lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

nieden

mhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 10 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
16
Verweise raus
23

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

nieden

nieden

nieder Adv. ‘herab, herunter, hinunter, hinab, zu Boden’, ahd. nidar ‘unter’ Präp. (10. Jh.), ‘unten, herunter, herab’ Adv. (um 800), mhd. nider Adv. ‘hinunter, herunter’, asächs. niðar, mnd. nēder, mnl. nēder(e), nl. neder, neer, aengl. niþer, anord. niðr, schwed. ned sowie aind. nitarā́m ‘niederwärts, nach unten’ sind komparativische Ableitungen (ie. *nitero- ‘niederer’) von in aind. ‘nieder, herab, rückwärts, hinein’ enthaltenem ie. *ni- ‘nieder’ (s. auch Nest), während verwandtes aslaw. nizъ ‘nieder, hinab, unten’, russ. vniz (вниз) ‘hinab, abwärts’ sowie griech. (episch) né͞iatos (νείατος) ‘unterster, äußerster’ auf ie. *ni-, *nei- führen. – nieder Adj. ‘niedrig’, ahd. nidari ‘nieder, niedrig, tief, klein, gering’ (8. Jh.), mhd. nider(e), asächs. niðari, mnd. nēder, mnl. nēder(e), nl. neer, afries. nither, nether, aengl. niþera, neoþera, engl. nether, anord. neð(ar)ri, schwed. nedre (germ. *niþra), tr-Ableitung vom Stamm ie. *ni- ‘nieder, unten’. Niederung f. ‘flaches, niedrig gelegenes Land, Ebene’ (Ende 17. Jh., geläufig 19. Jh.), zuvor ‘Erniedrigung, Demütigung’, ahd. nidarunga ‘Verdammung’ (9. Jh.), mhd. niderunge ‘Erniedrigung’, mnd. nēderinge, Abstraktbildung zu ahd. nideren (um 800), mhd. nider(e)n ‘niedrig machen, herabsetzen, erniedrigen’, mnd. nēderen. niedrig Adj. ‘unten befindlich, tief gelegen, nicht hoch, gering an Wert und Würde, untergeordnet’ (16. Jh.), mnd. nēderich, Weiterbildung zum Adj. nieder. erniedrigen Vb. ‘demütigen, herabsetzen’ (16. Jh.), Weiterbildung von älterem gleichbed. niedrigen Vb. (niderigen, 15. Jh.). Niedertracht f. ‘Gemeinheit in Gesinnung und Handlung’ (Mitte 18. Jh.), rückgebildet aus niederträchtig Adj. ‘gemein, schäbig’ (17. Jh.), ‘gesenkt, geneigt, niedrig, tiefliegend, unterwürfig, verzagt, geringen Standes’ (16. Jh.), spätmhd. nidertrehtic ‘von oben herab angesehen, gering geschätzt, verächtlich’, zu mhd. sich tragen ‘sich benehmen, betragen’ (s. tragen, Tracht). niederdeutsch Adj. zur Bezeichnung des (vor allem durch die 2. Lautverschiebung nicht oder kaum betroffenen) nördlichen Sprachstandes des Deutschen; zuerst auf die niederländische Sprache bezogen (2. Hälfte 15. Jh.), ausgehend wohl von der ‘niedrig gelegenen, flachen’ Beschaffenheit des Landes (vgl. Nider teutschelant, 2. Hälfte 15. Jh., und die Bezeichnung Niederlande), auch zur Kennzeichnung des dort lebenden Volkes (nider dütsch, 1. Hälfte 16. Jh.) und seiner Sprache (durchgängig seit 1641, Schottel); s. das Gegenwort hochdeutsch. – nieden Adv. ‘unten, in der Tiefe, auf dieser Erde’, ahd. nidana (9. Jh.), mhd. niden(e), asächs. niđana, mnl. neden(e) (vgl. nl. beneden), afries. nida, aengl. niðan, neoðan, anord. neðan aus (mit einem die Richtung angebenden Suffix -ana) germ. *niþana ‘von unten her’. Bereits Adelung erklärt: „nur noch … in der höhern poetischen Schreibart“. Entsprechend hienieden Adv. ‘hier unten, auf Erden’, ahd. hier nidana (9. Jh.), danach in der Zusammenrückung mhd. hieniden(e), mit hie, einer Nebenform von hier (s. d.).
3008 Zeichen · 119 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    niedenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    nieden swv. s. nieten 2.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Niedèn

