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Räuber

nhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Räuber

Bd. 7, Sp. 150
Räuber Allg., meist in nhd. Lautung Rhfrk, Mosfrk raibər, –ęi-, –ei-; doch in Saarl, Saargeb., Nahe vielfach ręiwər, –ai-; Birkf-Idar -ē-; Hunsr vielfach -E-; Trier-SMatthias -ā:-; Trier-Mehring, Koch vielfach -E:-; Kobl, Goar-Macken -ę·i.-; Altk, Siegld -āi-, –ęi-, –ǫy-; Rip, Nfrk rø·y.bər [Monsch-Witzerath, MüEif -:v-; Köln-Stdt (u. -ø·y.b-), Sol -ø·g.-; uWupp, MGladb-Rheydt, Heinsb-Karken -:-], Pl. wie Sg. u. -ərə (-ərn), Nfrk -ərš, -ərs m.: 1. wie nhd.; seit hunnert Johr hot mer bei us doch neist meh vun R. gewusst, ewer eweile hert mer wiere iwerall vun so Kerl Hunsr, Allg. RA.: En as önner de R. gefal er sieht gerupft aus, bei Spielverlusten Trier, Mehring, Verbr. O weh, de R. kommen! mit diesem Ruf sucht man die Kinder einzuschüchtern, wenn sie noch abends auf die Strasse wollen, oder wenn sie allein in den Wald gehen. Kän Angst, sot de R., dau has et mot em iəhrleje Mensche ze dohn Koch-Urschmitt, Trier. Ek kann et Kettelen (Kitzeln) an den Hals nit verdragen, sät enne van die Räubersch, do wolle sej öhm ophangen Mörs. — Im Verstecksp. R. on Schandarm (Schanditz) (s. d.), Schandik (Kemp-Amern SAnton), Schampitt (n. Ruhr, Mörs-Hülsdonk), Schitz (Wend) verstecken sich die R. in den bes. schwer aufzufindenden Winkeln u. Ecken, u. es ist Aufgabe der Schandarmen, die R. gefangen zu nehmen u. zur Aburteilung zu bringen; im Anfang des Spieles dreht sich der eine Spielleiter um, u. der andere schlägt ihm mit der rechten Faust auf den Rücken u. spricht: tupp, t., t., wat soll der Mann sin? Antw.: Schanditz; tupp, t., t., wat soll der Mann sin? Antw. Räuber Köln, Verbr. (rauwe, dauwe, dauw, wat sall den sin? n. Ruhr); das Spiel heisst auch Reiwerches Saarbr, Saarl; Reibersches Trier-Stdt, Koch-Moselkern; Raiwersch oder Raiwerches doh Siegld; R. raus! Kobl; R. on Has! Siegld-Weidenau. — 2. übertr. a. persönl. verächtl. α. Wilddieb Kreuzn-Weiler, Goar-Macken. — β. naschhafte Katze Koch-Laub, Rip. — γ. Kuh, die gern auf fremdem Grundstück weiden geht Monsch-Witzerath. — δ. Raubvogel Gummb-Berghsn. — ε. Pl. Raubbienen, wilder Bienenschwarm, der die Bienenkörbe überfällt Simm, Prüm, uWupp, Mörs. — ζ. Wildfang Elbf; kosend sagt das Mädchen zum Burschen, der ihm etwa einen Kuss raubt, du R.! Rip. — η. rücksichtsloser Draufgänger Altk-Betzd. — θ. fussigen R. Rothaariger Köln-Stdt. — b. sachl. α. Tauwurzeln, die aus den obersten Augen des Wurzelstammes des Rebstocks, 6—8 Zoll tief im Boden, ausschlagen Goar-Damschd; Wurzelausschläge Siegld. — β. kohlendes Dochtstück, das Licht verdunkelnd und üblen Geruch verbreitend, bes. am Docht der früheren Talgkerzen Birkf-NBromb, Bernk, Siegld, Köln, Elbf, Wippf-Schmitzhöhe.
2711 Zeichen · 79 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Räuber

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Räuber , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Räuberinn, eine Person, welche raubet, in allen Bedeutungen des Haup…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Räuber

    Goethe-Wörterbuch

    Räuber 1 Verbrecher a sich fremdes Eigentum widerrechtlich (durch Gewalt, auch Betrug, Willkür uä) aneignender Mensch α …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Räuber

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Räuber , in der Botanik, s. Wasserreiser .

