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kober

ahd. bis sprichw. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
18 in 14 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kober m.

Bd. 11, Sp. 1543
kober, m. korb u. ä., im pl. köber Mathesius (s. 1, a), Mülmann 262 u. a., aber auch kober Brocres 7, 230, und so z. b. in Sachsen. 11) hauptsächlich korb, cophinus, fiscella, sirpiculum Stieler 1014, Rädlein 552b, Steinbach 1, 889, Frisch 1, 530b, schon im 15. jahrh. 'pera, eeser (s.äser), kober, lysker'. Breslauer voc. von 1422. 1@aa) als tragkorb: wie man auch, ehe der Thal (Joachimsthal) aufkommen, vil erz in köbern aus disen gebirgen weggetragen hat. Mathesius Sar. 95b (vgl. kobereisen); auch ihre köber und taschen voll füllen konnten. westph. Robinson 234; hänge ihn (den bündel) an die wand, wie die bauern pflegen ihre köber hinzuhängen. Frisius handwerkercerem. 26; einen kober voll forellen. Hazards lebensg. 29; ein kober krebse, den uns ein armer gedrückter bauer als kläger bringt (dem advocaten). Rabener (1755) 2, 68, vergl.krebskober; nachdem ... mein groszer kober ziemlich mit proviant gespickt war. Schelmufsky 2, 25; unlängst komme ich zu einem buchbinder. indem ich mit ihm rede, tritt ein holzbauer, der bei ihm bekannt ist, herein und langt aus seinem kober, in dem ein guter vorrath butter und brod war, meine fabeln und erzählungen ungebunden hervor. Gellert briefe (1756) s. 133, 14. brief; und leeren unsren kober (von eszwaaren). Voss die heumad v. 110; gebt den kober! ihr sollt mich wieder einmal rühmen, wie ich für kalte küche gesorgt habe. Göthe 42, 293. so, als handkorb für kleine bedürfnisse, bes. mundvorrat, in Thüringen, Sachsen (wie anderwärts äser, karnier), genauer eszkober Freytag soll u. haben 3, 288 (als pl.), volksmäszig freszkober. die schulmädchen haben ihren schulkober. 1@bb) in redensarten: wir sind solche .. verblendte leute, das wir unsere eigene gebrechen in dem kober, so wir aufm rücken hangen haben, nicht erkennen. Mathes. Syrach 1, 49b. ein volksscherz vom rückenkober bei Stieler: er hat einen kober auf dem rücken, ist bucklich. im böhmischen Erzgebirge aber heiszt der bauch auch kouber (Petters andeut. 24), wol vom eszkober übertragen. vielleicht ebenso im folg., mit doppelsinn: der groszknecht führt die magd ins heu und legt sich an den schober. schatz, bist du mir nicht stets getreu, thu ich dir was in kober (etwas zu leide). Picander 2, 314 (hochzeitged.). 1@cc) für ermittelung alles weiteren ist die ganz eigene form des kobers von bedeutung. wie Adelung angibt, länglich viereckig, schmal und hoch, der stoff bast oder späne, er hängt gewöhnlich an zwei stricken, die, wie Frisch ihn schon als niedersächsisch beschreibt, zugleich den sonst losen deckel damit verbinden, der in den stricken beweglich angebracht ist. 1@dd) seine heimat ist wesentlich das östl. Mitteldeutschland, aber auch nördlich bis Pommern ist der freszkober wolbekannt, in Waldeck kober, victualienkorb der fuhrleute Curtze 478a. Schmid 321 gibt selbst aus Schwaben kober, als korb überhaupt (vgl. 2). eigner weise haben die nd. wbb. nichts davon, Danneil 224a gibt vielmehr tobel, tofelkîp (s. kiepe) als kober, Schambach 233a tover (Adelung tabel). doch wird auch kover sich finden wie nach folg. kofer zu vermuten ist: nach dem spiele raffet er die karte zusammen, stecket solche in seinen kofer. Wesenigk böse spiel-sieben (1702) 105, ebenda aber auch kober. 22) schwäb. kober m., fach zum fischfange Schmid 321. falls es eine reuse ist, musz es dasselbe wort sein, da auch korb so gilt. 33) die verwandtschaft liegt nahe im heimischen bereiche. ein ags. ceofl heiszt korb Ettm. 380, covel corbis, colum Dief. 150b, 133c. diesz cofel, wie die reine form sein wird, steht neben hd. kober, wie das nd. tovel unter 1, d neben tover, beide wie weiterbildungen von einem urspr. ags. cofa, ahd. chobo, kobo. und diesz läszt sich gleich wiederfinden in dem schwäb. koben 2, b zum fischfange, wie schwäb. kober 2 hier (vgl. auch kobelwehr); ob [] es nun geflochtene fischreusen oder mehr kasten sind, wahrsch. ist koben (kobe) selbst, ags. cofa das mutterwort, die bed. korb oder flechtwerk und hütte, häuschen (kasten) treffen sich oft in demselben worte, z. b. in korb (3) selbst, in kar kasten, stockwerk und fischkorb (sp. 203 fg.), s. darüber kötze a. e. merkw. anklingend böhm. kobela f., kober, deckelkorb, auch kabela, poln. kobiel f., dem. kobialka, niederwend. kobélà, kobélka.
4307 Zeichen · 106 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    koberst. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    ? kober st. m. ; vgl. mhd. kober st. m. ( in anderer Bed. ), kobe sw. m., kobel st. m., nhd. ( älter ) koben m., auch di…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    koberstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    kober stm. BMZ korb, tasche, pera Voc. vrat. 1422. vgl. koffer u. Dwb. 5,1543.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kober

