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eigen

mhd. bis spez. · 26 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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57 in 26 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

eigen

Bd. 3, Sp. 91
eigen , proprius, ἴδιος, ahd. eikan, eigan, mhd. eigen, alts. êgan, mnl. eghen, echen, nnl. eigen, ags. âgen, engl. own, fries. egin, ein, altn. eiginn, schwed. egen, n. egen und in zusammensetzungen oft eien, ein. unmittelbar verwandt dem anomalen eigan, ἔχειν, habere, dessen part. praet. darin enthalten scheint, was man hat, was gehabt wird, ist eigen. nur sind einige anstände, die die form gibt, zu beseitigen. nemlich ganz fehlt ein goth. aigans ἴδιος, wofür svês, ahd. suâs gilt, wol aber erscheint das goth. subst. aigin, οὐσία, habe und aus ihm würde aigins folgen; doch aber pflegen goth. participia, wenn sie zum bloszen adj. herabsinken, ihr a entweder ganz aufzugeben, wie in ibns, lukns, svikns, oder in i zu schwächen, wie fulgins statt fulhans, folglich aigins statt aihans. bei dem anomalen aih aihum aihans erklärt sich ai wie in þaih þaihum þaihans, þraih þraihum þraihans. ahd. eih eigum eigan nöthigt also ein älteres eih eihum eihan vorauszusetzen, ohne welches sich nicht begriffe, warum kein eih igum igan einträte, wie von dîhan deih oder dêh, pl. digum, part. digan. dasz aigan auszerdem ein schwaches part. aihts, wie magan mahts zeugt, woher die subst. aihts, mahts entspringen, läszt sich nicht gegen aihans einwenden, denn diese anomala vermögen doppelte participia praet., stark und schwachgebildete, hervorzubringen. eben die verhärtung zum adj. that der participialen formklarheit eintrag. Eigen drückt aus was die possessiva und tritt ihnen, so wie selbst, verstärkend und nachdrucksam zu, s. selbsteigen. dem praedicat wird dieser nachdruck mehr zusagen als dem attribut, doch auch für es, wie die folgenden beispiele lehren, oft angemessen erscheinen. Luther läszt neben den possessiven das eigen gern unflectiert, woraus sich viele zusammensetzungen erklären. 11) eigen, suus, sui juris, von sich selbst: und ein iglicher foddert seinen knecht und seine magd wider, die ir hattet frei gegeben, das sie ir selbs eigen weren, und zwinget sie nu, das sie ewr knechte und megde sein müssen. Jer. 34, 16; er ist sein selbst eigen, sein eigner herr, du bist dein selbst eigen, dein eigner herr. wie die frühere sprache 'selbst' durch 'lîp', die heutige durch 'seele' (vgl. hernach unter 5) und durch 'person' wiedergibt, kann auch zu person noch eigen treten, er ist selbst da, in person, in eigner person: unser seind gnuog hie inn uns zu erweren, ob schon keiser Carle in eigner persone und aller seiner macht da were. Aimon b 1a. den werth unabhängiger selbständigkeit erkennt Logau lebhaft: ist glücke wo und was, so acht ich mir für glücke, wann ich mein eigen bin, dasz ich kein dienstbar ohr und wegverkaufte pflicht darf recken hoch empor und horchen auf befehl. 1, 168, 19; ich kunte sein mein eigen und alle meine müh zu meinem besten neigen. 3, 228, 56; so wünsch ich mir kein gröszer glücke, als ailein bei einer stillen lebensart mein eigner herr zu sein. Gellert 3, 418. in der abhandlung vom personenwechsel s. 29 habe ich auseinandergesetzt, dasz die possessiva sich an die wörter dieb, thor u. a. m. zu knüpfen pflegen, in gleichem sinn thut es eigen: was es (das herz) gewollt, was es verlor, es bleibt zuletzt sein eigner thor. Göthe 47, 89. 22) eigen von verwandten, den nächsten angehörigen: und vermaneten, das sie ja wolt ires mannes eltern ehren als ir eigen eltern. Tob. 10, 13; ward der könig von seinen eigenen sönen erschlagen. 1, 24; hüt dich auch vor deinen eigen kindern. Sir. 32, 26; welcher auch seines eigen sones nicht hat verschonet, sondern hat in fur uns alle dahin gegeben. m. 8, 32; aber umb der hurerei willen habe ein iglicher sein eigen weib und igliche habe iren eigen man. 2 Cor. 7, 2; sie schenden ire eigene schnur mit allem mutwillen, sie notzüchtigen ire eigene schwestern, irs vaters töchtere. Ez. 22, 11. eigne kinder und eltern stehn entgegen den stiefkindern, stiefeltern: es ist mein eigen kind, meine eigne tochter. er wütet gegen sein eignes fleisch. 