da ,
goth. þar,
ahd. dâr thâr, dâra dâre Graff 5, 53, 59. dârî
Muspilli 16.
im 12
ten jahrhundert zeigt sich noch dâr.
mhd. dâ
mit abgeworfenem r (Ben. 1, 303),
alts. thar,
altfries. ther,
niederd. daar,
ags. und altnord. þar,
niederl. daar,
engl. there,
schwed. ther,
dän. der.
diese pronominalpartikel läszt sich auf einen jetzigen casus nicht zurückführen, wenn man nicht einen localis darin sehen will; s. Gramm. 3, 171.
in der heutigen sprache erscheint die alte form dar
noch in zusammensetzungen mit adverbialpräpositionen. weil man zugleich, niederdeutschen einwirkungen nachgebend, für die bedeutung und form nach ursprünglich verschiedene partikel dô
ebenfalls da gebraucht, so ist eine nachtheilige vermischung beider entstanden. das organische da
weist auf raum und örtlichkeit und bedeutet demonstrativ ibi, relativ ubi. aber das gothische þar
heiszt, wie das mit dem suffix uh
gebildete þaruh,
immer ibi, während das suffix ei
in þarei
den relativen sinn bewirkt. schon das ahd. dâr
steht sowol für ibi als für ubi. 11.
demonstrativ, mit gröszerm und geringerm nachdruck. er geht da. das buch steht da. sie sitzen alle da beisammen. dise weiber mit iren schamlosen worten werden gleich den schnecken, wohin sie kriechen, da lassen sie ein wuost hinder sich Keisersberg
Sünden des munds 62
b. so aber der knab nimpt weder bürsten noch alen in die hant, sundern er sitzt da und slecht die hend under und greift es nit an das im der meister gesagt und geleret hat, darusz wirt nümer kein guoter schuomacher 81
a. sihe, da ist meine magd Bilha 1
Mos. 30, 3. was habt ir da für einen dienst?
2 Mos. 12, 26. find ich dich da, du loser tropf?
Mückenkrieg 3, 433. ach, rief er aus, da war es, da! kommt ja der hecke nicht zu nah Gellert 1, 187. du da in deinen schwarzen haaren, war dieser etwa dein galan? 1, 222. da bring ich ein briefchen
von meinem herrn Lessing 1, 543. nun liegt er da, liegt ohne wartung, ohne rat und zuspruch, ein raub der schmerzen und des todes da 2, 204. hat seinen reichthum dieser mann aus gräbern, so warens sicherlich nicht Salomons, nicht Davids gräber. narren lagen da begraben 2, 241.
Tempelherr. wo ist denn euer vater? ist er noch beim Sultan?
Recha. ohne zweifel.
Tempelh. noch, noch da? o mich vergesslichen! nein, nein: da ist er schwerlich mehr 2, 266. da hast du baare funfzig thaler Hagedorn 2, 86. da liegst du, du hast mirs sauer gemacht, doppelt sauer. Göthe. pfui! speit ihr aus, die hure da! 1, 204. einen hasen, mutter, da 42, 174. hoch auf des thurmes glockenstube, da wird es von uns zeugen laut Schiller 77
b. da ist der kahn, der mich hinüber trüge, und musz hier liegen hülflos, und verzagen 518. da ist der Tell, er führt das ruder auch: er soll mir zeugen ob die fahrt zu wagen 518.
uneigentlich sagt man, wenn das nicht geschieht, so sitzen wir da,
so ist nichts mehr zu thun, so wissen wir nicht was wir anfangen sollen. 22.
bei fragen und antworten wird es verstärkend zugefügt. was will das kind da?
das herankommt. wem gehört das bild da?
das da hängt. mit einem vorwurf, ir männer, was macht ir da?
Apostelg. 14, 15. nun da, prinz, gefällt sie (
die todte Emilia) Ihnen noch? Lessing 2, 189.
bei Fischart
findet man, ein solcher Grillus und Silenus, sagt Alcibiad, wäre sein präceptor Socrates. wie so? da so
Garg. 19.
auf die frage wo
antwortet man da,
indem man wol mit dem finger deutet: man könnte auch hier
sagen oder dort.
des gröszern nachdrucks wegen wird es auch verdoppelt, wo legt ich es doch hin? da, da, Lessing 1, 252. wo blieben Sie (
beim vorlesen)? da, da, hören Sie nur
ders. 1, 298.
die anfragen oder anrufungen wer da?
qui-vive? qui-va-la? was da?
quid vis? Stieler 287, wo da?
ubi? mit der antwort hier da
ders. 267. herr, wo da?
Lucas 17, 37.
in der volkssprache wo denn da?
sind durch ellipsen zu erklären. 33.
so auch nichts da
stärkere verneinung. ja da!
stärkere bejahung, hörst was ich dir han gesait? 'ja da!' antwürt sie im do
Ring 15
a, 36. darf ich diese blume brechen? nichts da. ja wol, wenn man in den büchern gott und die natur finden könnte, aber nichts da, die finden sich drauszen Steffen
Luxenburger märchen 54. nichts da, behauptet ist nicht bewiesen
ders. 44.
man setzt da
ohne weitere bedeutung, nur als verstärkung. 4@aa.
