Eintrag · Frühneuhochdeutsches Wb. (FWB)
tragen
tragen
- ›etw. (z. B. eine Last o. Ä.) tragen, schleppen, heben, halten‹; in verschiedene Richtungen ütr., z. B.: ›etw. als getragen Gedachtes mit sich führen, bei sich haben, besitzen‹; ›etw. (Belastendes, z.
- ›etw. / jn. von einem zu einem anderen Ort tragen, etw. überbringen, wohin befördern, transportieren‹; oft ütr., wobei eine Bezugsgröße mehr oder weniger gut assoziierbar als von einem Ort zum andern
- ›(Kleider, Schmuck, Waffen) tragen‹; tropisch: ›etw. (z. B. Zeichen) am Körper bzw. auf der Kleidung tragen‹; ›(eine Salbe o. Ä.) auf der Haut tragen‹; auch auf Körperteile bei Tieren (Hörner) bezogen
- ›eine geistig-seelische Last tragen, körperliche oder seelische Beschwerden, Befindlichkeiten oder finanzielle Mängel ertragen, aushalten‹; als Ütr. an die tropischen Gebräuche von 1 anschließbar; Ten
- ›positive oder (meist:) negative Gefühle für / gegen jn. / etw. hegen, Bedürfnisse oder Absichten besitzen, von Affekten hinsichtlich e. S. / e. P. beherrscht sein‹; auch auf soziale Beziehungen, insb
- ›etw. besitzen, enthalten, inhärieren, in sich einschließen, in sich tragen‹; im Unterschied zu 1 auf Haltungen, Charaktereigenschaften, Handlungen o. Ä. von Personen bezogen; vereinzelt von sachliche
- ›sich benehmen, sich (adäquat) verhalten‹.
- ›sich zu etw. hinwenden, eine Neigung zu etw. haben‹ (von Personen, Haltungen gesagt); unpersönlich: ›auf etw. hinauslaufen, zu etw. hinführen, zu etw. kommen‹.
- ›sich mit jm. verstehen, zueinander passen; einander gleichen, ähneln‹; auch: ›passend, angemessen sein‹.
- ›etw. vor Augen, im Plan haben; sich e. S. bewusst sein‹.
- ›sich von allem Weltlichen lösen; eine wechselseitige Seinsbeziehung zu Gott eingehen, in ihm aufgehen‹.
- ›etw. (in 1 Beleg: jn.) zum Verkauf anbieten, feilbieten‹.
- ›(jm., einem Gemeinwesen) etw. (Gewinn, Nutzen, Profit, Verlust) eintragen, einbringen‹.
- ›Unkosten tragen, für einen Schaden aufkommen, einen Schaden ersetzen, begleichen‹; auch: ›(jn.) etw. kosten‹; speziell: ›Lösegeld zahlen‹.
- ›etw. (als Lehen) in seinem Besitz haben; ein Erbe besitzen, bewirtschaften‹.
- ›ein Amt bekleiden, einnehmen; mit einer Aufgabe betraut sein‹.
- ›Frucht tragen, fruchtbar sein; etw. hervorbringen‹ (von Sachen gesagt); auch ütr.
- ›schwanger sein, ein Kind austragen‹ (von Menschen); ›trächtig sein‹ (von Tieren, dies seltener); Spezialisierung zu 17
- ›etw. betreffen, angehen‹.
- ›etw. aushalten, ertragen‹.
- in phrasematischer Verwendung belegt.
- ›etw. betragen, sich in einer bestimmten Weite erstrecken‹.