Kopf m.: I.1. K. des Menschen und des Tieres,
Kopp (kob, kǫb) [verbr.],
Kopf [SOPf],
Kupp [KU-Dennw/Frohnb],
Kapp [LU-Alsh]; Pl.
Kepp (kęb), Kepf (kebf); Dim. Sing.
Keppche, Keppsche, Kepp(e)l, Kepf(e)l, Kepp(e)lche, Kepp(e)lsche; Dim. Pl.
Keppcheʳ,
Keppscheʳ,
Kepple, Kepfle, Kepfel, Kepplich, Kepflich, Keppeʳcheʳ,
Keppelcheʳ,
Keppelin; zur Verbr. des
Dim. Pl.
s. K. 255. Syn., scherzh. u. verächtl. Bez. für K.: Ballon 2,
Batterie 2,
Birne 2a,
Bläß 3b,
Dach 2a,
Dachdeckel, -schädel,
Deckel 2a,
Deez,
Deezkopf,
Depot 4,
Dickwurzel 2,
Torsch 2b
β,
Trassem,
Tupee 2,
Tüpfen 5b,
Erbse 2c,
Verstandskasten,
Viernzel 2a,
Gedächtniskasten,
Giebel 2a,
Gipfel 2a,
Gips 2b
α,
Gipser 2,
Gipskopf 1a,
Glatze 2,
Gnaust 2,
Grutz(en) 4a,
Hafen 2a,
Haupt 1,
Hirn 1b,
Hirnbüchse, -deckel, -kasten, -schädel,
-schale,
Kaul 2,
Kaulkopf 2,
Kegelkugel 2,
Kibes,
Kiste 2b
β,
Kistenkopf,
Klotz 2a
γ,
Knorzen 4a,
Kohlrabe,
Kompaß 2,
Kürbis 2,
Latetel,
Masser,
Massik,
Melone,
Mollo,
Mörser,
Nischel,
Nolles,
Oberstübchen,
Rübe,
Schädel,
Schapiter,
Schwolles,
Schwollkopf,
Sester,
Simmern,
Sumser,
Wirsing,
Zwirbel. — a. Aussehen und Beschaffenheit. Zs.:
Anrauch- 2,
Batz-,
Birnen-,
Platsch- 1,
Platt-,
Blond-,
Blutt-,
Polka-,
Buben-,
Bubi-,
Buchs-,
Bürsten-,
Putzwolle-,
Dachs- 1,
Taler-,
Dick- I,
Dickrüben-,
Dickwurzel- 1,
Toten- 2,
Trassem-,
Dreck- 1,
Dutzel-,
Eier- 1,
Erbsen- 1,
Eulen- 1,
Fackel- 1,
Fasel-1,
Viernzel- 1,
Flachs-,
Vogels-,
Freß- 1a,
Fuchs-, Geiß-,
Gips- 1b,
Glatz- 1,
Gnaust-,
Gneist-,
Grau-, Grind- 1,
Grundbirnen-,
Grutzen-,
Haferapfels-,
Hecht-,
Heiden- 1,
Heidesin-,
Hoden- 1,
Holler-,
Holzbirnen-,
Hudelwisch-,
Igels-,
Kahl-,
Kegelkugel-,
Kinder-,
Kisten-,
Klicker-,
Klöß- 1,
Klotz-,
Knall- 1,
Kraus-, Kroll-,
Krubbel-, Krull(en)-, Krusel-,
Krusten-,
Kuckucks-,
Kugel-, Kukumer-,
Künstler-,
Locken-,
Masser-,
Milchhafen-,
Mohren-,
Mollochsen-,
Mondschein-,
Mords-, Mummel(s)-,
Nissen-,
Nuß-,
Ochsen-,
Quadrat-,
Quecken-,
Ratten-, Rebenhäsel-,
Roll-,
Rot-,
Schepp-,
Schlapp-,
Schlenker-,
Schmärren-,
Schneidbanks-, Schnitzelbanks-,
Schor-,
Schrammen-,
Schrubb-,
Schwartenmagen-,
Schwarz-,
Schwoll-,
Sellerie-,
Sester-,
Siebenachtels-,
Simmern-,
Spatzen-,
Spitz-,
Staats-,
Stachel-,
Straub-,
Strubbel-,
Strupf-,
Wackel-,
Wacken-,
Wanzen-,
Wasser-,
Weiß-, Weißlaibels-, Well-,
Wirr-,
Woll-,
Worr-,
Wuschel-,
Wusel-, Zasel-,
Zement-, Zichorien-,
Zigeuner-,
Zottel-,
Zusel-,
Zwei-,
Zwiebel-,
Zwurbelkopf.
