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Räuber

nhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Räuber

Räuber

Raub m. ‘das Rauben, gewaltsame Wegnahme, geraubtes Gut, Beute’, ahd. roub (8. Jh.), asächs. -rōf (in nōdrōf) ‘gewaltsame Entreißung, Beute, Raub’, mhd. roup, roub ‘(Sieges)beute, Geraubtes, Räuberei, Plünderung, Ernte eines Feldes’, mnd. rōf, mnl. nl. roof, afries. rāf, aengl. rēaf ‘Raub, Beute, Kleidung, Rüstung’ (germ. *rauba-) gehört zu einem im Dt. untergegangenen starken Verb, belegt in aengl. rēofan ‘brechen, zerreißen’, berēofan ‘berauben’, anord. rjūfa, rjōfa ‘brechen, zerreißen’. Westgerm. *rauba- bedeutet demnach eigentlich ‘das Ab-, Entreißen, das Entrissene’ und bezeichnet vor allem die Kriegsbeute, also auch die dem Gegner abgenommene Rüstung und Kleidung. Fraglich ist, ob im Germ. bzw. Ahd. auch ein Femininum existierte oder ob den Entlehnungen ins Mlat. und ins Roman. flektierte Formen des Maskulinums zugrunde liegen (s. Robe). Die nächsten außergerm. Verwandten sind aind. rōpáyati ‘verursacht Reißen, bricht ab’, rúpyati ‘hat Reißen im Leib’, lat. rumpere (ruptum) ‘brechen, zerreißen’, rūpēs ‘Fels, Klippe’, lit. rūpė́ti ‘kümmern, Sorge machen, am Herzen liegen’, rupùs (älter rùpas) ‘rauh, holperig, (grob)körnig’, rūpùs ‘besorgt, sorgfältig, vor-, fürsorglich, beflissen’, russ. (älter) rúpit’ (рупить) ‘besorgt machen, beunruhigen’, anzuschließen an ie. *reup- ‘ausreißen, zerreißen, brechen’, eine p-Erweiterung der vielfach weitergebildeten Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, aufwühlen, ausreißen, raffen’ (s. auch raufen). – rauben Vb. ‘gewaltsam in Besitz bringen, unter Anwendung oder Androhung von Gewalt wegnehmen, stehlen, entreißen’. Das gemeingerm. schwache Verb ahd. roubōn ‘(be)rauben’ (9. Jh.; vgl. biroubōn, irroubōn ‘ausplündern’, 8. Jh.), mhd. rouben, auch ‘von etw. abbringen’, asächs. rōƀon, mnd. mnl. rōven ‘(be)rauben, plündern’, nl. roven, afries. rāvia, aengl. (be)rēafian ‘plündern, mit Gewalt nehmen’, engl. to bereave ‘(be)rauben’, anord. raufa ‘ein Loch brechen’, auch (aus dem Mnd. entlehnt) ‘rauben’, got. biraubōn ‘berauben’ (germ. *raubōn) ist entweder vom Substantiv (s. oben) abgeleitet oder gehört, wofür semantische Gründe sprechen (vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 10), als Deverbativum zu dem dort erwähnten, im Dt. untergegangenen starken Verb (germ. *reufan). Räuber m. ‘wer raubt, auf Raub ausgeht, vom Raub lebt, Bandit’, ahd. roubāri (11. Jh.), mhd. roubære, röubære, röuber, mnd. mnl. rōver, nl. rover, aengl. rēafere, engl. reaver, anord. (aus dem Mnd.) raufari ‘Räuber’. Räuberei f. ‘fortwährender Raub’, mhd. rouberīe. räubern Vb. ‘wie ein Räuber handeln, stehlen, rücksichtslos an sich reißen’ (19. Jh.). räuberisch Adj. ‘in der Art eines Raubes, Räubers, auf Raub ausgehend, raubgierig’ (um 1600), älter raubisch, räubisch (bei Luther reubisch), mhd. roubisch, röubisch. Raubbau m. ‘Produktionsweise, bei der um eines hohen und raschen Ertrags willen der Fortbestand der Erzeugungsgrundlagen nicht gesichert wird’ (18. Jh.), ursprünglich bergmännisch, aus der Wendung auf den Raub bauen ‘rücksichtslos, mit geringem Kostenaufwand ausbeuten und nicht an den künftigen Ertrag denken’ (Ende 17. Jh.). raubgierig Adj. ‘gierig nach Raub drängend’ (16. Jh.); dazu rückgebildet Raubgier f. (18. Jh.). Raubritter m. ‘vom Straßenraub lebender Ritter des späten Mittelalters’ (19. Jh.). Raubvogel m. ‘beuteschlagender Vogel’ (16. Jh.). Entsprechend Raubtier n. (Anfang 18. Jh.).
3370 Zeichen · 109 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Räuber