33) eigen von knechten und hörigen. mhd. ir man, derst unser eigen. Nib. 756, 8; nu ist doch unser eigen Sîfrit der ir man. 667, 3; daʒ ich eigenmannes wîne solde sîn. 765, 2; diu eigene diu dîn. 771, 4; nhd. der mann ist wacker, doch nicht freien stands: kein eigner mann kann richter sein in Schwitz. Schiller 528b; ihr werdet sie drum nicht verachten weil sie eigne leute sind. 528a. damit er uns neme zu eigen knechten. 1 Mos. 43, 18; nu kömpt der schuldherr und wil meine beide kinder nemen zu eigen knechten. 1n. 4, 1; des menschen feinde sind sein eigen hausgesinde. Micha 7, 6; zum dritten ist der brauch bisher gewesen, das man uns für ir eigen leut gehalten habe, welchs zu erbarmen ist. Luther 3, 112; ich bin dein, hilf mir, denn ich suche deine befelh. ps. 119, 94 lautet bei Weckherlin 271 so bin ich eigen dir. aber auch von liebenden: was zaget dein sinn vor mir, die ich ewig dein eigen nur bin? Bürger 34a; ich versprach ihm dein als meines eigensten zu wahren. Göthe 10, 24; lasz mich mit diesem herzenskus, mein eigenster, dir aller wünsche siegel auf die stirne drücken. 10, 30. wie gotes eigen sagte man auch des todes eigen, ein kind des todes: schrei einer, der mit uns zu schif getreten, wir sind verdorben und des todes eigen, das ist ein raubschif. buch der liebe 202, 1; derselbige mensch ist des todes eigen. Würz wundarzn. 152; der von stund an des tods eigen oder gefangen wird. Fronsperger kriegsb. 3, 149a. oder hat man hier das subst. eigen anzunehmen, des todes eigenthum? vgl. leibeigen. 44) von leib und gliedern des leibs: felleten in durchs schwert, die von seinem eigen leibe komen waren. 2 chron. 32, 21; got aber gibt im einen leib, wie er wil, und einem iglichen von dem samen seinen eigen leib. 1 Cor. 15, 38; der sündiget an seinem eigen leibe. 6, 18; wer gottes gebot helt, der folget seinem eigen kopf nicht. Sir. 21, 12; ich muste im flehen mit eigenem munde. Hiob 19, 16; mancher kompt zu groszem unglück durch sein eigen maul. spr. Sal. 16, 26; ir eigen zunge wird sie fellen. ps. 64, 9; den menschen fellet sein eigen zunge. Sir. 5, 15; lasz dich einen andern loben und nicht deine eigen lippen. spr. Sal. 27, 2; das er mit seinen eigen augen gefangen werde, wenn er mich ansihet. Judith 9, 10; noch fehet man in mit seinen eigen augen. Hiob 40, 19; ich will mit meinen eignen augen in die welt schauen; die afterburt die zwischen ir eigen beinen sind ausgangen. 5 Mos. 28, 57; er steht, geht auf seinen eignen füszen; das ich mich mit eigner hand erlöset habe. 1 Sam. 25, 33; mit eigner hand geschrieben, manu propria, doch die goth. formel lautet blosz handau meinai ufmêlida, aber Eph. 4, 28 heiszt es vaurkjands svêsaim handum, wo Luther schaffe mit den henden, vulg. operando manibus, gr. ἐργαζόμενος ταῖς χερσίν, eine var. aber ἰδίαις einschaltet; und dies geheimnisvolle buch, von Nostradamus eigner hand, ist dir es nicht geleit genug? Göthe 12, 31. wir sagen allgemein auf eigne hand leben, etwas auf eigne hand thun; einen mit eigner hand erlegen; ich bin ein narr auf eigne hand. Göthe 2, 292; wenn er mit ruchlos frechem übermuth den eignen schosz verletzt, der ihn getragen. Schiller 462b; denn er hatte in lieb wie sein eigen herz. 1 Sam. 18, 1. 3; sprich zu denen, so aus irem eigen herzen weissagen. Ez. 13, 2; und ich wil deine schinder speisen mit irem eigen fleische und sollen mit irem eigen blute, wie mit süszem wein trunken werden. Es. 49, 26; welche er durch sein eigen blut erworben hat. apostelg. 20, 28; ja zu den mennern, die auf der mauren sitzen, das sie mit euch iren eigen mist fressen und iren harm saufen. 2n. 18, 27. Es. 36, 12. 55) von geist, seele: weh den tollen propheten, die irem eigen geist folgen und haben doch nicht gesichte. Ez. 13, 3; würden sie allein ir eigen sele erretten durch ire gerechtigkeit. 14, 14. 20; alle noth, die uns droht, kommt von eignem wahne. Günther 931; ich war ihm theuer wie seine eigne seele. du must dich in meine eigenste person hinein denken. Wieland 27, 240. 