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raffen

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
20 in 18 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
64
Verweise raus
68

Eintrag · Pfälzisches Wb.

raffen schw.

Bd. 5, Sp. 350
raffen schw.: 1.a. 'hastig, gierig an sich reißen', raffe [verbr., auch Auslandspfälzer, Christmann Kaulb 4 Mang 79 Müller Dietschw 55 Lambert Penns 120]; vgl. rappschen1 1 a; Zs.: weg-, zusammenraffen. — b. 'auflesen, sammeln' [verbr.]; Zs.: ab-, auf- 1, ein-, heraus-, herunter-, hinein-, zusammenraffen; Syn.: lesen I1a; von Früchten: Grumbeere (Äppel, Beere, Niß, Eichele, Buchele, Ähre) raffe [verbr., auch Auslandspfälzer]; Rewe r. 'die abgeschnittenen Reben auflesen und bündeln' [RO-Rehborn]; Quecke (Stääⁿ) r. 'Quecken (Steine) vom Acker entfernen' [KU-Schmittw/O RO-Als KB-Kriegsf]; Mischt (Drecker, Perdsdrekker, Knodd(e)le) r. 'den Viehkot für die Düngung des Gartens einsammeln' [IB-Rohrb, verbr.]; Grumbeere in die Kerb r. (in den einen Korb die dicken, in den anderen die kleinen und beschädigten zur Fütterung) [KU-Schmittw/O]. 's Raffe vortelt net (schutzt net, gibt Stick) 'das Auflesen (z. B. von kleinen Früchten) geht langsam' [ebd.]. Der rafft fer zweeⁿ 'sammelt so viel wie zwei andere'. Der rafft sich net se dod 'ist langsam im Lesen' [ebd.]. Mer dun heit ferdich r. [ebd.]. Äbbel un Beere! Wo's dick leit, do rafft er [NPf (Wilde 9)]. RA.: Wann de's nit glaawe willscht, no raff's! Wortspiel mit den Homophonen glaawe glauben, klaawe klauben, letzteres syn. zu raffe [Don-Gottlob]. Wu's dick leit, do rafft er's [Gal-Dornf]. SprW.: Was mer nit lese kann, des rafft mer [KU-Bedb]. Sie rafft die Steeⁿ un er schmeißt (werft) se 'Die Frau stiftet den Mann zu Streitereien an' [Kaislt, verbr., auch Don Gal Buch, Krämer Gal 171]. Var. zum Bastlösereim bei Nadel 1 a: Steencher raffe [Gal]. — c. 'sortieren' in den Zs.: aus-, durchraffen. — 2.a. 'flüchtig lesen, dabei Seiten überspringen' [Kaislt]. — b. 'die Meinung sagen' [NPf (Thielen 89)]. — c. vgl. auf- 2, zusammenraffen. — Südhess. IV 1185/86; Rhein. VII 28 ff.; Lothr. 399.
1888 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    raffenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    raffen , reffen swv. BMZ BMZ BMZ zupfen, rüpfen, raufen. raffen Ms. Teichn. reffen Wigam. ; raffen, eilig an sich reisse…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Raffen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Raffen , verb. reg. act. eilfertig und folglich ohne Ordnung mit den Fingern zu sich reißen. Alles auf einen Haufen zusa…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    raffen

    Goethe-Wörterbuch

    raffen einmal subst 1 trans; (etw) hastig aufheben, etw gewaltsam an/mit sich reißen; einmal in bildl-vergleichendem Zsh…

  4. modern
    Dialekt
    raffentr. v.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    raffe n [rafə fast allg.; ráfən D. ; réfən u. ráfən Si. ; rèfən Falk. ; refən Bo. — Ptc. gəraft, gəráft, geròf, gəràf(t)…

  5. Sprichwörter
    Raffen

    Wander (Sprichwörter)

    Raffen 1. Der eine rafft die Steine, der andere wirft sie. Einer entwirft die Plane, ein anderer führt sie aus. 2. Raffe…

  6. Spezial
    raffen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    raf|fen vb.intr. 1 (gierig nehmen) arafé (arafa) 2 (gierig sammeln) raspé (raspa), rabelné (rabelnëia), rablé (rablëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit raffen

32 Bildungen · 8 Erstglied · 19 Zweitglied · 5 Ableitungen

raffen‑ als Erstglied (8 von 8)

Raffensack

SHW

Raffen-sack Band 4, Spalte 1185-1186

Raffenel

Meyers

raff·enel

Raffenel , Anne , franz. Afrikareisender, geb. 1809 in Versailles, gest. 12. Juni 1858 auf Madagaskar, unternahm als französischer Marinebea…

raffengut

DWB

raffen·gut

raffengut , n. im sprichworte: pfaffengut raffengut. Luther tischr. 59 b ; daher spricht man auch: pfaffen gut, raffen gut; denn es ist mit …

Raffenierhammer

RhWB

Raffenier-hammer Berg m.: H., mit dem der Stahl raffiniert wird.

raffeniert

LothWB

raffeniert [ràfənírt Fa. u. s.] adj. durchtrieben, verschmitzt, abgefeimt. — els. 2, 238 ; frz. raffiné.

raffenrêf

Lexer

raffen·ref

raffen-rêf stn. BMZ bastseil Schm. Fr. 2, 66. — nd. rêp, funis Dfg. 252 c . vgl. rêbseil, vgl. rêbsnuor.