E schepper (schiefer)
K. [KU-A'glan, allg.];
e blodder 'kahler'
K. [KL-Bann];
e verschameriseerder 'zerschundener'
K. [Kus];
e grendicher (grindiger)
K. [LA-Böching, verbr.];
e rorer (roter)
K. [KB-Rams];
e doller 'benommener'
K. [ZW-Gr'bundb];
e kleenes Keppche [Don-Gertianosch]. Vergl. u. RA. ü
Ber Aussehen und Beschaffenheit des Kopfes:
Der hat e K. wie e Vernsel (Getreidehohlmaß,
s. Viernzel) [LU-Opp, mancherorts],
wie e Simmere (dass.) [LA-Herxh, SOPf],
wie e Sestere (dass.) [KU-Schmittw/O],
wie e Vertl (Hohlmaß,
s. Viertel 2a) [Don (Steinmetz)],
wie e Merjets (Hohlmaß, etwa 15 l) [Don-Liebl],
wie e Fassel [KU-Trahw],
wie e Faß [KU-Schmittw/O],
wie e halb Faß [ZW-Gr'bundb],
wie e Wacke 'Stein' [Kus],
wie en Mond [GH-Nd'lustdt],
wie en Schlääl (Schlegel) [LU-Alsh],
wie en Wickel Werg, von einer unordentlichen Frisur [PS-Fehrb],
wie e ungrischer (ungarischer)
Ochs [KU-Lohnw LU-Friesh Hebel 13],
wie e Ochs [NW-Elmst BZ-Dernb],
wie e englischi Sau [NW-Kallstdt],
wie e Kaulquabbe [Krieger 46],
wie e ausgefressener Paschdor (Kaplan) [ZW-Battw],
wie e Kloschderbruder [LU-Oggh],
wie ne Pader [LU-Böhl],
wie Zinnower 'ein zinnoberroter K.' [NWPf],
wie Wachs 'ein schöner K., ein schönes Gesicht' [ZW-Gr'bundb].
Der macht e alde K. 'sieht älter aus als er ist' [NW-Elmst].
Er hat sich e K. rausgefreß (angefreß) 'hat sich gut gemästet' [KU-Lohnw, verbr.].
Er hat e K., als wenn die Mais dran gefresse hätte, von schlecht geschnittenem Haar [ZW-Battw].
Er hat e Loch im Strump wie e K. 'ein großes rundes Loch' [KU-Schmittw/O Hundh],
Grumbeere 'Kartoffeln'
wie e K. [KU-Schmittw/O].
Er hot e Knibbel 'Beule'
am K. [Pirmas RO-Sippf],
e Knuppe am K., dass. [Don-Gertianosch],
e Bause am K., dass. [KL-Reichb]. — b. Der K. als Körperteil. Zs.:
Pferds-,
Deez-,
Toten- 1,
Gauls- 1, Geiß-,
Gips- 1,
Hasen-,
Hinter-,
Hirn-,
Hunds- 1,
Kalbs- 1,
Katzen- 1a,
Kuh- 1,
Mosch-,
Ochsen-,
Sau-,
Schweinskopf. Wendungen, Vergl., RA.:
Der dut de K. schirrle (schütteln) [KL-Hirschhn, verbr.].
Du was uf de K.! 'Ziehe eine Kopfbedeckung an!' [LU-Alsh, verbr.].
Der hat mer e Loch in de K. geschmiß [Kus].
Ich hab de K. werrergestoß (widergestoßen) [LU-Limbghf].
Er frißt aam die Hoor vum K. erunner 'Er entzieht einem das Lebensnotwendigste' [KB-Kriegsf, verbr.].
Wann die Katz ehre K. dorch e Loch bringt, kann se aach dedorch schluppe [KU-Schmittw/O].
's kitzelt mich uf'm K., als wenn ich Lais hätt [ZW-Battw, verbr.].
Do werds eem ganz dabbich im K. 'benommen, unwohl' [Krieger 62].
Ich habs im K. 'Ich habe Kopfschmerzen' [PS-Erfw, verbr.].
Do mecht eem grad de K. verspringe (bei Lärm, Tumult, Schmerz) [RO-Lettw, verbr.].
Ich bin heit ganz dumm im K. 'ganz benommen' [Kus].
Er hot im K. 'Er ist betrunken' [FR-Kirchh, verbr.].
's is em in de K. gestee (der Alkohol) [KU-Bedb, verbr.].
Dem is die Millich 'Sperma'
in de K. gstiche, wenn
z. B. ein Junggeselle plötzlich überschnappt [Frankth LA-Gommh].
Der brummelt eem de ganze Dag de K. voll 'Er nörgelt den ganzen Tag' [RO-Semb, verbr.]. Wenn einem plötzlich etwas klar geworden ist,
dut mer sich vor de K. schlaan [KU-Kaulb, verbr.]. Bei einem überraschenden oder erschrekkenden Ereignis
dut mer die Hänn iwwer'm K. zammeschlaae [ZW-Battw, allg.],
sich an de K. fahre [LA-Maik, verbr.]. Um sich vor einer schwierigen Situation zu ermuntern, sagt man:
Se werre mer de K. net erunner ma'e (machen) [KU-Kreimb, verbr.], auch:
's werd nit de K. koschde [BZ-Albw, verbr.]. Der Selbstmörder
hot sich e Kuul dorch de K. gejaat [KB-Stett, verbr.]. Jemanden
Kopps kärzer mache 'ihn umbringen, hinrichten, enthaupten' [RO-Schönbn, verbr.],
en K. kleener (kerzer) mache, dass. [LA-Herxh, verbr.].
