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Lebtag

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PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Lebtag m.

Bd. 4, Sp. 856
Lebtag, Leben(s) m.: 1.a. 'Zeit des Lebens', Lebdag (-daach, -daa) [verbr., Lambert Penns 97, 149 Don-Schowe Torscha Krämer Gal 140], Läwedag [KU-Reiffb RO-Lettw NW-Haßl], Lewesdaags [Beam Penns 66]; nur in festen Wend. wie: mei(ner), se (sei) L. 'jemals, von jeher', mit Verneinung: mei (sei) L. net (nit) 'nie, niemals', ... nimmi 'nie mehr'; zelebdah 'auf immer' [Schandein Ged. 253]; vgl. Datums-, Himmel-, Lebenlebtag, Leben 2 a. Des gibt's se L. nit! [NW-Freinsh, verbr.]. Verneinung (etwa auf die Frage: Warst du schon dort gewesen?): Nie, meiner L. noch net! [LU-Böhl]. So was, so war se L. noch nix do! [KU-Reiffb]. Das is seiⁿ L. net wohr! [LU-Oggh]. In dem Haus war ich se L. noch net [NW-Haßl]. Soo ebbes Unnvaschäämdes wie denne honn ich minn Läbbdaa nidd gesiehn! [IB-Ensh (Glass 56)]. Ich hab mei Lewesdaags nix so gsehne [Beam Penns 66]. Hab ich dann mei L. schunn so ebbes geheert? [Pirmas (Kieffer 51)]. Der hat sei L. noch nix g'schafft! [ebd.]. Beim Tornveroiⁿ, oh du liewer Strohsack, do bin ich schun moiⁿ L.! [LU-Muttstdt]. RA.: Wer eine Narbe hat, is gezäächelt fer sei L. [ZW-Battw]. Ein Bursche, der von einem Mädchen einen Korb bekommt, werd se L. nimmi gut [LU-Böhl]; vgl. gut I 1 f. So war doch sei Himmel- un sei Lebda neischt! [PfId. 174 (WPf)]. Der (Dormel) kummt seiⁿ L. net zum Verstand [KU-Schmittw/O, ZW-Battw]. Mei Läbdag hun ich so noch Lebdag (zu Bed. 2) erläbt (sic.!) [KU-Reiffb]. SprW.: Wammer mit'm Weisheitszahn de Verstand nit kriet, bleibt mer sei L. e dummer Kerl [Kus]. Gut gefrihstickt spiert mer de ganze Dag, gut g'schlacht 's ganz Johr, gut geheirat seiⁿ L. [NW-Frankeck, RO-Als]. Volksgl.: Der erscht Märge, as en Paar g'heiert hen, därf der Mann seinre Fraa die Hose net aⁿbiete, schunscht muß er sich seiⁿ L. vun ihre boße losse [Fogel Beliefs Penns Nr. 218]; vgl. boßen 2. VR.: Do wollen zwee un kennen net un lernen's aach sei L. net [Gal-Dornf]. Backe, backe Kuche, / Meiⁿ L. nimmi fluche, / Backe, backe Beere, / Meiⁿ L. nimmi schweere [KU-Kaulb]; Var. s. patschen 3. Spottvers auf den Maurer: Sein Lebdaa werd keen Maiere reich, / Was er verdient, versauft er gleich. / Versauft de Hammer mitsamt dem Steel. / Lumpige Maiere gebt's gar veel [KU-Ulm]; Var. s. Bettelmann 1, Fuhrmann 1, Käsebrot 1 b, Maurer, Schuster; einen weiteren VR. s. Kraut 2 c. a. 1331: sie mag die selbe messe lazen bi irme lebetage ane gen [OttbUrkb. 381]. a. 1387: die der edil Otte, wildegrave zu Kyrburg, unser lieber swager, und Agnes unser liebe suster sine eheliche frouwe irre lebetage han sullent [Veld., Mutschar der Grafen Heinrich u. Friedrich v. Veldenz]. a. 1477: hat myn herre dem kelner sin leptage geben [ebd., Lichtenberger Rentbuch]. a. 1560 (Kop. 16. Jh.): so sollent sie ime bruderspeis geben sein lebtag [PfWeist. 557 (NW-Freinsh)]. a. 1748: Er will Kein streich sein Leben Tag Mehr Mehen [MHVPf. IV 11 ff. (Mähderbuch v. NW-Mußb)]. — b. Bestätigungsformel: Gotts Lebdag! [Lambert Penns 97]. — 2.a. 'Lärm, Trubel, Aufsehen', Lebdag (-daach, -daa) [Lu'haf, verbr., auch Don Gal Buch], Lewesdaa [PS-Eppbn]; vgl. Lebens. Der macht e Lebdaa! [NPf]. Mach mer net sou en L.! [LA-Nd'hochstdt]. — b. 'Streit', Lebdaa [Don-Tscherwk]. — c. 'gute (gesellschaftliche) Stimmung'. Gischder Owend um Imme 'Festessen' war aarich Läbbda [IB-Ensh (Glass 56)]; vgl. Imbiß 2. Drowwe hott's nadierlich gleich Lebdag gewwe [Kunnrädel 110]. Ei, der Dausend, war der deß als e L.! [ebd. 117]. — d. 'Fest', Lebdag [NW-Deidh]. Die hän en L. 'Es geht ihnen gut' [LA-Nußd]. — Südhess. IV 221 ff.; Rhein. V 262/63; Lothr. 331; Els. II 663.
3633 Zeichen · 123 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    lebtagm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    lebtag , lebetag , m. tag, zeit des lebens; unterschieden von dem neueren lebenstag ( sp. 454), welches wort den zeitbeg…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lebtag

    Goethe-Wörterbuch

    Lebtag in (emphatischen) Vbdgn wie ‘etw sein L. nicht tun’ iSv niemals So fleisig wie ein Teutscher von Adel. Das hab ic…

  3. modern
    Dialekt
    Lebtag

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Lebtag Band 3, Spalte 3,1044f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lebtag

4 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von lebtag 2 Komponenten

leb+tag

lebtag setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

lebtag‑ als Erstglied (3 von 3)

Lebtagmacher

PfWB

lebtag·macher

Lebtag-macher m. : ' Radau-, Krachmacher ', auch: 'Unterhalter einer Gesellschaft, Stimmungskanone', Läbbdaamäächer [IB-Ensh ( Glass 56)]. Z…

Ableitungen von lebtag (1 von 1)

Lêbtage

Adelung

† Die Lêbtage , ein nur im gemeinen Leben in der vierten Endung des Plurals, und zwar nur mit den possessiven Fürwörtern mein, dein, sein, u…