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Räuber , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Räuberinn, eine Person, welche raubet, in allen Bedeutungen des Haup…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Räuber

    Goethe-Wörterbuch

    Räuber 1 Verbrecher a sich fremdes Eigentum widerrechtlich (durch Gewalt, auch Betrug, Willkür uä) aneignender Mensch α …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Räuber

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Räuber , in der Botanik, s. Wasserreiser .

  4. modern
    Dialekt
    Räuber

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Räuber [Raipər S.; Raiwər O. Ndhsn. Geisp. Str. Betschd. ; Rǽwər Barr Wh. ; Ræìwər K. Z. Han. Betschd. ; Pl. ebenso ] m.…

  5. Sprichwörter
    Räuber

    Wander (Sprichwörter)

    Räuber 1. Als Räuber antwortet niemand, als wer selbst geraubt hat. – Graf, 300, 121. Die Strafe, wozu ein schwerer Verb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit raeuber

90 Bildungen · 82 Erstglied · 8 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von raeuber 2 Komponenten

rae+uber

raeuber setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

raeuber‑ als Erstglied (30 von 82)

Räuberband'

MeckWB

raeuber·band

Räuberband' Pl. -s f. Räuberbande: Räuberband's die Räuberbanden, von denen alte Leute an Winterabenden erzählen (1922) Ma NKal ; Räuberband…

räuberbande

DWB

raeuber·bande

räuberbande , f. bande von räubern: wir wollen uns in den böhmischen wäldern niederlassen, dort eine räuberbande zusammenziehen. Schiller rä…

Räuberbart

PfWB

raeuber·bart

Räuber-bart m. : Wer sich lange nicht rasiert, kriecht e Raiweʳbaʳt [Frankth]. —

Räuberblut

GWB

raeuber·blut

Räuberblut [ Heldendichter, mBez auf Otnit: ] Mit Drachenschweiß wird Berg und Wald sich färben,|Die Ebne färben sich mit R.,|So daß, weil G…

räuberbrut

DWB

raeuber·brut

räuberbrut , f. : der hütte schutt verflucht die räuberbrut, die schande deiner töchter schreit um rache. Körner werke 1, 122 .

Räuberchens

PfWB

Räuberchens , Räuber(lein)s n. : das Spiel Räuber und Gendarm der Kinder, Raiweʳches [Zweibr, mancherorts], Raiweʳles [Lu'haf ( Krell 55) Za…

Räuberei

Pfeifer_etym

raub·e·rei

Raub m. ‘das Rauben, gewaltsame Wegnahme, geraubtes Gut, Beute’, ahd. roub (8. Jh.), asächs. -rōf (in nōdrōf) ‘gewaltsame Entreißung, Beute,…

räuberei

FWB

1. s. räuber 1.; 2. ›räuberisches (sowohl rechtlich wie moralisch disqualifiziertes) Handeln einzelner Personen und Personengruppen‹; metony…

räuberen

ElsWB

raub·eren

räubere n [raiwərə Str. ; ræìwərə K. Z. ] übermässig arbeiten, schwer und hastig schaffen.

