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raffen

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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20 in 18 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

raffen

Bd. 7, Sp. 28
raffen für das Wort sind zwei Geb. zu unterscheiden; das südl. rhfrk. Geb. bis zur Mos weist rafə schw. u. ręfə, Part. gərǫf st. auf, u. zwar so, dass das Geb. der Saar von Saarl an nur das starke Zeitw. rE(ər)fə besitzt; Saarbr, Ottw, Nahe u. Hunsr weniger rafə, mehr ręfə, u. zwar südl. einschl. Kreuzn-Kirn Dhaun Brauw Weitersborn, Soonw -af-, n. davon wie im Hunsr -ę-; Meis -af-; Birkf -ę- (Part. gəręft u. älter gərǫf), hier u. da -a-; w. einschl. Wend-OLinxw Urw Baltersw Grügelborn Seitzw Haupersw Oberk Freisen Rohrb Leitzw -ęf-, ö. -af-; Ottw vielfach, Saarbr-Fürstenhsn Krughütte Sulzb Stdt Völkl (u. -ę-), Goar allg., Simm-Corw Gemünden Külz Wahlb -af-; Trier-Hochw u. Mos hat rEfən, –ę- [Casel -ā-], wie auch noch Wittl-Gipperath Gladb Neuerbg; Bernk -ęf-, –E- [Mülh Wolf -a-]; Zell -ęf-; Koch-Eller Ernst Gevenich Urschmitt -Ef-, sonst -ā-; n. dieser Mosel-L. gilt für das zweite Geb. nur rāfə(n) [Kobl, SMay -a- wie in Goar u. in Neuw (kurköln. -ā-), Altk, Siegld [-a- noch in Aden-Quiddelb, Ahrw-Westum Heimersh; du rEfs Prüm-Ihren; -E- noch in Daun-Boxbg Strohn Utzerath]; die Form -āf- erstreckt sich bis zur Benr-L., von wo an rāpə (du raps u. -e-, jərapt) gilt [das nfrk. Berg. hat -af- als Lehnw.; Ruhr, n. Ruhr ist -āp- selten] schw.: 1.a. etwas r., aufheben, sammeln (also nicht mit verächtl. Nebensinne) (stark von (of-) lesen, ofheven zurückgedrängt), mit best. Obj. in technischer Verwendung, u. zwar Erdäppel r. die bei der Kartoffelernte ausgemachten u. auf der Spreite liegenden Kart. im Gehen oder Knien aufheben u. in den mitgeführten Korb legen u. dabei sortieren Wend-Dörrenb, Eusk, Rheinb, SNfrk; Rewe r. die geschnittenen Reben sammeln u. in Bündeln binden Mos; dürres Holz im Walde sammeln, Holz (Reiser, Sprockeln) r., beien-, zesammenr. Allg.; Ähren in der Nachernte sammeln, was armen Leuten gestattet war, Ohre r. gohn Rhfrk, Mosfrk, LRip, Geilk, Heinsb, Kemp, Klev-Cranenbg (s. lesen, sangeln, sümern); gefallenes oder geschütteltes Obst auflesen Saarbr-Krughütte Sulzb, W- u. NWend, Bitb-Betting (sonst opr. u. lesen); Steine r., auf dem Acker St. sammeln u. wegschaffen LRip; de Kenger r. ger Stensches MGladb; Kohle r. auf der Berghalde nach Kohlen suchen Saargeb.; Perdsküətele (Rossäpfel) r. SNfrk, NLRip; Erbsen r., auslesen, durch Auslesen des Schlechten reinigen Bitb-Rittersd. RA.: De raft de Sten, den anern wirft se der Anstifter sorgt für den Streit, den ein anderer ausführt Bitb, Prüm. Der es ze domm, fir Rebe (Rüben) ze r. (aus dem Boden zu ziehen), wenn mer em et Kraut (Laub) in de Hänn geft Koch. Geəhs de met no jen Schmedd, Perdsköttele rafe? Ich met de Häng (Händen) en du met de Zäng (Zähnen)! Aach, Dür, SNfrk; Äppke, Ape, P. rape, ech usf. MGladb. Kenger, rappt on dappt, dese Noəvend (Abend) geft et Prume (Pflaumen) en de Papp (Brei)! Geilk-Gangelt. — He raf, es am r. der Fieberkranke sucht, tastet auf der Bettdecke herum Eusk-Zülp. — Alles schnell zesammenr. (te Hop, beienr.) schnell zusammen aufnehmen Allg.; he ho (hatte) sech sen sövve Sackspipe bəegerappt en wor op hem a getavelt Eup; jet zom R. onger de Kenger schmisse etwa Zuckerzeug Rip, Allg.; en den Düstere r. im dunklen herumtasten Geld-Hinsbeck. Den Düwel woll en Wortel (Möhre) schrape, hej wost niet, wu n't (wie er es) Mess soll r. (fassen); hej schaej sich in den Dumm, dat gof en decke Prumm! Emmerich. — b. verächtl. etwas r., gierig, hastig an sich greifen, seine Habsucht betätigen; r. ou schrabbe; dem seng enzig Vergnöge es et R.; enem jet (für de Nas) fort-, wegr.; die hät en got Hand, für ze r.; derno sihr on höstig r.; der hät jet en sengem Levve zesammegeraf erworben Rip, Allg.; do han ech se ävver en (ihnen) geraf habe im Klickerspiel viel gewonnen Rheinb-Wald; klafe on r. reden u. arbeiten zugleich Bo-Kessenich; de Sens raf ze vell erfasst zu viel Gras wenn sie zu weit nach hinten steht Sieg-ODollend; ene Rafalles gieriger Mensch LRip. — 2. übertr. a. etwas r. α. etwas ausernannerr. durch Worte klar machen Goar-Weiler. — β. se'm emol r.; ich hon's em mol gerafft ihm die Meinung gesagt Saarbr; enem en r. eine Ohrfeige geben Kemp-Kaldenk. — b. einen r. α. herabr., lieblos, hart von ihm reden; einen beschimpfen; sich h., sich gegenseitig sch.; dat Mensch hot dech äwwer noch es bei mer erofgeraft; wat de zwei sech noch es erofgeraft hon! Daun, May. — β. iemes r. betrügen Kemp-Süchteln. — γ. sech bine (beieinander) r. sich besinnen, sich gewaltsam zusammennehmen; sich eiligst sammeln, um noch mitzukommen Monsch, Selfk; er hat sich geraft von langer Krankheit erholt Ahrw-Kirchsahr, Schleid-Hellenth; Rheinb-Wormersd; sech sesammer. Zell-Raversbeuren; sech beie(n)r. Eup, MülhRh-Overath; sich ze Hof r. Monsch-Witzerath. — δ. sich zusammenr., sich schön oder sonderbar kleiden Koch-Lutzerath, Malm-Dürler. — Abl.: die Raferei, dat Geraf(s) (Berg Geraffe).
4894 Zeichen · 131 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    raffenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    raffen , reffen swv. BMZ BMZ BMZ zupfen, rüpfen, raufen. raffen Ms. Teichn. reffen Wigam. ; raffen, eilig an sich reisse…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Raffen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Raffen , verb. reg. act. eilfertig und folglich ohne Ordnung mit den Fingern zu sich reißen. Alles auf einen Haufen zusa…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    raffen