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Kober , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Koberchen, ein von Baste, gespaltenen Ruthen oder Spänen geflochten…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kober

    Goethe-Wörterbuch

    Kober mask Tragekorb, Kiepe aus Korbgeflecht; als Transportmittel GWB 13 1 ,237,20 Götz 3 II 11 Robert Charlier R.C.

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kober

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kober , in der Gaunersprache soviel wie Wirt, Herbergsvater für Diebe.

  6. modern
    Dialekt
    Koberm.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Wossidia Kober m. gleich Buttkip, nicht heimisches, aus der Mark Brandenburg gelegentlich auftauchendes Wort: Un Moder m…

  7. Sprichwörter
    Kober

    Wander (Sprichwörter)

    Kober 1. Was in dem Kober ist, der auf unserm Rücken hängt, sieht man nicht. »Wir sind solche verblendte Leute, dass wir…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kober

35 Bildungen · 24 Erstglied · 5 Zweitglied · 6 Ableitungen

kober‑ als Erstglied (24 von 24)

kober(e)n,

FWB

1. ›sich (zum Kampf) sammeln‹; tropisch: ›(nach einem Kampf) zu Kräften kommen, sich erholen‹; auch refl.; 2. ›Hazard spielen‹.; 3. ›(von Ja…

koberbrief

KöblerMhd

kober·brief

koberbrief , st. M. nhd. „Koberbrief“, gerichtliche Urkunde, die den Zugriff auf das Vermögen des Schuldners ermöglicht Q.: DRW (1408) E.: s…

kobereisen

DWB

kober·eisen

kobereisen , n. ' eisen das die bergleute unrechtmäsziger weise im kober zum verkaufe herumtragen '. Adelung, er hat aber den kober erst hin…

koberen

Lexer

kobe·ren

koberen stn. ib. erholung, sammlung Wwh. ; das spüren, suchen von jagdhunden Hadam. 51. 114 ; hazardspiel Teichn. 283 u. Ls. 1. 447,79 ;

Koberger

Meyers

kober·ger

Koberger ( Koburger ), Anthoni , Buchdrucker und Buchhändler, geb. um 1440, gest. 3. Okt. 1513, wirkte 1470–1513 in Nürnberg und druckte in …

koberig

PfWB

kobe·rig

koberig Adj. : ' gesund, munter '; kowwerich werre (nach einer Krankheit) [ IB-Heckdh ]. — Abl. aus kobern 2.

