gut,
n. ,
substantivbildung aus dem adj. gut,
ahd. mhd. guot,
as. gôd,
ags. gōd,
anord. góð,
nhd. gut;
die pluralform ist (
im nom., acc.)
bis in das jüngere mhd. mit dem sing. gleichlautend, vgl. gut v. Lori
baier. bergr. 3, güt (= guot)
weisth. 6, 25,
im spätmhd. treten formen mit den sekundären endungen -e
und -er
hinzu: gute Joh. Rothe
rittersp. 414
B. und wohl hierzu gen. pl. siner goide
chron. d. stifts s. Simon u. Judas 593
Weiland, dat. pl. guden (1341)
hess. urk.-buch 2, 504
Wysz; gutir Joh. Rothe
rittersp. 413, guddern (1290)
hess. urk.-buch 3, 509
Reimer, godere
chron. d. stifts s. Simon u. Judas 594
Weiland; der er-
plural ist bereits im 15.
jh. die geläufige form und ebenso im nhd. gängig. AA.
substantivierung des adj. neutr. gut
mit substantivischer flexion als st. n. erscheint seit alters bis in das ältere nhd. hinein schriftsprachlich verwendet, um die verschiedenen bedeutungen des adj. ins gegenständliche zu erheben. in ahd. und mhd. sprache ist diese bildung vom substantiv der sachbezeichnung (
s. u.B)
bedeutungsmäszig oft nicht sicher zu scheiden, vgl. Graff 4, 160,
und deshalb lexikalisch verschieden bewertet worden; das mhd. wb. z. b. reiht sie unter das st. n., das wb. zum Iwein unter das adj. ein; im älteren nhd. ist diese bildungsweise als solche im erlöschen und wird durch die adjektivisch flektierte das gute
und gutes (
s.gut VIII B
und C)
ersetzt, doch ist in den fällen, wo frühnhd. noch abhängiger genitiv möglich ist (
z. b. viel gutes, was gutes)
die unterscheidung vom stark flektierten adj. gutes
nicht durchzuführen. in erstarrten formeln und festen pronominalen wendungen hat sich auch diese bildung in neuerer sprache erhalten, wird aber nicht mehr als echtes substantiv empfunden (
s.gut IX). A@11)
zu gut I A
nur vereinzelt; für eine taugliche, nützliche, brauchbare sache: fon Nazareth mag sih waz guotes wesan?
Tatian 17, 3; die schilde wâren vür stiche dehein guot Wirnt v. Gravenberg
Wigalois 6662; du salt alle zyt sin eines solichen mutes, das du beginnest etwas gutes (
nützliche arbeit) Joh. Rothe
lob d. keuschh. 3226
N.; das guot und die nutzbarkeit des studierens oder lernens
bona studii Frisius 159
b;
präpositionale verbindungen zu gute, für gut, in gut(e), mit gute, durch gut
s. oben gut IX B. A@22)
selten auch zu gut II A;
für etwas geistig wertvolles: theist al fon themo brunnen,thaz wir hiar guates zellen Otfrid V 23, 292; künd ich, swaz ieman guotes kan, daz teilte ich mit dem werden man Walther 18, 21;
für die kostbare, wertvolle sache als besitzgegenstand s. u. B 1. A@33)
seit alters überaus häufig für alles, was dem menschen angenehm, erfreulich, vorteilhaft ist, entsprechend gut III A,
vgl. ags. gōdes ond yfles
Widsið 51
Holth. A@3@aa)
allgemein: dû (
gott) mannun sô manac coot forgâpi
Wessobrunner gebet 11; ir ... wizzut guot zi gebanne iuwerên kindon
Tatian 40, 7; ... hwat, thu thâr alla thîna wunnea farsliti, gôdes
an gardun ...
Heliand 3379
Heyne; thiu wunna joh ouh manag guat Otfrid II 16, 4; ih geswigeta guotes (
silui a bonis et dolor meus renovatus est) Notker
ps. 38, 3; ... swâ liep und guot den recken widerfüeredes müese ich vreude hân
Nibelungen 1342, 2
L.; ir bewîset mir übel wider guot Ulrich v. Eschenbach
Alexander 20341
T.; ... bevalch er in (
den knaben) dem grâven Reimunde zu hûte, als erm gunde wol gûtes. do was er wol bewart
landgr. Ludw. kreuzf. 392
Naum.; unnser früntlich dinst und alles güt zuvor (
v. j. 1493)
bei Steinhausen
privatbr. d. mittelalt. 1, 304; in dem ersten teyl will ich geben zuverstien ..., was guttes sich in dem eelichen stande ... muogen begeben Albr. v. Eyb
dtsche schr. 1, 5
Herrm.; nun Ambrogiolo Barnaba gesechen und erkant het (
und) im gedachte, da nicht gucz sich gefügen möcht Arigo
decam. 151
K.; ja herr, ainer wird (
auf reisen) gut und bösz innen und muosz manige ellende herberg haben und grosze verschmähung leiden
Fortunatus 43
ndr.; von weibern geschahe nie keynem man guot Tappius
adag. cent. sept. (1545) v 8
b; bezal das bösz mit gut und hab ein gedültigen muth Petri
d. Teutschen weiszh. (1604) 2, l 2
a;
vergleichbar noch mundartlich: he hett dor vel god vun
viel genusz, freude, spasz Mensing 2, 427. A@3@bb)
in fester verbindung mit tun: diu (
sc. guot) den mennisken guot tuont Notker
ps. 118, 127; daz er liep unde guot sô wider sînen willen tuot Hartmann v. Aue
Iwein 6667; wollent sú (
die vorgesetzten) mir guot tuon und gütlich sin, daz solte ich nemen Tauler
pred. 15
V.; wie Moyses dem volck saget, was guts ine got thun wurd
erste dtsche bibel 4, 442
Kurr.; mundartlich ist noch vergleichbar: do hät ose hergott e gruss gut gedohn Jos. Müller
rhein. 2, 1524; tou dər e~ guəd
lasz dir wohl seyn Schmeller-Fr. 1, 965;
über kein gut tun
vgl.gut IX A 2. A@44)
zu gut IV
weniger häufig gebildet; für etwas, was aus freundlicher gesinnung hervorgeht, vgl. ags. alwalda þec gōde forgylde
Beowulf 956
Holth., anord. hǫfnom opt góðo
Atlamál 70, 4
Neckel: Petrus dua mih wisi,oba ih thir liob filu si, mit minnu thines muatesmir unnis alles guates Otfrid V 15, 14; hweo magut ir guot sprehhan, nu ir so ubile birut
Monseer fragm. 6, 17
Hench; ... wie moht man dô verstên waz er dâ mit meinte,niwan allez guot?
Nibelungen 2108, 3
L.; ich wil in (
den frauen) niuwan guotes jehn Hartmann v. Aue
Iwein 1887; were es nicht vor dem heiligen vater gewesen, für ware sie Allessander und der frawen nicht guotz beweist hetten Arigo
decam. 72
K.; wir versechend uns nun alles guotz ja aller fruintschaft, gütigkeit J. Ruf
in: Schweiz. schausp. 3, 165
Bächt.; A@55)
aus gut V
entwickelt für das rechtschaffene, sittlich vollkommene denken und handeln: framgangent thê dâr guot tâtun in urrestî lîbes
Tatian 88, 9; enti so hwaz so siu in andremo guotes gasihit so sama so ira selbera frumono des mendit
Monseer fragm. 30, 16
Hench; (
der teufel zu Adam und Eva) quad, guat joh ubil wessin,thes guates thoh ni missin Otfrid II 5, 18; nehein guot ne tate ih Notker
ps. 58, 10; wan der erkennet übel unde guot Walther 44, 2; waz hilfet edle, waz hilfet guot (
in der bösen welt) Ulrich v. Eschenbach
Alexander 7789
T.; gudt und quaet erkennen Rotmann
rest. 62
ndr.; und lernt ..., ob ihr, was auf der welt geschicht, gott geb, wies alls werd ausgericht, recht unrecht gleich, bös oder gut Hayneccius
Hans Pfriem 185
ndr.; alles gut gehet ausz dem tempel, auch kompt alles böses darausz Petri
d. Teutschen weiszh. (1604) 1, a 2
a;
in jüngerer sprache etwas anders aus dem adj. neu herausgebildet: dasz wir falsch für gut gewehret Logau
sinnged. 642
E.; dankt immer gott, der euch vergönnt, ein tröpflein von gut zu thun in euer meer von bösem Grillparzer