66) von land, haus und geräthe: das eigne land, das eigne gut; wer sein eigen haus betrübt, der wird wind zu erbteil haben. spr. Sal. 11, 29; der geizige verstöret sein eigen haus. 15, 27; sollt ich solche beleidigung dulden im eigenen hause? Göthe 1, 339; hier liegt mein eigen haus, mein wald, mein teich; dir gehöret eigen alles was du auf den feldern siehest. Göthe 2, 114; immer noch wandelte sie auf eigenem boden und freute sich der eigenen saat und des herlich nickenden kornes. 40, 266; sie zwingen sie öle zu machen auf irer eigen mülen und ire eigen kelter zu tretten. Hiob 24, 11; es ist besser geringe narung unter einem bretern eigen dach, denn köstlicher tisch unter den frembden. Sir. 29, 29; ich kann die beine unter meinen eignen tisch strecken; solchen gebieten wir, das sie mit stillem wesen erbeiten und ir eigen brot essen (goth. ei miþ rimisa vaurkjandans seinana hlaib matjaina). 2 Thess. 3, 12; ein iglicher baum wird an seiner eigen frucht erkand (us svêsamma akrana uskunþs ist). Luc. 6, 44; wer mir den becher kann wieder zeigen, er mag ihn behalten, er ist sein eigen. Schiller 63a; ja ich weisz, wie behaglich ein weibchen im hause sich findet, das ihr eignes geräth in küch und zimmern erkennet. Göthe 40, 253; zogen im seine eigene kleider an (gavasidêdun ina vastjôm svêsaim). Marc. 15, 20; strafe iren hochmut durch ir eigen schwert. Judith 9, 10. man sagt: ich fahre mit eignen pferden, in eignem wagen, mit eigner gelegenheit, meo vehiculo vehor. 77) sprichwörter: eigner herd ist goldes werth; eigen nest hält wie die mauer fest; eigen kohl schmeckt wohl; eigne hüner, theure eier, eigne glocken, theur gebeier; guck in dein eigen häfelein; sieh in dein eigen spiel; eigner schade thut wehe; durch eignen schaden wird man klug. 88) redensarten: er hat nichts oder wenig eigenes zu verlieren, ist arm; ein krieg, bei welchem Schweden wenig eigenes zu verlieren hatte. Schiller 969a; auch die anderen reichsfürsten erhielten beweise von der dankbarkeit Schwedens, welche dieser krone ebenso wenig von ihrem eigenen kosteten. 971a. es ist, gehört mir eigen, gehört mir eigen zu, weil zugehören die vorstellung des gehörens noch erhöht; dir gehöret eigen alles. Göthe 2, 114; was ich sonst vermuthe, denke oder weisz, gehört mir eigen zu. Schiller 272a. sich etwas eigen, oder zu eigen machen für aneignen: wann machte sich das lob der tugend eigen? wann war es nicht des glückes folgemagd? d. i. wann diente, folgte das lob der tugend, eignete sich ihr an; alles was hier sechs zeilen füllet, wird in dem griechischen originale, welches sich Naugerius eigen gemacht, mit vier worten gesagt. Lessing 8, 442; den staunt ich an, und immer wieder an, und konnte mir das glück nicht eigen machen. Göthe 9, 63; die gesetze, wonach theaterstücke zu schreiben und zu beurtheilen seien, glaubte ich mir ziemlich eigen gemacht zu haben. 60, 293; indem er selbst denkt oder indem er andrer gedanken sich zu eigen macht. Garves übers. von Cic. de off. 1, 30. zu eigen geben oder behalten: durch kein gelübde war das herz gefesselt, das sich auf ewig mir zu eigen gab. Schiller 496a; ich hatte ihn (den zustand der seele) niemals fest halten, nie zu eigen behalten können. Göthe 19, 322. vielleicht aber thut man besser in allen angeführten fällen des 'zu eigen' das substantive eigen anzunehmen, obschon der dativ des adj. gekürzt sein könnte. 99) eigen steht zuweilen dem allgemeinen gegenüber: das ist meine eigne sache, geht andere nichts an; in eigenen sachen bin ich etwas schwach, ir aber beherzter, dagegen seid ir in gemeinen sachen gleichwie ich in eigenen sachen, und ich bin in gemeinen sachen gesinnet wie ir in ewern eigen sachen, schreibt Luther 5, 42 an Melanchthon. die eigne sache ist die privatangelegenheit. 