  4. modern
    Dialekt
    Räuber

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Räuber [Raipər S.; Raiwər O. Ndhsn. Geisp. Str. Betschd. ; Rǽwər Barr Wh. ; Ræìwər K. Z. Han. Betschd. ; Pl. ebenso ] m.…

  5. Sprichwörter
    Räuber

    Wander (Sprichwörter)

    Räuber 1. Als Räuber antwortet niemand, als wer selbst geraubt hat. – Graf, 300, 121. Die Strafe, wozu ein schwerer Verb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit raeuber

90 Bildungen · 82 Erstglied · 8 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von raeuber 2 Komponenten

rae+uber

raeuber setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

raeuber‑ als Erstglied (30 von 82)

Räuberband'

MeckWB

raeuber·band

Räuberband' Pl. -s f. Räuberbande: Räuberband's die Räuberbanden, von denen alte Leute an Winterabenden erzählen (1922) Ma NKal ; Räuberband…

räuberbande

DWB

raeuber·bande

räuberbande , f. bande von räubern: wir wollen uns in den böhmischen wäldern niederlassen, dort eine räuberbande zusammenziehen. Schiller rä…

Räuberbart

PfWB

raeuber·bart

Räuber-bart m. : Wer sich lange nicht rasiert, kriecht e Raiweʳbaʳt [Frankth]. —

Räuberblut

GWB

raeuber·blut

Räuberblut [ Heldendichter, mBez auf Otnit: ] Mit Drachenschweiß wird Berg und Wald sich färben,|Die Ebne färben sich mit R.,|So daß, weil G…

räuberbrut

DWB

raeuber·brut

räuberbrut , f. : der hütte schutt verflucht die räuberbrut, die schande deiner töchter schreit um rache. Körner werke 1, 122 .

Räuberchens

PfWB

Räuberchens , Räuber(lein)s n. : das Spiel Räuber und Gendarm der Kinder, Raiweʳches [Zweibr, mancherorts], Raiweʳles [Lu'haf ( Krell 55) Za…

Räuberei

Pfeifer_etym

raub·e·rei

Raub m. ‘das Rauben, gewaltsame Wegnahme, geraubtes Gut, Beute’, ahd. roub (8. Jh.), asächs. -rōf (in nōdrōf) ‘gewaltsame Entreißung, Beute,…

räuberei

FWB

1. s. räuber 1.; 2. ›räuberisches (sowohl rechtlich wie moralisch disqualifiziertes) Handeln einzelner Personen und Personengruppen‹; metony…

räuberen

ElsWB

raub·eren

räubere n [raiwərə Str. ; ræìwərə K. Z. ] übermässig arbeiten, schwer und hastig schaffen.

Räuberey

Adelung

raub·e·rey

Die Räuberey , plur. die -en, eine räuberische Handlung, ein Verbrechen, welches in einem Raube bestehet, in der engsten und härtesten Bedeu…

Räuberfaust

GWB

raeuber·faust

Räuberfaust [ Chiron zu Faust, mBez auf die von Theseus u Peirithoos entführte Helena: ] Die Dioskuren hatten..|Das Schwesterchen aus R. [ R…

Räuberfetz

RhWB

Räuber-fetz Eusk-Zülp , Köln-Stdt m.: unehrlicher Bursche, Schimpfw.

räuberfürst

DWB

raeuber·fuerst

räuberfürst , m. fürst einer räuberschaar: das heiszt seine ehre lösen wie ein räuberfürst! Schiller hist.-krit. ausg. ( räuber, trauersp. 5…

räuberfürstin

DWB

raeuber·fuerstin

räuberfürstin , f. : lustig, schöne braut! du ziehst mit uns, du wirst die räuberfürstin! Körner Hedwig 3, 6 .

