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backen

mhd. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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36 in 25 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

backen

Bd. 1, Sp. 1065
backen , coquere, torrere, frigere, ahd. pachan, mhd. bachen (: machen, sachen), nnl. bakken, ags. bacan, engl. bake, altn. baka, schw. baka, n. bage. bei älteren süddeutschen schriftstellern immer bachen, und noch heute so in Schwaben, Baiern, Östreich, erst Luther setzte backen durch, das so unhochdeutsch scheint, als macken, sacken für machen, sachen wäre; doch erscheint ausnahmsweise schon ahd. packan, bacchan (Graff 3, 24) und peccho, mhd. becke pistor. die organische flexion ist stark, ahd. puoch, mhd. buoch und buoc, nhd. buch und buk und überall mit dem part. gipachan, gebachen, gebacken; mnl. boek, nnl. bakte, altn. bakaði, schw. bakade, n. bagede. Luther setzt neben backen noch buch 1 Mos. 19, 3; buchs (buk es) 1 Sam. 28, 24; buchen 2 Mos. 12, 39. das part. praet. steht in altbacken, frischbacken, neubacken, hausbacken ohne ge. Diesem backen entspricht nun skr. patsch (pać), sl. peschtschi, praes. peku, kaum gr. πέσσω, später πέπτω, lat. pinso, welche beiden doch mehr das kneten und wirken des teigs ausdrücken. erwägt man, dasz im backen das weiche erhartet und dorrt, so kommen auch παγῆναι und pangere in betracht, wozu die unter 2 verhandelte bedeutung des anklebens, anfrierens stimmt. Die zwischen backen und patsch mangelnde lautverschiebung weist auf vermittelnden aspirierten anlaut, und das gr. φώγω, lat. focus, kochstätte, it. focaccia, ahd. fochanza (Graff 3, 441), serb. pogatscha, ags. foca, panis sub cinere pistus scheinen sich darzubieten. Die wandlung der auslautenden reinen gutturalis in skr. tsch, sl. schtsch gleicht der des hochd. bachen in backen = backian, ja dem bitsche batsche kuchen eines kinderreims bei E. Meier no 36. 37. 11) intransitives backen: das brot bäckt schon, ist im ofen, ist im backen; bäckt aus; der kuchen darf nicht zu lange backen. 22) zumal kleben, haften, starren, frieren, ganz wie παγῆναι: auch braucht er (gott) der sonnen nicht dazu (zum aufthauen), sondern es flegt nach der sonnen deste herter zu backen. Luther 5, 469b; wach auf, Diebolt, hau Diebolt wach, es ist morn auch ein nacht, wach eh dirs ding ans leilach bach, horch wie der han schon wacht. Garg. 249a; das hembd ist mir in ars bachen. Frischlin 29; weil aber der junge herzbruder meinem obristen gar ins hembd gebacken war (nah am herzen lag). Simpl. 1, 426; so wärs unmüglich, dasz er dem gn. herrn in einer solchen bälde so hart ans herze backen können. 2, 300; es ist kalt, dasz es backt; es hat diese nacht gebacken = harte rinde gefroren, angesetzt; so war ich übern Daubensee gerannt, der, wie mein starrend blut, zu eis gebacken. Werner 24 febr. 57; das blutige hemd backt am arm, klebt fest. nnl. het zal dezen nacht een koekje bakken = stark frieren. vgl. anbacken, aufbacken. 33) transitives backen ist vorzugsweise brot backen, panem coquere: und sie buchen aus dem rohen teig, den sie aus Egypten brachten, ungesewrte kuchen. 2 Mos. 12, 39; was ir backen wolt das backet und was ir kochen wolt, das kochet. 16, 23; zwei webebrot von zwo zehenden semelmel gesewrt und gebacken. 3 Mos. 23, 17; das zehen weiber sollen ewr brot in einem ofen backen. 26, 26; und nam mel und knetets und buchs ungesewrt. 1 Sam. 28, 24; den man anzündet und brot dabei beckt. Es. 44, 15; ich hab auf den kolen brot gebacken und fleisch gebraten und gessen. 44, 19; besunder in dem land (unter den bauern) bachet iederman selber. Keisersb. omeisz 36d; buch alles brot, so sie bedorften. Wickram rollw. 87; das brot buch ich auch nie zu klein. H. Sachs I, 347; becken, die uber das geordnet gewicht bachen. Fischart groszm. 54; sieden, braten oder bachen. bienenk. 