s. w. 6, 236
S. BB.
als substantivierung von gut II A,
mit einschlag von gut I A 2
und gut III A 7,
hat sich das neutr. des adj. früh zum selbständigen substantiv der gegenstandsbezeichnung entwickelt; got. noch unbezeugt, aber auch anord. wie ags. in diesem gebrauch belegbar, vgl. Cleasby-Vigfusson 210
a, Bosworth-Toller 483
a;
allgemeinster ausgangspunkt dieser bedeutungsentwicklung ist die verwendung des subst. adj. für eine sache, die infolge ihrer nutzbarkeit (
vgl.gut I A 2),
ihrer kostbarkeit (
vgl.gut II A)
oder ihrer ertragsfähigkeit (
vgl.gut III A 7)
den charakter des wertvollen eigentums besitzt. B@11)
als bezeichnung von dinglichen besitztümern und wertgegenständen verschiedenster art, soweit sie beweglicher natur sind; belege aus älterem recht s. in fülle bei Fischer schwäb. 3, 954
ff. B@1@aa)
von einzelnen gegenständen und wertstücken des besitzes, vgl. neitt Menio góð
Sigurðarkv. in sk. 52, 5
Neckel. B@1@a@aα)
allgemein: .. than wili in the rîkeo drohtin geBon mid alloro gôdô gehwilîku
Heliand 1691
Heyne; do wurdin die bruodir (
Kain und Abel) undir ineines tages enein daz ir iewedir næmesines guotes des in gezæme, unde ez got ophoroten
genesis u. exod. 24, 5
Diemer; hüet es (
das glas) vor allem guote (
mehr als jede kostbarkeit) Gotfrid v. Straszburg
Tristan 11458; mit huse, schuren unde schoppen unde mit allen den guden, die dar zu gehorent (
v. j. 1341)
hess. urkundenb. 2, 504
Wysz; hertzog Äneas auch daneben Achati den befelch thet geben, dasz er mit näm die güter schon ausz Troia gebracht darvon Spreng
Äneis (1610) 17
a; behalts (
das herz), Lisette, denn es soll dir zugehören, nicht schäme dich des schlechten guts Hoffmannswaldau-Neukirch 2, 58; die schaffnerin schaltete drinnen tag und nacht und bewachte die güter mit sorgsamer klugheit J. H. Voss
Odyssee 377
Bernays; in diesem augenblick, da er seine beiden groszen güter (
den väterlichen hof und die geliebte) gegeneinander gestellt sah, entschied er sich für die arme Fränze P. Dörfler
d. notwender 8;
vergleichbar die umgangssprachliche wendung das liebe gut
für die als lebenswichtigen besitz angesehenen nahrungsmittel, besonders brot: das liebe gut! (
milch mit brot und zucker) man musz es nun wegwerfen Göthe 17, 303
W.; det liebe jut '
das liebe brot', det liebe jut musz man nich uff de erde liejen lassen Brendicke
Berl. w. 131
b;
in übertragenem sinne redensartlich: da hat mers (
man das) liebe gut und es ist noch nicht ausgebacken. B@1@a@bβ)
seit alters pluralisch verwendet für die summe der besitztümer, aus denen sich die habe eines menschen zusammensetzt: thara gisamanon alliu thiu dâr giboraniu sint mir inti mîniu guot
Tatian 105, 2,
vgl.halftonod mînero guoto 114, 2; dusse gaf den negeden del al siner goide, de dar horden to siner tresekameren, to der provende der heren
chron. d. stifts s. Simon u. Judas i. Goslar 593
Weiland; (
sie) den grosten teyle ir verseczten güter wider lösten Arigo
decam. 66
K.; es haben aber diese beide ... leib und leben neben verliehrung ihrer güter ... in gefahr dersetzen müssen Moscherosch
insomn. cur. par. 7
ndr.; ist sie an gütern reich, so will sie herre sein Zesen
verm. Helikon (1656) 1, 75
a; du weiszt doch, dasz die ungleichheit der güter die quelle alles unglücks auf erden ist? Klinger
w. 1, 114; einer von unsern bürgern ward beschuldigt, er hätte verschiedenes von den gütern eines mündels ... veruntreut Lenz
ges. schr. 3, 139
Tieck; das köstlichste von Phryxus gütern aber, es war ein köstliches, geheimnisvolles vliesz Grillparzer
s. w. 5, 71
S.; formelhaft habende und kriegende güter '
besitztümer und einkünfte': da einer nicht allein seiner nachbarn und mitbürger ausneunet (
anzeigt), sondern auch alle seine habende und kriechende güter zu berechnen und anzugeben weisz Scriver
goldpred. (1658) 130. B@1@bb)
namentlich kollektiv im singular für die gesamtheit des dinglichen besitzes '
vermögen, habe, eigentum'
verwendet. B@1@b@aα)
seit ahd. zeit allgemein gebräuchlich, jedoch im jüngeren nhd. abkommend und nur noch in festen formeln (
s. u.β)
bewahrt: der in elilentin was faranti halota sine scalcha enti selita im siin guot (
bona sua)
Monseer fragm. 20, 24
Hench; ... habda im thâr welôno ginuog guodas giwunnan
as. genes. 262
Heyne, vgl. 190; cuotes nebeteilet er unsundige (
non privabit bonis) Notker
ps. 83, 12; aba minemo guote verstozener 1, 37
Piper; Rachel unde Liedie sprachen beide sine wielten niuhtesir vater guotes, gewandes noch schazzes
genesis u. exod. 60, 24
Diemer; liute und guot, swaz heizet mîn, daz kêr ich iu gein diens siten Wolfram v. Eschenbach
Parz. 362, 2; dâmit er wol het behuot beide sîn hûs und sîn guot Ottokar v. Steiermark
reimchron. 1230
Seem.; gestern het du hohen muot groszes erbe und riches guot Heinrich v. Neustadt
visio Philiberti 26
S.; nemen sie den leib, gut, eher, kind und weib Luther
bei Wackernagel
kirchenl. 3, 20; o du schendlich verfluchtes gut! H. Sachs 6, 144
K.; also der kaufmann durch sein verstandt und weltliche weiszhait kam umb sein guot
V. Schumann
nachtbüchl. 13
B.; groszes gut und stetes prassen macht vielmehr die leute blassen Logau
sinnged. 406
E.; durch schweisz erworbnes gut wird plötzlich weggerafft Weichmann
poes. d. Niedersachs. (1721) 1, 5; in einer nacht verlor Aret sein gut durch einen brand Pfeffel
poet. vers. (1812) 1, 72; und ein wurf, auf den du hast frevelspielend all dein gut verpfändet Müllner
dram. w. 1, 6; haben sie mir nicht hundertmal gesagt, ihr hättet all eur gut am leibe und kein brod im schranke A. v. Droste-Hülshoff
w. 2, 296
Sch.; im sprichwort viel verwendet, z. b. alsô dem manne wasset dat gôt, sô wasset eme sîn môt Eike v. Repgow
zeitbuch 254
Maszm.; gut macht muth
prov. Fridanci 82; der eilt nach frembdem guot, auf den wart armuot
sprichw. (1548) 148
a; unrecht guth gedeyet nicht Spanutius
sprichw.-lex. (1720) 595;
in juristischer formel: in ungetheiltem gut sitzen
omnia cum aliquo communiter possidere Serz
idiotism. 59
b;
fester gegensatz ist in älterer sprache eigen gut '
privatbesitz'
gegenüber gemein gut '
kollektivbesitz',
vgl. eigen gut
propria res Diefenbach
gl. 466
a (15.
jh.): had her in den klostern eigen gud, ess machet ym vil dicke (unkusch) den mud Joh. Rothe
lob d. keuschheit 4082
N.; gemeyn gut
res publica Diefenbach
gl. 495
a: der Hans Graff uff dem richthusz ist an groszer diebstall des gemeinen gutz ergriffen Thom. Platter
br. 19
Burckhardt; ähnlich: denn raub begeht am allgemeinen gut, wer selbst sich hilft in seiner eignen sache Schiller 14, 336
G.; anders der unterschied von erbgut
und gewonnenem gut,
vgl. Staub-Tobler 2, 546; geistliches gut '
kirchengut': kirchengut oder geistlich gut hat eiserne zeene, es frisset eins mit dem andern hinweg B. Faber
thes. (1587) 872
b,
vgl. auch sp. 1365;
alte juristische formeln sind gut empfangen, gewinnen, anfangen, kaufen, anfassen, angreifen
im sinne '
in den besitz von etw. kommen',
vgl. Fischer
schwäb. 3, 954. B@1@b@bβ)
vielfach in festen paarungen; parallel verwendet in hab und gut: wer der war, der von dem streit fliechen wurd ..., der ... und sein weip ... sullen als ir gut und hab verloren haben
bair. forts. d. sächs. weltchron. 364, 26
Weiland; der yetzgenannt reuter (
habe) sy irs heyratguts auf aller seiner habe und gutern, so er nach seinem abgang verlassen, verwisen
urk. z. gesch. Maximilians I. 16
lit. ver.; die ungeheuren forderungen des feindes hatten hab und gut verzehrt G. Freytag
ges. w. 13, 215;
formelhafte gegensatzpaare sind leib und gut
oder gut und leib (leben): waz sol mir guot unde lîp? Hartmann v. Aue
Iwein 1467; und wer auch verstollens aerzt kauft, ... der ist der herrschaft leib und gut verfallen (
v. j. 1308) v. Lori
baier. bergr. 6; da geht leib und gut miteinander Binder
sprichw. 121;
erweitert: Christus gibt seine christen in gwalt des heidnischen regiments ir leib, leben, guotsz halb Eberlin v. Günzburg
schr. 2, 178
ndr.; jedoch alles mein leip, guot und vormugen ist alles ir Warbeck
Magelone 19
B.; jünger ist die reimformel gut und blut: gut und blut
sprichw. (1548) 73
b; da es den andern fürwitzigen vöglen haar und haut, so wol als der laboranten ehr, gut und blut gilt Guarinonius
greuel d. verwüst. (1610) 41; gut und blut für volk und freiheit geben Körner
w. 1, 112;
in gut und ehre
wird der dingliche besitz dem ideellen gegenüber gestellt: ir hant êre unde guot: daz meinet mînes herren muot, wan er iu leit nie gesprach und ouch daz guot nie abe gebrach Hartmann v. Aue
arm. Heinr. 617; es ging gleich auf leib, guot und ehre
sprichw. (1548) 91
a; straffe der boszhaftigen appellanten an leib, ehre und gut Chr. Thomasius
ged. u. erinn. (1720) 2, 16; gut und geld
stellt anders den dinglichen besitz dem gemünzten, baren vermögen gegenüber: dann ... soll mich keyn müh, gelt noch guot daran verhindern Wickram
w. 1, 6
lit. ver.; ich bin ein reicher edelmann, habe gar viel gut und geld Göthe 16, 66
W. B@1@cc)
stehende formel zur unterscheidung vom unbeweglichen eigentum (
s. u. 3)
ist bis ins 18.
