da1: I.
Adv. 1. örtlich, wie schd.,
do (dō, dou, lō), s. F. [allg.].
Friher isch do en Weg niwwergange [GH-Kand].
's war so schee, wie du net do warsch [KB-Bischh, verbr.].
Aa werrer do?' 'Auch wieder zu Hause?', Grußformel [KU-Herschw/Petth, verbr.].
In jo un nee 'im Handumdrehen'
war er do [Gal-Dornf].
Wie er hiekumm is, waren die annere schun do [allg.].
Dem fehlt's do (im Kopf) 'Er ist verrückt' [NW-Frankeck, verbr.].
Ja, do, saat de Kaschper, Formel, die eine Verweigerung ausdrücken soll, einem Dorforiginal namens Kaspar abgelauscht [KL-Stelzbg]. RA.:
Er is net so do 'Er ist nicht so dumm, hat es hinter den Ohren' [Kus, verbr.,
auch Gal].
Do sitzt's un hot e Hietche uf 'Hier ist alles vergeblich' [NPf Don Gal Buch].
Do die Gääß gebockt, wo mei Batze?, Aufforderung zum Zahlen [KU-Bedb, LA-Nd'hochstdt BZ-Dernb].
Do beißt kä Maus kä Farem ab 'Daran ist nichts zu ändern' [PS-Gersb, verbr.]. a. 1565:
ist Groß armutt vnd viell kleiner kindt do [WerschwSchR]. — Mit hinweisender Funktion. a. in Verb. mit anderen Ortsadverbien:
do anne 'dahin' (
vgl. ane) [verbr., ohne südl. VPf],
do awwere 'da hinunter' (
vgl. abere) [verbr. NWPf],
do oufere 'da hinauf' (
vgl. aufere) [WD-Niedkch]. Von der älteren Gener. vielfach gebraucht:
do howwe 'hier oben' —
do owwe 'dort oben',
do hunne 'hier unten' —
do unne 'dort unten',
do hiwwe 'hier hüben' —
do iwwe 'dort drüben',
do hauß 'hier draußen',
do hinne 'dort hinten'. Bei der jüngeren Gener. dafür auch:
dort owwe, dort unne, dort hinne usw. Im Wenker-Satz 14 »Bleibe hier unten stehen!« wurde 1960 von Kindern der obersten Schuljahrgänge das Wort 'hier' fast durchweg mit
do wiedergegeben; nur in 4% der Angaben, die sich gleichmäßig über die ganze Pfalz verteilen, erschien
hieʳ. — b. in Verb. mit Demonstrativpronomen oder Demonstrativpronomen + Substantivum;
s. u. II.
Der do (die do, das do) war's [allg.];
dat lo 'dieses da' [WD-Haupw];
do der (do die, do des) [RO-Obd].
Wer is der do Mann (die do Fraa, das do Kind)? [NPf, verbr.]. Meist wohl:
der Mann do usw.
Das do Stick am Rech hat kä gure Borrem, die Fels kommt raus [IB-Alschb].
Au, des do (dieses Gewitter)
kummt aus'm Gellemer (KB-Göllheim)
Eck, auch:
Orwesser (KB-Orb)
Eck [KB-Stett]. VR.:
Odo (Otto),
scheiß Bomboⁿ, geb's dem do, er will's jo! [LA-Essing]. — c. in Verb. mit Relativpronomen. a. 1305:
zu lehen vun vns entphangen siner eigen morgen achthalpe, die do sint gelegen zu Dalsheim an dyser steden [OttbgUrkb. 266]. —
d. in Verb. mit einem Imperativ.
Guck emol do!, Ausdruck der Überraschung [SOPf (Nachlaß Heeger), verbr.].
Do geh mol haaʳ! [BZ-O'hs].
Do her!, Zuruf an den Hund [KU-Körbn, verbr.]. — 2. zeitlich, wie schd., oft im Wechselverhältnis zu einer zeitlichen Konjunktion und nur die Fortsetzung des Satzgefüges andeutend.
Friher, do war's halt annerscht wie heit [SP-Schiffstdt, allg.].
Wann der Oschdermark (Ostermarkt)
kummt, do werd schun vier Woche vorher alles gericht (gerichtet) [LU-Muttstdt].
Was macht mer dann do? [allg.]. RA.:
Do rappelt's in de Worschtkich! 'Jetzt wird es ernst!' [Kaislt].
Do kennt mer e Bär werre!, Ausdruck der Verzweiflung [verbr. Gal]. — In modale Bed. übergehend:
Wann es so isch, do bin ich awwer froh! [GH-Kand, allg.]. RA.:
Do reiß ich mer noch kee Been aus 'Da strenge ich mich nicht an' [verbr. Don Gal Buch]. — In der Sprache der älteren (seltener der jüngeren) Gener. wird das Wort vielfach verstärkend vor Verbindungen mit da- gebraucht:
dodebei u. a.,
s. die Zs.
dadabei,
-dadurch,
-dafür,
-dagegen,
-dahinter,
-damit,
-daran,
-darauf,
-darnach,
-darum,
-davon,
-dawegen,
-dazu,
-dazwischen. — II.
Adj. attr., stets in Verb. mit dem bestimmten Artikel.
In dem do(e)ne (dōənə) Anzug fihl ich mich am wohlschde, auch:
In dem doe (dōə) ... [KU-Diedk].
In dem do(e)ne Kleed do gehn eich (gehe ich)
net fart [
ebd.].
In der do(e)ne (auch:
doe)
Schublad werd's leie [
ebd.]. In WD-Oberkch sagt man in diesen Fällen:
In dem lo Anzug, in der lo Schublad. So war sei Himmellebdae noch neischt wie der done Krieg do [Feierowend Nr. 28/1950]. Ähnliche Bildungen
s. ab II,
aufen;
vgl. auch
birken,
buchen. —