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pferd

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Pferd Das

Bd. 3, Sp. 623a
Das Pferd, (gedehnt) — es, Mz. — e; Vw. das Pferdchen, O. D. — lein. 1) Ein bekanntes vierfüßiges mit ungespaltenen Hufen versehenes, kurzhariges aber mit einer Mähne und langhaarigem Schwanze versehenes schönes und nützliches Hausthier, dessen man sich zum Reiten, Ziehen und Lasttragen bedient. Ein wildes Pferd, sowol welches im Stande seiner natürlichen Freiheit lebt, zum Unterschiede von einem zahmen Pferde, welches schon gezähmt ist oder von gezähmten Pferden abstammt, als auch, ein in seinen Bewegungen wildes, ein wild oder scheu oder zornig gewordenes Pferd. Ein zugerittenes, ein eingefahrenes Pferd, welches schon gewöhnt ist, sich reiten zu lassen, im Wagen zu ziehen, dergleichen man gewöhnlich schon unter einem Pferde schlechthin verstehet. Pferde halten, zu seinem Gebrauche unterhalten. Mit zwei, vier Pferden, auch nur mit Zweien, Vieren fahren. Ein Zug, Gespann Pferde. Die Pferde anschirren, anspannen, ausspannen, wechseln. Frische Pferde nehmen, andere die geruhet haben. Zu Pferde reisen, reiten. Zu Pferde kommen, ankommen. Ein schönes Pferd reiten. Nicht vom Pferde kommen, beständig oder viel reiten. Gut zu Pferde sitzen, mit Anstand und fest. Sich zu Pferde setzen, das Pferd besteigen. Vom Pferde absitzen, absteigen. Zu Pferde dienen, unter der Neiterei. Das Pferd satteln, absatteln. Vom Pferde fallen. Das Pferd hat ihn abgeworfen, abgesattelt. Sprichw. Sich vom Pferde auf den Esel setzen, seinen Zustand verschlimmern, gleich dem Sprichworte, aus dem Regen in die Traufe kommen. Die Pferde hinter den Wagen spannen, eine Sache verkehrt anfangen. Einem geschenkten Pferde muß man nicht ins Maul sehen, oder, einem geschenkten Gaul sieh nicht ins Maul, mit geschenkten Sachen muß man es nicht so genau nehmen, wenn sie auch nicht die besten sind, man muß sie nicht so genau untersuchen, wie ein Pferd, das man kaufen will und welchem man unter andern auch in den Mund sieht, um an den Zähnen ihr Alter zu erkennen. Pferde, die den Hafer verdienen, bekommen ihn nicht, dem Verdienstvollen wird nicht immer zu Theil was er verdient. † Trauwohl ritt das Pferd weg, sagt man, wenn man von einem, dem man zu viel traute, betrogen wird. Auf dem fahlen Pferde betroffen werden, bei einer Lüge ertappt, in einem Irthume betroffen werden. Von der andern Seite des Pferdes wieder herunterfallen, von einem Äußersten ins andre verfallen. † Hüte dich, mein Pferd schlägt dich, in Osnabrück, nimm dich vor mir in Acht. Das Wort Pferd, welches im N. D. Peerd lautet und wofür man daselbst auch Page sagt, ist das allgemeine Wort, wofür man auch △ Roß, ehemahls Ors, Gaul, Mähre, sagt, obgleich die letzten zuweilen Nebenbedeutungen bekommen. S. Mähre. Ein männliches Pferd, wenn es ungeschnitten ist, heißt Hengst, † Hingst, Hangst, Hest, worunter man im Saterlande und in Mekelnburg auch ein Pferd überhaupt versteht, und wenn es zur Fortpflanzung bestimmt ist, Beschäler, Schellhengst, Zuchthengst, Springhengst, Stuthengst, im N. D. Stöter, in Baiern ehemahls auch Maidten, ein Hengst von geringem Werthe, dessen man sich bedient, um erst zu erfahren ob die Stute wirklich hitzig ist, ein Spürhengst oder Probe=, Prüfehengst; ein der Mannheit beraubtes Pferd, ein Wallach, ein Klopfhengst  in Westfalen Rune, anderwärts Reuß, Meiden, Heiler; ein weibliches Pferd, Stute, Mutterpferd, und ist es geringerer Art, Gurre, Gorre, Zorre, Wilde, Kobel, Mähre, Motsche, Strenz, Struke, Tote; ein junges Pferd, das noch nicht