nach dem meist im nominat. stehenden pronomen relativum. häufig im mhd. (Benecke Müller 1, 304
a),
aber auch noch im 15
ten und 16
ten jahrh.: heute wird es seltner gebraucht, doch in der volkssprache hört man derde, diede
als relativ. nement die hand voll eschen, die da noch heisz ist und glüwet Keisersberg
Sünden des munds 2
b. das heiszt unordenliche begird, die da nit ist nach ordenung der vernunft 4
a. ist daz nit ein groszer narr, der da murmelet, darumb das er siech oder arm ist 17
b. besunder sollent sie auch warnemen des exempels sancti Pauli, der da spricht zuo den Colosensern 34
a. du der da bist der herr des himelreichs und ertreichs 84
b. gott des herren spotten, der da der aller gröszt ist 44
a. eines solchen guten frummen menschen, der da gott gern dienen wolt 45
a. ein hund kan nit reden sunder allein der mensch, der da vernunft hat 49
b. das ist ein schamperman, der da schand gebirdt, aber das ist ein erber mensch, der da eer gebirdt 61
b. der da gern hört eer abschneiden, der schneidet eben als wol der, der da hinderredet 28
b. das ist wider die, die da tag und nacht uf der stuben ligen ze füllen, ze fressen und ze saufen 5
b. du solt wenig und selten reden, das thuon nicht die, die da von vil worten sein 81
b. der erst schad der da erwachset aus unnützen worten 50
a. sahent die füchslin, die da die reben zerzerren und zernagen 45
b. also habent ir die schäden, die da wachsen von spotten 45
b. es seint deine füsz die da schnell laufen zuom bösen 48
b. was thuot die amm? sie entschläft das kind, das da schriet und weinet 32
b. was man tuot das da ze vil oder ze wenig ist, das seint laster: tugent seint in mitten 33
a. das da keinen nutz bringt weder dem, der da redet oder der das hört 49
b. fressent und zerbeiszen daz da ganz sol sein 62
a. daz lob gots, das da on underlasz geschicht von allem himelischen her 89
b. als in ein schönen lustigen garten, in dem da die violaten stond der demuot 29
a. er muosz gelogen haben eben als einer, den da glustet ze stelen 23
b. der erste schaden, den da bringt ein böser ratgeber 59
a.
nicht selten bei Luther, gott schuf grosze wallfische und allerlei thier, das da lebt und webt 1
Mos. 1, 21. und sagts Abraham an den ausländer, der da wonet im hain Mamre des Amoniter 14, 13. ich weisz das Messias komt, der da Christus heiszet
Joh. 4, 25. 'ich bin das a und o, der anfang und das ende' spricht der herr, der da ist und der da komt, der allmächtige
Offenbar. Joh. 1, 8. der da hat ein blödes gesicht Comenius 163. es kommt auf die beherzigung dessen an, was da ist wahr und gut und neu Klopstock 12, 118. keiner der da dichtet 12, 145. 150. drei sind die da herschen auf erden Göthe 12, 251. 4@bb.
nach wer
der, welcher, wer da ringt mit eim und in erwischt bei der gurgel, der hat die sach halb gewunnen Keisersb.
Sünden des munds 9
a. wer da handlet fremd guot wider den willen des herren, der ist ein dieb, oder der da ein güldin nimpt wider seinen willen, ist ein dieb 22
a. wer da gift in das maul nimpt, das verderbt im den leib 24
b. wer da fluochet vatter und muter, und wer da zerstöret die geburt seiner mutter und spottet seines vatters, des augen müssen die rappen auszkippen 44
b. wer da kleine ding versaumet, der nimpt hübschlich ab von tag zu tag 51
b. wem da mit hinderreden wol behaget, da man den lüten ir eer abnaget, sol des tisches nicht wirdig sein 27
a. wer da guts sucht, dem widerferet guts
Sprüche Sal. 11, 27. denn wer da bittet, der empfähet, und wer da suchet, der findet, und wer da anklopft, dem wird aufgethan
Matth. 7, 8. denn wer da hat dem wirt gegeben, das er die fülle habe 13, 12. wer da gläubet und getauft wird, der wird selig werden
Marc. 16, 16. wer da suchet seine seele zu erhalten, der wird sie verlieren
Luc. 17, 32. denn wer da zweifelt, der ist gleich wie die meerswoge
Jacob. 1, 6. wen da dürstet, der komme zu mir und trinke
Joh. 7, 37. es sei da wer da will, quisquis etiam fuerit Stieler 267. 4@cc.
nach welcher, die jünger Christi zeppeleten mit einander um thorecht ding, welcher da würd werden der gröszer in dem reich Keisersberg
Sünden des munds 42
b. 4@dd.
nach wo,
auch wenn es nicht fragt, darumb wo da seint vil räth, da ist heil Keisersb.
Sünden des munds 57
b. der weis man spricht 'wo da seint vil wort, da ist auch gebrust' 76
a. aber wo da erübte dapfere gesessene menschen seint, und die da schweigen, da gedenk das etwas darhinder sei
das. 4@ee.
nach wie, ir hond gestern gehört wie da fünf und zwenzig blattren dem menschen an mund wachsen Keisersb.
Sünden des munds 3
b. 4@ff.
nach darum, es gieng in vil an, darumb da thet er daran kein unrecht Keisersb.
Sünden des munds 17
a. 4@gg. Keisersberg
setzt es auch nach da
ubi, das unsere herzen gefürt werden an das ort, da da ist ware freud
Sünden des munds 86. 55.
aufmerksamkeit zu erregen, ruft man da! sieh da!
ecce! da! es regnet. sieh da! er kommt.
beim darreichen da!,
wo es dem französischen tenez
entspricht, da! nimm hin. da! da ist es. nu, gnädiger herr, da!
indem der sprechende den ring auf den tisch wirft Engel.
auch gehäuft, es sängelt (
singt) 'da! da!, nüsli (müsli?
mäuslein), da!'