jh. fahrendes gut (
zu B 1 b),
in nhd. sprache meist im pl. fahrende güter (
zu B 1 a),
im jüngeren nhd. auch bewegliche güter (
mobilien): diu zwei sint êre und varnde guot, daz dicke ein ander schaden tuot Walther 8, 14; (
Parzival) sprach 'liute, lant, noch varnde guot, der decheinez mac gehelfen dir' Wolfram v. Eschenbach
Parz. 267, 10; est varnde guot, mit dem wir varn: nu vuege, herre, mir des stæten guotes iht
minnesinger 1, 298
a v. d. Hagen; liegentz und farentz guot
städtechron. 23, 447; und hette in also zu ainem erben aingeseczt all seiner güeter ligent und auch farent H. Sachs
fab. u. schw. 5, 8
ndr.; (
dasz) alles gemein seyn solle an ligenden und fahrenden gütern B. Schupp
schr. (1663) 6; vom verbot auf fahrende güter
allgem. dtsche bibl. anh. 37-52, 1161; das bewegliche gut ... ward den soldaten zur plünderung preisgegeben Mommsen
röm. gesch. (1874) 2, 37; mein freund, muhmen gehören nicht unter die beweglichen güter Cl. Brentano
ges. schr. 7, 58;
hierher auch: mit ir ve und ungebundnem guot sullen s' si unbekümbert lan (
v. j. 1437)
bei Staub-Tobler 2, 547. B@1@dd)
in älterer sprache auch kollektiv für die gesamtheit dessen, was jemand als belohnung, geschenk, bezahlung usw. empfängt oder gibt; oft für die dingliche gabe gegenüber dem gelde: ist ave hie dihein man, der guot nemen wil, man gît im sîn vil pfaffe Konrad
Rolandslied 5, 23
W. Grimm; sie sprach zen boten beiden'nu dient michel guot, daz ir mînen willenvil güetlîchen tuot'
Nibelungen 1354, 1
L.; gelt, zilbir unde gut erweicht manchen harten mut
prov. Fridanci 66;
besonders in präpositionalen fügungen: er bôt sîn dienest umbe guot, als noch vil dicke ein rîter tuot Wolfram v. Eschenbach
Parz. 17, 12; swaz ein phaffe haben sol, ... der predigen wil nâch guote, daz vuort der phaffe Amîs
erz. u. schwänke 31
Lambel; mit grôzem guote und mit kunst gewan er zweier herren gunst Ottokar v. Steiermark
reimchron. 21242
Seem.; daz mort stift der von Wirtemberg und gab gut darumb dem von Nidberg
städtechron. 4, 125;
aber auch mit einschlusz der geldlichen vergütung: (
sie sollen) uf ir aygen guet ('
eigene kosten') einen sundern briester haben (
v. j. 1398)
fontes rer. austr. 2, 18, 459; daz si (
die richter) allen liuten rehte richten, nimer durch gut noch durch gabe daz gerihte verkeren
heil. regel 70
Pr.; darumb ist man dem landrichter von sein desselben, so ime selbst den todt gethan hat, guet fellig sechzig und fünf phund phennig auf gnadt, das ubrig guet soll den erben unverkomert bleiben (1565-1581)
österr. weist. 6, 428; bauwet das schlosz Gottlieben ausz seinem eignen guot Stumpf
Schweizerchron. (1606) 402
b; gut nehmen '
sich bestechen lassen': die drie meister müstent han guot von den Juden genomen, daz sü sü alsus fristeten
städtechron. 8, 128;
ganz allgemein für '
geld': liet ein burgeri enimi manni sin gut zu enimi tage (
termin)
Mühlh. reichsrechtsb.2 163
Meyer; daz ein man ein kint hin lat gan durch lerunge und git da von ein genantez guot (
bestimmtes lehrgeld)
Schwabenspiegel, landr. 247; guot nemen ze wuocher
ebda 160; gut uszlyhen
fenerari Diefenbach
gl. 229
c; drey pfennig wert guots
tressis 594
c; und nempt mit euch zwyfeltigs guotte (
pecuniam quoque duplicem) und widertragt das, das ir habt funden in den secken
erste dtsche bibel 3, 193
Kurr.; um ein ringe summa guots J. v. Watt
bei Staub-Tobler 2, 546; da Simeon müntzt falsches gut
Reinicke fuchs (1650) 184; geltendes gut '
einkünfte, renten, zinsen',
vgl. bischöfl. satz. üb. d. eidgeschosz in Zeitz 1, 13
Bech: ez sint ouch, die dâ lîhent ûf geltende guot Berth. v. Regensburg 1, 437
Pf.; anders verdientes gut '
arbeitserträgnis': swer sîn erbe ist nâh lantrechte, der sal nemen sîn verdiente gût in dem lêne
Sachsensp.5 68
Weiske-Hildebr. B@1@ee)
spezialisiert für bestimmte hauptsächliche teile des besitzes; so namentlich für den unbeweglichen und grundbesitz, s. u. 3;
für das '
vieh': und en hadden ock nyn rechte to dem edriftighen gude (
rindvieh)
bei Schiller-Lübben 2, 169
b (
v. j. 1387); des scholen de kopere den hemen in temeliken thunen, graven unde wrechten holden, dat ander lude gudt dar nicht konnen in stigen (
v. j. 1560)
ebda; item hand wir ein weg mit gewetnem gut (
zugvieh) (
v. j. 1536)
bei Staub-Tobler 2, 547; es solle die weidfahrt ... allein für das grosze vieh bestimmt und alles das kleine gut, darunter fürnehmlich die schweine verstanden werden, hiervon ausgeschlossen sein (
v. j. 1679)
ebda. B@1@ff)
ohne die besitzvorstellung für alle objekte, die das physische oder psychische begehren des menschen befriedigen. B@1@f@aα)
allgemein: drumb leb, meine liebe seel, von allen güttern nach deinem wolgefallen H. Sachs 6, 138
K.; umb arbeyt haben die götter alle güter feyl
sprichw. (1548) 29
b; dasz ... e. fürstl. gn. ... mit seinen (
gottes) reichen gütern und gnadengaben gefüllet und gesättiget werden mögen Neumark
neuspr. t. palmb. (1668) 300; jeder zahlt für die güter, die ihm behagen, den preis, für welchen sie feil stehn Sturz
schr. 1, 76; von des lebens gütern allen ist der ruhm das höchste doch Schiller 11, 393
G. B@1@f@bβ)
mit besonderem charakter bei der bewertung vom religiösen oder idealistischen standpunkt aus; im gegensatz zu religiösen und ideellen werten (
s. u. 2)
durch bestimmte formelhafte verbindungen als materielle und daher weniger wertvolle dinge gekennzeichnet; güter der erde, der welt
gegenüber den himmlischen oder geistigen, vgl. erdeguot (
terrena bona) Notker
ps. 72, 23: kühn warf ich dieser erde güter alle weg von mir Bettine
Günderode 1, 102; dise statt war ... rich wesen von allen güttern diser welt Breidenbach
heil. reyszen (1486) 50
a; die güter dieser welt sind schadenreiche netze Neukirch
anfangsgr. (1724) 55;
ähnlich: schatten sind des lebens güter Grillparzer
s. w. 7, 132
S.; entsprechend zeitliche, irdische güter: daz ecchert zitlichiu guot geheizzen sint (
temporalia bona) Notker
ps. 89, 10,
vgl. werltzitelichiu guot 36, 26; und (
heiraten) bewilen durch zitlich gud Joh. Rothe
lob d. keuschh. 1754
N.; gesunder leib alle andere zeitliche güter und schetz auf erden ... weit ubertrifft Ryff
spiegel u. regim. d. gesundth. (1544) a a 3
a; warumb ... trägest (
du) schmertz nur umb das zeitlich gut? J. Prätorius
glückstopf (1669)
vorr. 5; sie wollen vorher zeitliche güter retten und mich vielleicht ewige darüber verscherzen lassen Lessing 2, 276
L.-M.; siu machet in contemptorem allis irdisken guotes unte machet in giregan des êwegen rîchtuomes Williram
hohel. 140, 4
Seem.; daz sy mit iren synnen in mugen gar wol gewinnen yenz daz man nennet irdisch gut
md. paraphr. d. b. Hiob 10593
K.; vor allem ist demnach streben nach irdischen gütern ... vom übel D. Fr. Strausz
schr. 6, 41;
ebenso vergängliche, eitle güter
u. ä., vgl. gutter die verschwinden
transitoria Diefenbach
gl. 593
a: daz ist daz zerganclich guot, wan daz ist in vil lieber et alliu andâht
pred. d. 13.