Raffensack

PfWB

raffen·sack

Raffen-sack m. : in der Wend.: Paffesack - Raffesack [ Schandein Sprachsch. 85]. Zu raffen 1 a. Südhess. IV 1186 ; Rhein. VII 32 .

raffen als Zweitglied (19 von 19)

abe raffen

MWB

abe raffen swV. → abe ereffen MWB 1 49,30;

abeeraffen

KöblerMhd

abe·eraffen

abeeraffen , sw. V. nhd. „abraffen“, wegnehmen, wegraffen, abschwindeln? Q.: StRAugsb (1276) E.: s. abe, eraffen W.: s. nhd. abraffen, V., a…

abraffen

DWB

abraffen , abripere, wegnehmen: die müller raffen von vier säcken oft ein viertel ab; das getraide vom felde abraffen und sammeln.

aufraffen

DWB

auf·raffen

aufraffen , corripere, nnl. oprapen, hastig wegnehmen: und ein reiner man sol die aschen von der kue aufraffen und sie schütten auszer dem l…

Dahínraffen

Campe

dahin·raffen

◬ Dahínraffen , v. trs. wegraffen, zerstören. Der Tod hat ihn dahingerafft. Werk der Kunst, auch du bist eine Trümmer, Ach! die Zeit hat dic…

entraffen

DWB

ent·raffen

entraffen , eripere, surripere, entreiszen, nnl. ontrapen: nicht der feind hat dich entraft, Ajax fiel durch Ajax kraft. Schiller 53 b . mei…

hentraffen

MeckWBN

hent·raffen

Wossidia hentraffen dahintraben: de Schimmel traffte ... up de Schosseh hen Gild. Dörp. 355.

hinraffen

DWB

hin·raffen

hinraffen , verb. wegraffen: raff meine seele nicht hin mit den sündern, noch mein leben mit den blutdürstigen. ps. 26, 9 ; und warum säumt …

slôraffen

MNWB

+° slûraffenlant , slôraffen- , n. , Land der Faulpelze, Müßiggänger, Schlaraffenland (SL). Vgl. slûrāpe.

straffen

DWB

straffen , verb zu straff adj.: Frisch 2, 342 c ; neben spannen ( th. 10, 1 sp. 1895) und strammen ( s. unten ) Kramer - Moerbeek (1768) 329…

tautraffen

MeckWBN

tau·traffen

Wossidia tautraffen wie traffen: dat Du nich ümmer so totrawwst bi dat Gahn W. Schmidt Dün. 125.

untōstraffen

KöblerMnd

untōstraffen , Adj. Vw.: s. untōstraffent

Veraffen

Campe

ver·affen

✱ Veraffen , v. I) ntr . mit sein , zum Affen werden. »svi duhte in irem sinne sei hettes wol geschaffet vnde er were gar veraffet .« Maness…

wedderstraffen

KöblerMnd

wedder·straffen

wedderstraffen , sw. V. nhd. zurückweisen ÜG.: lat. redarguere, reprobare Hw.: vgl. mhd. widerstrāfen I.: Lüt. lat. redarguere? E.: s. wedde…

Wégraffen

Adelung

weg·raffen

Wégraffen , verb. regul. act. Einem etwas wegraffen, weggreissen. Der Tod, die Pest rafft viele Menschen weg, es sterben viele Menschen.

zerschraffen

KöblerMhd

zer·schraffen

zerschraffen , sw. V. nhd. durch Einschnitte zerreißen Q.: WvRh (Ende 13. Jh.) E.: s. zer, schraffeb W.: nhd. DW- L.: Lexer 333b (zerschrepf…

Ableitungen von raffen (5 von 5)

beraffen

RhWB

be-raffen: 1. etwas b., frech betasten Allg. RA.: Anem de Buckel b. ihn prügeln, ihm die Wahrheit sagen May-Hatzenport Kollig Trimbs ; enem …

entraffen

DWB

entraffen , eripere, surripere, entreiszen, nnl. ontrapen: nicht der feind hat dich entraft, Ajax fiel durch Ajax kraft. Schiller 53 b . mei…

erraffen

DWB

erraffen , colligere, arripere. Stieler 1496 : musz pflanzen und schaffen, erlisten, erraffen. Schiller 78 a .

Verraffen

Campe

Verraffen , v. trs . u. rec . falsch raffen, das Unrechte raffen. Sich verraffen , sich im Raffen versehen, das Unrechte erraffen. D. Verraf…

Zerraffen

Campe

Zerraffen , v. trs . von allen Seiten raffend aus einander reißen und zerstreuen. Und sie zerraffen den Schmaus — Voß. D. Zerraffen. D. — un…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „raffen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/raffen/pfwb
MLA
Cotta, Marcel. „raffen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/raffen/pfwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „raffen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/raffen/pfwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_raffen_2026,
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