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Niedèn , ein Nebenwort des Ortes, für nuten, welches für sich allein im Hochdeutschen völlig veraltet ist. Nach nieden z…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Nieden

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Nieden , Julius zur , Bauingenieur, geb. 23. Febr. 1837 in Zurstraße (Westfalen), studierte in Berlin und war dann bei d…

  4. modern
    Dialekt
    niedenAdv.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

     nieden Adv. : ' unten '. a. 1330: nide(n) an deme dorfe der ist eine kamerat (s. Kammert ) [Lam 1 107v (NW-Deidh)]. a.…

Verweisungsnetz

34 Knoten, 33 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Kompositum 23 Sackgasse 5

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nieden

28 Bildungen · 24 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von nieden 2 Komponenten

nie+den

nieden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

nieden‑ als Erstglied (24 von 24)

niedenan

FWB

1. relativ zu einer Bezugsgegebenheit (z. B. zum Körper eines Tieres, zu einem bekannten Ort) ›unten; landschaftlich tiefer unten gelegen; i…

Niᵉdendüᵉre

WWB

Niᵉden-düᵉre f. [verbr.] 1. (mehrteilige) große Einfahrtstür im Bauernhaus; Tennen-, Dielentür. Klaine Nuiendüör kleine Tür im unteren Teil …

Niᵉdendüᵉrglas

WWB

Niᵉden-düᵉr-glas n. Fenster in der→ Niᵉden-düᵉre ( WmWb ).

Niᵉdendüᵉrmeªkeler

WWB

Niᵉden-düᵉr-meªkeler m. der herausnehmbare Pfosten in der Mitte der→ Niᵉden-düᵉre ( Mün Hi).

Niᵉdendüᵉrstüttel

WWB

Niᵉden-düᵉr-stüttel [ Mün Bek] der herausnehmbare Pfosten in der Mitte der→ Niᵉden-düᵉre .

niedenen

DWB

nied·enen

niedenen , adv. , eine weiterbildung von nieden; ahd. nidanân, nidenân; mhd. nidenân ( Lexer 2, 66 ) unten, als gegensatz zu obenen: elsäsz.…

Niᵉdenende

WWB

nieden·ende

Niᵉden-ende [ Stf Kos Mün Rek Dor Unn Sos Isl] (der vor dem Wohntrakt gelegene) Wirtschaftsteil des Bauernhauses.

Niᵉdenhek

WWB

Niᵉden-hek [ Tek Kos Mün] Tor am Hofeingang.

Niᵉdenholt

WWB

nieden·holt

Niᵉden-holt n. der herausnehmbare Pfosten in der Mitte der→ Niᵉden-düᵉre ( Stf Nw).

niᵉdenin

WWB

nied·enin

niᵉden-in Adv. durch die→ Niᵉden-düᵉre herein ( Bek Al).

Niᵉdenpost

WWB

nieden·post

Niᵉden-post m. [ Kos Unn] der herausnehmbare Pfosten in der Mitte der→ Niᵉden-düᵉre .

Niedenstein

Meyers

nieden·stein

Niedenstein , Stadt im preuß. Regbez. Kassel, Kreis Fritzlar, an der Wiehoff, hat eine evang. Kirche, Synagoge und (1905) 597 Einw., davon 1…

niᵉdenūt

WWB

nied·e·nut

niᵉden-ūt Adv. durch das große Tennentor heraus ( Bek Al).

nied(en)wendig

PfWB

nieden·wendig

 nied(en)-wendig : 1. Adv.: 'unten' ( Lexer II 75 ). a. 1465-1470: Item 9 morgen nedewendig stoßen vff den Spier wegk [SpeyHochst. Bl. 179 …

nieden als Zweitglied (3 von 3)

danieden

DWB

danieden , adv. da unten, infra, ahd. die dâ nidana sint Willir. 17, 4 . niederl. daarbeneden, engl. beneath, dän. dernede. s. nieden. bei W…

hienieden

DWB

hie·nieden

hienieden , adv. hier unten: ob die nachpuren am berg, .. deszglichen die hie nyden an einer hochzyt zwen som wins schanktint. weisth. 1, 23…

hiernieden

DWB

hier·nieden

hiernieden , adv. die seltene form für hienieden sp. 1312: und wenn ihm noch beliebt, hiernieden unter uns zu wallen. Lessing 2, 197 ; nicht…

Ableitungen von nieden (1 von 1)

benieden

DWB

benieden , adv. deorsum, infra, ags. beneoðan, engl. beneath, nnl. beneden, gegensatz von boben, nnl. boven: das alles benieden solchen grab…