jhs. 1, 47
Grieshaber; wi vollincumen ein mensche ist, forlusit he icht forgenclichis gudis, sin herze wil sich wandelin und betrubin meister Eckhart in:
parad. anim. int. 105, 30
Str.; die nur mit schattenwerk, (als blieb es), sich ergözt, und unvergänglichkeit verscherzt für eitle güter Heräus
ged. u. inschr. (1721) 170. B@1@gg)
aus B 1 a
α entwickelt sich in mhd. zeit die bedeutung '
gegenstand, sache, material'
von bestimmtem geldwert oder gebrauchswert. B@1@g@aα)
namentlich von der '
ware'
des kaufmanns, vgl. kaufmannsgut,
oder allgemeiner '
gebrauchsgegenstand, wertgegenstand, der als ware transportiert wird'. B@1@g@a@aaαα)
kollektiv im singular vorab in älterer sprache verwendet: da mit man ... ässig (
eszbares) und trinkig (
trinkbares) guot koff und verkoft (
v. j. 1365)
bei Fischer
schwäb. 2, 386; daz si gewalt haben ze furn trukens gut und palln ... ân alle widerred und hinderung (
v. j. 1371)
österr. weist. 3, 2
anm., vgl. trucken guot (
opp. nasz)
bei Fischer
schwäb. 3, 958; ein schef mit guot
oneraria Diefenbach
gl. 396
b; die fail guot fürend in unser stadt (
v. j. 1520)
bei Fischer
schwäb. 3, 958; (
ein kaufherr gibt) commission ..., frisch darein zu kauffen und ihn mit neuem guht zu versehen Stieler
zeitungslust (1697) 142; wer von den herren sich aufs würdigen versteht, wird es schwerlich ... für auswörtigs gut ... halten Hippel
lebensl. 1, 9; und wenn ihr nun mit ausgesuchtem gut der ganzen welt ein einzig schiff befrachtet Rückert
w. 3, 133; verkauft des herzens heldenmuth wie ein gemein verächtlich gut B. Arent
mod. dichtercharakt. (1885) 102; '
gepäck': und hatte viel gut mitgebracht, welches er den folgenden tag auszupacken vorgab J. Riemer
polit. maulaffe (1679) 16; '
fracht, ladung',
vgl.gut loading Hoyer-Kreuter 1, 320,
z. b. der völkerrechtliche grundsatz frei schiff, frei gut,
d. h. neutrale flagge deckt feindliche ladung; in moderner sprache in zusammensetzungen für frachtstücke, vgl. stückgut, eilgut, passagiergut, postgut, rollgut
usw.; allgemeiner: '
wertobjekt': vindet ein man guot uf der frien strazze
Schwabenspiegel, landr. 347,
vgl. modern herrenloses gut, diebesgut;
oft übertragen '
stoff, material': die art wie das entlehnte gut verbraucht ist (
in der krönungsmesse) O. Jahn
Mozart 4, 768; zeugnisse für altes gut sind die übereinstimmungen zwischen allen drei handschriften G. Ehrismann
gesch. d. dt. lit. 2, 1, 331. B@1@g@a@bbββ)
im plural von den einzelnen waren, warensorten, gegenständen, gepäckstücken, frachtsendungen usw.; so auch noch in heutiger sprache geläufig: das niembt kainen ungewimbten traid, noch kainerlai argkwänige war noch güeter kauf (16.
jh.)
österr. weist. 2, 372; und den stüber hab ich geben von güttern zu fahren Dürer
tageb. 152
Leitsch.; da man ... uber die gefrornen wasser auf dem eysz wandert und die güter fertigen mag Stumpf
Schweizerchron. 4
b; (
Welschland und Spanien,) was da vor schöne gütter heraus kommen, als nemlich von feigen, von mandelkern Prätorius
saturn. (1663) 54; das schiff, welches mit gütern für ihn beladen war
samml. v. schausp. (1764) 7, 135; ... wagt doch der kaufmann um geringe güter schiff und mannschaft an ein wildes element Schiller 13, 385
G. dann ganz allgemein von nutzbaren objekten des wirtschaftslebens: güter (
sind) ... die mittel der realisierung der wirtschaftszwecke
hwb. d. staatswiss.4 4 (1927) 1273; (
die münze ist) der allgemeine wertmaszstab für alle im verkehr befindlichen güter Luschin v. Ebengreuth
münzkde 148;
vgl. moderne kompositionen wie produktionsgüter, verbrauchsgüter
usw. und volkswirtschaftliche definitionen wie wirtschaftliche güter, freie güter, verbrauchliche güter
usw., s. hwb. d. staatswiss.4 4 (1927) 1273
ff. B@1@g@bβ)
in besonderer technischer verwendung für das material, die masse, aus der ein nutzbares erzeugnis hergestellt wird oder besteht, vgl. gut substantia Diefenbach
gl. 561
c;
in älterer sprache für '
getreide': 10 malter beider guots (
dinkel und hafer)
v. j. 1406
bei Staub-Tobler 2, 547,
wo weitere belege, vgl. auch saatgut; und sollen gleichwohl die becken (
bäcker) aus einem gut nicht mehr dann vier stuck clar semelmelh, vier stuck pull und zwey stuck aftermelh malen und machen lassen, und wo das gut geringe, sollen sie nuhr virdehalb stuck pull, virdehalb stuck semelmelh und zcwey stuck aftermelh bereiten lassen
Leipz. bäckerordn. v. 1513,
art. 2;
für '
mehl': das besser guet mit dem schlechtern guet vermischen und verbachen (
v. j. 1671)
bei Staub-Tobler 2, 547;
in neuerer technischer sprache überhaupt für '
masse': die schönsten krystalle sind das Mayländer gut Zappe
miner. handlex. 1, 117; ey seht doch, was die mode thut! sonst ächtes silberzeug, dann zinn; sonst porzellan, itzt englisch gut (
steingut) Kretschmann
s. w. (1784) 6, 381; das gut wird in den gähr- oder gutbottichen ... zu einer dickflüssigen masse angerührt Karmarsch-Heeren 8, 416; (
bei der sodafabrikation wird) das gut flach ausgebreitet Muspratt-Stohmann 6, 986; 'gut
bedeutet in der sprache der gieszmeister soviel wie metallmischung' v. Alten 4, 503. B@1@g@gγ)
in nautischer sprache für die zubehörteile des schiffes, wohl aus B 1 g
α entwickelt; stehendes gut
für die starren, feststehenden teile wie maste, stengen usw. gegenüber laufendes gut,
dem tauwerk, vgl. Bobrik
naut. wb. 322
b: abstampfen ... des klüverbaums oder des stehenden gutes v. Alten 1, 44. B@22)
von B 1 a
her auf ideelle besitztümer und werte übertragen, die nicht dinglicher natur sind oder keinen objektiv bestimmbaren materiellen wertgehalt besitzen, sondern mehr subjektiv als wertträger gelten; philosophisch-theologischer gebrauch von lat. bonum (
gr. ἀγαθόν)
ist seit alters von einflusz auf diese verwendungsweise. B@2@aa)
alt in theologischer sprache für das, was als religiöser wert, als eine von gott gewirkte geistliche gnadengabe oder als geheiligter gegenstand angesehen wird. B@2@a@aα) höchstes gut
u. ä. entsprechend der theologischen verwendung von summum bonum;
allgemeiner als höchster religiöser schatz oder wert: ... quað that im than wâri heBanrîki garu, gôdô mêst ...
Heliand 4258
Heyne; wanda mit tiu (
mit gottes gesetzen) daz meista guot (
summum bonum) gewunnen wirt Notker
ps. 104, 45; (
die gottesminne will) sin in dem herzen daz hohste guot unt daz aller liepste herzebluot
minnes. 2, 227
a v. d. Hagen; um die menschen zu der erkenntnisz ihrer selbst und des wahren und höchsten gutes zu bringen
discourse d. mahlern (1721) 2, 9;
speziell in fester terminologie von gott: daz din (
gottes) namo ist kuot unde daz fursta guot (
summum bonum) Notker
ps. 53, 9; der vadir und der son und der heilegeist di sint ein in der nature und in deme wesine und sint daz obirste guit
parad. anim. int. 9, 26
Strauch; uff das her (
der mensch) dirkenne das hogeste gut und alletzid sinen willen tut Joh. Rothe
lob d. keuschh. 593
N.; (
gott) kindlich zefürchten, nit von wegen vergelltung, sonder von wegen sein selbs als das hOechst guot Berth. v. Chiemsee
t. theol. 10
R.; sie haben sich durch ihren eignen mutwillen von dem höhesten und einigen gute abgewandt
theatr. diab. (1569) 20
b; auf dasz du, höchstes gut, mögst bleiben auch in mir Logau
sinnged. 7
E.; vergleichbar: wer Christum findet, der hat einen guten schatz gefunden, ja ein gut uber alles gut Joh. Arnd
nachf. Christi (1631) 51. B@2@a@bβ) ewiges gut,
nach lat. aeternum bonum;
allgemeiner als geistliche gnadengabe, die das ewige heil vermittelt: thier (
Jesus die jünger) in himilkamaruirfullit io mit gamanu blidliches muatesjoh ewiniges guates Otfrid II 9, 10; dat se (
die leute) to himmelrike varen, darinne se ok sein unses heren licham unde sin blod daraf uns komet dat ewige got Eberhard v. Gandersheim
reimchron. 26
Weiland; der brunn der ewgen güter, der ist mein hirt und hüter Paul Gerhard
bei Fischer-Tümpel 3, 356
a;
auf Christus oder gott angewandt: tho thaz ewiniga guatuz fon themo grabe irstuant Otfrid V 9, 1; die unfähigkeit der creatur ..., durch ihr ich und selbst ... sich dem ewigen gute hinzugeben Ranke
s. w. 1, 193. B@2@a@gγ) geistliches gut,
besonders im plural, gegenüber den irdischen gütern (
s. o. B 1 f
β),
die religiösen gnadengaben gottes, wie sündenvergebung usw.: wan dem guten gybt und tut (
gott), daz man nennet geistlich gut und riche geistliche gabe
md. paraphr. d. b. Hiob 10580
Karsten; begeren geistlich gut zu kauffen, heiliger ding hebung
simonia Diefenbach
gl. 534
c; (
damit wir) das recht lehen und erbschafft der geistlichen und himlischen güter empfahen Mathesius
Sarepta (1571) 52
