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Daráuf

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Daráuf adv.

Bd. 1, Sp. 679b
Daráuf, adv. auf diesem, dieser; auf dieses, diese; und, auf demselben, derselben; auf dasselbe, dieselbe. 1) Hinweisend, dárauf, mit dem Tone auf der ersten Silbe, wo es bezeichnet (1) ein Sein und Handeln auf, über einer Sache. Darauf liegt er gewöhnlich. Darauf stehet er, sitzet er, wenn er schreibt. (2) Den Gegenstand einer Handlung, Geistesverrichtung, Gemüthsbewegung  Darauf muß man sehen, hören. Darauf achte ich immer zuerst. Darauf lasse ich mich nicht ein. Es kömmt hiebei vorzüglich darauf an. Er hat viele Einsichten und große Erfahrungen, und darauf ist er stolz. Darauf bilde dir ja nichts ein. (3) Einen Endzweck. Darauf ist es eben angelegt, angefangen. Er geht nur darauf aus. Nur weich daráuf zu sitzen, Zu sorgen nicht, zu prangen, Dárauf ists angefangen. Logau. (4) Eine Zeitfolge, für nach diesem, hierauf. Darauf ging der Lärmen, der Streit erst recht an. (5) Eine Beziehung, Hinsicht auf einen Umstand, für, in dieser Hinsicht, in diesem Falle. »Nichts finden werden Sie; und doch sicher, darauf kenn' ich Sie, ein halb Dutzend Stunden blättern und grübeln.« Meißner. Darauf dient dies zur Antwort. 2) Beziehlich, daráuf, wo es ebenfalls bezeichnet (1) ein Sein oder Handeln an oder über einer Sache. Der Hund liegt nicht neben dem Stuhle, er liegt darauf. Du suchst das Tuch, und sitzest darauf. Du hast zwar eine Flöte, kannst du aber auch darauf blasen? Doch kann man nicht in allen Fällen darauf für auf demselben  sagen. So sagt man nicht, meine Freunde waren auf dem Rathhause, ich aber war nicht darauf, sondern auf demselben; im Sommer wohnt er zwar auf dem Lande, aber im Winter bleibt er nicht darauf, sondern auf demselben. (2) Den Gegenstand einer Handlung, Gemüthsbewegung  Der Boden ist glatt, falle nicht darauf. Er fand eine Rasenbank, und setzte sich darauf. Achte, merke doch darauf. Ih sehe und höre nicht darauf. Ih will darauf denken. — Seit undenkbaren Jahren Hatt' er darauf schon gedacht. — Klopstock. Ih will darauf warten. Was konnte er darauf antworten? Er bestand darauf. Verlassen Sie sich darauf. Ih rechne darauf. Ih wette darauf, was Sie wollen. Noch etwas darauf legen noch etwas zulegen. Man hat einen hohen Preis darauf gesetzt. Es stehet der Galgen darauf, die Strafe gehängt zu werden ist darauf gesetzt. — Das Nachtmahl nehm' ich darauf: ich bin ganz unschuldig. Voß. Er sah mich darauf an, er sah mich als den Thäter, Urheber an, hielt mich dafür. Er braucht gar nicht darauf stolz zu sein. Ih bilde mir darauf weiter nichts ein. I gemeinen Leben werden zuweilen auch noch die Wörter, los, zu, damit verbunden. Darauf los gehen, arbeiten, schlagen  Er ritt gerade darauf zu. (3) Eine Gegenwart bei einer Handlung. Es war gestern ein öffentlicher Ball, ich bin aber nicht darauf gewesen. Man stellte ihm zu Ehren eine große Jagd an, er ging aber nicht darauf. (4) Einen Endzweck. Man sieht wol, daß es darauf angefangen ist. Er hat es darauf angelegt. Ih bin darauf schon lange ausgegangen. (5) Eine Zeitfolge. Wir brachten den Abend sehr vergnügt zu, darauf ging ein jeder zu Bette. Heiße Speisen essen, und gleich darauf kalte Getränke trinken, ist höchst ungesund. Dies hört ich darauf von der schöngelockten Kalypso. Voß. Wenn die Zeit mehr oder weniger bestimmt ist, so wird darauf hinter das jene Zeit bezeichnende Grundwort gesetzt. Vierzehn Tage darauf. Einige Zeit darauf. Einen Augenblick darauf. Zuweilen steht das Grundwort dann auch im zweiten Falle. Tags darauf, des Abends, des Morgens, oder, Abends, Morgens darauf. I gemeinen Leben wird darauf gewöhnlich in drauf zusammengezogen. »Und setzte sich drauf.« Matth. 28, 2. »Drauf schwiegen sie, und sah'n einander an.« Gellert. I Verbindung mit einigen Aussagewörtern bekömmt es verschiedene uneigentliche Bedeutungen, z. B. in daraufgehen, daraufkommen  S. diese. Unrichtig wird es gebraucht für worauf. Das Pferd, darauf er reitet. »Alle Lager, darauf er lieget, und alles, darauf er sitzet.« 3 Mos. 15, 4. Fehlerhaft und übelklingend ist auch die Wiederholung des auf. »Auf welch Land der Herr dein Gott Acht hat, und die Augen des Herrn — immerdar darauf sehen.« 5 Mos. 11, 12.
4117 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dārauf

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Dārauf und Daraūf, adv. demonstrativo-relativum, des Ortes, für auf diesem, auf dieses, auf dasselbe, auf demselben. Es …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    darauf

    Goethe-Wörterbuch

    darauf etwa ein Fünftel der exzerpierten Belege in der Form ‘drauf’, bes in Versdichtung, einmal figurenspr ‘drof’ 37,59…

  3. modern
    Dialekt
    darauf

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    darauf Band 1, Spalte 1,692f.

  4. Sprichwörter
    Darauf

    Wander (Sprichwörter)

    Darauf 1. Drauf und daneben ist viel Platz. 2. He geit derup los, as de Buck up de Haferkiste. – Bueren, 648; Frommann, …

  5. Spezial
    darauf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    dar|auf adv. 1 (örtlich) sön chësc, lassura 2 (zeitlich: danach) dedô, spo, do n strüf 3 (zeitlich: folgend) do 4 (infol…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit darauf

282 Bildungen · 281 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von darauf 2 Komponenten

dar+auf

darauf setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

darauf‑ als Erstglied (30 von 281)

darauf als Zweitglied (1 von 1)

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Cotta, M. (2026). „darauf". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/darauf/campe
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Cotta, Marcel. „darauf". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/darauf/campe. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „darauf". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/darauf/campe.
BibTeX
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