Er is Kopps greßer 'um einen K. größer' [HB-Kirrbg, verbr., Siebenlist 85].
Ich kennt der grad de K. erunnerreiße (vor Wut) [KU-Kaulb, verbr.]. Jemanden verhauen, verprügeln heißt:
of de K. schlaan [Ingb, mancherorts],
an de K. schlaan [KU-W'mohr RO-Semb KL-Wörsb],
de K. treffe [KU-Erdb Neunkch KL-Lind Niedkch Wörsb],
de K. verschlaan [KU-A'glan Kaulb KL-Wörsb],
de K. vernusse [KU-Albb KB-Stett LU-Limbghf],
de K. ufmache [IB-Rohrb KL-Hütschhs],
de K. vollschlaan [KU-W'mohr],
de K. butze [KL-Enkb],
de K. zwicke [KL-Wörsb],
uf de K. duppe [KB-Gauh],
die Aue (Augen)
vor de K. schlaa [PS-Burgalb],
de K. voll Bawere ('Beulen',
vgl. Baber 2)
schlaan [KU-A'glan],
de K. vermalträteere [WD-Niedkch]. Wenn man jemanden zurechtweist,
dut mer'm de K. serechtsetze (zurechtsetzen) [KB-Boland, verbr.],
de K. wäsche [LU-Neuhf, verbr., Krieger 51],
de K. zwische die Ohre stecke (setze) [ZW-Gr'bundb, verbr., auch Don],
die Knepp aus'm K. mache [ZW-Battw]. Der Stolze, Hochmütige
dut de K. stelle [KU-Kaulb, verbr.],
traat (trägt)
de K. hoog [RO-Lohnsf Krieger 19],
halt de K. wie e Herregaul [mancherorts Gal],
wie e Paradigaul [Don-Gertianosch],
wie e Kalandrese Fille [Don-Tscherwk],
hält (stellt) de K. wie e Schäsegaul 'Kutschpferd' [ZW-Gr'bundb, verbr.],
stellt de K. wie e Soldadegaul [NW-Frankeck],
wie e Gockl [NW-Kallstdt]. Wer sich nicht entmutigen läßt,
dut de K. steif halle [KB-Kerzh, verbr.]. Der Mutlose
loßt de K. hänge [FR-Bockh, allg.]. Menschen, die erregt werden,
steigt 's Blut in de K. [NW-Deidh, verbr.].
Der dut'm vor de K. stoße, wie schd. [allg.].
Der dät noch de K. vergesse, wenn er net aⁿgewachs wär, von einer vergeßlichen Person [KL-Hirschhn, verbr.].
Häschde kaan K., braichschde kaan K., sagt man zu vergeßlichen Menschen [KB-Albish]. Wenn jemand viel weint,
dut er sich die Aage vor de K. greine [ZW-Battw],
sich die Aage aus'm K. rausbrille 'herausweinen' [LA-Nd'hochstdt].
Wammer sich die Aue aus'm K. greint, werds aach net annerscht [KU-Schmittw/O].
Do kammer sich die Aue var de K. dricke (hewwe), wenn eine Last zu schwer ist [KU-Schmittw/O Kaulb].
Dem sin die Aue näägscht 'beinahe'
aus'm K. gefall vor Verwunderung [KU-Bechb].
Du hasch de letscht K. ufsitze, sagt man zu einem, der stark hustet. Als Antwort kommt dann:
's gebt jo noch Krautkepp [PS-Hetths]. Jemanden mißachten, sich nicht an ihn stören heißt:
eem uf de K. scheiße (spauze) [KB-Harxh NW-Elmst].
Dem scheiß ich uf de K. un stell'n in de Keller, bes er grooe Hoor kriet, dass. [KU-Kaulb]. Wer sich alles gefallen läßt,
loßt sich uf de K. rumdanze [LU-Friesh, verbr.].
Dem muß mer erscht mid'm Hammer uf de K. schlaa, wenn einer schwer begreift [mancherorts, auch Gal],
mid'm K. drufstoße, de K. drufstoße, dass. [LU-Böhl Neuhf, verbr.]. Um seinen Widerwillen zu überwinden,
dut mer 'm Deiwel uf de K. trede [LA-Herxh, verbr.]. Drohung, wenn es blitzt und donnert:
Unser Herrgott schlagt der sein Klippel uf de K.! [BZ-Dernb]. Kleine Kinder, die unbedingt mit den Eltern in die Kirche gehen möchten, schreckt man mit:
Oh weh, de Parre schleet der e Naal in de K.! [KU-Kaulb]. Drohung an ein Kind, das etwas Verbotenes tat:
De Herrgott schlaat der e Naal in de K.! [Don Gal Buch].
Das is besser wie e Loch im K., sagt man von einer Sache von geringem Wert [Gal]. »
Des war e Zufall!«
hat des Weib gsaat, wie'm die Kellerdier uf de K. gfall is [Don-Gertianosch].