1010) wie das private, privum drückt nun aber eigen zugleich das innere, geheime, der natur und sinnesart eines jeden angemessene, angelegene, aus ihr entspringende aus, vgl. unter 5 geist, seele, person. man braucht für diese inneren zustände und lagen gern den superlativ eigenst, um den ausdruck noch zu vertiefen: jedes wort hat einen eignen, natürlichen sinn, der sowol sein eigentlicher, ursprünglicher, als sein eigenthümlicher, besonderer ist; aus betrühnis kummen threnen, die doch seind so hell und klar, ob sie klar, so siht doch keiner, was ihr eigner anlasz war. Logau 2, 194, 97; ich erkannte in dem was er sagte meine eignen gedanken; seine eignen worte (sui ipsius) verdammen ihn, zeugen wider ihn; ich erinnere mich noch deiner eigensten worte. Wieland 27, 218; sein eigen wort nicht hören können, in groszem geräusche sein; so lauten seine eigensten worte, ipsissima verba; der eigne name, nomen proprium; wer dieser sei, ist vielen unverborgen, ich schone noch des eigenen namens. Gryphius 1, 361; es war meine eigne schuld, mein eigner entschlusz; denn recht hat jeder eigene character, der übereinstimmt mit sich selbst. Schiller 366b; liebesglut der besten frauen und ein eigenster gesang. Göthe 41, 243; denn der mutter sinn ist wie mein eigenes wesen. 40, 318; sohn, mehr wünschest du nicht die braut in die kammer zu führen, dasz dir werde die nacht zur schönen hälfte des lebens, und die arbeit des tags dir freier und eigener werde, als der vater es wünscht und die mutter. 40, 273; ich finde es mir so natürlich, so eigen, dasz ich es wol schwerlich je wieder aufgebe. 17, 188; die eigensten, wahren triebfedern auch nur einer einzelen handlung zu entdecken. 16, 142; sie ertrug Aureliens heftigkeit mit groszer geduld, und ihr eigenstes geschäft war Wilhelmen zu schmeicheln. 19, 242; nach jenem lande, wo für jeden empfänglichen die eigenste bildungsepoche beginnt. 37, 33; kunstliebhaber, die den allgemeinen gewinn als unterpfand betrachteten, dasz ihrer eigensten neigung sicherheit und fördernis gelobt sei. 43, 310; so manches was uns innerlich eigenst angehört, sollen wir nicht nach auszen hervorbilden. 48, 9; mehrere freunde wiederholten die eigensten ausdrücke. 60, 264; vorstehendes, aus den eigensten zuständen und treusten gesinnungen hervorgegangen. 60, 311; in angeborner, eigenster gestalt, in his true, native and most proper shape. second part of king Henry IV. act 4 sc. 1; nichts ist übrig, als dem geschlechte, dessen ruhm du bist, auch noch in seinen eigensten verdiensten als muster vorzuleuchten. Schiller 416b. es hält schwer diese bedeutung überall von der folgenden zu unterscheiden, da beide in einander flieszen. 1111) eigen ist auch das besondere, absonderliche, eigenthümlich beschaffene und geartete, seltsame: ah was wirstu hie zu denken kriegen, wie viel abgötterei du hinwieder geübt hast mit so viel heiligendienst und unzelichen eigen werken. Luther 6, 314b; welches ist denn das eigene des miles veles, das ich dem borghesischen fechter angedichtet hätte? Lessing 8, 43; aber aus der schwerbedeckten enge treibet mich ein eigenes gericht. Göthe 1, 248; jeder edle Venedigs kann doge werden, das macht ihn gleich als knaben so fein, eigen, bedächtig und stolz. 1, 352; (kam) ein eigner fall, worüber er sogar in meiner gegenwart mit seiner schwester, mit andern sich berieth, mich fragt er nie. 9, 200; Wilhelm war indessen auf eine eigene weise beschäftigt. 18, 320; es ist eine eigne sache, schon durch die geburt auf einen erhabenen platz in der menschlichen gesellschaft gesetzt zu sein. 19, 17; das publicum hat eine eigne art, gegen öffentliche menschen von anerkanntem verdienste zu verfahren. 19, 243; er war ein sonderbarer mann und der eigensten eindrücke fähig. 20, 196; sonderbare pflichten des wanderers habe ich auszuüben und ganz eigene prüfungen zu bestehen. 21, 10; so geben uns auch die ehen der erzväter zu eignen betrachtungen anlasz. 24, 211; dieser vorzügliche, aber eigne mann. 24, 294. die bedeutung von peculiaris, singularis kann sich der von difficilis mit üblem nebensinn nähern und das besondere ein wunderliches, seltsames, bedenkliches werden. 'das ist eine eigne sache, ein eigner vorfall' bezeichnet auch etwas unangenehmes. 'er ist sehr eigen', empfindlich, kleinlich.
16079 Zeichen · 237 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    eigenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +18 Parallelbelege