Räuberey

Adelung

raub·e·rey

Die Räuberey , plur. die -en, eine räuberische Handlung, ein Verbrechen, welches in einem Raube bestehet, in der engsten und härtesten Bedeu…

Räuberfaust

GWB

raeuber·faust

Räuberfaust [ Chiron zu Faust, mBez auf die von Theseus u Peirithoos entführte Helena: ] Die Dioskuren hatten..|Das Schwesterchen aus R. [ R…

Räuberfetz

RhWB

Räuber-fetz Eusk-Zülp , Köln-Stdt m.: unehrlicher Bursche, Schimpfw.

räuberfürst

DWB

raeuber·fuerst

räuberfürst , m. fürst einer räuberschaar: das heiszt seine ehre lösen wie ein räuberfürst! Schiller hist.-krit. ausg. ( räuber, trauersp. 5…

räuberfürstin

DWB

raeuber·fuerstin

räuberfürstin , f. : lustig, schöne braut! du ziehst mit uns, du wirst die räuberfürstin! Körner Hedwig 3, 6 .

Räubergenoß

Campe

raeuber·genoss

○ Der Räubergenoß , — ssen, Mz. — ssen , ein Genosse der Räuber, einer der an Räubereien Antheil nimmt. »Diebshehler! Räubergenosse , erscho…

räubergeschichte

DWB

raeuber·geschichte

räubergeschichte , f. geschichte von räubern. als name einer gattung von erzählungen, die gegen ende des vorigen jahrh. aufgekommen sind, vg…

räubergesinde

DWB

raeuber·gesinde

räubergesinde , n. wie raubgesinde, s. d.: es bestünde das tatterische heer in eitel halb - bewehrtem raubergesinde. Lohenstein Armin. 1, 60…

räubergewalt

DWB

raeuber·gewalt

räubergewalt , f. von einem räuber oder räubern verübte gewalt: o wehe! wer stahl mir mit räubergewalt so schändlich mein kleinod von hinnen…

räuberglück

DWB

raeuber·glueck

räuberglück , n. glück welches räuber haben: der hunger machte sie zu räubern, und räuberglück zu abenteuern, endlich gar zu helden. Schille…

räubergrube

DWB

raeuber·grube

räubergrube , f. grube, unterirdischer schlupfwinkel für räuber ( vgl. mördergrube th. 6, 2540): wann der gmein nutz sig kon zuo fall, hab b…

räuberhaft

DWB

raeuber·haft

räuberhaft , adj. und adv. nach art eines räubers: reuberhaft, furax, rapax, furtivus Stieler 1527 .

räuberhand

DWB

raeuber·hand

räuberhand , f. hand eines räubers: ihr Engelländer streckt die räuberhände nach diesem Frankreich aus. Schiller jungfr. von Orl. 2, 2 ; in …

räuberhandwerk

DWB

raeuber·handwerk

räuberhandwerk , n. : die Angelsachsen, die zur see und zu lande lange das kriegs- und räuberhandwerk getrieben hatten. Herder zur phil. 7, …

Räuberhauf

GWB

raeuber·hauf

Räuberhauf Räuberbande 15 2 ,50 Faust II 7416 Var [ Zit s v Räuberfaust ] Juliane Brandsch J.B.

raeuber als Zweitglied (8 von 8)

ehrenräuber

DWB

ehren·raeuber

ehrenräuber , m. calumniator, ehrendieb. Kant 5, 105 ; ehrenräuber! wer du auch bist, halt, halt! Fr. Müller 3, 68 .

seeräuber

DWB

seer·aeuber

seeräuber , m. : seeräuber sind diejenigen, welche auf der see fremden eigenthums sich mit gewalt bemächtigen, um sich zu bereichern, ohne e…

Straßenräuber

Adelung

strassen·raeuber

Die Straßenräuber , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Straßenräuberinn, eine Person, welche eines Straßenraubes schuldig ist. Strassrou…

stuhlräuber

DWB

stuhl·raeuber

stuhlräuber , m. , schon mnd. stôlrôver Schiller-Lübben 4, 411 b , im älteren nhd. bis ins 17. jh. gängig. 1 1) zu stuhl 10 e ( sp. 345), vg…

waldräuber

DWB

wald·raeuber

waldräuber , m. strauchdieb: vespilio, struchreuber, waldrauber. Diefenbach gl. 616 a . sprichwörtlich: wald- und stubreuber sind böse geste…