    Goethe-Wörterbuch

    raffen einmal subst 1 trans; (etw) hastig aufheben, etw gewaltsam an/mit sich reißen; einmal in bildl-vergleichendem Zsh…

  4. modern
    Dialekt
    raffentr. v.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    raffe n [rafə fast allg.; ráfən D. ; réfən u. ráfən Si. ; rèfən Falk. ; refən Bo. — Ptc. gəraft, gəráft, geròf, gəràf(t)…

  5. Sprichwörter
    Raffen

    Wander (Sprichwörter)

    Raffen 1. Der eine rafft die Steine, der andere wirft sie. Einer entwirft die Plane, ein anderer führt sie aus. 2. Raffe…

  6. Spezial
    raffen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    raf|fen vb.intr. 1 (gierig nehmen) arafé (arafa) 2 (gierig sammeln) raspé (raspa), rabelné (rabelnëia), rablé (rablëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit raffen

32 Bildungen · 8 Erstglied · 19 Zweitglied · 5 Ableitungen

raffen‑ als Erstglied (8 von 8)

Raffensack

SHW

Raffen-sack Band 4, Spalte 1185-1186

Raffenel

Meyers

raff·enel

Raffenel , Anne , franz. Afrikareisender, geb. 1809 in Versailles, gest. 12. Juni 1858 auf Madagaskar, unternahm als französischer Marinebea…

raffengut

DWB

raffen·gut

raffengut , n. im sprichworte: pfaffengut raffengut. Luther tischr. 59 b ; daher spricht man auch: pfaffen gut, raffen gut; denn es ist mit …

Raffenierhammer

RhWB

Raffenier-hammer Berg m.: H., mit dem der Stahl raffiniert wird.

raffeniert

LothWB

raffeniert [ràfənírt Fa. u. s.] adj. durchtrieben, verschmitzt, abgefeimt. — els. 2, 238 ; frz. raffiné.

raffenrêf

Lexer

raffen·ref

raffen-rêf stn. BMZ bastseil Schm. Fr. 2, 66. — nd. rêp, funis Dfg. 252 c . vgl. rêbseil, vgl. rêbsnuor.