Ring 14
c, 8. da! da! da stehts Milichius M 1
b. da! da! da hast du es, da,
euge! cape tibi hoc Stieler 267.
beim erstaunen, erschrecken, da! da donnerts. da! da stürzt er zur erde. da! das pferd reiszt sich los. da! da! ha! ha! da!
geminatum triplicatumve eventum subitum alicujus rei significat Henisch 629. da, da, da! das heiszet glocken gossen Fischart
Garg. 102
a. da, da, da! sprach Kyklopocol 218
a. da, da! du edler schwanz 240
a.
in Baiern ist da! da!
ausruf der kinder, wenn ihnen etwas gefällt, Schmeller 1, 347.
und als interjectio jocantis, ridentis wird es bei Maaler 85
b und Stieler 267
angeführt: da! da! das sehen wir gerne. da. da! ist es nun zeit?
vah, tam sero. die bairische mundart hat, wie Schmeller
bemerkt, daraus ein substantivum gebildet, das ding ist dada, das ist ein schönes dada.
auch der hund, dem man da! da!
zuruft, wird dada
genannt, in Nürnberg dodo, dös fleisch is von'n dodo gwöst Weinert
ged. in Nürnb. mundart 4, 4.
ebenso in der thüring. kindersprache der dodo, das dodochen.
allein es gilt auch als verhöhnung, als schadenfroher ausruf, und sperren ir maul weit auf wider mich und sprechen da! da! das sehen wir gerne
Psalm 35, 21. sie müssen in irer schande erschrecken, die über mich schreien da! da! 40, 16. da! da! der artikel hat den rechten blutschweren tropfen Luther 1, 415
b.
so wird in Baiern auch ein roher mensch, auf den man mit da! da!
hinweist, ein bauerndada
genannt im gegensatz zu dem freien städter Schmeller 1, 347. 66.
bei gegensätzen kann es wiederholt werden, kam eine plag nach der andern über die stadt, da pestilenz, da hunger E. Alber. 15
a.
gewöhnlicher ist hier
oder hie und da, dû twingest hie, nû twing ouch dâ Walther 55, 28. des heilgen geistes lêre, die er mit wîser kêre hie unde dâ den lûten warf
Passional 169, 57 Hahn. minne ist hie, minne ist dâ Heinzeleins
minnenlehre 1825. wil ich hie, so wil sie dâ
Liedersaal 2. 503, 19.
im mhd. auch wol dâ unde hie,
was heute nicht mehr üblich ist, dâ wâren kleiniu vensterlîn durch daʒ lieht gehouwen în, diu lûhten dâ unde hie
Gottfried Tristan 420, 13. sich was etwan hie ist und denne da, das ist nit an allen enden
Theol. deutsch 60. und da dein knecht hie und da zu thun hatte
1 Könige 20, 40. macht hie und da graben an diesem bach
2 Kön. 3, 16. auch vergosz Manasse seer vil unschüldig blut, bis das Jerusalem hie und da vol ward
2 Kön. 21, 16. sie werden zu euch sagen 'siehe hie, siehe da'.
Lucas 17, 23. drum will ich hier oder dort oder da triumphierend und einsam sitzen. Klopstock
Mess. 2, 848. in erd und himmel, hie und da Rückert 7.
manchmal heiszt es so viel als vereinzelt, zuweilen, hier und da sieht man in dem sand einen grünen strauch. eine miserable lust hie und da über die schnur zu hauen Tieck.
oder da und dort, dorten. weicht in die winkel da und dort
Fastnachtsp. 172, 2. und huben an zu fliehen einer da, der ander dort hinaus 2
Maccab. 21, 2. jetzt da, dan dort
allenthalben Maaler 85
b. da und dort
hic et illic, hinc illinc Schönsleder K. stürzt alles zu boden da und dort
Mückenkr. 3, 116. o liebe mutter, ich mag alldo ihm geben gar kein freundlich wort, weil er sich los hält da und dort H. Sachs 4. 3, 36
b. ach wie steht der gute glauben da und dort auf falschen schrauben Chr. Weise
Kluge leute 355. dasz die macht der christenheit, die er gewaltig lenkt, die Türken da, die ketzer dort vertilge Göthe 9, 127. was etwa da und dort sich melden mag 41, 211. dort und da wieder hin glieder um glieder sich ziehn 41, 236. da ist der kahn und dort der see: versuchts! Schiller 518. nun musz ich da und dorten sie auch zu sehen gehn. Rückert 214.
selten dort und da, stäts und immer, dort und da Rückert 26.
oder in verbindung mit hier, si stuonden hie, dort unde dâ nâch wunsche drin gesprenget Konrad
Trojan. krieg 7455. und was ich sonst mache hier und dort und da Göthe 47, 105.
Mit da und da
drückt man das unbestimmte, ungewisse aus, er hat sich da und da aufgehalten. wilt du allwegen lust haben, den magst du nit überkummen, so du den lüsten und glüsten nachhengen wilt und dem da und da zu seinem weib gon Keisersberg
Sünden des munds 12
a. aber dise die der welt urlob hond geben und still seint worden, wan man inen sagt was man da und da thü, die entpfinden es weit, wan sie der selben stille mangelen müssen, und so inen unruog einfallet 70
a. der künig ist da und da. gott ist da und da
Brösamlin 34
a. ich wäre kein soldat, nein, sondern der und der, und käme da und da von meiner heimat her. Mich. Franck
Kriegsbrand D 2
b. 77.
die alte sprache liebt es, wenn vor dem eigennamen eines landes, flusses, waldes, einer stadt eine präposition steht, noch ein hinweisendes da
vorangehen zu lassen, dâ zen Burgonden was ir lant genant
Nibel. 5, 3. dâ zem Spehtesharte
das. 903, 3. dâ ze Rîne
Dietleib 8954.
s. Benecke 1, 305. des gleichen lis (
lese) ich auch von sant Peter, dem marterer prediger ordens, der da leit zuo Meyenlandt Keisersberg
Sünden des mundes 44
a.
es kommt noch in der umgangssprache vor, da bei der Fulda liegt der kleine garten. da am fusz des Habichtswaldes steht seine hütte. 88.
weist es auf eine bestimmte örtlichkeit, so heiszt es allda, dort, daselbst. ich hatte das buch mit auf mein landhaus genommen und liesz es da liegen. das ist sein haus, er wohnt schon lange da. er ist in der stadt, aber er bleibt nicht da. kommt er auf mein gut, so halte ich ihn da fest. so hab ich nu dis haus erwelet und geheiliget, und meine augen und mein herz sol da sein alle wege 2
Chronica 7, 16. als nun die Samariter zu im kamen, baten sie in das er bei inen bliebe, und er blieb zween tage da
Joh. 4, 40.