Der hilft der, bis d' kee Hoor meh uf'm K. hoscht 'Der hilft dich zugrunde richten' [NW-Geinsh].
Eem die Haut iwwer de K. ziehe (strippe) 'jemanden übervorteilen' [KU-Bedb, verbr.];
die Kepp zammestecke 'heimlich miteinander tuscheln' [Land, verbr.];
von K. bis zu Fuß [KU-Obw/Tiefb FR-Bockh],
vum K. bis zu de Fieß [LA-Nd'hochstdt],
vum K. bis zu de Zeh 'von oben bis unten, voll und ganz' [KL-Reichb];
iwwer Hals un K. 'in überstürzter Hast' [NW-Haßl].
Er steckt iwwer K. un Ohre in Schulde [Miller Pennsylv. German 1911].
Glei war der Henry in de Lieb / Bis iwwer K. un Ohre; / Mit all dem hie un här Gezieg, / Do hot er's Härz verlore [Birmelin Penns Gezw. 59].
Er is die Ohre am K. net wert, von einem Nichtsnutz [Don-Schowe]. Von Menschen, die viel reden, sagt man:
Er bappelt eem de K. ab un widder draⁿ [Rockhs], auch:
Der redt ääm e Loch in de K. [LU-Opp].
Er dut mer de K. voll mache 'versucht mich durch Worte zu beeinflussen' [KU-Schmittw/O].
Der hot Budder uf'm Kopp 'Er hat ein schlechtes Gewissen' [Don Gal Buch]. SprW.:
Wann d' ere Krott de K. abbeiße witt (willst),
derfscht se net lang betrachte [Heeger Kerwe 59].
Mer sieht de Leit uf de K., awwer net in de Kropp [Gal Buch].
Wemmer de Kinner de Wille loßt, stein s'm uf de K. [Buch-Illisch].
Der Fusch (Fisch)
fangt vum (am) K. aa (on) ze stinke [Don Gal Buch Rußl-Katht Rastadt].
Wer Budder uf'm K. hot, soll net in die Sunn gehn 'Wer selbst nicht fehlerfrei ist, soll sich zurückhalten' [Don (Steinmetz)].
Die Määcher wo peife un Hinkel wo krähe, de soll mer de K. uf de Rick (Rücken)
erumdreh [ZW-Gr'bundb, vereinzelt, auch Gal-Dornf Buch-Illisch].
Wann de K. ab isch, hot de Aarsch Feierowend [LA-Gommh]. Rätsel vom Menschen:
's geht rum un hot siwwe Lecher im K. [LU-Böhl]. VR.:
Reeche, reeche Troppe, fall mer uf meiⁿ Koppe, fall mer in meiⁿ Budderfaß, werr mer all minanner naß [LA-Altd], mit anderem Schluß auch ZW-Bechhf u. Gal.
Witt (willst)
e Beer (Birne) —
stoß de K. widder die Deer (Tür).
Witt e Appel - geh Steg nuf un bappel. Witt e Nuß - lang 'm Kälwel an die Schnuß [Wilde 23, ähnlich auch LA-Essing]. Spottvers:
Ich wollt ich wär im Himmel un du im Paradaas / ich wollt ich härr (hätte)
e Schimmel un du e K. voll Laas (Läuse) [KL-Siegb]. — c. Der Kopf als pars pro toto. Zs.:
Bankerts-,
Barras-,
Pferds- 2,
Pfetz-,
Pfeifen- 2,
Platsch- 2,
Platt- 1b,
Blau-,
Blech-,
Blutt- 1b,
Brause-,
Brutz- 2,
Brummel-,
Brumms-,
Pulver-,
Buttermilch-,
Teufels-,
Dick- 2,
Toll-,
Dös-,
Dreck- 2,
Dumm-,
Turmel-,
Dusel-,
Eier- 2,
Enten-,
Erbsen- 2,
Esels-,
Fackel- 2,
Fasel-2,
Faxen-,
Flacker-,
Flatter-,
Franzosen- 1,
Freß- 2,
Geiz-,
Glatz- 2,
Grind- 2,
Groß-,
Grün- 2a,
Hammels-,
Hitz(e)-,
Hoden- 2,
Hohl-,
Holz- 2,
Horn-,
Hunds- 1b,
Kalbs- 2,
Kamels-,
Käse-, Kästen-, Kaul(en)- 2,
Kinds-,
Klöß- 2,
Knärbel-,
Knorzel-,
Kommiß-,
Krangel-,
Kratz-,
Kreuz-,
Krotten-,
Kruddel-, Launen-,
Laus-,
Männchens-,
Mollen-,
Muff-,
Muffel-,
Murr-,
Mus-,
Mutz-,
Narren-,
Quassel-,
Quatsch-, Rage-,
Rappel-,
Ratten-,
Rotz-, Rund-,
Sau-,
Sauermilch-,
Sauf-, Schaf-,
Schikanen-,
Schlaf-,
Schlapp-,
Schlau-,
Schmalz-,
Schoren-,
Schwach-,
Schweins-,
Sellerie-,
Stachel-,
Stier-,
Stroh-,
Stieben-,
Uz-,
Wackel-,
Weiß-,
Wirr-, Wirsing(s)-, Zickels-,
Zwatter-,
Zwatzer-, Zyriakuskopf.
