ein reine vrouwe pflegen MS. 2,198. a. mit sehser hande varwe schîn Geo. 3858. niunre hande gesanc, niun hande spîse Bert. 237. wirt dû solt uns vische geben mê danne zehen hande (wird hande von geben oder von vische regiert?) MS. 2,105. a. mit disen zwelf hande tugenden myst. 1,355,12. ich næme eine lange (langen) naht vür tûsent hande blüete (auch zweideutig) MS. 1,4. a. ê ich mich hete an genomen ander hande arbeit Iw. 211. si heten maneger hande schîn Bon. 39,9. maneger hande wünne mê verderbet uns der snê Nith. 1,3. ir cleider maneger hande diu leiten si an troj. 7237. des ist ungelêret maniger hande man amgb. 8. a. maneger hande blüemelîn lachent MS. 1,25. b. sô maneger hande varwe kleider Bert. 292. von aller hande vröuden Nib. 633,3. in wâren aller hande cleit vremde Iw. 185. in was aller hande rât anders vil tiure Wigal. 9810. mit aller hande reiner tugent a. Heinr. 59. aller hande ritterspil was da Wigal. 2655. er lief nacket unde blôʒ aller hande cleider das. 9807. aller hande zabelspil daʒ kunde er troj. 5970. aller der hande steine Stricker 11,70. welcher hande swære a. Heinr. 484. welcher hande der harnasch sî Wigal. 6088. lâ hœren welcher hande kan man in dînem lande (es steht weder ein anderes subst. dabei, noch scheint eins verstanden zu werden) Trist. 3539. in welre hande wîse fragm. 14. a. guoter hande liute Er. 7424. ein guoter hande man Pass. Germ. 7,263. kranker hande barn Frl. 91,5. swâ guoter hande wurzen sint Walth. 102. eine varwe sô jâmerlîcher hande Trist. 7277. hande und leie: komen sint die bluomen maneger hande leie Nith. 10,2. dâ stuont von böumen obe ein walt vil maneger hande leie Engelh. 5325 und anm.
b. sollte aber hande durchaus und immer gen. sein? unter den vorhergehenden beisp. sind bereits einige, die anders gedeutet werden können. das synon. lei steht Bert. 37 im accus., Ls. 1,439 im dative. dâ gesach ich mir vil leide eine swære ougenweide, aller (al ausg. 2) der tiere hande die man mir ie genande vehten unde ringen Iw. 24 und anm. z. 405. hier kann hande, worauf sich die bezieht kaum etwas anders sein als accusativ. vgl. Gr. 3,78. u. 773. ähnliches führt Lachm. zu Nib. 415 an.