so steht es auch, die örtlichkeit näher bestimmend vor adverb., das haus steht da hinten, da neben. das buch suchen da unten. bis da
huc usque, hier da
hic Stieler 267. von da
von dort. ein thurm steht dort, von da hat man eine weite aussicht. von da gelangte man zu einem lustigen wäldchen. sie sprachs und eilte nach dem vordertheil des schiffs, von da sprang sie ins wasser;
vergl. von dar
s. 655. von da an
bezeichnet einen wendepunct, wir kamen bis zu dem brunnen, von da an gieng der weg rechts ab. 99.
es kann auch so viel bedeuten als zugegen, gegenwärtig, angelangt, vorhanden, zur stelle, zur hand. dan wer ze hof ist und lang wil da bleiben, der muosz es künden, kan er es nit, so bleibt er nit lang da Keisersb.
Sünden des munds 67
b. so er gebeut, so stehts da
Psalm 33, 9. denn plötzlich steht er da und spricht Lessing 1, 48. da steh ich schon Göthe 41, 157. du siehst vier fürsten da 41, 291.
gewöhnlich bei sein. und ob iemant käm nach uns herein, so sagt niemant dasz wir da gewesen sein.
Fastnachtsp. 790, 25. da er sahe das kein mensch da war, erschlug er den Egypter 2
Mos. 2, 12. die (
steine) sind noch da auf diesen tag
Josua 10, 27. die zeit ist da, das die heiden komen sollen
Hesek. 30, 3. ich bin da, ich merk und höre dich Maaler 85
b. ich wil itzt selber zu in gehen, sie sol die drüsse und beule bestehen: ich wil in die leviten lesen, sollen sagen ich sei da gewesen. Joh. Römolt C 3
a. weil daselbs wärn losieret ein all eidgenoszschützen, die da sein Fischart
Schiff 904. das sahe der koch ohn als gefahr dasz ein frembder hund da war Wolgemut 2, 342. er ist nicht da
desideratur Stieler 267. sagts, wollt ihr nicht? denn jetzt sind wir noch da Gellert 1, 205. mein lieber schatz, das los ist da 2, 295. denn nicht nur glück, auch leiden dich zu üben erwarten dich und sind schon da 6, 229. aber morgen nacht bist du wieder da? Göthe 1, 247. war sie da? wo ist sie hin? 5, 50. Haman, bist du da? 13, 20. ich sage nur zu gern 'da bin ich, da' 41, 220. gelegenheit ist da, nun, Fauste, greife zu 41, 259.
Faust. ist jemand hier?
Sorge. die frage fordert ja.
Faust. und du wer bist du denn?
Sorge. bin einmal da. 41, 314. alles ist immer da in ihr (
in der natur) 50, 7. wer, wer ist da? ich, ich bin da 57, 137. sobald er da sein wird Engel
Lor. Stark c. 25. was das absolute sein oder gott ist, das ist er schlechthin. nun ist er untern andern auch da, äuszert und offenbart sich Fichte
Anweisung zum seligen leben 105. es ist nichts! nichts! du bist ja da. es ist vorüber Schiller 184
a. und kalt her bläst es aus dem wetterloch: der sturm, ich mein, wird da sein eh wirs denken 517
a. 1010.
so bezeichnet da sein
auch leben, denkt ihr dasz ich rätsel zu lösen da bin? Lessing 2, 280. dasz ich dirs mit éinem worte sage, mich selbst, ganz wie ich da bin (
meiner natur, meinem ganzen wesen gemäsz) auszubilden, das war dunkel von jugend auf mein wunsch und meine absicht Göthe 19, 151. und wenn ich (
Göthe) jetzt ins theater komme und seh nach seinem (
Schillers) platz und musz es glauben, dasz er in dieser welt nicht mehr da ist, dasz diese augen mich nicht mehr suchen, dann verdrieszt mich das leben, und ich möchte lieber nicht mehr da sein. Bettine
Briefwechsel 1, 281. deinetwegen, schöpfer, bin ich da Schiller 207
b.
s. dasein. 1111.
zählt man etwas auf, so sagt man formelhaft als da ist. manche vögel ziehen im herbst fort, als da ist die schwalbe, die nachtigall, der storch und andere. nämlich kräuter als da sein gänsfüszel und auch gänserich, gänsdistel, gänszung sicherlich
Ganskönig F v. 1212.
häufig steht es im nachsatz auf wo. wa die liebe ist, da ist kein murmeln, kein eer abschneiden Keisersberg
Sünden des munds 30
a. also auch wer die kleinen teglichen sünd nit meiden wil, der muosz warten sein das sie in hindennach verderben. davon wa die münch und pfaffen also in die hüsser schliefen, da mag nüt guots sein 52
a. und wo rechte gericht seint, da man dem armen urteilet als dem reichen, und so man gleich hindurch gat, da seint die stett verrigelt, wo die statthor wol verrigelt seint, da ist man sicher in denen 81
a. wo landsknecht sieden und braten und pfaffen zu weltlichen dingen raten und weiber führen das regiment, da nimbt es selten ein gut end Schuppius 12. denn wo das strenge mit dem zarten, wo starkes sich und mildes paarten, da gibt es einen guten klang Schiller 78
a. wo rohe kräfte sinnlos walten, da kann sich kein gebild gestalten 79
b.
der nachsatz mit da
kann auch vorangehen, da baut man hütten, wo friede herscht. er bat nur da, wo jener wild befahl Gellert 1, 184. 1313.
als entschiedenes relativum heiszt es wo,
was man jetzt auch lieber gebraucht. das demonstrative da
kann voranstehen, er ist da, da man ihn nicht sucht.