134a. Man sagt, das brot ist braun oder blasz, hart (knupperig) oder leise gebacken und letzteres wird auf einen verzärtelten menschen angewandt: wie seit ir nur so leis gebachen, ich musz mir gleich der abweisz lachen. H. Sachs IV. 3, 21c; mein muoter bacht küchle, bacht alle so braun. E. Meier no 25; so schaw alsbald zur selben zeit, was für brot auf der tafel leit, obs alt, obs new bachen sei, ob auch gut semel sind dabei, dann grob brot, schwarz gleichwie ein kol, das schmeckt keim grobianer wol. Scheit L 2; buchen in heiszer asche. Simpl. 1, 39. er iszt sein letztes brot, sein henkersmahl, hat sein letztes hemd angezogen: mhd. ern beiʒ dâ nâch niemer brôtes. Diemer 218, 15; eʒ was ir jüngsteʒ maʒ. Helmbr. 1572; νῦν ὕστατα δειπνήσειαν. Od. 20, 119; ἀλλὰ προλέγω ὑμῖν, ὅτι τὸ ὕστατον πίεσθε τήμερον. Lucian. dial. meretr. 9; nun wo die frau auch rasend wird, so ist unser brot gebacken (ists um uns geschehen). Weise comöd. 158; das letzte brot ist dir gebacken. irrg. der liebe 218; dir ist dein brot gebacken! 44) kuchen backen: eile und menge drei masz semelmel, knete und backe kuchen. 1 Mos. 18, 6; und er macht inen ein mal, und buch ungeseurte kuchen und sie aszen. 19, 3; und solt semelmel und davon zwelf kuchen backen. 3 Mos. 24, 5; gerstenkuchen soltu essen, die du fur iren augen mit menschenmist backen solt. Ez. 4, 12; daraus buochen sie kuochen. Keisersb. nd. des munds 16b; es was ein frauw uf ein zeit, die die hostien het gebachen. 44a; schlugen ein friedmal an und buchen strauben und kuchlin. sch. und ernst cap. 153; buch ir ein pfannen mit eier, die asz sie aus. cap. 162; die alte buch zelten. Wickram rollw. 49b; wo solten sie küchlein bachen, so sie weder feuer, eier noch schmalz hetten? Fischart bienenk. 139a; so musz man narren krapfen bachen. H. Sachs III. 2, 51c. (wil) ihm eier bachen auf dem kopf, sie ihm einrühren mit dem schopf. Birck doppelspiler 129. 55) fische, frösche, hähne backen, in teig oder mehl rösten: gebacken fisch und grün kraut darzuo. Keisersb. sünden des munds 11a; noch heute östr. gebachen hendl, bachhendl. 66) obst backen, dörren: gebackne äpfel, birnen, pflaumen: wie zu dem braten backne pflaumen. Tieck 1, 105. 77) stahl backen, das eisen glühen und in stahl verwandeln; steine, ziegel backen, s. backstein. 88) redensarten: ja verlasse dich drauf und backe nicht. Luther 5, 227b. 464a zu solchen, die gott versuchen, die hände in den schosz legen und meinen, alles werde ihnen ohne fleisz und arbeit zu theil werden; wir sind von einem teig gebachen. Scheit grob. B 2; sie hat von allen menschensarten das scheuszlichste auf einen haufen geworfen und mich daraus gebacken. Schiller 105; wer weisz was er gebacken, das er nicht verthun kann. unw. doct. 579. nnl. hij heeft mij bedrogen, maar ik zal hem weer bakken; iemand ene pots bakken, einen streich spielen; backen und brauen geräth nicht allzeit wol; was einer nicht backt, das braut der andre.
6612 Zeichen · 154 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    backenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    backen stv. s. bachen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    backenst. V., sw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    backen , st. V., sw. V. nhd. backen, braten, brennen Vw.: s. dörch-, ēn-, hals-, hūs-, kōken-, sunne-, tēgel-, tō-, tōhō…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Backen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Backen . Ich backe, du bäckst, er bäckt, wir backen, u. s. f. Imperf. ich būk, Conj. bǖke, Partic. gebacken; ein unricht…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Backen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Backen -kk- in Werth 1 , -k- B4,130,28 ; nach dem (selteneren) sg Gebrauch offenbar nur mask; iUz ‘Wange’ erhebl geringe…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Backen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Backen , s. Brot .