Räubergenoß

Campe

raeuber·genoss

○ Der Räubergenoß , — ssen, Mz. — ssen , ein Genosse der Räuber, einer der an Räubereien Antheil nimmt. »Diebshehler! Räubergenosse , erscho…

räubergeschichte

DWB

raeuber·geschichte

räubergeschichte , f. geschichte von räubern. als name einer gattung von erzählungen, die gegen ende des vorigen jahrh. aufgekommen sind, vg…

räubergesinde

DWB

raeuber·gesinde

räubergesinde , n. wie raubgesinde, s. d.: es bestünde das tatterische heer in eitel halb - bewehrtem raubergesinde. Lohenstein Armin. 1, 60…

räubergewalt

DWB

raeuber·gewalt

räubergewalt , f. von einem räuber oder räubern verübte gewalt: o wehe! wer stahl mir mit räubergewalt so schändlich mein kleinod von hinnen…

räuberglück

DWB

raeuber·glueck

räuberglück , n. glück welches räuber haben: der hunger machte sie zu räubern, und räuberglück zu abenteuern, endlich gar zu helden. Schille…

räubergrube

DWB

raeuber·grube

räubergrube , f. grube, unterirdischer schlupfwinkel für räuber ( vgl. mördergrube th. 6, 2540): wann der gmein nutz sig kon zuo fall, hab b…

räuberhaft

DWB

raeuber·haft

räuberhaft , adj. und adv. nach art eines räubers: reuberhaft, furax, rapax, furtivus Stieler 1527 .

räuberhand

DWB

raeuber·hand

räuberhand , f. hand eines räubers: ihr Engelländer streckt die räuberhände nach diesem Frankreich aus. Schiller jungfr. von Orl. 2, 2 ; in …

räuberhandwerk

DWB

raeuber·handwerk

räuberhandwerk , n. : die Angelsachsen, die zur see und zu lande lange das kriegs- und räuberhandwerk getrieben hatten. Herder zur phil. 7, …

Räuberhauf

GWB

raeuber·hauf

Räuberhauf Räuberbande 15 2 ,50 Faust II 7416 Var [ Zit s v Räuberfaust ] Juliane Brandsch J.B.

raeuber als Zweitglied (8 von 8)

ehrenräuber

DWB

ehren·raeuber

ehrenräuber , m. calumniator, ehrendieb. Kant 5, 105 ; ehrenräuber! wer du auch bist, halt, halt! Fr. Müller 3, 68 .

seeräuber

DWB

seer·aeuber

seeräuber , m. : seeräuber sind diejenigen, welche auf der see fremden eigenthums sich mit gewalt bemächtigen, um sich zu bereichern, ohne e…

Straßenräuber

Adelung

strassen·raeuber

Die Straßenräuber , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Straßenräuberinn, eine Person, welche eines Straßenraubes schuldig ist. Strassrou…

stuhlräuber

DWB

stuhl·raeuber

stuhlräuber , m. , schon mnd. stôlrôver Schiller-Lübben 4, 411 b , im älteren nhd. bis ins 17. jh. gängig. 1 1) zu stuhl 10 e ( sp. 345), vg…

waldräuber

DWB

wald·raeuber

waldräuber , m. strauchdieb: vespilio, struchreuber, waldrauber. Diefenbach gl. 616 a . sprichwörtlich: wald- und stubreuber sind böse geste…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „raeuber". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/raeuber/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „raeuber". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/raeuber/rhwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „raeuber". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/raeuber/rhwb.
BibTeX
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