E verbrillter K., von jemandem, der viel weint [ZW-Gr'bundb]. RA.:
Uf de K. hunnert 'ganz genau hundert' [KU-Kaulb Kreimb].
Um dem seiⁿ K. is schad 'Es ist schade um ihn' [NW-Elmst].
Er hot käⁿ Dach mehr iwwer'm K. 'Er ist verarmt' [LU-Opp].
Die sin ään K. un ään Arsch 'Sie denken, handeln wie eine Person, sind immer einer Meinung' [PS-Glashütte, verbr., auch Gal-Dornf]. SprW.:
Veel Kepp, veel Sinn 'Viele Personen, viele Ansichten' [LU-Limbghf, verbr., auch Gal Buch Miller Pennsylv. German 1911].
Mer kann net alle Kepp unner een Hut bringe [Krieger 30]. — 2. Der Kopf als Sitz geistiger Fähigkeiten. a. Intelligenz, Denkvermögen, Gedächtnis. Zs.:
Schlaukopf. Der Gescheite, Begabte
hats im K. [KU-Obw/Tiefb, verbr.],
hot eppes im K. [NW-Kallstdt, verbr.],
hat Gritz im K. [Krieger 20],
isch net letz 'verkehrt'
im K. [SOPf],
is (harr) e gurre (guten)
K. [WD-Niedkch, mancherorts],
hot e uffene K. [Gal-Dornf],
harr e helle K. [HB-Breitft, verbr.].
Dann Pälzer Leit sin hell im K. [Krieger 4]. RA.:
Demm sei kleener Finger is gescheider wie annere Leit ehr K. [Buch-Illisch, verbr. Don Gal].
Der esch nit uf de K. gfalle [LA-Herxh, allg.].
Der Hochmitige hot Gritz im K. wie halwe Ebbel [BZ-Steinf (Wilde 8)]. Wer über etwas nachdenkt, läßt sich etwas
durch de K. geh [PS-Lu'wink, verbr.],
hat de K. voll [GH-Schwegh, KU-Kaulb]. Angestrengtes Nachdenken:
de K. verbreche [KL-Enkb, verbr.],
sich de K. verreiße [RO-Lettw, verbr.].
Mer muß aach mit'm K. schaffe 'Man muß bei der Arbeit auch denken' [NW-Geinsh Gal-Dornf],
de K. basamme han 'konzentriert sein' [PS-Lu'wink].
Im K. hätt er's noch, von jemandem, der sonst nichts mehr leisten kann [NW-Geinsh].
Im K. han ichs, ich brings nor net an die Wand, von einem angehenden Malergehilfen [Krieger 50].
Das schlaa der nore aus'm K.! [KU-Kaulb, verbr.].
Ich weeß nimmi, wu mer de K. steht 'Ich kann keinen klaren Gedanken fassen' [BZ-Nd'horb, verbr.].
Er hot de K. verlore 'Er kann nicht mehr klar denken' [NW-Kallstdt, verbr.].
Das Märe (Mädchen)
hot'm ganz de K. verdreht [RO-Obd Lettw].
In meim K. geht alles drunner un driwwer [Kus].
Bei dem gehts dorchnanner im K. wie Kraut un Riwe 'Er ist unklar in seiner Denk- und Ausdrucksweise' [HB-Kirrbg, verbr.].
's geht mer als (eppes) im K. erum 'Ein Gedanke beschäftigt mich' [KL-Stelzbg, verbr.].
's geht mer net aus'm K., dass. [LU-Alsh/Gr, verbr.]. Von jemandem, der ein gutes Gedächtnis, Lernvermögen hat, sagt man:
Er hot en behaltsame K. [RO-Semb],
hot alles im K. [LA-Gommh].
Im K. lerne 'auswendig lernen' [PS-Fehrb];
im K. hawwe 'sich etwas (auswendig Gelerntes) merken' [LU-Friesh]. SprW.:
E heller K. is bares Geld [Krieger 28].
Aus'm K. aus'm Sinn [
ebd.].
Was mer net im K. hot, muß mer in de Fiß (Fieß, Bään) hawwe [GH-Schwegh, verbr., auch Don Gal Buch Horne Penns 98]. Volksgl.:
En Mittwochskind hat ken guder K. fer lerne [Fogel Beliefs Penns Nr. 14]. — b. Dummheit, geistige Störung, Verwirrung. Zs.:
Boll-,
Toll-,
Dös-,
Dumm-,
Esels-,
Gips-,
Hohl-,
Holz- 2,
Kamels-,
Katzen- 1b,
Kinds-,
Narren-, Schaf-,
Schwach-,
Stroh-,
Wasser-,
Wirrkopf. RA.: Der Begriffsstutzige, Dumme hat
e schwache K. [KU-Kaulb],
keen K. [LA-Herxh],
kän K. un kän Hern (Hirn) [HB-Breitft],
ken K. un ken Sinn [LA-Herxh],
nix em K. [
ebd.],
Stroh im K. [Krieger 35],
e Brett vor'm K. [KU-W'mohr, verbr.]. Dem Dummen
will nix in de K. enin (hinein) [Kus],
geht nix in de K. [BZ-Dernb, verbr.].