ausgewachsen ist heißt ein Füllen oder Fohlen, welche man ehemahlsunterschied, und unter Fohlen männ=[] liche junge Pferde oder Hengstfüllen (poledri), unter Füllen weibliche oder Stutfüllen (poldrini) verstand, in Franken Hankerle, in Ulm Motschele, in Osnabrück Watte, in Schlesien Kudel, in Lothringen und Saarwerden Wuschel, in andern Gegenden Bickartlein, Heinsel, Heißerle, Hüßchen, Hutschela, Statte; ein kleines Pferd heißt ein Klepper, Nickel, Knuter, Schnak, Grämlein, beim Dasypodus Bickartlein. I Ansehung der Güte bekommen die Pferde ebenfalls verschiedene Namen, wohin außer den schon angeführten die Benennungen Mähre, Schindmähre, Kracke, Koppe, Roller, Zagge, in Liefland Scheker, in manchen O. D. Gegenden Rung, von schlechten oder auch alten untauglichen Pferden, gehören. Von andern Eigenschaften in Ansehung der Gestalt, der Farbe  nennt man ein Pferd einen Schwanenhals, Speckhals, Rammskopf, eine Rammsnase, einen Rappen, Falben, Braunen, Grauen, Schimmel, Apfelschimmel, Fliegenschimmel, Grauschimmel, Hechtschimmel, Rothschimmel, Schwarzschimmel, Spiegelschimmel  Fuchs, Lichtfuchs, Rechtfuchs, Rothfuchs, Schwarzfuchs  † Räutke, einen Tiger, eine Schecke, eine Blässe; einen Dänen, Holsteiner, Polen, Engländer  ein Dänisches  Pferd; einen Stutzschwanz, einen Paßgänger, Zelter; einen Wildfang, ein in der Wildniß aufgewachsenes Pferd, eine Strietze, ein noch nicht abgerichtetes aber zahmes Pferd, einen Mengeling, ein von verschiedenen Arten abstammendes Pferd; ein Graspferd, das man grasen läßt und das meist nur Gras zu fressen bekömmt; einen Krippenbeißer, Krippensetzer, Barngrolzer, Kopper, Kollerer  S. d. Ferner ist dem Gebrauche und andern Umständen nach ein Pferd ein Dienstpferd, Zugpferd, Wagenpferd, Kutschpferd, Schlittenpferd, Ackerpferd, Ackergaul, Karrengaul, Fuhrmannspferd, Postpferd, Postklepper, Postreiterpferd, Sattelpferd, Stück: pferd, Mühlpferd oder Mühlroß, Hinterpferd, Vorderpferd, Reitpferd, Reitklepper, Schulpferd, Handpferd, Beipferd, Nebenpferd, Leibpferd, Lieblingspferd, Herrenpferd, Bauerpferd, Staatspferd, Prunkpferd, Prunkroß, Freudenpferd, Trauerpferd, Jagdpferd, Jagdroß, Streitpferd, Streitroß, Kriegspferd, Kriegsroß, Kampfroß, Turnierroß, Lastpferd, Packpferd, Saumpferd, Saumroß, Saumer   S. diese und auch Dichterpferd, Flügelpferd, Flügelroß, Musenpferd, Steckenpferd  — I den Zusammensetzungen bedeutet Pferd häufig das größte seiner Art, z. B. Pferdeameise, Pferdehai, Pferdenuß, Pferdeglück ; zuweilen aber auch ein schlechtes, geringes Ding seiner Art. Auch wechseln in den Zusammensetzungen die Wörter Pferd und Roß ab, und bald ist Pferd gewöhnlicher bald Roß, ohne daß die mit Roß zusammengesetzten Wörter in jedem Falle edler sind. Außer den mit Pferd zusammengesetzten Wörtern sind also auch die mit Roß zusammengesetzten nachzusehen. Uneigentlich nennt man im gemeinen Leben die großen grünen Heuschrecken Pferdchen, Graspferdchen, Heupferdchen, Gottespferdchen  I der Sternwissenschaft ist das Pferdchen ein kleines Sternbild zwischen dem Musenpferde und Wassermanne. 2) Ein Pferd mit seinem Reiter. Er kam mit einem Gefolge von zehn Pferden, mit zehn Begleitern zu Pferde. Er wurde mit hundert Pferden ausgeschickt, den Feind zu beobachten. 3) I der Schifffahrt nennt man Pferde (Paarden) unter der Raa befindliche Taue, auf welchen die Matrosen mit den Füßen stehen, indem sie sich mit dem Leibe oder der Brust gegen die Raa lehnen, um die Segel zu beschlagen, loszumachen, zu reefen oder die Leesegelspieren auszusetzen.
7005 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    PferdDas