Raffensack

PfWB

raffen·sack

Raffen-sack m. : in der Wend.: Paffesack - Raffesack [ Schandein Sprachsch. 85]. Zu raffen 1 a. Südhess. IV 1186 ; Rhein. VII 32 .

raffen als Zweitglied (19 von 19)

abe raffen

MWB

abe raffen swV. → abe ereffen MWB 1 49,30;

abeeraffen

KöblerMhd

abe·eraffen

abeeraffen , sw. V. nhd. „abraffen“, wegnehmen, wegraffen, abschwindeln? Q.: StRAugsb (1276) E.: s. abe, eraffen W.: s. nhd. abraffen, V., a…

abraffen

DWB

abraffen , abripere, wegnehmen: die müller raffen von vier säcken oft ein viertel ab; das getraide vom felde abraffen und sammeln.

aufraffen

DWB

auf·raffen

aufraffen , corripere, nnl. oprapen, hastig wegnehmen: und ein reiner man sol die aschen von der kue aufraffen und sie schütten auszer dem l…

Dahínraffen

Campe

dahin·raffen

◬ Dahínraffen , v. trs. wegraffen, zerstören. Der Tod hat ihn dahingerafft. Werk der Kunst, auch du bist eine Trümmer, Ach! die Zeit hat dic…

entraffen

DWB

ent·raffen

entraffen , eripere, surripere, entreiszen, nnl. ontrapen: nicht der feind hat dich entraft, Ajax fiel durch Ajax kraft. Schiller 53 b . mei…

hentraffen

MeckWBN

hent·raffen

Wossidia hentraffen dahintraben: de Schimmel traffte ... up de Schosseh hen Gild. Dörp. 355.

hinraffen

DWB

hin·raffen

hinraffen , verb. wegraffen: raff meine seele nicht hin mit den sündern, noch mein leben mit den blutdürstigen. ps. 26, 9 ; und warum säumt …

slôraffen

MNWB

+° slûraffenlant , slôraffen- , n. , Land der Faulpelze, Müßiggänger, Schlaraffenland (SL). Vgl. slûrāpe.

straffen

DWB

straffen , verb zu straff adj.: Frisch 2, 342 c ; neben spannen ( th. 10, 1 sp. 1895) und strammen ( s. unten ) Kramer - Moerbeek (1768) 329…

tautraffen

MeckWBN

tau·traffen

Wossidia tautraffen wie traffen: dat Du nich ümmer so totrawwst bi dat Gahn W. Schmidt Dün. 125.

untōstraffen

KöblerMnd

untōstraffen , Adj. Vw.: s. untōstraffent

Veraffen

Campe

ver·affen

✱ Veraffen , v. I) ntr . mit sein , zum Affen werden. »svi duhte in irem sinne sei hettes wol geschaffet vnde er were gar veraffet .« Maness…

wedderstraffen

KöblerMnd

wedder·straffen

wedderstraffen , sw. V. nhd. zurückweisen ÜG.: lat. redarguere, reprobare Hw.: vgl. mhd. widerstrāfen I.: Lüt. lat. redarguere? E.: s. wedde…

Wégraffen

Adelung

weg·raffen

Wégraffen , verb. regul. act. Einem etwas wegraffen, weggreissen. Der Tod, die Pest rafft viele Menschen weg, es sterben viele Menschen.

zerschraffen

KöblerMhd

zer·schraffen

zerschraffen , sw. V. nhd. durch Einschnitte zerreißen Q.: WvRh (Ende 13. Jh.) E.: s. zer, schraffeb W.: nhd. DW- L.: Lexer 333b (zerschrepf…

Ableitungen von raffen (5 von 5)

beraffen

RhWB

be-raffen: 1. etwas b., frech betasten Allg. RA.: Anem de Buckel b. ihn prügeln, ihm die Wahrheit sagen May-Hatzenport Kollig Trimbs ; enem …

entraffen

DWB

entraffen , eripere, surripere, entreiszen, nnl. ontrapen: nicht der feind hat dich entraft, Ajax fiel durch Ajax kraft. Schiller 53 b . mei…

erraffen

DWB

erraffen , colligere, arripere. Stieler 1496 : musz pflanzen und schaffen, erlisten, erraffen. Schiller 78 a .

Verraffen

Campe

Verraffen , v. trs . u. rec . falsch raffen, das Unrechte raffen. Sich verraffen , sich im Raffen versehen, das Unrechte erraffen. D. Verraf…

Zerraffen

Campe

Zerraffen , v. trs . von allen Seiten raffend aus einander reißen und zerstreuen. Und sie zerraffen den Schmaus — Voß. D. Zerraffen. D. — un…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „raffen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/raffen/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „raffen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/raffen/rhwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „raffen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/raffen/rhwb.
BibTeX
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