Er bringt nix in de K. [KU-Schmittw/O, verbr.].
Mer mäint, der wär uf de K. gefall 'Er verhält sich begriffsstutzig' [
ebd.]. Der Gedankenlose
hot gar ken K. [NW-Geinsh]. Vom Verrückten sagt man:
Er har e Käwer im K. [LA-Ilbh, verbr.],
hat e Bobe 'Käfer'
im K. [IB-Reinh],
hat e Worm im K. [KU-Friedhs],
hat e Sparre im K. [ZW-Schmitshs],
hat e Spang im K. [HB-Schwarzb],
hot im K. zwelf Stihlcher un dreizeh Männercher; das aan bohrt immer, weils net sitze kann [KB-Zell],
hot Wasser im K. [KL-Reichb].
's hat'm en de K. geräänt (geregnet) [WD-Niedkch]. Weitere RA. für 'Er ist verrückt':
Dem rappelts im K. [KU-A'glan].
Er is uf de K. gefall [KL-Enkb, verbr.].
's is eppes im K. nit sauwer [Kus].
Er hat de Rappel im K. [KU-Wolfst].
's fehlt'm im K. [KL-H'spey, mancherorts].
Der is nit richdisch im K. [LU-Altr, verbr.],
net klor im K. [NW-Haßl, verbr.],
net hell im K. [ZW-A'hornb, verbr.]. SprW.:
Wann eener närrisch (verrickt) werd, fangt er im K. aⁿ [Kus, verbr.]. VR.:
Lange Hoor un korzer Sinn, dicker K. un wenich drin [LU-Neuhf]. — c. Starrsinn, verstiegene Pläne. Zs.:
Bocks-,
Brutz- 1,
Dachs- 2 a,
Tetes-,
Dick- 2,
Trotz- 1,
Farrens-,
Viernzel- 2,
Hart-,
Hochmuts-,
Knall-,
Knorzel-,
Most-,
Mutz-,
Naupen-,
Ochsen-,
Quer-,
Rappel-,
Starr-,
Stieben-, Storr(en)-,
Stoß-,
Strack-,
Stur-,
Stütz-,
Wirr-,
Zwerch-, Zworkopf. RA.: Der Eigensinnige, Eigenwillige, Unnachgiebige
esch (immer) seins Kopps [BZ-Dernb, verbr., auch Don Gal Buch-Illisch Satulmare Heeger Kerwe 33 Schandein Ged. 155].
Er is seines Kopps wie der Gääßehert (Sauhert) vun Lannstuhl (wie de Lannstuhler Gääßehert) [KU-Ulm Wolfst Schandein Sprachsch. Hebel 22].
Er is seins Kopps wie der Batscher Bäck [Don-Schowe (Steinmetz)]. Die Eigensinnige
horr (hat)
ehre K. [RO-Dielkch, verbr.],
hot ihre äjene K. [LU-Opp],
e harte, dicke K. [KU-Kaulb].
Die hot ehr K. wie em Feikert seiⁿ Gääß [RO-Dielkch]. Der Starrköpfige
will m'em K. durch d' Wand (renne) [LA-Herxh, verbr.],
setzt sein K. dorch [FR-Bockh, verbr.],
hot sich eppes in de K. gesetzt [KU-Schmittw/O].
Wie alles seim K. nohgang eß, do war's 'm gebroot 'Nachdem es nach seinem Willen ging, war es ihm recht' [WD-Niedkch].
Do werd nix draus, un wann de dich uf de K. stellscht [RO-Semb Feierowend 5/1953 Nr. 24]. Jemand, der trotzt,
macht e K. PS-Burgalb, verbr.],
e krumme K. [KU-Schmittw/O],
setzt de (sei) K. uf [LA-Herxh, verbr., auch Gal]. Kindergebet:
Lieber Herrgott, brech mei Köppel, sunscht werr ich 'n armes Tröppel [Schandein Bav. IV, 2 351]. Wer eigenwillige, nichtsnutzige, überhebliche Pläne hegt,
hat (große) Roseine (Rosinen)
im K. [NW-Hardbg, mancherorts],
Knepp im K. [KU-Schmittw/O],
Bosse im K. [FR-Bockh, verbr.],
große Stange im K., oft mit dem Nachsatz:
awwer kaⁿ Wärscht far draⁿ [KU-Obw/Tiefb BZ-Dernb],
hat e Forz im K. [Pirmas].
's erem in de K. gestee 'Es ist ihm in den K. gestiegen',
d. h. 'Er ist überheblich' [KU-Kaulb, verbr.].
Die laaft aa mehⁿ (mehr)
uf'm K. wie uf de Fiß 'Sie ist eingebildet' [RO-Semb, mancherorts].