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Das Pferd , (gedehnt) — es, Mz. — e ; Vw. das Pferdchen , O. D. — lein . 1) Ein bekanntes vierfüßiges mit ungespaltenen …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pferd

    Goethe-Wörterbuch

    Pferd abgekürzt im Pl ‘Pf.’ GWB T1,102,23 1 das (Haus-)Tier aus der Familie der Unpaarhufer, Equus caballus a vielfach a…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pferd

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Pferd (Equus) , Gattung Säugethiere aus der Ordnung der Einhufer, mit nur einer Zehe an jedem Fuß mit breitem Hufe, im N…

  4. modern
    Dialekt
    Pferd

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Pferd Band 2, Spalte 2,561f.

  5. Sprichwörter
    Pferd

    Wander (Sprichwörter)

    Pferd Pferd (s. Ross). 1. A blind Ferd trefft gleich (gerade) in Grüb herein. ( Jüd.-deutsch. Warschau. ) 2. Alte Pferde…

  6. Spezial
    Pferd

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pferd n. (-[e]s,-e) 1 ‹zool› ciaval (-ai) m. 2 (langbeiniges, altes Pferd) paissun (-s) m. , staloner (-i) m. 3 (Pferdes…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pferd

1.216 Bildungen · 850 Erstglied · 362 Zweitglied · 4 Ableitungen

pferd‑ als Erstglied (30 von 850)

pferdsen

SHW

pferd-sen Band 1, Spalte 793-794

Pferdamt

DRW

pferd·amt

Pferdamt, n. ein ¹Amt (II 7) im Deutschen Orden pfertamt: czum ersten in des kompthurs stalle 6 pfert, item 22 ritpfert, item 39 coventspfer…

pferdarbeit

DWB

pferd·arbeit

pferdarbeit , f. : hand- und pferdarbeit Stieler sekretariatkunst 2, 998 ; fesselung .. an den erdklosz, der nicht brot, kaum futter bei pfe…

pferdarznei

DWB

pferd·arznei

pferdarznei , f. veterinaria Erberg 568 b . Frisch 2, 52 b , pferdearznei Göthe 11, 45 .

pferdarzt

DWB

pferd·arzt

pferdarzt , m. veterinarius Stieler 51 : also tünd die gewonlichen pferdartzat. Mynsinger 68 , rossartzat 61.

pferdauftrieb

DWB

pferd·auftrieb

pferdauftrieb , m. : weilen der pfertauftrieb an jener alpen verbotten ist. österr. weisth. 6, 363, 12. 364, 15 ( vom j. 1788).

pferdbaum

DWB

pferd·baum

pferdbaum , m. oder stallbaum, vectis, contus transversarius Stieler 114 .

pferdbereiter

DWB

pferd·bereiter

pferdbereiter , m. equiso Rädlein 700 a : ( die Römer ) hielten ihre pferdbereiter. Colerus 2, 331 b .

pferdbeschwänzt

DWB

pferdbeschwänzt , partic. mit einem pferdeschwanze versehen: über mir centauernschwarm! pferdbeschwänzte mädchen springen, drängen fester mi…

pferdbeuter

DWB

pferdbeuter , m. abactor equorum Stieler 141 .

pferdchen

DWB

pferd·chen

pferdchen , n. , mnl. peerdeken ( Kil. 397 a ), dim. zu pferd, vergl. pferdlein: auf das pferdigen sitzen. Schuppius 248 ; steh auf und satt…

Pferdchens

PfWB

Pferdchens , Pferdleins n. : Kinderspiel, Peeʳdches (spiele) [ KU-Bedb ZW-Battw Zweibr Don-Lenauh ], Peeʳdels [BZ-Annw (1934)]. Bei diesem S…

Pferdebahn

SHW

Pferde-bahn Band 1, Spalte 793-794

Pferdejude

SHW

Pferde-jude Band 1, Spalte 793-794

Pferdemais

SHW

Pferde-mais Band 1, Spalte 793-794

Pferdezahn

SHW

Pferde-zahn Band 1, Spalte 793-794

pferdeabrichtung

DWB

pferd·e·abrichtung

pferdeabrichtung , f. : alle diese mängel (rotz, mauken u. s. w. ) sind zu der pferdeabrichtung .. hinderlich. Schedel waarenlex. 2, 208 b .