a; wir haben tagebücher, in denen man die ausgaben für die geistlichen güter neben anderm weltlichen ankauf in rechnung bringt Ranke
s. w. 1, 206. B@2@a@dδ) heiliges, hochwürdiges gut
für die vom priester verwandelte hostie: sie hat das hailig guott ... betrest mit dem pluott irer nasen
städtechron. 25, 86; deren (
der ordensherren) einer trug das hochwürdige gut Brentano
ges. schr. 4, 45;
terminologisch besonders im superlativ das hochwürdigste gut '
altarsakrament',
vgl. Jos. Müller
rhein. 1524. B@2@a@eε)
besonders in der sprache der mystik in vielfacher abwandlung für gott, Christus, den seelengrund usw. gebraucht: der ist wenic, di daz inre guit minnen, daz man alleine minnen solde
parad. anim. int. 87, 21
Str.; ach hertzigliches, unbegriffliches gut
d. ewig. wiszh. betbüchl. (1518) 17
b; in dasz verborgen weyslosz vinsternusz des weislosen guotes, da wirt der gaist allso nahe eingefürt in die ainikait gottes Tauler
sermones (1508) 38
a; sundt sey nit anders, dan das sich die creatur abkert von dem unwandelhaftigen gut
theolog. deutsch 10
Mandel; (
Jesus) du bist daz übervlüzzic guot, des herzen spil, der genaden vluot
schausp. d. mittelalt. 1, 210
Mone. B@2@a@zζ)
ganz allgemein von geistlichen gaben und religiösen werten: joh thar irfisgot thinaz muatharto managfaltaz guat Otfrid III 7, 36; wer chan uns ieht kesagen fone vita eterna, wer ouget uns daz kuot? Notker
ps. 4, 6; kom heyliger geyst, herre gott, erfüll mit deiner gnaden gutt deiner glaubigen hertz, mut und sinn
bei Kehrein
kathol. kirchenl. 1, 550; was für grosze unermesliche güter er (
gott) uns durch in (
Christus) schencken wolle
N. Herman
sontagsevang. 3
Wolkan; die gnade gottes war sichtbar in Antiochien, das unsichtbare gut der kirche liesz als leuchtendes licht sich sehen im bekenntnisz und im wandel der gläubigen Besser
bibelst. 3 (1877) 570. B@2@bb)
im ganzen jünger bezeugt im profanen gebrauch für besitztümer nicht materieller art und ideelle werte. B@2@b@aα)
noch nahe an der dinglichen bedeutung in anwendung auf persönliche objekte, die als gegenstand der liebe und verehrung einen ideellen schatz bedeuten, besonders mit adjektiven der gefühlsbetonung; subjektiv: uf der erde ist also guotes niht sam daz reine guot, min vrouwe
minnesinger 1, 361
a v. d. Hagen, vgl. 2, 283
b; sprich nicht, da er so früh dein allerliebstes gut von deiner seite reiszt, dasz er dir unrecht thut Giseke
poet. w. (1767) 50; ja, so erschein ich mir im geist gegen dir über, du mein liebstes gut (
anrede an die Günderode) Bettine
Günderode 2, 92;
neutraler: herre, waz ist der mensche, daz du un so sere geminnit haist? he ist ein guit in deme gesaminit werdin alle manicvaldige dinc in ein enikeit meister Eckhart in:
parad. anim. int. 38, 21
Strauch. B@2@b@bβ)
allgemein gebraucht von erscheinungen und zuständen verschiedenster art, die ein wertgefühl oder eine glücksempfindung auslösen. B@2@b@b@aaαα)
wo der singular erscheint, liegt die übertragung von B 1 a
α her noch fühlbar nahe; oft mit adjektiven, die den affektwert betonen: alles guotes überguot ist diu liebe, ir lop daz wil ich triben
minnesinger 1, 26
a v. d. Hagen; hulffe ist eyn notig gut
prov. Fridanci 80; das frölich guot des gelückes Niclas v. Wyle
translat. 24
K.; (
ein) unsterbliches und geleich der seel unwandelbares guot Schaidenraiszer
Odyssea (1537)
vorr. 4; der froheit fakkelkien, o welch ein teures gut! Sigm. v. Birken
forts. d. Pegnitzschäf. (1645) 10; dir, dem das edle gut, der güldne fried entbricht J. Rist
friedewünsch. Teutschl. (1647) 30; auch nicht wegen des decori oder wohlstandes, denn solchen verstehen ist ein gut der seele Leibniz
dtsche schr. 2, 45; ihr vorurtheil, ein falsches gut, ein scheingut, hält sie zurück Gottsched
d. neueste (1751) 9, 599; als ich eine solche erneuerung unserer schönen früheren verhältnisse für ein gut halten musz, dessen ich nicht länger entbehren darf Göthe IV 37, 17
W.; der Franzose verdankt seinem erbkönigthum ein nicht genug zu preisendes gut, seine staatseinheit Dahlmann
gesch. d. frz. revol. 4; der dritte (
teil) aber sei mir ein heiliges, unantastbares gut W. Hauff
s. w. 4, 37; die vorsehung verlangt, ... dasz der physische mangel in irgend einer ... weise zu einem geistigen gute umgewandelt werde P. de Lagarde
dtsche schr. 19;
etwas anders in betontem gegensatz zum übel
oder bösen
in anlehnung an gut III A 4,
vgl. oben A 3 a: aus diesen gründen nun ist leicht zu erkennen, welch gut dem andern fürzuziehen, welches böse ärger ist als das andere Leibniz
dtsche schr. 2, 39; ein vergangenes übel ist ein gut Göthe IV 1, 142
W.; er tröstet eifrig sie und macht ihr muth, aus ihrem unglück komme noch ein gut A. W. Schlegel
in: Athenäum 2, 273. B@2@b@b@bbββ)
pluralisch objektiver in übertragung von B 1 f
aus für verschiedene als wertbehaftet angesehene erscheinungen; so in philosophischer terminologie die neben der lehre von den pflichten (
den sittlichen gütern)
aufgestellte güterlehre,
die die einzelnen zur glückseligkeit und willensbefriedigung nötigen güter
behandelt: die einteilung der güter in äuszerliche und innerliche, diese aber wieder in leibes- und seelengüter Leibniz
dtsche schr. 2, 45; es sind dreyerley güter, welche der grosze und mildreiche vater denen menschen in der welt ausgetheilet hat, ... glücksgaben, ... leibesgaben, ... gemütsgaben
d. wohlgepl. priester (1695) 34;
von werten geistig-seelischer natur: allein die güter des gemüts sind dem glück nicht unterworffen Friedrich Wilhelms
sprichw.-reg. (1577) a 2
a; selbst bey männern sieht man selten solcher güter zahl vereint, als in deinem thun erscheint Gottsched
ged. (1751) 1, 231; die güter des geists erhalten beim knaben nur durch übertragung einigen werth Schiller 1, 153
G.; wenn die brüder Grimm das vaterland unter die ewigen güter des lebens rechneten W. Scherer
kl. schr. 1, 13;
von werten physisch-ästhetischen charakters: auch deren geist dem immer erneuerten geschlecht der menschen güter und künste fand Ramler
lyr. ged. (1772) 135; das alter mag doch eigentlich eine lästige sache seyn, da es uns hindert, solche so wünschenswerthe güter zu genieszen Göthe IV 34, 226
W.; mit steigerndem adjektiv: das leben ist der güter höchstes nicht Schiller 14, 128
G.; so schlummre fort, bis deines volkes brüder ... mit gott versöhnt, die rostgen schwerter brauchen, das leben opfernd für die höchsten güter Th. Körner
w. 109
H.; aber immer ... um gott oder glaubens- oder höchster güter willen Fontane
ges. w. I 2, 26. B@2@b@b@ggγγ) das höchste gut
entspricht in philosophischer terminologie dem summum bonum (finis bonorum),
der vereinigung von tugend und glückseligkeit: den ursprung desz höchsten guots von der ersten ankunfft der läbendigen geschöpfften här nemmen (
nach Cicero) Frisius 1000
b; ich nenne die idee einer solchen intelligenz, in welcher der moralisch vollkommenste wille, mit der höchsten seligkeit verbunden, die ursache aller glückseligkeit in der welt ist, so fern sie mit der sittlichkeit ... in genauem verhältnisse steht, das ideal des höchsten guts Kant 3, 526
akad.; in den modernen philosophemen wurde das höchste gut transcendent behandelt Schleiermacher
w. III 5, 83;
von neueren philosophen vielfältig anders definiert, vgl. Eisler
wb. d. philos. begr.4 1, 611
ff.; dann entsprechend b
β αα allgemeiner verwendet für das wertvollste überhaupt: under diesen (
heiden sind) treffenlich viel gefunden worden, welche ... die tugend doch für das höchste gut gehalten und geehret haben J. Wetzel
reise d. söhne Giaffers 4
lit. ver.; die ehre ist nicht das höchste gut Sigm. v. Birken
ostländ. lorbeerhayn (1657) 2
b; in der ruh vergnügter sinnen steckt das höchste gut der welt Chr. Günther 2, 151
lit. ver.; das höchste gut, was gott allen geschöpfen geben konnte, war und bleibt eignes daseyn Herder 15, 326
S. B@33)
im älteren mhd. spezialisiert für das hauptsächlichste und wichtigste besitztum der ackerbautreibenden bevölkerung, dem ländlichen besitz an grund und boden, meist einschlieszlich der dazu gehörigen unbeweglichen objekte, des wohnhauses, der ställe, scheunen und ackerfrüchte; in älterer wie neuerer zeit wird dabei zwischen persönlichem eigentum und lehen oder pacht nicht unterschieden, vgl. mhd. eigenguot (
allodium), lêhenguot (
feudum);
wie weit die im nhd. sichtbare und auch durch die mundarten bestätigte vorstellung, gut
besonders als ein gröszeres landwirtschaftliches grundstück im besitz sozial höher stehender (
besonders adliger)
grundeigentümer (
vgl. rittergut)
aufzufassen, in ältere sprache zurückreicht, ist nicht sicher auszumachen; mhd. kann guot