    eigen stn. eigenthum, insbesondere grundbesitz. fundus, praedium, allodium sumerl. 7,83. 13,49. 44, 31. er fuor ze sînem…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    eigenAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    eigen , Adj. Vw.: s. ēgen (2) L.: Lü 92b (eigen)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Eigen

    Adelung (1793–1801) · +14 Parallelbelege

    Eigen , adj. et adv. welches überhaupt den Besitz einer Sache, mit Ausschließung eines jeden andern Besitzers andeutet. …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    eigen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    eigen in der Flexion häufig synkopiert -gn-; ‘allzueigen’ 43,7,2 Cell Vorr wiederholt subst (auch Kleinschr) 1 Zugehörig…

  5. modern
    Dialekt
    eigen

    Elsässisches Wb. · +10 Parallelbelege

    eige n [aikə Su. Dü. M. ; æjə Barr K. Z. Han. Ndrbetschd. ; ajə Rchw. Str. Wörth Lohr ] 1. angehörig. Mi n eige n mein e…

  6. Spezial
    eigen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ei|gen adj. 1 (persönlich) personal (-ai, -a): seine eigen e Meinung süa minunga personala 2 (jdm. selbst gehörend) so (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit eigen

857 Bildungen · 616 Erstglied · 229 Zweitglied · 12 Ableitungen

eigen‑ als Erstglied (30 von 616)

Eigenbrot

SHW

Eigen-brot Band 2, Spalte 49-50

Eigenlob

SHW

Eigen-lob Band 2, Spalte 49-50

Eigensinn

SHW

Eigen-sinn Band 2, Spalte 49-50

Eigen (Adj.)

Wander

Eigen (Adj.) Eigen (Adj.). 1. Eegen deit eegen kên Schaden. ( Holst. ) – Bueren, 441. Wenn z.B. eigenes Vieh dem Eigenthümer das Kornfeld ze…

eigenagenei

PfWB

eigenagenei : im KR.: Eins, zwei, drei, eigenagenei; eigenage, Messerstiel, alte Weiber fressen viel [ KU-Hundh ]; vgl. Var. bei Messerstiel…

Eigenansicht

Campe

eigen·ansicht

○ Die Eigenansicht , d. Mz. ungew. die eigene Ansicht, die Ansicht, Besichtigung einer Sache mit eignen Augen (Authopsie). Dann auch, die Be…

eigenantrieb

DWB2

eigen·antrieb

eigenantrieb m. zuss. mit antrieb m. 2 WDG 1,190 a , in einer maschine selbst befindlicher antrieb: 1965 Lueger lex. ( 1960 ) 6,385 a .

eigenarbeit

DWB2

eigen·arbeit

eigenarbeit f. : 1902 Sombart kapitalismus 1,28. 1965 frankf. allg. ztg. 225,6.