es kann auch unterdrückt werden, was in der ältern sprache nicht selten geschah (Benecke 1, 305
b, 23). sich schuldig bekennen da kein schuld ist Keisersberg
Sünden des munds 15
b. aller unflat würt geseiet (
gesät) da die aller öbersten solten sein 20
b. ein gut ding ist hochgültiger und besser weder (
als) da ist der gut leümbde und eer 48
a. euer liebe hausfrau ist besser da (
da wo) sie itzt ist, dann da (
als) sie bei euch war Luther 5, 589. da ich bin, könnt ir nicht hinkommen
Joh. 7, 34.
meist wird die örtlichkeit angegeben, ich bin in einem land gewesen, da die menschen zwiret in dem tag essen Keisersberg
Sünden des munds 5
b. darumb hat man in den selben landen, da sie seindt, ampelen in den heusern 68
a. und sazt in uf die gruob, da Daniel in sasz under den leuwen 86
a. das niemand den andern sahe noch aufstund von dem ort, da er war, in dreien tagen
2 Mos. 10, 23. ich aber wil eraus (
heraus) gehen und neben meinem vater stehen auf dem felde, da du bist 1
Samuel 19, 3. rugen (
ruhen) in der höle, da sie lauren
Hiob 38, 40. und er ersäuft würde im meer, da es am tiefsten ist
Matth. 18, 6. an solchen örten und dem platz, da man verhüt den himmelschatz Schwarzenberg
bl. 152. begab er sich für Camin, da daszmal die pommerschen fürsten waren Micrälius 2, 257. das kein sprache oder rede sei, da man nicht gottes stimme höre Schuppius 94. der hof eines potentaten, da verstand und gerechtigkeit zu rate sitzen. Butschky
Patmos 730. ein schlosz, da Circe scherzt mit ihren gaukelpossen, ein kerker, da das glück die sclaven hält verschlossen, ein tollhaus, da man sich durch manche narren drängt Canitz 130. du findest dich vor einem gewölbe, da wol zwanzig stufen hinabgehen Göthe 16, 9.
die Straszburger tanne spricht zu den andern bäumen einst einer von euch allen, wenn er so altergrau wird wie ich falle fallen, gibt stoff zu anderm bau, da wohnen wird und wachen ein fürst auf deutscher flur: dann wird mein holz noch krachen im bau der präfectur Rückert 189. 1414.
ohne beziehung auf örtlichkeit wird da
vorangesetzt, um auf eingetretene ereignisse oder auf besondere zustände lebhafter hinzuweisen, ein gebrauch der schon in der mhd. sprache nicht selten war; vergl. Benecke 1, 305
a. da springen sie, da jauchzen sie. da steht er wie ein armer sünder. da reden sie schön und handlen schlecht. da wellen vil auctoritates herfür ziehen, ist eben als wan man der sonnen ze hilf wil kumen, so man stro anzündet Keisersberg
Sünden des mundes 81
a. stieg ich zu ihm ins grab hinunter und fieng an ihn zu schütteln, zu küssen, aber da war kein leben mehr
Simpliciss. 1, 46. Göthe
liebt es sehr, ha, ich kenne dich, Amor, da bringst du deine fackel und sie leuchtet im dunkel uns vor 1, 311. nun denk, ist es nicht schändlich? da werfen sie ihm einen buben nieder 8, 6. da komme ich von St. Veit, wo ich die letzte nacht schlief 8, 13. da könntest du am kaiserlichen gerichtshof klagen zehen jahr, da mag der bischof wollen oder nicht, der bub musz heraus 42, 26. da wird ein todter geschwind noch abgegossen und eine solche maske auf einen block gesetzt, und das heiszt man eine büste 17, 26. da sah ich wieder zum erdenrund, da sah ich die liebe wieder Rückert 6. da
heiszt hier so viel als in dieser lage, stimmung, unter diesen umständen: noch deutlicher tritt dies hervor, wenn die ereignisse oder verhältnisse angegeben werden, worauf es sich bezieht. es brennt, da will ich hineilen. und du sprechest nein und du lügst, wann soltest du nicht liegen, so würde der selbig erstochen, da lügest du allein umb fridens willen Keisersberg
Sünden des munds 23
a. betracht das du selber bresthaftig bist, wan du zuo einem sprichst 'du schalk, du dieb, du hur und des gleichen', und du böser bist, oder doch gleich des leders. als da losz dich bewegen dein eigen gebresten 38
a. aber alle die da nach urteilen, handeln und sich des gebrauchen, die verderben und verfaren; und dar durch verfert ein ganz gemein. sol man da schweigen? 79
a. du redest artig, da werden die töchter studieren können, wie die söhne Gellert 2, 65. (ich) ward endlich an einem sontage abends um sechs uhr (
mit dem gedichte) fertig und las mirs alsdann zum erstenmale laut vor: da, da war himmel und erde mein 8, 21.
Klosterbruder. ich musz gehorchen, lieber herr.
Tempelh. und da gehorcht Ihr denn auch ohne viel zu klügeln? Lessing 2, 215. auch der ward nun so in die glut hinein gestoszen: da fiel ich ungefähr ihm in den arm: da blieb ich ungefähr so wie ein funken auf seinem mantel, ihm in seinen armen, bis wiederum, ich weisz nicht was, uns beide herausschmisz aus der glut. was gibt es da zu danken? 2, 263. und also können Sie schon tanzen und ebensoviel wie ich? o da hats gute sache 2, 401. Sie kennen ihn nicht, o da kennen Sie einen groszen geist weniger
ders. morgen ruf ich sie mir herein und da will ich sie herzen und lieb haben Engel
Lorenz Stark c. 15. aber es rennt mir so von selbst in die hände, da will ichs doch mit nehmen
ders. Philosoph für die welt. denn solche schätze zu gewinnen, da musz man viel behender sein Göthe 1, 212. das hemd musz er haben, da rastet er nicht, da gilt auch kein langes besinnen 1, 230. man musz nur ein wesen von grund aus lieben, da kommen einem die übrigen alle liebenswürdig vor 17, 131.