sowohl das gröszere ritterliche grundeigentum oder lehen wie den kleineren bäuerlichen ackerhof bezeichnen, doch scheint letzteres weniger häufig zu sein. B@3@aa)
zunächst aus B 1 b
α entwickelt und gegenüber dem beweglichen besitz (
s. o. fahrendes gut B 1 c)
als liegendes, gelegenes gut (
immobilie)
determiniert; vom grundstück selbst: suaz (= swaz) von der vrowin dari cumit ligindis gutis
Mühlh. reichsrechtsb.2 143, 9
Meyer; uff hüsern und uff bomgärten, gärten, hofstetten, äckern, wisen, höltzern oder andern liegenden guotern
ält. recht. v. Rottw. bei Fischer
schwäb. 3, 958; kainer, der in der gemain nit haus, hof oder ligunde güeter hat, (
soll) zu der gemain gepoten ... werden (
v. j. 1568)
österr. weist. 4, 112; du all deine ligenden güter verkaufft hast Wickram
w. 1, 198
lit. ver.; im landt Phaenicia ohn zil hett er ligender güter vil Spreng
Äneis (1610) 10
a; die liegenden eigenthümlichen güter eines Franken wurden ... salische güter genannt
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen (1778) 1, 314; an huben (
sie) ze verseczen und ze verkauffen ire gelegne güter eines nach dem andern Arigo
decam. 66
K.; ähnlich: nur blosz bürger dürfen unbewegliche güter in und vor der stadt besitzen Fr. Nicolai
reise (1783) 1, 225;
doch gehören zum liegenden gut
auszer grund und boden auch gebäude, feldfrüchte und nach älterem recht bestimmte teile der gerätschaften: were auch, dasz korn uff dem veld stund ..., so heiszt und ist es ligend guot (
v. j. 1435)
weisth. 4, 274; so hoert der sâm oder die gewechst zu ligendem guot (
v. j. 1439) 2, 14; man soll auch wissen, was nach des hofs recht zuo ligendem guot hören soll: des ersten harnasch, waegen, karren, hüser und alle ungeschliffen waffen (
v. j. 1480)
nach Staub-Tobler 3, 1207;
vgl. auch teil 6,
sp. 1016. B@3@bb)
früh ohne solche determination als ländliches grundstück bezeugt, vgl. si aliquid beneficium, quod lazgut dicitur, vacare contingat (
urk. v. j. 1190) Graff 4, 166
b: mit minnen sich schiedendie gebruoder lieben Esau fuor an sin guotJacob fuor ze Sochot
genes. u. exodus 67, 24
Diemer; swelk herre doch dirre eyneme lîet gût, van deme haben se lênrecht an deme gûde, unde ne erbit iz nicht an ir kindere
Sachsensp. 165
Eckh.; lîet ouch eyn herre eyn gût eyneme manne sunder underschîd, swaz dâ bûwes upphe is, daz is des mannes mit sament deme gûde 75; daz ich daz guot ze Wilmodingen, swaz ich hate in dem dorfe, enholzen, envelde, aker und wisen, ... han gegeben ... dem closter ze Stetin (
v. j. 1296)
Monum. Zoller. 1, 103; (
verkauft wird) Bisingin daz dorf, guot und lút mit aller zov gehörd (
v. j. 1342) 1, 155; daz guot (= hofstat) giltet jærglich drú malter (
v. j. 1347) 1, 170; item 5
m. Niclus Swittirgals dyner gegeben, der eyn gut zu Soldow gekouft hat
Marienb. treszlerb. 285, 21
Joachim; chainer sol ... pehausts guet ... verchaufen an unsers anbalds wissen (
v. j. 1450)
österr. weist. 11, 391; item auch wisten sie alle die güt, die da zü Sunderitt sin (
v. j. 1424)
weisth. 6, 24; das sind di gut und die urbar, di zu meines herrn des herzogen von Bayrn ambt gehorend (
v. j. 1285) v. Lori
baier. bergr. 3; dusse (
graf) gaf der kerken de godere to Slanstede unde to Dedelewe
chron. d. stifts s. Simon u. Judas i. Goslar 594
Weiland; ain reicher burger zu Hall, der wolt auszreiten zu seinen guetern und wolt die besehen
städtechron. 5, 25; gleich als wenn ein fürst odder lehenherr einem edelman ein gut schenckt odder leihet Luther
wie d. gesetz u. evang. zu untersch. (1532) a 4
b; dasz ich mit der zeit ein adeliges guth hätte pachten können Chr. Weise
erznarren 105
ndr.; die dame dieser güter sieht mit betrübten blicken ihr gantzes glück auf der erde liegen Ramler
einl. in d. schön. wiss. (1758) 1, 295; auf seine güter wird er sich zurückziehn Schiller 12, 143
G.; wie diese Thüringer bauern pflegen, von denen immer ein bruder das gut behält, während die andern ihr fortkommen auf andere weise suchen Ranke
s. w. 1, 195; in einer halben stunde war das gut des amtsrates erreicht G. Keller
ges. w. 5, 22;
mehr lokal: auf seinen eigenen gütern findet man zum wohltun gelegenheit genug Göthe 8, 21
W.; zum mundartl. gebrauch vgl. Fischer
schwäb. 3, 959, Staub-Tobler 2, 546, Müller
rhein. 2, 1523
usw. B@3@cc)
in festen verbindungen besonders in älterer sprache; freies gut '
allodialgut',
vgl. ein fry guot
allodium bei Staub-Tobler 2, 547: und koufin si gutir di nicht sint fri und vorzinsin si di selbin gute, so mogin si frome gebur wol si Joh. Rothe
rittersp. 413
B.; item die hern von Khunigsperg haben freie gueter zu Zigerwerg aufzufarn und abzulassen (16.
jh.)
österr. weist. 11, 5; walzende güter '
güter die frei verkauft werden können' (
beleg v. j. 1515)
bei Fischer
schwäb. 3, 959; des reiches gut '
grund und boden, der zum reichseigentum gehört': daz selbe dienst is ouch die man plichtig von sîneme eigen sîme herren zu dûnde, ob her iz zu lêene von yme hât, daz her yme plichtich is zu dûnde von des riches gûde
Sachsensp. 227
Eckh.; hat der man des rîches guot von dem herren zu lehen, er sol im teidingen uf des rîches guot
Schwabensp., lehenr. 112. B@3@dd)
nhd. oft so unscharf gebraucht, dasz die vorstellung des ländlichen besitzes nur die vorherrschende ist, aber auch das übrige bewegliche eigentum mit einbegriffen bleibt: unde se geven hertogen Otten 4 mark, dat he den vordreven ore goydere weddergaff
städtechron. 16, 317; A. ziehet des aufgestandenen adels güter ein Lohenstein
Arminius (1689) 2, 1093; dasz du den einzigen sohn deines jugendfreundes der falschen anklage seines verräthers schnell aufopfertest und ihm seine güter nahmst Herder 12, 202
S.; (
sie wurden) in acht und bann gethan und ihrer güter verlustig erklärt v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. 4, 4; geistliches gut '
kirchliches eigentum, besonders liegende güter': o, heiszet das patronum sein, geistliche güter ziehen ein? Hollonius
somn. vit. hum. 64
ndr.; fürsten hetten kein besser bergwerck als die hohe stifft und geistliche guoter Zinkgref-Weidner
t. nation weiszh. (1653) 3, 12. B@3@ee)
ohne die vermögensrechtliche bedeutung in physikalischer hinsicht für den grund und boden an sich, die ländereien, den acker verwendet, vgl. noch schweiz. Staub-Tobler 2, 546
f.: ein inbeschlossen guot (
umzäuntes weideland, v. j. 1478)
nach Staub-Tobler 2, 547; man sol den bu niht scheiden von dem guote e zer liehtmesse
Schwabensp., landr. 150; wurden alliu guot wol gebuwen und zuogeset
städtechron. 4, 167; ein wuot umb einen weyher oder sunst flüsz und wasser, darmit und es nit auszbreche in die umbligenden güter Frisius 63
a; wann ich an deiner stelle wäre, ich kauffte ein stücke gut, gäbe ein starck angeld Chr. Weise
erznarren 52
ndr. CC.
kompositionstypen. composita mit gut,
n., als erstem gliede treten seit mhd. zeit auf, sind aber erst im jüngeren nhd. zahlreicher entwickelt; formal sind drei haupttypen zu unterscheiden: die zusammensetzungen mit gut- (
sing.),
mit güter- (
plur.)
und mit kopulativem s guts- (
sing.);
wörter ohne belege s. an alphab. stelle. C@11)
zusammensetzungen mit gut-
bleiben im ganzen selten, sind aber namentlich älterer sprache geläufig. C@1@aa)
zu gut B 1 a-f
gehören folgende kompositionen, deren älteste mhd. guotswender, guotswende
ist; nhd. bleibt dieser typus unfruchtbar; gutarm: die blutedle, aber gutarme jungfrau Maria v. Herberger
traurbinden (1611) 1, 156; -begierig; -durstig; -geber; -geiz; -geizig; -gewinner; -gierig; -gierigkeit; -los; -pfleger; -rauber; -reich; -sammeln; -sammlung; -süchtig; -verdämpfer; -vergeuderin; -verlämmerer; -verschlinderin; -verschwender; -verzehrer. C@1@bb)
an gut B 1 g
schlieszen folgende composita an, deren frühestes mit dem 16.
jh. auftritt; im ganzen wenig ausgebreitet und im jüngeren nhd. nur noch durch bildungen aus der sprache der technik (
vgl.B 1 g
β)
bereichert: gutfallkasten; -ferger; -fertiger; -lauge; -markt; -ofen; -pfanne; -soole; -wagen (
s. u. güterwagen). C@1@cc)
vereinzelt bleiben zu gut B 3
gehörige kompositionen; gutbeschreibung: das wird die gutbeschreibung und der stall selbsten an hand geben v. Hohberg
georg. cur. aucta 3 (1715) 44
a; -gericht: ein gutgericht, dessen mitglieder die bauern jährlich selbst ... erwählen H. Merkel
d. Letten (1797) 134; -herr (
s. u.gutsherr); -recht; -schaden. C@22)
composita mit güter-
erscheinen seit dem jüngeren mhd. C@2@aa)
zu gut B 1 a-f
sind folgende komp. gebildet, unter ihnen zahlreiche aus juristischem sprachgebrauch; ältester zeuge dieses typus ist aus dem 15.
