Regiren, v. I) trs. ein Deutsches Wort mit der undeutschen Endung iren, wofür im
N. D. regeren gesagt wird und welches von regen, rühren, bewegen herkömmt, wovon es als Verstärkungswort betrachtet werden kann. Es bedeutet eigentlich, die Richtung einer Bewegung nach seinem Willen bestimmen und die so bestimmte Richtung fortdauern lassen; lenken. Die Pferde vor dem Wagen, den Wagen, das Schiff regiren. Uneigentlich. 1) Die Richtung einer Empfindung, Gemüthsbewegung, Leidenschaft bestimmen, sie lenken, leiten, beherrschen. »Die Liebe der Ehe mit einem steten Augenmerke auf ihre ehrwürdige Absicht durch Klugheit regiren.« Gellert. 2) Das Verhalten, die Handlungen freier Wesen bestimmen; in welcher Bedeutung lenken, herrschen, zu dessen Begriff regiren noch den Begriff, daß ein gewisser Zweck dadurch erreicht werden soll, hinzufügt, walten dafür gebraucht werden kann. S. diese Wörter. — Sich von Andern regiren lassen. Gott regirt Alles. »Der Friede Gottes regire in eurem Herzen.« Col. 3, 15. »Er kann sich selbst nicht regiren, wie wird er klüglich und sanftmüthig in seinem Hause zu herrschen wissen?« Gellert. I engerer Bedeutung, das Verhalten, die Handlungen der Glieder einer Gesellschaft bestimmen. Der regirende Burgemeister, der amtende. I noch en= gerer Bedeutung, von der mit der höchsten Gewalt in einem Staate bekleideten Person. Der regirende König. Land und Leute regiren. Gut, schlecht regiren. Zuweilen auch, die Oberhand haben; im gemeinen Leben, besser, herrschen. »Da er hörte, daß die Pest zu Barcellona regire.« Adelung. 3) I weiterer Bedeutung, im
N. D. sich regiren, auf gewisse Weise sich verhalten, sich aufführen. Auch als ntr. dem Wesen nach. Wie regirt sich das Fieber, wie verhält, wie äußert sich das Fieber, was zeigen sich dabei für Umstände, Zufälle? II) † intrs. im
N. D. lärmen poltern, toben; ungestüm zu Werke gehen. — D. Regiren. D. — ung. S.
d.