bei Göthe
auch in relativer stellung. Charlotte brachte ihn gleich in seinem fache zur thätigkeit, indem sie ihre gartenknaben in dem groszen saal aufmarschieren liesz; da sie sich denn in den heitern reinlichen uniformen mit gesetzlichen bewegungen und einem natürlichen lebhaften wesen sehr gut ausnahmen 17, 278. er sasz fast niemals als wenn er seine harfe nahm und darauf spielte; da er sie denn meistens mit gesang begleitete 20, 276. alles von jugend und kindheit auf ward genöthigt sich anders zu bilden, da es denn auch in einer tumultuarischen zeit an verbildung nicht fehlte.
ders. an Knebel 629. und der könig winkt wieder: da öffnet sich behend ein zweites thor Schiller 70
a. wenn das todte bildend zu beseelen, mit dem stoff sich zu vermählen thatenvoll der genius entbrennt: da, da spanne sich des fleiszes nerve 72
b. was Arabien kocht, was die äuszerste Thule bereitet, hoch mit erfreuendem gut füllt Amalthea das horn. da gebieret das glück dem talente die göttlichen kinder, von der freiheit gesäugt wachsen die künste der lust 76
a. mit züchtigen verschämten wangen sieht er die jungfrau vor sich stehn: da faszt ein namenloses sehnen des jünglings herz 77
b. so schwebend in der leiden mitte, da sah der arme noch das dritte Rückert. ich nachtigall fuhr über meer einmal, da stieg vor mir ein eiland aus dem tose der wogen auf im morgensonnenstrahl: da waren blumen, volk und köngin Rose 310. 1515.
abgeleitete bedeutungen. 15@aa. da
für weil, doch minder nachdrücklich, die lage der dinge bezeichnend. da er einmal gekommen ist, so will er nicht wieder weggehen. da es nicht anders ist, so trete ich zurück.
F. ein herz das anlasz stäts zu neuer liebe giebet.
G. auch wol zu neuem ruhm (da mir zu reden frei) A. Gryphius 1, 262. er kann zuletzt sich nicht entbrechen, da sie nichts sagt, ihr selbst davon zu sprechen Wieland. 15@bb.
für während. es eröffnet sich zu dieser unser zeit unter geringen leuten eine sucht, in deren die patienten ... gleich rittermäszige und adeliche personen von uraltem geschlecht sein wollen: da sich doch oft befindet dasz ihre voreltern tagelöhner gewesen
Simpliciss. 1, 1. wozu dient das dasz sie mit güldenen hamen wollen kuhlbarsch in der Weichsel fangen, da sie dort mit eisern hamen könnten wallfisch fangen Schuppius 373. gott habe dem Hiob alles zwiefältig widergeben. da er zuvor siebentausend schaafe gehabt, habe ihm gott vierzehntausend geben: da er fünfhundert joch rinder gehabt, habe ihm gott tausend joch rinder widergeben 493. untrew trifft ihren eigen herrn, oder da sichs verzeucht, so zahlen endlich die erben 833. der fürsten macht hat meinen fall begehrt, und mich verfolgt, da ich schon nichts begangen Opitz
ps. 119, 81. die gute Galathee! man spricht sie schwärz ihr haar, da doch ihr haar schon schwarz als sie es kaufte war Lessing 1, 21. er (
der maler) trifft mich, da ich ihm doch nie gesessen habe Merck
br. 1, 41. du machst mich gar zum diebe, da du die diebin bist Göthe 7, 84. 15@cc.
für wenn, wenn vielleicht, falls, wofern. da einer auch den ehrenberg gleich erstiegen hat, und ziehet nicht alsbald die leiter nach sich, so können ihme die schuhe gar leichtlich ausgetreten werden Butschky
Patmos 555. wie mancher wäre grosz und gewaltig verblieben, da er nicht durchaus der allermächtigste seyn wollen 780. das pulver, welches die festesten bollwerke, und da sie gleich von lauter felsen wären, sprenget 729. zwar scheinet es billich, das ein getreuer diener die wahrheit sage, da es auch gleich mit gefahr seines lebens geschehen solte 820. item so einer uber feld got, oder da einer frü iszt von gewonheit wegen, das ist nit unrecht Keisersberg
Sünden des mundes 4
a. in der messenden kunst, da einer ein thurn abmisset, wie hoch er ist 11
a. da wär auch zesagen, als da einer wirt gefoltert, ob ein richter sich nach der rügung sol halten, die er da erfaren 72
a. als da ein mensch wil zwo zungen regieren und kan nit eine regieren: es ist eben als da ein schiffman wil zwei schiff regieren und hat an einem genuog 68
a. es ist zuo dem andern löblich, da einer schweiget aus seiner thorheit 77
a. da ein mensch kan ware ding reden, der würt genant weise 20
a. hohe augen, das ist stolzheit, da ein mensch stolz, hoffertig ist 24
b. denn ich halte mein gnädiger herr habe dem landvogt befohlen dich mir entgegen zu schicken, da (
falls) ich ja unterwegen stürbe, dasz du zuvor mit mir reden möchtest Luther
br. 5, 59. denn da dem also wäre, als würden ja — Ringwald AV
b. und da ich gleich zur kirchen gieng, so war es doch ein lauter tand H IV
b. unter denen, da einer liebet und der ander geliebet wird, wird der name herr und diener aufgehaben Olearius
Rosenth. 5, 1. welcher freundschaft machet mit einem, der nicht seines gleichen ist, und da sichs nicht geziemet
ders. Lockmanns fabeln 35. ein weib, da der mann keinen fride hat, macht ihn verdrossen zu allen dingen Butschky
Kanzlei 570. da sich mein vater nicht leicht eine ausgabe erlaubte, so war er dagegen nicht karg Göthe 24, 239. 1616.
