urwesen,
n. , wesen
mit ur- C 4 c.
seit dem 16.
jh. als verdeutschung von element
bekannt, in dieser verwendung öfter im 17.
jh., kaum noch im 18.
und 19.
gebraucht (A).
der von elementum
losgelöste begriff wird erst im 18.
jh. ausgebildet (B).
in beiden bedeutungen steht grundwesen (
s. d.)
nahe, das die stärke von u.
nicht ganz erreicht und sich mit u.
nicht immer deckt. urwesen
primo essere Kramer (1702) 2, 1222
c. AA.
element, grundwesen 1
entsprechend, älter als dieses: das u. oder element des feuers Kirchhof
wendunmuth (1563) 465; gleich wie in dem gantzen wesen der dinge nicht mehr als vier uhrwesen seind, wasser, erde, feuer, luft Zesen
rosenmând (1651) 92; die erste vorstellung der vier uhrwesen
beschreibung der st. Amsterdam (1664) 256; R. ... hatte sich ... nicht färn von däm unbarmhärzigen uhrwäsen (
dem meere), welches si dises liben schatzes entsäzte, nidergelahszen
adr. Rosemund 10
ndr.; diesen vier uhrwesen Lohenstein
Arm. 1, 674
b; aus diesem kam der stoff, den man uhrwesen nennt Hoffmannswaldau 7, 101. urwesen
elemento Kramer (1702) 2, 1336
b;
elementum, principium Aler (1727) 2, 2133
a; Westrumb
chem. (1793) 107; Braun
orthogr. wb. 275
a; '
die mystiker, goldmacher und andere pflegen ... die bestandtheile eines einzelen körpers, ingleichen die bekannten bestandtheile aller körper, d. i. die elemente u.
zu nennen' Adelung.
in dieser bed. ist das wort wegen seiner begrifflichen unbestimmtheit völlig aufgegeben. BB.
der seit dem 18.
jh. ausgebildete begriff geht vom sein aus. B@11)
ursprünglich seiendes, gott und was man an die stelle setzte, weltseele, lebensgeist u. s. w. u. '
ein nur bey einigen neuern befindliches wort, das erste ursprüngliche wesen zu bezeichnen. so heiszt gott bisweilen das u. aller dinge' Adelung; Krünitz 202, 521
ff.: das, so mit dem willen gottes, als des urwesens, übereintrifft Leibniz
d. schr. 2, 35
G.; gott, das u., anbeten Zinzendorf
Londoner reden (1748) 23; die herrlichkeit des urwesens, das alle diese welten schuf und träget Herder 16, 455
S.; 21, 239
S.; Hamann 1, 141
R.-W.; u. = gott, insofern er der grund aller übrigen wesen ist Kant 2, 86
H.; 1, 126
H.; 3, 72
ak. ausg. u. o.; eine manifestation des urwesens Göthe 48, 181
W.; II 6, 277
W.; 'groszes u.' fing ich an und wollte beten Jean Paul 1, 256
H.; dies loszreiszen von dem u. erscheint aber als frevel Solger
nachgel. schr. 2, 689. ein böses u. Gottsched
das neueste 3, 166; zwei u. Herder 15, 103
S.; die letzten,
d. i. die ersten gründe der dinge, also ein u., absolutum, oder wie man es sonst nennen will Schopenhauer 2, 216
Gr.; H. Heine 7, 404
E.; insofern Epikuros ... das u. als starre materie faszte Mommsen
röm. gesch. 2, 413; dieses u. (
den absoluten zweck) nennt Aristoteles auch gelegentlich gott Fr. A. Lange
gesch. d. materialismus 96; D. Fr. Strausz 3, 233; 6, 104; als unsre ersten eltern vom baume der erkenntnisz aszen, wuszten sie nicht, von welchem u. der mensch abstammt Rosegger II 2, 105; Nietzsche 1, 117; Windelband
gesch. d. n. philos. 2
4, 360. B@22)
eigenschaften ursprünglichen seins: unter wechselnden schicksalen ... bleibt das germanische u. (
ursprüngliches wesen) bestehen Bartels
gesch. d. d. lit. 1
3, 3; beim Urarier ... sind wir schon angelangt, der auf dem untergegangnen erdteil Arktogäa sein u. trieb (
spottend) Chamberlain
dilettantismus 15;
das innere, eigentliche, wesentliche einer schrift: keine äuszere einwirkung noch bedingung könne diesem innern u. (
z. b. der bibel) etwas anhaben Göthe 24, 75
jub.-ausg. B@33)
besondere träger solcher wesenseigenschaften: u. das chaos, die nacht
allg. d. bibl. 83, 530; alle verschiedne u. in der natur sind göttlich Heinse 4, 282
Sch.; das ding an sich ist das ewige ... u. Schopenhauer
briefe 209
Gr.; thiere der bibel Jung-Stilling 3, 105; die Hesperiden sind unheimlicher u. ... kinder Ed. Gerhard
ak. abh. 1, 17;
auf niedrigster stufe des thierreichs stehende schwämme Brehm
tierleben (1890
ff.) 10, 627;
platonische ideen Wieland 24, 272
Gr.; Leibnitzens monaden sind allerdings die u., die wahren elemente der dinge (
vgl.A) Fr. A. Lange
gesch. d. materialismus 215.
für original
schlug es Campe
verd. wb. (1813) 451
a vor: jeder ist mehr oder weniger ein u. für sich. —