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Simmern

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PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Simmern m., n.

Bd. 6, Sp. 117
Simmer, Simmern m., n.: 1. 'Hohlmaß für Getreide und (seltener) für Früchte (Erbsen, Äpfel, Nüsse usw.)', Simmeʳ (siməʳ) [KU-Adb A'glan Cronbg Lohnw Nerzw Obw/Tiefb O'staufb Roth Theisbgstg RO-Rehborn ZW-Nd'hs Wintb PS-Windsbg], Semmeʳ [WD-Niedkch], Simmere (simərə) [verbr., Heeger Südostpf. 24 Mang 100 Müller Dietschw 59 Kieffer 64 Kleeberger 124 PfId. 132], Simmre (simrə) [ZW-Maßw PS-L'mühl LA-Frankw GH-Rh'zab]; Pl. wie Sg.; Zs.: Halbsimmer(n); s. Abb. 86; Gen. m. u. n. nebeneinander ohne erkennbare geographische Gliederung bezeugt. Angaben zur Maßrelation: 25 l [NW-Bobh], 20 l [FR-N'lein], 16 l [KL-H'spey BZ-Apphf], 10 l [LA-Roschb], 1/7 Malter [LU-Oggh], 1/8 Malter [PS-Rodalb NW-Haßl Spey BZ-Dernb GH-N'potz Heeger Südostpf. 24], 1/8 hl [FR-Carlsbg], 32 Schoppen [SP-Dudhf], 2 Sester [PS-Windsbg], 4 Immel [Heeger Südostpf. 24]; die von einem Simmer gehaltene Getreidemenge wird, je nach spezifischem Gewicht des Getreides, mit 18-30 Pfund angegeben [verbr.], abweichend dazu 12 Pfund [RO-Dielkch FR-Mörsch], 33 Pfund [FR-A'lein Carlsbg LA-Nußd Siebdg], 36 Pfund [NW-Frankeck]; vgl. Aiche1, Topf 2, Dreiling, Tüpfen 4, Eiche2 2, Faß 2, Vierling 1 a, Viertel 2 a γ, Viernzel 1, Fünfling, Immel, Malter, Maß 1, Meß1 1, Metze2, Milster 1, Mutte, Quart1 2, Scheffel, Sester 1. Wir mit unserm bissel Geld, / mer sin so luschtig uff de Welt. / Mancher tut's mit Simmere messe, / hott nit's Herz sich satt zu esse [Hebel 75]. RA.: e Kopp wie e S., von einem dicken Kopf [ZW-Marthh, verbr.]; viele Gewährsleute geben an, daß das Wort meist nur noch in dieser RA. oder in übertragenem Gebrauch (s. Bed. 2) gebräuchlich ist. Ich häww e Kopp wie e S., vor Sorgen, Schädelbrummen, Kopfschmerz u. ä. [BZ-Nd'horb, mancherorts]. Un so dick wie e S. / Mant 'r, 'm heit seiⁿ Kopp [Kühn Schnitze I 62]. Am Schluß hawen se all Kepp ghabt wie en S. vor Zorn [Sunndag 33/1966]. a. 1333: III summ(er)en [Lam 1, 68v]; a. 1382: in Spirdorf III summern siliginis 'Korn, Weizen' [Doll Seelb. 39 NW-Lach]. Mitte 14. Jh.: Die ouch habern veil habent, die sollent isen haben in irn smmern oder irn vierzaln oder in andern irn massen, da mite sie messent [SpeyUrk. 485]. a. 1425: undt einen Dreyling eines Simmere von einem achtel zu nehmen [Vogel 50]; a. 1482: 6 ½ Summern [LandsbgZb. 35]. a. 1500: das er alle wochen zway somerin brots usser meiner herrn pfistery nemen moge [Krebs ProtDomk. Nr. 51]. a. 1515: Item ß d von 13 syymern nüßkern oley dar zu machen [GgHospR]. a. 1518: man soll geben VIII sumeren korns myt der strichen [PfWeist. 213 (PS-Burgalb)]. a. 1522: 55 ½ malter 2 symer 1 Sester [LandsbgKellR]. a. 1563: es seye maß, ell, gewicht, moß, simmern vnd dergleichen [PfWeist. 710 (BZ-Gräfhs)]. a. 1596: Ain Creuznacher Mtr. hat acht fas oder Simmern Jedes Simern 4 Vierling oder drei Dreiling [WerschwSchR 1]. a. 1615: ein halb Simri Gersten [Vogel 26]. a. 1764: 1 beschlagen simren u. 1 Mäsgen [Kurpf. 940-942 (KU-Einöll)]. a. 1774 wird versteigert 1 simmer Erbsen mit dem sack [Kurpf. A. 1631/18 (KL-Steinwd)]. a. 1847: mann kauft ein simmere Aepfel um 9 Kr., die ohm birenwein um 2 fl 30 [NPfGV 1925 84 (Rockhs)]. — 2. 'dicker Kopf', auch scherzh., verächtl. für Kopf allgemein [verbr., Höh 234/35]; vgl. Simmernkopf; Syn. s. Kopf I 1. Der hot awwer e S. [RO-Semb]. Ich treff der de S.! (drohend) 'Ich schlage dir auf den Kopf!' [PS-Steinalb]. — Ahd. sumbar, sumbari, sumbri, sumbarin (Ahd. Glosswb. 607), mhd. sumber, sumerîn, sümern u. a. 'Korb, Getreidemaß, Scheffel' ( Lexer II 1295/ 96), wobei die in der Pfalz hauptsächlich bezeugten Simmern-Formen auf die mit dem germ. Suffix -îna gebildete Ableitung zurückgeht. — Rhein. VIII 991/92 Sümmer; Els. II 358; Kluge-Seebold22 672; DWb. X, I 1059.
3775 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    simmernverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    simmern , verb. , s. sommern .

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Simmern

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Simmern , preuß. Stadt im Reg.-Bez. Koblenz, auf dem Hundsrück, mit 3100 E., ehemals Hauptstadt des kurpfälz. Fürstenthu…

  3. modern
    Dialekt
    simmerntr. v.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    simmern [zìmərn Volkr. u. s.] tr. v. Nachlese halten. — lux. 409 ebenso; Gr. Wtb. 10, 1548 simmern für sommern die Somme…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit simmern

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von simmern 2 Komponenten

sim+mern

simmern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

simmern‑ als Erstglied (4 von 4)

Simmernkopf

PfWB

simmern·kopf

Simmern-kopf m. : 'großer, dicker Kopf', Simmerekopp [ LU-Neuhf SP-Harths BZ-O'hs ]; vgl. Simmer 2; Syn. s. Kopf I 1. RA.: e S. un e Messelh…

Simmernkorb

PfWB

simmern·korb

Simmern-korb m. : 'Korb mit zwei Handgriffen für Holz, Obst, Kartoffeln usw.', vgl. Abb. 55a, -koʳb [ SP-Mechth LA-Edh BZ-Annw Gossw Stein V…

Simmernmeßel

PfWB

simmern·messel

Simmern-meßel n. : = Simmer 1, nur in der RA.: 'n Kopp wie e Simmeremääßl [mancherorts SOPf ( Heeger Nachl.)]; Dim. zu Meß .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „simmern". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/simmern/pfwb?formid=S07614
MLA
Cotta, Marcel. „simmern". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/simmern/pfwb?formid=S07614. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „simmern". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/simmern/pfwb?formid=S07614.
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  urldate      = {2026-05-12},
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