jh. güterzahl; güterabfindung: (
die) töchter erhielten güterabfindungen
allg. dtsche bibl. 72, 460; -ablösung: das recht auf güterablösung
rechtsaltert. 1, 643; -abteilung
divisio bonorum Stieler 2270; -anhäufung
hwb. d. staatswiss. 5, 996; -arm: aus einer alten, doch güterarmen familie Platen
w. 3, 32
Hempel; -arrest: güterarrest wegen früherer verbindlichkeiten
hwb. d. staatswiss.2 5, 696; -austausch: der güteraustausch ist also die folge eines allen gemeinsamen geistigen impulses Bernhardt
gesch. d. waldeigent. 2, 221; -bedarf
hwb. d. staatswiss. 4, 83; -begierde: der nie zu erfüllende rachen dieser geld- und güterbegierde K. v. Eckartshausen
prinz u. freund (1789) 403; -beraubung: wo zu raten sie denn nur zu widerspenstickeyt, tzwitracht, gütterberaubung, schlachten und fleischlichem wessen Luther 11, 347
W.; -confiscation: mit güterconfiscation bestraft werden
acta publ. 6, 225
Palm; -einheit: (
das) verhältnis, in welchem gütereinheiten ... gegen gewisse geldeinheiten erworben werden können Luschin v. Ebengreuth
münzkde 181; -entwendung
spolium bonorum Stieler 2504; -erwerb: (
dasz) der materielle gütererwerb nicht selbstzweck (
sei) W. H. Riehl
d. dtsche arbeit 226; -erzeuger: was die menschen in wirklichkeit heute wollen, das ist, dasz sie nicht mehr gütererzeuger sein wollen, sondern menschen Paul Ernst
tageb. e. dicht. (1934) 296; -erzeugung : eine beständige steigerung der gütererzeugung Lange
gesch. d. mater. 506; -gewinn: was nicht auf krieg, wollust und gütergewinn zielte Zschokke
ausgew. schr. 37, 39; -gewinnung: nach privatwirtschaftlichen grundsätzen zur gütergewinnung benutzt Bernhardt
gesch. d. waldeigent. 3, 57; -gleichheit: das prinzip der gütergleichheit K. O. Müller
d. Dorier 2, 199; -klage
klage auf gut (
beleg v. j. 1580) Fischer
schwäb. 3, 963; -kraft: die wirtschaftliche politik ... ist darauf gerichtet, unbenutzte güterkräfte zu entbinden
hwb. d. staatswiss 4, 930; -kreislauf: das ist der güterkreislauf der nationalöconomen Hebbel
br. 7, 88
Werner; -krieg: mein selbsten bin ich herr, nicht vor der thür zu stehen, nicht in den güterkrieg und blutrecht auszzugehen v. Hohberg
d. habsp. Ottobert (1664) p 2
b; -ladung: die beute ... von mehr als 20 000 güterladungen Ritter
erdk. 14, 924; -last: (
es) ward ihm endlich ernst, ... die güterlast abzuschütteln Göthe 24, 303
W.; -leben: der credit, das talent ... fungiren in unserm heutigen güterleben als höchst werthvolle wirtschaftliche factoren Jhering
geist d. röm. rechts 2, 2, 456; -menge
hwb. d. staatswiss. 6, 1133; -nahme: güternam
apprehensio bonorum Stieler 1359; -pfleger,
treuhänder im konkurs (
curator bonorum): er kann auf veranlassung dieses einigen gläubigers ... ihm einen güterpfleger setzen lassen
allg. dtsche bibl. 32, 77; -preis: höhere zinsen bewiesen geldmängel ..., aber auch geringe güterpreise seyn deren folgen
ebda 100, 237; -produktion: die kapitalistische organisation der gewerblichen güterproduktion
hwb. d. staatswiss.3 1, 179; -spende: (
eine) ausbeute frommer güterspende Göthe 49, 358
W.; -stand: über den güterstand der eheleute
hwb. d. staatswiss. 3, 267; -trennung: mit dem grundsatz der gütertrennung ... steht auch ein eheliches erbrecht nicht im einklang
hwb. d. staatswiss. 3, 270; -umlauf: der geringe güterumlauf 3, 587; -verbrauch: die art des güterverbrauchs eines volkes 5, 317; -verhältnis: statuten über die güterverhältnisse der eheleute Eichhorn
dtsche staats- u. rechtsgesch.3 3, 296; -vernichtung: objektive gütervernichtung verursachend
hwb. d. staatswiss. 6, 248; -verwahrer: (
der vormund hat) hierin vollkommen rechte und pflichten eines unentgeltlichen güterverwahrers
M. Mendelssohn
ges. schr. 6, 27; -vormund: Ephraim, den ihr vater als gütervormund eingesetzt (
hatte) W. Alexis
Isegrim 1, 187; -wahl
et erbschaftswahl
optio bonorum et portionis hereditariae Stieler 2467; -welt: die güterwelt (
sei) ... unwandelbaren naturgesetzen unterworfen Treitschke
dtsche gesch. 5, 449; -wesen: veränderungen ... bey dem kirchlichen güterwesen Eichhorn
dtsche staats- u. rechtsgesch.3 1, 439; -zahl: deme die lande noch fieczall und die stette noch gutterczall musten schossen (
v. j. 1473)
act. d. ständetage Preuszens 5, 270; -zählung: bei deiner güterzählung lasz mich fern, doch unter deinen schätzen dulde mich Stefan George
Shakespeares sonnette 142. C@2@bb)
zu gut B 1 g
stellen sich besonders seit dem 19.
jh. bildungen aus der wirtschaftlichen sprache; die ältesten bildungen sind güterballen, güterwagen, güterzille (
sämtlich 16.
jh., s. an alphab. stelle); güterabfertigung: einrichtungen ... durch welche die reihenfolge der güterabfertigung festgestellt werden kann
verkehrsord. f. d. eisenb. Deutschlands § 56,
abs. 5; -aufzug: waren- und güteraufzüge Mothes
baulex. 1, 190; -ausfuhr: güterausfuhr als bezahlung für frachterwerb
hwb. d. staatswiss. 3, 357; -beförderung: die tarife für güterbeförderung 3, 535; -bewegung: die eisenbahnen (
bilden) eher ein hindernisz als ein befördernisz der güterbewegung Moltke
ges. schr. 7, 29; -dampfer,
frachtdampfer hwb. d. staatswiss. 2, 871; -fuhre: eine lange reihe einspänniger güterfuhren Zschokke
ausgew. schr. 25, 55,
vgl. Staub-Tobler 1, 972; -fuhrmann
ebda 4, 255; -handel: das ganze vermögen, das seinem güterhandel zum grunde lag H. v. Kleist 3, 361
Schm.; -haus: ist vorhin da nur ein wirts- und gütterhausz wegen der wahren gewesen
M. Zeiler
itin. Ital. (1640) 49
a; -lager Kramer
hochnidert. (1719) 2, 102
c; -niederlage
allg. dtsche bibl. 86, 222; -schuppen Mothes
baulex. 1, 106; -sendung
hwb. d. staatswiss. 3, 518; -stadel Kramer
hochnidert. (1719) 2, 102
c; -tarif
hwb. d. staatswiss. 5, 101; -transport: der ochs ... dient ... zu lasten und gütertransport Ritter
erdk. 5, 257; -versender
spediteur Chomels öcon. lex. 4, 1425; -versendung: güterversendungen für ein anderes handelshaus Voigt
hwb. f. d. geschäftsführ. 2, 448; -waage,
wage zur abwägung von kaufmannsgütern Campe 2, 486. C@2@cc)
zu B 3
treten kompositionen mit dem 15.
jh. auf, vgl. gütergülte (
an alphab. stelle),
doch ist die mehrzahl erst im 18.
u. 19.
jh. entstanden; güterabtrennung: güterabtrennungen können nur aus dem domänenfonds des königs hergenommen werden K. L. v. Haller
rest. d. staatswiss. 3, 502; -agent W. v. Polenz
Grabenhäger (1897) 1, 151; -anreiner,
grenznachbar: mit beizug des dorfmeisters, der waldrieger und einigen güteranreinern (
v. j. 1818)
österr. weist. 2, 243; -aufseher: güteraufseher reicher hoher familien J. Venedey
Irland (1844) 2, 20; -beschreibung: von güterbeschreibungen gibt die amtstabelle des ... hertzogen zu Sachsen-Gotha ein muster Zincke
öcon. lex. (1744) 1088; -bub: die gute groszmutter starb, als ich schon ein güterbub geworden Gotthelf
ges. schr. 1, 49,
vgl. Staub-Tobler 4, 931; -buch: grundbücher, auch gewähr-, güter-, mutationsbücher genannt
hwb. d. staatswiss. 4, 1270; -eigen
proprium quoad fundum Stieler 25; -einkunft: rückständige zehnten und gütereinkünfte J. v. Müller
s. w. 22, 99; -einziehung: geldstrafen und gütereinziehungen H. Zschokke
s. ausgew. schr. 9, 20; -ertrag: steuerfusz nach dem güterertrag
allg. dtsche bibl. 100, 238; -fall,
abgabe an den grundherrn bei veränderung der person eines grundholden Fischer
schwäb. 3, 963; Staub-Tobler 1, 739; -gemarkung: der reichsadel (
habe) blosz gütergemarkungen
allg. dtsche bibl. 96, 73; -händler: drinnen ist eine ganze bande güterhändler, ein agent, ein notar Gotthelf
ges. schr. 19, 6; -hauptrecht,
was güterfall Fischer
schwäb. 3, 963; -holz: (
er) besasz zerstückelte waldungen, sogenannte güterhölzer W. Weigand
d. Frankenthaler (1901) 86; -inspektor: nach der rückkehr wurde er ... güterinspektor
schr. d. Göthegesellsch. 17, cxxi; -kind: wie der schnödeste eigennutz die kinder miszbraucht, güterkinder und eigene Gotthelf
ges. schr. 8, 219,
vgl. Staub-Tobler 3, 345; -mal: schiedmal
sive gütermal
lapides privatorum Stieler 1217; -mann,
landwirt Staub-Tobler 4, 257; -milch: raubung der gütermilch Prätorius
Blockesberges verr. (1668) 146; -rolle: die güterrollen haben eine geringere bedeutung (
im höferecht) gewonnen
hwb. d. staatswiss. 4, 1223; -schätzer,
bonorum taxator Stieler 1741; -schenkung: deutscher adel hat güterschenkungen bekommen E.