eigenartig

DWB

eigen·artig

eigenartig , proprius, eigner art, eigenthümlich: er nannte es nach treflicher eigenartiger bestimmung dattelförmig körnigen quarz. Göthe 32…

EIGENARTIGERWEISE

DWB2

eigenartig·er·weise

EIGENARTIGERWEISE adv. zusammenrückung der genitivverbindung von eigenartig adj. B 2 und weise f. bezeichnet einen mitzuteilenden sachverhal…

Eigenartigkeit

LDWB2

eigenartig·keit

Ei|ge|nar|tig|keit f. (-,-en) 1 (Besonderheit) particolarité (-s) f. 2 (Sonderbarkeit) singolarité (-s) f. , originalité (-s) f.

eigenbackt

MeckWB

eigenbackt selbstgebacken: eigenbackt Brot, Stuten Schö; dee ett noch eigenbackt Brot ist altfränkisch Ro AHeide . Me. 1, 1011.

EIGENBAR

DWB2

eigen·bar

EIGENBAR adj. abl. von eigen adj. im gegensatz zu der in unterschiedlichen bedeutungen vielgebrauchten lich- bildung scheint die bar- abl. n…

eigenbedingt

GWB

eigen·bedingt

eigenbedingt durch die spezif Verhältnisse geprägt die e-e Lage des Landes [ Böhmens ] 42 1 ,37,24 Üb:Monatsschr Böhmen [Varnhagen/G] Josef …

EIGENBEHÖRIGKEIT

DWB2

eigenbehoerig·keit

EIGENBEHÖRIGKEIT f. abl. von eigenbehörig adj. 1. leibeigenschaft: ⟨1801⟩ aufhebung der eigenbehörigkeit Stein staatsschr. 2 Th. Maak

Eigenbeliebig

Campe

eigen·beliebig

○ Eigenbeliebig , adj. u. adv. aus eigenem Belieben. » Eigenbeliebige Änderungen machen.« Henke.

eigen als Zweitglied (30 von 229)

allereigen

KöblerMhd

*allereigen , Adj. nhd. „allereigen“ Hw.: s. allereigenste E.: s. aller, eigen (5)

framgineigen?

KöblerAnfrk

*fram·gineigen

*framgineigen? , sw. V. (1) Hw.: vgl. ahd. framgineigen* Son.: amfrk. MNPsA Inf. frangeneian declinare 16, 11 Leiden = MNPsA Nr. 259 (van He…

neigen

KöblerAhd

*neigen , sw. V. (1a) Vw.: s. *zuo- Hw.: vgl. as. *hnēgian (2)*

steigen?

KöblerAhd

*steigen? , sw. V. (1) nhd. steigen machen, erhöhen ne. increase (V.) Q.: PN

treigen

KöblerMhd

*treigen , V. Vw.: s. ūf-, zer- E.: Herkunft ungeklärt?

weigen?

KöblerMhd

*weigen? , st. N. Vw.: s. sturm- E.: s. weigen (1) W.: nhd. DW-

zuoneigen?

KöblerAhd

*zuoneigen? , sw. V. (1a) Hw.: vgl. as. tōhnēgian*

teigen

BWB

-teigen Band 3, Spalte 3,1482

abe neigen

MWB

abe neigen swV. 1 ‘sich niederneigen’ , refl.2 ‘abweichen, sich abwenden (von etw./jmdm.)’ 3 ‘etw. abwenden, ablenken’    1 ‘sich niederneig…

abe seihen, abe seigen

MWB

abe seihen, abe seigen swV. ‘durch Abgießen Flüssiges und Festes trennen, abseihen’ so seige denne abe das smaltz BvgSp 11. 31; daz side [..…

abeneigen

KöblerMhd

aben·eigen

abeneigen , st. N. nhd. „Abneigen“, Beugung Q.: KvMSph (1347-1350) (FB abeneigen) E.: s. abeneigen L.: Lexer (abeneigen), FB 2b (abeneigen)

abersteigen

DRW

aber·steigen

abersteigen durch Ersteigen wegnehmen der R. selbsechszehnde wolten dem H. sein sloß aberstigen und erloffen und in gefangen haben 15. Jh. B…

abmeigen

KöblerMhd

abmeigen , sw. V. Vw.: s. abemæjen

abneigen

DWB

abneigen , deflectere, declinare. auge, ohr, herz von einem abneigen; wan die sonn ihren schein von uns abnaiget. Weckherlin 207 ; ob der bl…

absteigen

DWB

abs·teigen

absteigen , descendere, niedersteigen, nnl. afstijgen: vom pferde, wagen absteigen, früher ab dem pferde steigen; vom thurm, berge, von der …

afkleigen

KöblerMnd

afkleigen , V. Vw.: s. afkleien L.: MndHwb 1, 27, Lü 6a (afkleigen)

afnêⁱgen

MNWB

afnêⁱgen , swv. , abwenden, sich vom rechten Wege wenden, declinare.