Er hot veel em K. un nix em Sack 'Er ist arm aber eingebildet' [LA-Herxh]. a. 1617: Der Reitknecht Grissinger
ist wieder angenohmen worden, und weil er etwaß vertrossen war und deswegen nicht jedesmahl uff ein oder andern Befehl des Herrn Bürgermeister gehorsam, sondern seines Kopfes ist, soll er sich dessen hinfüro enthalten [Küchler 109]. — 3. übertr., 'oberster, erhöhter, vorderer Teil'. a. im Gelände. Zs.:
Acker-,
Esch-,
Eulen- 2,
Franzosen- 2, Geiß- 2,
Hagen-,
Harz-,
Heide-,
Höllen-,
Hunds- 3,
Jakobs-,
Kiefern-,
Kuh- 2,
Mühl-,
Nonnen-,
Olig-,
Osel-,
Rosen-,
Roten-, Schanz-,
Schinder-,
Schlicht-,
Schwamm-,
Silber-,
Sonnen-,
Stein-,
Wacken-,
Wald-,
Wolfskopf.
Kopp, Keppche 'Hügel, Anhöhe, Gipfel eines Berges' [verbr., PfId. 78].
Do muß mer so e Keppche enuf [HB-Breitft];
uf'm K. drowe 'auf dem Berggipfel' [HB-Breitft].
Denken emol hin, wie eich d'r owwe uff de Kobb (Gipfel des Steinernen Mannes)
kumm, schteht d'r uff emol eener vor m'r! [Feierowend 1953, Nr. 47, 2]. Auch als FlN in der Pfalz weit verbr.,
z. B.:
Rorer (roter)
Kopp [RO-Nd'mosch],
Am Hooche K. [PS-Lembg],
Hunsbrunner K. [KL-Fischb],
Steene Keppl [BZ-Nd'horb],
Hasler Keppche [ZW-Marthh]. — b. an Pflanzen. α. 'Kohl-, Salatkopf';
e K. Salat (Kraut) [KU-Bedb, verbr.];
vgl. Kopfsalat. Zs.:
Trotz- 2,
Kappes-,
Kohl-, Kohlrabi-,
Kraut-,
Salat-,
Weißkraut-,
Wirsing(s)kopf. Rätsel:
Wer hot seiⁿ Herz im K.? Antwort:
's Krauthaapt [RO-Lohnsf]. — β. 'Blütenstand der Tabakspflanze'.
Der Duwak geht in die Kepp 'das Schießen der Tabakspflanze' [SP-W'see LA-Gommh GH-Otth];
vgl. Kopfblatt. — γ. 'Blütenkopf allg.' [verbr.]. Zs.:
Distelkopf. — δ. 'abgeschlagene Granne des Getreides', Pl.
Kepp [KU-Godhs]. — ε. 'die runden Samenbehälter der Zwiebel und des Schnittlauchs',
Dim. Pl.
Keppelcheʳ [NW-Geinsh]. Zs.: Knoblauch-,
Zwiebelkopf. — ζ.
vgl. Magsamenkopf. — η. ' Teil der Kartoffel, der die zur Fortpflanzung nötigen meisten Keimaugen aufweist' [KU-A'glan]. — θ. 'Austriebsstelle des Rebstocks, dicker Teil des Rebstocks direkt über dem Boden' [NW-Kallstdt LU-Fußgh];
vgl. Kopfschnitt. Zs.:
Knorbel-,
Rebenhäsels-,
Rebenkopf. — ι.
vgl. Platt- 4,
Brems-,
Rüben-,
Rummelnkopf. — κ. K. als Grundwort in den Pflanzenbezeichnungen: Pfaffen- 1 u. 2,
Bluts-,
Blutt- 2,
Teufels- 2,
Dick- II2c,
Dickwurzel- 2,
Grind- 3 d, Kaiser-, Natter-, Schellen-, Schoren-, Sitz-, Studenten-, Stutzenkopf. — c. als Grundwort in den Tierbezeichnungen: Dick- II2a u. b, Gauls- 2 a — c, Grün- 1, Kaul(en)- 1,
Mollen-,
Schlapp-,
Schröpfkopf;
Pauschköpfchen. —
d. Kopfförmiges, auch an Sachen und Geräten. α. 'Kopf an der Stecknadel, am Nagel usw.' [allg.]. Zs.:
Nadel-,
Nagel-,
Schrauben-,
Schuhnagels-,
Spellen-,
Spengels-,
Stecknadelskopf. RA.:
Er hot de Naal uf de K. getroff [verbr.]. Rätsel vom Schuhnagel:
Wer geht uf'm K. die Stee (Stiege)
enuf? [KU-Kaulb, verbr., Horne Penns 105]. — β. 'Streichholzkopf' [verbr.]. — γ. 'Brause an der Gießkanne' [mancherorts];
vgl. Kopfschnauze. Zs.:
Gießkannen-,
Spritzkopf. — δ. 'vorderer, durch Einkerbung entstandener Teil des Stammes, der über den hochgeladenen Erntewagen gelegt wird';
K. am Wiesbaam [ZW-Gr'bundb, mancherorts]. Zs.:
Wiesbaumkopf. — ε. 'Holzverdickung um die Radnabe, in der die Speichen sitzen' [Klein Wag. 109]. — ζ. 'vorderes Ende des Pflughauptes' [Klein Wag. 118]. — η. 'oberer Teil des Kummets' [LU-Alsh/Gr]. — θ. 'Schlagfläche des Maurerhammers' [Krebs 16]. Syn.