  6. modern
    Dialekt
    Backen

    Bayerisches Wörterbuch · +12 Parallelbelege

    Backen Band 1, Spalte 1,1414

  7. Spezial
    backenv

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    backen , v сушить/высушить , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit backen

257 Bildungen · 142 Erstglied · 109 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von backen 2 Komponenten

bac+ken

backen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

backen‑ als Erstglied (30 von 142)

Backenbart

SHW

Backen-bart Band 1, Spalte 531-532

Backenbord

SHW

Backen-bord Band 1, Spalte 531-532

Backenring

SHW

Backen-ring Band 1, Spalte 531-532

Backenzahn

SHW

Backen-zahn Band 1, Spalte 533-534

Backenbaltes

RhWB

Backen-baltes o. O. m.: Mensch mit dicken B.

Backenband

PfWB

backen·band

Backen-band n. : ' Eisenband, das zur Befestigung der Deichsel um die Vorderbacken gelegt ist ' (s. Abb. 9 bei Backen ), Backeband [GH-Zeisk…

backenbein

DWB

backen·bein

backenbein , n. os zygomaticum, os malae, der rundliche knochen in den backen. s. apfelbein : so drück ich dir aufs backenbein hübsch frisch…

Backenbirne

PfWB

backen·birne

Backen-birne f. , Backen-birnen Pl. : 1. kleine Birnensorte, die sich zum Backen eignet (s. 2), Backebeere [ KU-Trahw PS-Erfw ]. — 2. 'gedör…

Backenbirnen

RhWB

backen·birnen

Backen-birnen bakəbīrə(n) Rhfrk, Wittl , Koch , May , Westerw; -əpErə Duisb , Ess , Mörs Pl.: gedörrte Birnen. RA.: Sei B. sesammesuche sein…

backenbisz

DWB

backenbisz , m. admorsa gena, bisz in den backen.

backen als Zweitglied (30 von 109)

dörchbacken?

KöblerMnd

*dörchbacken? , st. V. nhd. durchbacken (V.), fertig backen Hw.: s. dörchbacken (2) E.: s. dörch (2), backen

gebacken

KöblerMnd

*ge·backen

*gebacken , (Part. Prät.=)Adj. nhd. gebacken Vw.: s. nīe- Hw.: vgl. mhd. gebachen (2) E.: s. backen (1) W.: s. nhd. gebacken, (Part. Prät.=)…

kōkenbacken?

KöblerMnd

*kōkenbacken? , sw. V. nhd. Kuchen backen Hw.: s. kōkenbacken (2) E.: s. kōke, backen

nīebacken?

KöblerMnd

*nīebacken? , sw. V. nhd. neu backen, frisch backen Hw.: s. nīebacken (2), nīegebacken E.: s. nīe (1), backen (1)

sunnebacken?