koberjude

DWB

kober·jude

koberjude , m. jude, der im kober auf dem rücken allerlei waaren zum verkauf herumträgt. Campe, in Posen kobermausche ( Moses ) Bernd 137 .

koberlehen

DWB

kober·lehen

koberlehen , n. im bergbau, das unerlaubte fortrücken einer gewerkschaft oder der eigenlöhner über die grenzen des ihnen verliehenen feldes.…

koberlied

DWB

kober·lied

koberlied , n. deckel des kobers. Köhlers alte bergmannslieder 60 , aus dem sächs. Erzgebirge.

kobern I

SHW

kobern I Band 3, Spalte 1573-1574

kobern II

SHW

kobern II Band 3, Spalte 1573-1574

kobern III

SHW

kobern III Band 3, Spalte 1573-1574

kobern IV

SHW

kobern IV Band 3, Spalte 1573-1574

Kobernuß

Campe

kober·nuss

Die Kobernuß , Mz. die — nüsse , die Pferdenuß (Juglans fructu maximo ).

kobernusz

DWB

kobernusz , f. eine grosze art wallnusz, die schafnusz, pferdenusz. Nemnich.

Kobersland

MeckWB

kober·s·land

Wossidia Kobersland n. im Abzählreim: 'Fahr in das Kobersland, Kobersland, Snidersland' Schw Schwerin@Wittenförden Witt .

Koberstein

Meyers

kober·stein

Koberstein , Karl August , Literarhistoriker, geb. 10. Jan. 1797 zu Rügenwalde in Pommern, gest. 8. März 1870 in Pforta, besuchte die Kadett…

Kobertchen

SHW

Kobertchen Band 3, Spalte 1573-1574

koberte

KöblerMnd

koberte , Sb. nhd. Bettdecke Hw.: vgl. mhd. covertiure, mnl. copertorie I.: Lw. lat. coopertōrium E.: lat. coopertōrium, N., Decke; vgl. lat…

koberunge

Lexer

kobe·runge

koberunge , koverunge stf. ib. erlangung, erwerbung. frides koberunge Elis. 10414 ; erholung, kräftigung, sammlung, kob. Wwh. 435,16. kov. i…

kober als Zweitglied (5 von 5)

Freßkober

Campe

fress·kober

Х Der Freßkober , des — s , d. Mz . w. d. Ez. ein Kober, in welchem man auf Reisen allerlei Eßwaaren bei sich führt; im gemeinen Scherz.

freszkober

DWB

freszkober , m. cophinus cibarius.

Jakober

Idiotikon

jako·ber

Jakober Band 1, Spalte 370 Jakober 1,370

krebskober

DWB

krebs·kober

krebskober , m. kober, korb für gefangene krebse, bei fischern: was soll ich .. allen im krebskober der staatsschreibstube auf einander gese…

rotzkober

DWB

rotz·kober

rotzkober , m. 1 1) so viel wie rotzmaul, rotznase ( s. d. ). Campe. rotzköber Schm. 2, 196 . 2 2) ein fisch, der kaulkopf, cottus gobio, we…

Ableitungen von kober (6 von 6)

bekobere

BMZ

bekobere swv. erhole mich. Oberl. 102.

bekoberen

Lexer

be-koberen swv. BMZ refl. sich zusammenfassen, erholen Herb. 8869.

erkobere

BMZ

erkobere swv. fasse mich zusammen, erhole mich. 1. alsus erkoberte daʒ her der bruoder aber zuo der wer livl. chron. 7933. 2. ich erkobere m…

erkoberen

ElsWB

erkoberen [ərkhowərə Dehli. ] herstellen: der Kaffee hat mich ganz erkowert; an dem kann m e r sich e. erholen, seinen Verlust einbringen. —…

Erkoberung

Meyers

Erkoberung , soviel wie Errungenschaft (s. Errungene Güter ).

KOBERE

BMZ

KOBERE , KOVERE swv. recupero. ahd. choborôm Graff 4,357. — die nidern und die oberen sich sêre begunden koberen sich erholen: heiden arme u…