afweigen

MeckWBN

Wossidia MeckWB afweigen 2. fortgehen: ick weih glik af Ha Hagenow@Wittenburg Witt .

alteigen

MWB

alte·igen

alteigen stN. ‘abgabenfreies Grundstück, Erbgut’ selgut und alteigen DRW 1,525 (Hanauer, Const d’Alsace; a.1240) MWB 1 180,20; Bearbeiter: T…

ananeigen

KöblerAhd

anane·igen

ananeigen , sw. V. (1a) nhd. „anneigen“, neigen, anlehnen, sich anlehnen ne. lean (V.) against ÜG.: lat. inniti Gl Q.: Gl (10. Jh.) I.: Lüs.…

ane neigen

MWB

ane neigen swV. ‘anlehnen’ dy fuchse dy haben ere holre unde dy vogele der hemele ere nest, abir des menschyn sun hat nicht do her syn houbi…

ane weigen

MWB

ane weigen swV. möglicherweise zu anewîgen mit nhd. Diphthongierung 1 ‘jmdn. angreifen’ 2 ‘jmdn. anfechten, versuchen, verfolgen’ 3 ‘etw. be…

ane zeigen

MWB

ane zeigen swV. ‘etw. (auf)zeigen, auf etw. hinweisen’ alle gotis lêrâre [...] zaigetin mir an den engin stîch dâ man sich ubeltâten schamin…

anegeneigen

KöblerMhd

ane·geneigen

anegeneigen , sw. V. nhd. „angeneigen“ Hw.: s. ane, geneigen Q.: EvB (1340) (FB ane geneigen) E.: s. ane, geneigen W.: nhd. DW2- L.: FB 14b …

Ableitungen von eigen (12 von 12)

beeigenen

Lexer

be-eigenen swv. einem ein gut gerichtlich als freies eigentum übergeben. was ich gut hab schol alles peaygent werden zu kreftung des gotsdin…

eigene

BMZ

eigene swv. spreche zu, mache eigen. Graff 1,116. mein herz hât si geaiget Hätzl. 1,36,31. geeignet ansässig. geeignet und geerbet Gr. w. 1,…

enteigenen

KöblerMhd

enteigenen , sw. V. nhd. enteignen Hw.: vgl. mnl. onteigenen Q.: Ack (nach 1400) E.: s. ent, eigenen W.: nhd. enteignen, V., enteignen, DW2 …

ereigen

DWB

ereigen , ostendere, monstrare, erweisen, erzeigen. schon verschiedentlich ist nachgewiesen worden (1, 801. 3, 96), dasz eigen in diesem wor…

geeigene

BMZ

geeigene swv. wan di sêle dem lîcham geeigent wirt myst. 1,18,6.

geeigenen

Lexer

ge-eigenen swv. BMZ zueignen mit dat. Myst.

uneigen

DWB

uneigen , adj. adv. , im gegensatz zu eigen alienus, extraneus, improprius Stieler 26 : solche ihnen uneigne, aber committirte geschäfte Zin…

ureigen

DWB

ureigen , adj. adv. , eigen mit ur- C 4 c. 1 1) eigen 3 entsprechend, seit urdenklicher zeit leibeigen: patrimonial, u. Kinderling 309 . 2 2…

vereigen

Lexer

ver-eigenen , ver-eigen swv. BMZ zu eigen geben, machen. dî kint êwiclich voreigint sint Jer. 7198. sorg und leit in âhte, fröud und liep ve…

vereigene

BMZ

vereigene swv. gebe zu eigen, bestätige. Oberl. 1889.

Vereigenen

Campe

Vereigenen , v. trs . zum Eigenthum geben, besonders ein bisheriges Lehengut zum Eigenthnm übergeben, zu einem eigenen Gute machen. »— um ey…