im mhd. wird wie im ahd. dar dâ,
wenn es vor präpositionen oder adverbien steht, nicht damit zusammengesetzt, zumal es auch durch die stellung davon getrennt werden kann. weil es in diesen fall zwar demonstrativ aber zugleich auch relativ ist, mithin der ton nicht auf ihm ruht, so verbindet man jetzt beide wörter, also dabéi, dadúrch, dahér, damít, danách, davó
n. wollte man in diesem fall, etwa aus metrischen gründen, im mhd. eine zusammensetzung, so ward dar
vor consonanten in der
abgeschwächt, man schrieb derbî, dermite, dernider, dervon, dervor, derzuo,
wie noch jetzt das volk derbei, dermit, dervon
u. s. w. spricht. vor vocalen syncopierte man, drabe, dran, drinne, drobe, drumbe, drunder, drûʒ.
letzteres geschieht auch jetzt noch, am häufigsten bei dran, drauf, drauszen, drinnen, droben, drunter.
das mhd. kürzt auch da inne
in dinne dinnen, da ûʒe
in dûʒe,
und man findet diese formen noch im 16
ten jahrh. dinne, dauszen, doben,
doch Frisch
sagt sie seien veraltet; in mundarten dauern sie fort, daus, daussn, dinne Schmeller 1, 348.
Die jetzt in der regel nothwendige zusammensetzung hat zur folge dasz man da,
wo es blosz demonstrativ steht, wiederholen musz, ich bin dá daheim, er ist dá dabei.
eingreifender ist die weitere folge, dasz die freiheit verloren gieng beide wörter zu trennen, was Adelung mit unrecht für einen gewinn hält. es geschah nach und nach, im 15
ten und 16
ten jahrhundert bediente man sich ihrer nicht ganz selten: Göthe
hat es noch in unserer zeit gethan. da leit nit an Wittenweilers
Ring 58
a. da wirt ein gais mit hürnern aus 346, 3. da lasz dich weisen von
Fastnachtsp. 588, 26. da ist nit bessers für Keisersberg
Sünden des munds 11
b. denn hast du ein stein in die muorlachen geworfen, da die frösch in gracklen 35
a. da ist chrisam und tauf an verlorn 48
b. also fuor er (
der advocat) dahin mit seinem disputieren, da er hin gehort 61
a. das lant da du ein fremdling innen bist 1
Mos. 17, 8. 28, 4. 35, 27. da zankten sie uber
1 Mos. 26, 21. 22. ist das ewer jungster bruder, da ir mir von sagtet?
1 Mos. 43, 29. der ort da du auf stehest, ist ein heilig lant
2 Mos. 3, 5. ein lamb da kein feil an ist
2 Mos. 12, 5. ein land da milch und honig innen fleuszt
2 Mos. 13, 5. aber Mose macht sich hinzu ins tunkel, da gott innen war
2 Mos. 20, 21. ein volk da kein rat in ist
5 Mos. 32, 28. ein lant da korn, most, brot, öl und honig innen ist
2 Könige 18, 12. gedenke an den berg Zion, da du auf wohnest
Psalm 74, 2. da soll es bei bleiben
Jesaia 45, 23. das predigen da nichts aus wird
Hesekiel 13, 9. ein weib da der man keine freude an hat
Sirach 25, 31. da lässet er einen andern für sorgen 2
Macc. 8, 30. ich habe eine speise, da wisset ir nicht von
Joh. 4, 32. da wir aber von reden, das ist dennoch weisheit bei den vollkommenen
1 Corinth. 2, 6. auch nit vergeszt der hölle not, da alle menschen kummen ein, die gotes gepoten wider sein Schwarzenberg 145, 2. als sie nun kamen in die stadt, da diser kempfer innen was
Theuerd. 77, 21. wo der wär, da west niemand von H. Sachs. da lern du bei das du folgen deinem herrn Alberus
Esopus 142. da lasz ich sie fur sorgen
ders. widder Jorg Witzeln M 1
a. M 7
b. da behüt uns der almechtige gott fur T z
a. in der brühe sitzen, da dise wurzel inne gesotten hat Tabernaem. 961. da die heiden von sagen
F. Agricola
Sprichw. 108, 2. und bitte dasz sie ihm einen heimlichen ort zeigen in ihrem haus, da er diesen todten hin begraben könne Schuppius 223 alte jungfern sind ein stock, da noch wachs noch honig innen Logau 2. 100, 4. wie viel augen hat der himmel, da er mit die erd anblickt 2. 206, 68. wer mit karten gerne spielt, hat daran den reisebrief, da er in das armenhaus frei und sicher mite lief. 3. 30, 44. dasz dies unmöglich ist, da will ich um streiten. Opitz. da denket keiner
an. Haller. da sage ich nein zu. Liscov 21. nein, da behüte mich gott vor! Göthe 11, 296. da seid unbesorgt vor. 57, 139.
mit unrecht tadelt schon Frisch 1, 179,
noch heftiger Adelung
diese trennung, die sich auch in der volkssprache nicht ganz hat unterdrücken lassen, man hört, da kann ich nichts für, nichts zu
daran bin ich unschuldig. da ist nichts an
das ist ohne werth, da nimm dir ein beispiel
an. da bin ich nicht bei
daran nehme ich keinen theil, da ist nichts bei,
was heiszen kann '
das hat nichts zu sagen',
aber auch '
dagegen ist nichts einzuwenden',
wie man spricht er ist fleiszig und ehrlich, da ist nichts bei
insoweit ist nicht zu klagen. 1717.