KöblerMnd

*sunnebacken? , st. V., sw. V. nhd. an der Sonne dörren Hw.: s. sunnebacken (2) E.: s. sunne, backen (1)

tēgelbacken

KöblerMnd

*tēgelbacken , sw. V. nhd. aus Ton (M.) (1) einen flach gewölbten Hohlziegel brennen, Dachziegel brennen Hw.: s. tēgelbackenstēn E.: s. tēge…

abbacken

DWB

abbacken , male pinsi, coqui, nnl. afbakken, von dem brot, dessen rinde und krume sich sondern: ausgewachsenes getraide macht das brot abbac…

altbacken

DWB

alt·backen

altbacken , dudum coctus, gegensatz des neubacken, recens coctus. nnl. oudbakken: oudbakken vrijer.

anbacken

DWB

anbacken , coquendo adhaerescere, ankleben: das brot ist angebacken, der kuchen ans papier angebacken, das haar bei der kopfwunde, zusammeng…

anebacken

KöblerMnd

ane·backen

anebacken , st. V. nhd. „anbacken“, mit Backen (N.) beginnen E.: s. ane (2), backen L.: MndHwb 1, 75 (anbacken)

Arschbacken

Wander

arsch·backen

Arschbacken Es sind die vierzehn Arschbacken. – Sartorius, 156. In den beiden ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts lebte in Würzburg eine …

aufbacken

DWB

auf·backen

aufbacken , verbacken, aufbrauchen, nnl. opbakken: alles mehl aufbacken. dann wieder backen, recoquere, altes gebäck aufbacken; auch wol fes…

ausbacken

DWB

aus·backen

ausbacken , percoquere: das brot bäckt nicht aus, ist nicht ausgebacken; neu ausbacken, recens pistus; was ein magister für ein thier ist, z…

Blattelbacken

Wander

Blattelbacken Sî blattlbach'n. D.i. backen Blattelen (eine Mehlspeise in Tirol). Von weiblichen Personen, die auf Bällen sitzen bleiben, nic…

buttergebacken

DWB

butter·gebacken

buttergebacken , n. scriblita: eine menge kleines butter- und schmalzgebackenes. Felsenb. 4, 39. nnl. botergebak.

dörchbacken

MNWB

doerch·backen

dörchbacken , part. prt. adj. , durchgebacken; °übertragen: fertig, fest; (in Schimpfreden) durch und durch schlecht.

dorchbacken

KöblerMnd

dorchbacken , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. dörchbacken (2)

durchbacken

DWB

durch·backen

durchbacken , niederl. doorbacken. 1 1. untrennbar. ein mit spreu durchbackenes gerstenbrot, mit spreu vermischtes Becker Weltgeschichte 11,…

dörchbacken

KöblerMnd

dörchbacken , (Part. Prät.=)Adj. nhd. durchbacken (Adj.), durchgebacken, fertig, fest, durch und durch schlecht E.: s. dörchbacken (1), dörc…

einbacken

DWB

ein·backen

einbacken 1 1) incoquere, schwed. inbaka, dän. indbage: dem kuchen war ein ring eingebacken; der könig liesz in das brot geld einbacken; ein…

Ableitungen von backen (6 von 6)

bebacken

MeckWB

bebacken auf dem Herde backen: Olljohrsabend muß man den Feuerherd bebacken Wa; Sta Wold.

(ge)backen

MNWB

~(ge)backen, ppt. , frisch gebacken, n. brôt (Stockholm Arzneib. 102); (bildl.:) de nîetbacken medicus der „neugebackene” Arzt, dazu Sprw. ê…

Gebackene

Campe

Х Das Gebackene , des — n , d. Mz . ungew. überhaupt Backwerk, besonders Backwerk von Butterteige, wie bei Kindtaufen und andern Gelegenheit…

missbacken

RhWB

miss-backen MGladb schw.: in der RA.: Der beste Bäcker messbäckt jeder hat einmal ein Unglück.

verbacken

DWB

verbacken , verb. , niederdeutsch gefärbte form neben oberd. verbachen, wie backen neben bachen ( s. theil 1, 1065), mhd. verbachen das häuf…

Zerbacken

Campe

Zerbacken , v. trs . durch zu vieles Backen zerfallen machen, zerstören. Die Backsteine sind in der übermäßigen und anhaltenden Glut zerback…