s. Ber2. — ι. 'stumpfes Ende der Axt' [LU-Altr];
vgl. Axthaupt. — κ. 'das untere, dicke Ende einer Roggengarbe' [mancherorts], auch: 'eine Garbe Korn als Hut über neun Garben, die mit den Ähren nach oben aufgesetzt wird';
de K. uf'm Kornkaschde [ZW-Gr'bundb];
vgl. Hut 2 a. — λ. 'der obere Teil der Wingertsstiefel (im Kammertbau)' [LA-Nußd]. — μ. 'aus einer ausgehöhlten Rübe oder einem Kürbis hergestellter Totenkopf, von innen mit einer Kerze erleuchtet' [PS-Nd'simt]. Zs.:
Katzen- 2 b,
Kürbis-,
Rummelnkopf. — ν. 'Brotanschnitt';
's Keppel [LA-Siebdg]. Syn.
s. Knorzen 3 b, K. 247. — ξ. 'Zehenspitzen', Pl.
Keppche [ZW-Stamb]. — ο. 'das spitze Ende des Eies' [LU-Opp]. — π. 'der kleinste Klicker',
Dim. Keppl [LA-Mart];
vgl. Dickkopf II2
d. Syn.
s. Schießklicker. — ρ.
K. un Arsch 'dünnes und dickes Ende des Baumstammes' [KL-Fischb]. — σ.
Koppe un Minz 'Bildseite und Seite mit Wertangabe einer Münze (beim Spiel)' [Gal-Dornf Josbg];
vgl. Heidenkopf 2. — τ. 'Briefmarke',
Köpel [PfId. 78]. Zs.:
Briefköpflein. — υ.
zu Kopp sitze 'an der Spitze der Tafel sitzen' [NW-Geinsh].
Er stellt alles uf de K. 'bringt alles durcheinander' [LA-Herxh, verbr.]. Auch abstrakt:
Des hot (käⁿ) K. un (kä) Arsch 'Das hat (kein) Vorne und (kein) Hinten, das hat (nicht) Hand und Fuß' [BZ-Dierb, verbr., Don-Alexhs].
Das hot K. un Ohre 'Das ist in Ordnung' [KU-Kaulb Schmittw/O]. — φ.
vgl. die Zs.:
Anrauch- 1,
Pfeifen- 2, Press-, Tanz(el)-,
Flaschen-,
Grind- 3 b c e, Grün- 2 b,
Holz- 1,
Hunds- 2,
Klarinetten-,
Meerschaum-,
Mohren-,
Rechen-, Schaf-, Schneidbank-,
Schnitzelbank-,
Schröpf-,
Schwanenhals-,
Spinnkopf. — II. Gefäß. 1. 'kleine, meist henkellose Obertasse' (mit Henkel meist Kumpfchen), nur
Dim. Keppche [mancherorts NPf nördl. VPf KL-Fischb PfId. 74],
Koppche [KU-Adb FR-Lambsh NW-Weish/S PennsDeitschEck 22. 3. 1941 Buffington Penns Var. 241/62 PSA K. 75],
Keppl [SOPf (Heeger Nachl.)]; zur Verbr.
vgl. K. Kumpfchen. Zs.: Tassen-, Henkels-,
Kaffeeköpfchen.
E Keppche Kaffee 'eine Tasse Kaffee' [NW-Kallstdt].
Ich trink noch e K. [KU-A'glan]. a. 1537:
Ein klein verguld köpflin [Spey-TreudInv. 1 A 800]. a. 1547:
ein vergults silbern Köpfchen [Inventar im Klosterhof v. 30. 7. (Kaislt)]. — 2. 'Gefäß, Trinkgefäß',
Kopp [KU-Schmittw/O NW-Erph]. a. 1507:
Am andern haben sie ein vergulten kopf dem ornat gesetzt uberantwort [Krebs Prot Domk Nr. 2523]- a. 1525:
item 9 gedeckter Kopf, sylbern und vergult und 2 klein gedeckt Becher [Inventar v. 15. 10. (WD-Werschw)]. — Zum Verhältnis von Kopf 'Körperteil' und Kopf 'Trinkgefäß'
vgl. Kluge-Mitzka
20 412,
DWb. V 1744 u.
1747, R. Hildebrandt Ton und Topf. In: Deutsche Wortforschung in europ. Bezügen 3. Gießen 1963, S. 297-441. — Südhess. III 1649 ff.;
Rhein. IV 1206 ff.; Lothr. 303/04;
Els. I 458 ff.