M. Arndt
schr. f. u. an s. l. Deutschen 4, 101; -schinder
extortor bonorum Stieler 1798; -spekulant: Napoleon glich ... einem güterspeculanten L. Häuszer
dtsche gesch. 4, 742; -verkauf: daher muszte ... zu geldanleihen und güterverkäufen zuflucht genommen werden Zschokke
s. ausgew. schr. 35, 231; -verlegung, güterzusammenlegung,
feldbereinigung Lueger 4, 151; -verpachtung: güterverpachtungen wurden durchaus verboten Jung-Stillinh
s. schr. 5, 26; -verzeichnis: die sein eigentum beschreibenden güterverzeichnisse (
kataster) Lueger 5, 481; -zerschlagung
hwb. d. staatswiss. 3, 836; -zersplitterung: die petition, die gegen ... güterzersplitterung gerichtet war B. Auerbach
schr. 13, 90; -zerstückelung: kartoffelbau und güterzerstückelung gehen hand in hand W. H. Riehl
naturgesch. d. volkes 1, 215; -zusammenlegung,
s. güterverlegung: die güterzusammenlegung ist weit vorgeschritten B. Auerbach
schr 17, 210. C@33)
zusammensetzungen mit guts-
sind der jüngste typus, der im 17.
jh. sichtbar wird, vgl. gutsbericht, gutsinhaber, gutsname, gutsstrafe;
doch bringen erst das 18.
und 19.
jh. den typus zur vollen entfaltung; bildungen zu gut B 1
bleiben vereinzelt: gutsabtretung: die gutsabtretung bei lebzeiten
hwb. d. staatswiss. 2, 1192; -strafe: damit ain ieder sein rauchfank und hüszstatt gar vleiszig bewahr, solches bei vermeidung leibs- und guetsstraff (
v. j. 1629)
österr. weist. 6, 260;
das gros der bildungen gehört zu gut B 3,
aus deren fülle nur wichtigere beigezogen werden; gutsacker: in fällen, wo der ganze gutsacker ... durch hofedienste ... bestellt wird Thaer
grundz. d. rat. landwirtsch. 1, 64; -adel: dem benachbarten gutsadel Moltke
ges. schr. 1, 92; -anschlag: der gutsanschlag ist ein aufsatz, welcher die beschreibung aller zu einem landgut gehörigen grundstücke ... enthält G. H. Schnee
d. angehende pachter4 (1837) 3; -arbeiter: warum er denn nicht ... lieber mehr gutsarbeiter angenommen hätte W. v. Polenz
Grabenhäger 1, 40; -areal: graf
M., dessen weites gutsareal ein vorzügliches terrain bot Fontane
ges. w. I 1, 395; -aufseher: ich nahm Gottfried als gutsaufseher in meinen dienst Meisl
theatr. quodlib. 1, 152; -bauer: das unterthanenverhältnisz der gutsbauern Gervinus
gesch. d. 19.
jh. 1, 509; -beamter: (
der hasz), den er in der seele des gutsbeamten entzündet hatte W. v. Polenz
Grabenhäger 1, 241; -bediente: in die klasse ... der gutsbedienten herabgewürdigt Hirschfeld
theor. d. gartenkunst 4, 18; -bericht: gedachter herr Schreyer (
hat) ... fünftens den gutsbericht zu hinterlassen (
v. j. 1693) v. Lori
baier. bergr. 523; -beschreibung
hwb. d. staatswiss. 7, 60; -bezirk: (
amtsbezirke,) die aus dörfern und gutsbezirken bestehen sollen Treitschke
hist. u. pol. aufs.5 3, 523; -butter: hofbutter oder gutsbutter (
ist) bessere, in gröszeren landwirtschaftsbetrieben selbständig erzeugte butter Martiny
wb. d. milchwirtsch. 54; -eigentümer: die leibeignen eines gutseigenthümers sind zur freiheit noch nicht reif G. Forster
s. schr. 6, 408; -einkommen Krünitz 198, 550; -ertrag: es wird geprüft ... wie viel sonach mit dem gutsertrage für den gutsherrn übrigbleibt Fr. L. Jahn
w. 2, 360
E.; -fron,
fron für das herrschaftsgut Krünitz 20, 407; Fischer
schwäb. 3, 970; -garten: auf der terrasse des gutsgartens W. Raabe
schüdderump (1870) 3, 135; -gebäude: ein palastähnliches gutsgebäude Göthe 34, 6
W.; -gerichtsbarkeit: die privilegien des adels wurden vermehrt, wie z. b. durch die vollkommene gutsgerichtsbarkeit K. L. v. Haller
rest. d. staatswiss. 3, 404; -handwerker: gutshandwerker für den eigenbedarf
hwb. d. staatswiss.3 1, 167; -haus: an einem hang, auf dem allerlei niedrige nutzbauten um ein längliches gutshaus lagen W. Weigand
d. Löffelstelze (1919) 257; -hörige: bedrückung der gutshörigen Bernhardt
gesch. d. waldeigent. 2, 31; -inhaber Krünitz 198, 547: dergleichen wildbahn (
sei) ... durch seine vorfahren oder gutesinnhabere jederzeit gejaget v. Hohberg
georg. cur. (1682) 1, 37; -insasse: sie wollen damit wiederum den glauben unter ihren gutsinsassen oder unterthanen heraufbeschwören, dasz der gutsherr ihre von gott vorgesetzte obrigkeit sei H. Jahn
badeleben in Karlsbad (1850) 13; -kauf: indessen wird der gutskauf abgeschlossen Göthe 23, 183
W.; -meier: landübliches besitzrecht, welches im zweifel die verhältnisse von gutsherrn und gutsmeier regulierte Stüve
wesen u. verf. 228; -meierei: hofmeierei, gutsmeierei (
ist die) eigne molkerei eines gröszeren landwirtschaftlichen betriebes Martiny
wb. d. milchwirtsch. 78; -nachbar: (
ich) werde ... an meinem gutsnachbar ... rache nehmen Wieland
Lucian (1788) 1, 315; -namen: nichts ist gemeiner hir in Franckreich, alsz dasz man seinen nahmen vor ein gutsnahmen fahren lest Elis. Charl. v.
d. Pfalz
br. 1, 278
Holland; -obrigkeit: jedem durchziehenden orgeldreher (
ist) von der gutsobrigkeit in Gadendorp ein zwanzigmarkstück auszuzahlen D. v. Liliencron
s. w. 5, 20; -pächter: ein unabhängiger gutspächter E.
M. Arndt
s. w. 1, 88
R.-M.; -pflichtig: ein echtes feudalwesen mit seinen hörigen, hintersassen, fronarbeitern, jagd- und gutspflichtigen meiern Allmers
marschenbuch 1/2, 211; -pflichtigkeit: von jeglicher gutspflichtigkeit frei E.
M. Arndt
s. w. 1, 84
R.-M.; -rente: der grund und boden (
gibt) eine jährliche rente, ... die grundrente oder gutsrente
hwb. d. staatswiss. 7, 117; -schmied: vom gutsschmied war der dietrich zum öffnen des schlosses geliefert worden W. v. Polenz
Grabenhäger 2, 165; -stück: bestimmung der grösze der gutsstücke nach der aussaat
allg. dtsche bibl 113, 258; -tagelöhner: die schnitter gehörten noch viel weniger unter seine kontrolle als die gutstagelöhner W. v. Polenz
Grabenhäger 1, 59; -übergabe: die sitte, bei gutsübergaben das alte feuer zu löschen
rechtsaltert.4 1, 268; -übernahme: dasz der junge Lehnhold ... geschenke bei der gutsübernahme austeilte B. Auerbach
schr. 13, 132; -untertan: nun sind meine gutsunterthanen ... ehrliche unbescholtene männer Musäus
physiogn. reisen (1778) 1, 89; -untertänigkeit: in Schlesien hatte die gutsunterthänigkeit 1807 rasch aufgehoben werden müssen Gervinus
gesch. d. 19.
jh. 2, 572; -verwalter: die gutsverwalter sollten entsprechende ausscheidung zwischen wald und ackerland treffen Schwappach
handb. d. forst- u. jagdgesch. 1, 77; -verweser: als er ... in den hof eines herrensitzes gelangte, wo er den gutsverweser herausklopfte Fr. L. Jahn
w. 1, 462
E.; -vorsteher,
amtsvorsteher eines gutsbezirks: zum stellvertretenden gutsvorsteher (
gebrauchen) W. v. Polenz
Grabenhäger 2, 226; -wert: verbesserung des gutswerths Thaer
grundz. d. rat. landwirtsch. 1, 29; -wirtschaft: verdrängung der kleinwirthschaft durch die gutswirthschaft Mommsen
röm. gesch. (1874) 2, 74.