wie im mhd. vor präpositionen mit vocalanlaut sich die alte form dar
zeigt, vor consonantanlaut aber dâ (Ben. 1, 305
b. 306),
wenn nicht dar
in der
abgeschwächt wird und dadurch eine zusammensetzung entsteht, wovon vorhin beispiele gegeben sind, so macht sich eine solche unterscheidung auch in der heutigen sprache, welche die partikel mit den präpositionen vereinigt, geltend; schon Frisch 1, 179
bemerkt diese regel. wir sagen also richtig daran, darauf, darin, darüber, darum,
aber dabei, damit, dagegen
u. s. w. nur darnach
findet man noch jetzt häufiger als danach,
und Frisch hebt dieses als ausnahme hervor. im 15
ten und 16
ten jahrh. hatte dar
vor consonanten noch das übergewicht, doch nicht bei Luther,
der in der bibel (
in dem unveränderten text) dabei, dadurch, dafür, dagegen, damit, daneben, daniden, davon (darvon
entschlüpft ihm Sprüche Salom. 4, 13), dawider, dazu, dazwischen
schreibt, aber darnach
und darnider. Maaler, Dasypodius
und Henisch
ziehen dar
vor, darbei, dardurch, darfür, dargegen, darhinten, darnach, darmit, darvon, darvor, darwider, darzu, darzwischen. Henisch
führt aber auch dabei, dadurch, dafür, damit, dagegen
an. Steinbach 1, 255
hat noch darbei, darfür, darvon, darvor, darzu, darzwischen.
indessen finden sich diese zusammensetzungen mit präpositionen auch in der niederländischen und dänischen sprache, und daar
und der
bleiben unverändert auch vor consonanten, niederl. daarheen, daarbeneben, daarbeneden, daarmede, daarna, daartoe,
dänisch derfor, derfra, derfrem, derhos, dermed, derned, dernäst, derpaa, derved,
im englischen verhält es sich insoweit anders als die form there (
ibi und illuc)
einen zusammenstosz der consonanten verhindert, so thereby, therefore, therefrom.
demnach könnte in darbei, darneben, darvon
u. s. w. die alte volle form beibehalten und die mhd. unterscheidung unbeachtet geblieben sein. Dazu kommt dasz zuweilen, wie im niederdeutschen immer, dar
auch auszer zusammensetzung erscheint und nicht mit dar (
ahd. dara)
illuc kann verwechselt werden. dar ist guter fried, dar gute hüte (
custodia) ist Henisch 649. er ist fern von dar
ders. 649. Stieler 268. von dar
dauert bis ins 18
te jahrh. fort, wenn auch von da
gewöhnlicher ist. sie nahmen ferner den schönen prospect von dar über die stadt in acht Ettner
Unwürd. doctor 647. von dar er wein häufig in Deutschland einführen liesz Lohenstein
Armin 1, 1058. ich begab mich nach Utrecht, von dar wollte ich nach Leiden
Robert Pierot 4, 164. Mascov 2, 53. 145. ich komme von dar Bodmer. von dar will ich alsbald wieder nach hause kommen Lessing 3, 35. 52. von dar bringt ihn nur gleich in die steingruben 3, 61. aus Deutschland hat er sich nach Spanien und Portugal begeben, von dar nach England 3, 166
und auf derselben seite von da. er (
der westwind) eilt der tulpe zu, weil sie erhabner ist: von dar eilt er aufs neu zum veilchenstock zurücke. Zachariä. her Gawin eilt von dar (: war) Wieland 18, 283. (er) wollte nicht wanken noch weichen von dar Bürger 33
b. so sprach er und entfloh von dar 150, 6.
auch in dem gegensatz hier und dar
hat sich die alte form länger erhalten, ich hab gedienet lange jar bei grafen fürsten hin (
l. hie) und dar H. Sachs 3. 2, 166
c. anderer leute güter hier und dar ausztheilete Schuppius 415. und gefraget wer hier und dar wohne, dasz ihm nicht geantwortet worden seie, Cornelius wohne dar 533. worauf (
einem teppich) ein schimmernd gold aus grünem tafte strahlte, den hier und dar der bäume dunkler grün mit lieblicher schattierung mahlte Drollinger 44.
auch bei Günther 407
kommt es vor. Rückert
hat es wieder aufgenommen, da sah ich einzeln laufen auch kindlein hie und dar 213.
sodann bei einigen verben, wo jetzt ausschlieszlich da
gebraucht wird, am häufigsten bei sein, er ist immer dar
frequens in eo loco est Stieler 268. doch nein, dein end ist dar, kein schlosz, kein schild, kein schwert, kein tempel, kein altar schützt, wenn gott blitzen will A. Gryphius
Leo 47. fehlt einer oder zwei? es sind viel tausend dar die ihrem keiser hold, die willigst in gefahr sich wagen für sein heil 1, 52. die asch auf Ethnens kluft lehrt dasz dar feuer stecket Lohenstein
ged. 30. und will dasz Zion nicht allein dar tauche seine flecken ein
ders. Geistliche gedanken. das mindste war nicht dar
das. gedichte. ist ein priester dar?
ders. dann auch, ein platz, dar du konntest erquickt werden Olearius
Baumgarten 7, 30. meiner guten freunde halben muste ich dar bleiben
ders. Rosenthal 2, 14
und öfter. fürsten von gerechtem mut sind ein allgemeines gut. was von ihnen sei zu halten, wird am meisten dar erkant, wo man über leut und land einen wütrich sihet walten. S.
Dach Q
b. dar liegt es, dar stehet es, dar hastu es
en ecce Stieler 268,
der auch alldar
anführt. s. oben 1, 216. 1818.
da in den zusammenziehungen dran, drauf, drauszen, drinnen, droben, drüber, drunten, drunter
die demonstrative kraft von dar
abgeschwächt ist, so fügt man im gemeinen leben nochmals da
hinzu, gewöhnlich voran, doch läszt man es auch folgen, drinnen da sitzt er, drauszen da hab ich gestanden.
schon im 15
ten jh. ich trag gern an ein hübsches clait darinn da dünk ich mich ain stolze dirn
Fastnachtsp. 735, 14. Göthe
hat das voranstehende da
in die schriftsprache eingeführt; er hängt es bald an, bald läszt er es getrennt. s. dadran. dadraus dadrauszen. dadrein. dadrinn dadrinne dadrinnen. dadroben. dadrüber. dahintendrauf.