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greulichkeit

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

greulichkeit f.

Bd. 9, Sp. 246
greulichkeit, f. , im mhd. noch selten, im 16. jh. literarisch reich entfaltet, dann schnell zurückgehend. 11) bedeutung und gebrauch des stammworts greulich erscheinen bei dem subst. wieder: crudelitas Diefenbach 159c; feritas 220c; ferocitas 231a; severitas 531b; sevitia ib.; torvitas 590a; atrocitas nov. gloss. 40b; diritas Frisius diction. (1556) 422b; truculentia gemma gemm. (1508) c 7a; immanitas Kirsch corn. 1, 159a; (der bauer) sluoc mit solher griulicheit an die mûre ein sô mehtigen slac, daz sie ganz und gar gelac H. v. d. Türlin krone 14304; als menschliche eigenschaft meist in der bedeutung 'bosheit, grausamkeit' (vgl. greulich 2 a): sol ich denn den todt ... entrunnen seyn, damit ich ärgers dann den todt durch meiner freundin und bulschaft greuligkeit erdulde? Amadis 151 Keller; stach den vögeln ... die augen ausz, nit ausz grewlichkeit, sonder wie die kinder nach den kindlin in die augen stupfen Fischart geschichtklitt. 198 neudr.; aber nach erobertem sig ... ist ein erbärmlich ding, wo man die überwundnen tödt und mer ein anzeigen der torheit und grewligkeit als der tugent J. Frontinus von den guten räthen 42b; wenn man ja zu die greuligkeit, greszligkeit und grausamkeit der so vermeynten riesen oder tyrannen ... die groszheit des leibes setzet Prätorius anthropodemus pluton. (1666) 2, 209; sprichwörtlich: greulicheit hat nicht vil leut Seb. Franck sprichw. (1545) 1, 16b; wann so gesehen ist die macht und grewlicheit der wütrich (visa potentia et crudelitate tyrannorum) offenbar. der heil. Birgitte (Nürnb. 1502) 4, 129; diese verbindung von greulichkeit und tyrannei ist stehend: die czal seiner jar die ist ungewiss seiner greulichkeit (numerus annorum incertus est tyrannidis eius) Wenzelbibel Hiob 15, 20; die unmenschliche grewlichkeit der beiden gottlosen tyrann gegen Christum aufs new entbrann Kirchhof wendunm. 3, 401 lit. ver.; lere öde land und leut macht der tyrannen greulicheyt Seb. Franck sprichw. (1545) 1, 16b; dazumal seind die Türcken also auf komen und also in ein unsegliche anzal und greulichkeit gewachsen wider die kirchen gottes chronica u. beschr. d. Turckey (1530) b iib; de Dithmarschen lethen sick dar sehen mit groter growelicheit Schiller-Lübben 2, 161; vom teufel (vgl. greulich 2 b): führe uns nicht in verfluchung, sondern ergib dich dem bösen, denn dein ist sein reich und die kraft seiner greulichkeit Opel-Cohn dreiszigjähr. krieg 32; vom tod (vgl. greulich 4 a): van gruwelicheit des dodes Schiller-Lübben 2, 161b; bei tieren im sinne 'bosheit, wildheit' (vgl. greulich 2 c): da liessen sy (die tiere) alle ir greulikeit heiligen leben in dem winterteil (1471) 25a; etlichen hunden ist es angeborn, daz sy nit ausz greulicheyt sunder ausz gwonheyt bellen M. Herr sittl. zuchtbücher (1536) 149b; dass aber die schlangen ... ihre natürliche greuwlichkeit ablegen und sich fangen lassen Nigrinus von zäuberern (1592) 105; in anderen fällen mehr zur bezeichnung des äuszeren eindrucks (vgl. greulich 1 a): dô vluhen die brudere alle von der grûwelichkeit des tirs (eines löwen) myst. 1, 211, 15 Pfeiffer; und wäre das in ain mensch sölt sehen in seynem rechten bilde, flaisch und bain zerstube alles von der greulichayt Tauler sermones (1508) C Ia; die greulichkeit seines gesichtes truculentia vultus Stieler 698; anders: die greulichkeit der sünde peccatorum deformitas ib.; den (namen) nimmermehr kein christ wegen seiner greulichkeit vor sein maul ... kommen lassen solte Grimmelshausen 4, 691 Keller; das er wölte das zerknütschet ror mit seines urtels greüwligkeit nit zevollen zerbrächen Joh. Stumpff kaiser Heinrichs IV. historia (1556) 79a; greulich 'häszlich' (s. 1 a α; 2 a) entspricht: distortia heszlichkeit vel grauwelichkeit Diefenbach 187c; öfter auch glossiert mit indignitas: uneerligkeit, ungebürligkeit, schand, uneer, greüwligkeit Frisius diction. (1556) 683a; eigen: ingluvies grulicheit Diefenbach 298b. 22) auch zur bezeichnung von zuständen und handlungen, dann dem sinne des subst. greuel nahekommend: dann gottloser und verruchten menschen einigkeit in argen und bösen sachen ist kein freundligkeit, sondern viel mehr ein grewligkeit Jac. Gretter ep. a. d. Römer (1566) 764; es sint auch die Heliopolitaner ... in ein solche grulikeit gefallen ... das sy die frummen schamhaften junckfrowen ... haben gar nacket ausszogen Hedio chron. german. (1530) 173a; vom treiben einer hexe: dieser übergräulichen abgötterei und abgöttischen greulichkeit habe ich den leser deszhalben erinnern sollen Prätorius blocksberg 244; nach dem sie viel stätt, land und örter ... mit viel und grossem schaden, plünderung, todschlag, raub und unerhörten greuwligkeiten beschädigt Adam Reiszner historia Frundsbergs 111a; die meisten fluchten auf die that (die einäscherung Moskaus) als auf eine schauerliche greulichkeit Arndt 1, 141 Rösch-Meisner; in denselben verbalen verbindungen wie greuel (vgl.greuel 7 e): billich, wer grewlichheit thuot ben, an dem wird grewlicheit getrieben Fischart flöhhatz 1205 neudr.; sich nit die strafen und grewlichkeit, so gegen den religionsverwanten geübt zu werden pflegten, abschrecken liessen Frisius narratio de furoribus Gallicis (1573) a 3a; do ertellede de hertoge, wo de Pamern sollike unminschlike gruwligkeit an eme und synem lande hedden began, de men sust ny gehort hadde Kantzow chron. v. Pommern 32 Böhmer; an greuel 'unrat' (s.A 1 c) erinnert: du erblaster freund, du bist aus dem thal gestiegen, welches koth und greulichkeiten allenthalben bey sich führt Henrici ernst- scherzh. u. sat. gedichte 1, 173.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    greulichkeitf.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    greulichkeit , f. , im mhd. noch selten, im 16. jh. literarisch reich entfaltet, dann schnell zurückgehend. 1 1) bedeutu…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit greulichkeit

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Ableitung von greulichkeit 2 Analysen

greueln + -lich + -keit

greulichkeit leitet sich vom Lemma greueln ab mit Suffixen -lich und -keit, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: greulich+-keit

Keine Komposita gefunden — greulichkeit kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „greulichkeit". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/greulichkeit/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „greulichkeit". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/greulichkeit/dwb. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „greulichkeit". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/greulichkeit/dwb.
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