Pfêrdeacker

Adelung

pferd·e·acker

Der Pfêrdeacker , des -s, plur. die -äcker, in der Grafschaft Schwarzenberg, dem Frisch zu Folge, ein Bauergut, welches nach Absterben des B…

pferd als Zweitglied (30 von 362)

Ɉagdpferd

Campe

Das Ɉagdpferd , des — es, Mz. die — e , ein zur Jagd bestimmtes, und besonders ein zur Hetzjagd abgerichtetes Pferd.

Nilpferd

RDWB1

Nilpferd n бегемот (не имеет отношения к словам "лошадь" и "Нил")

ackerpferd

DWB

acker·pferd

ackerpferd , n. equus aratorius. weisth. 3, 410. Schwarzenberg 132, 1 .

ARBEITSPFERD

DWB2

arbeits·pferd

DWB2 ARBEITSPFERD n. DWB2 zu arbeit B 2 . zur (landwirtschaftl ) arbeit geeignetes, genutztes pferd; bildl. für einen menschen der hart u. a…

Artilleriepferd

GWB

artillerie·pferd

Artilleriepferd einige A-e erbeutet GWB B10,67,14 Herder 2.6.93 Artillerie-Pferde kamen um GWB 33,170,14 Camp Brigitte Mattausch B. M.

beipferd

DWB

bei·pferd

beipferd , n. equus funalis, ein nebenpferd, riemenpferd, handpferd. Arndts leben 19 .

brauereipferd

DWB2

brauerei·pferd

brauereipferd n . (zu DWB2 1 ): 1842 pfennig‐magazin 10,35 b faks. 2011 hamb. morgenpost (26.5.), IdS‐arch. Redzich

Däupferd

RhWB

dau·pferd

Däu-pferd dǫupErt Merz-Saarhölzb m.: scherzh. zu einem, der dem Pf. durch D. nachhelfen muss; schwacher Mensch.

deichselpferd

DWB

deichsel·pferd

deichselpferd , n. das in mehrspännigem zug neben der deichsel zieht, wagenpferd im gegensatz zum riemenpferd, das vor der deichsel zieht. d…

dichterpferd

DWB

dichter·pferd

dichterpferd , n. das geflügelte musenpferd, Pegasus. denn ich kan nicht reisig kummen auf dem blanken tichterpferde Logau 3. 147, 58 .

dienstpferd

DWB

dienst·pferd

dienstpferd , n. 1 1. womit man frohndienste leistet. dienstpferde ad angarias destinati Stieler 1440 . s. lehnpferd. 2 2. dienstpferde werd…

donnerpferd

DWB

donner·pferd

donnerpferd , n. ein Vesuv sei der stall der unaufhörlich polternden donnerpferde J. Paul Titan 4, 170 . mancher sieht sich für ein donnerpf…

dorfpferd

DWB

dorf·pferd

dorfpferd , n. eerabschneider sein dorfpferd die man schlecht ( schlägt, treibt ) in somen ( die saat ) abzuoetzen ( abzufressen ) das der s…

dummelpferd

DWB

dummel·pferd

dummelpferd , n. auf der reitbahn zugeritten, cheval de manége Rädlein 204 b .

Enkpferd

RhWB

enk·pferd

Enk-pferd -kəspEərt Mörs-Baerl n.: älteres Pf. für den Enk 1.

Ableitungen von pferd (4 von 4)

bepferden

KöblerMhd

bepferden , sw. V. nhd. mit Pferden versehen (V.) Q.: Urk (1391) E.: s. be, pfert W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 60 (bepherden)

gepferde

DWB

gepferde , n. pferdevieh ( und wagen ), collectivum zu pferd, vgl. ge II, 1, d, α : ein- und mehrspänner, hunderterlei eigenes und requirirt…

Pferde

Meyers

Pferde , in Süd- und Mitteldeutschland zuckerhutförmige Haufen, in denen der nicht grün verfütterte, sondern zu Heu zu trocknende Futtermais…

urpferd

DWB

urpferd , n. a) im sinne Göthe s ; s. sp. 2358: jener beobachtung gemäsz hat der künstler eigentlich ein u. geschaffen II 11, 147 W. b) stam…