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Brot

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Brot Pl.

Bd. 1, Sp. 1152
Wossidia Brot Pl. Bröd' n. Brot; Mi 11b; woveel Bröd' hebben ji? Matth. 16, 34; man unterscheidet nach der Art und der Herkunft des Brotes: Achterdeils-, Ätel-, Äten-, Bäcker-, Buer-, Dörp-, Fin-, Franz-, Gest-, Greets-, Hart-, Herren-, Husmanns-, Keks-, Knuust-, Kœm-, Kommiß-, Melk-, Middel-, Mör-, Raspel-, Roggen-, Schönroggen-, Swart-, Weiten-, Wittbrot; nach Preis und Größe: Achtschillings-, Gröschen-, Pund-, Schäpels-, Schillings-, Viergröschen-, Vierschillingsbrot; nach der Form: Brut-, Dreitimpen-, Huurnstöter-, Krumm-, Krüz-, Lif-, Rosen-, Rund-, Timpen-, Wulfsbrot; nach der Gelegenheit, zu der es gebacken, und nach den Leistungen, für die es gegeben wird: Bäd'klocken-, Kinnjes-, Klapper-, Klocken-, Oorn-, Paschen-, Pingst-, Wihelbrot; weitere Zss. s. unt. I. das Brot bildete vor der Einführung der Kartoffel die wichtigste Nahrungsgrundlage. Seine Herstellung war an behördliche Vorschriften gebunden: 'een jewelick becker, dee synes sulves ys, de mach backen twye in der weken uppe enen jewelcken backeldach twe molder roggen brodes unde en molder wittes brodes' (um 1400) Beitr. Rost. 15, 15. Ein Bäcker, dessen Brot wandelbar war, d. h. den geltenden Anforderungen an Güte und Gewicht nicht entsprach, wurde in 10 Schilling Strafe genommen, sein Brot wurde zerschnitten und an die Armen verteilt 16. Zur Erlangung der Meisterwürde mußten Roggen- und Weizenbrot hergestellt werden (StaStargard@WoldegkWold 1355) UB. 13, 626; Roggenbrot mußte stets im Fenster der Bäcker ausliegen ebda. Um das einheimische Handwerk zu schützen, war der Verkauf fremden Brotes nur bedingt erlaubt, s. Bäcker (Sp. 557). Zur Ausfuhr über See bestimmtes Brot wurde in Tonnen verpackt (Ro 1375) UB. 18, 609. Die Preise waren fest und unveränderlich, je teurer das Getreide war, desto weniger wog das Brot und umgekehrt Beitr. Rost. 15, 17. Nach einem Edikt von 1718 kosteten zwei Pfund guten Brotes einen Schilling. Brotspenden an Arme begegnen häufig (1324) UB. 7, 179, öft.; ebenso Brotopfer in der Kirche (Gü 1332) 8, 323. Bei dem Verkauf von Bäckerhäusern wird meist die Lieferung des 'panis fornacis' (hausbackenen Brotes) vom Verkäufer ausbedungen (Ro 1281) UB. 2, 19. Die Hauptnahrung bildete das Roggenbrot, zur Herstellung von 100 Broten wurden für gewöhnlich 2 Scheffel Roggen verbacken (1365) 15, 563. Domkapitel und Klöster erhielten regelmäßige Zuwendungen von Weißbrot (1284) UB. 1, 571; (Schö 1282) 3, 54; (Gü 1327) 7, 505; (Gü 1339) 9, 189. Auch von Gerste wurde Brot gebacken (1365) 15, 562, ebenso von Hafer, s. Bäcker (Sp. 557). Brotabgaben an Prediger und Küster waren noch im vorigen Jahrh. üblich: 'an den Prediger und Küster für jeden Konfirmanden ein grobes Brot 8 Pfd. schwer, ein feines Brot 3 Pfd. schwer oder statt dessen einen groben Stuten' (1818) HaHagenow@DreilützowDreil. In manchen Gemeinden erhielt der Küster Brot für das Stoßen der Betglocke, s. Bäd'klocken-, Klokkenbrot. In den meckl. Hofordnungen wird der Verbrauch des Brotes streng geregelt: es soll nur aus dem Keller gegeben werden und nicht aus dem Backhause (1560) Kern Hof. 1, 199; dem Beschließer wird befohlen, mit dem Ausspeisen von Brot sparsam und ratsam zu sein 227; das Brot, das bei Tisch übrig bleibt, soll in den Keller getragen werden 233; das Verfüttern an Hunde ist verboten 206; auch ist es den in der Hofstube Essenden streng untersagt, sich gegenseitig mit Fleisch, Brot, Knochen, Gräten oder anderem zu bewerfen 216; die Frauenzimmer, Edelleute und andere Hofdiener erhielten Brot aus gesichtetem Roggenmehl 226. Auf Gutshöfen wurde jedem Knecht in der Woche ein Brot von 14 Pfund geliefert, das er selber schneiden und bestreichen mußte, s. Botter (Sp. 1050), während das Belegen die Mamsell besorgte; in die Rinde kerbte er seine Gespannummer ein. Auf Bauernhöfen schnitt der Großknecht den übrigen Dienstboten das Brot vor. Die Tagelöhner erhielten alle drei Wochen einen Scheffel Deputatroggen, der zu Brot verbacken wurde; in kinderreichen Familien war das Brot oft knapp: wi Kinner kregen ne halw Snäd' Brot un 'n halwen Appel tau 'n Frühstück WiWismar@GamehlGam; als Ersatz wurden ihnen dick Arwten (s. Arwt Sp. 454) oder auch rohe Mohrrüben in die Schule mitgegeben. Zur Strekkung des Brotgetreides wurden Gerste, Kartoffeln, Erbsen oder auch Runkelrüben benutzt. Aus Notjahren liegen folgende Zeugnisse vor: in der Franzosenzeit bereitete man Brot aus den Katten (Kätzchen) der Erlen HaHagenow@LübtheenLübth; in dem Hungerjahr 1847—48 wurde Brot aus Quäken und Birkenrinde hergestellt WiWismar@Hohen ViechelnHViech. Beim Bäcker gekauftes oder im Hause aus Roggensichtmehl bereitetes Brot (Finbrot) war für den Landbewohner ein seltener Leckerbissen: 'n Föftigpenningsbrot bröcht Vadder Sünnabendabend mit, dat würd' entwei braken un verdeilt, wider kregen wi Kinner kein Brot de Woch WaWaren@UllrichshusenUllr; Finbrot gew 't bloss tau Festtiden un bi 't Braken SchöSchönberg@SabowSab; WaWaren@BlücherhofBlüch; es wurde als Belag auf das grobe Brot gelegt WaWaren@RogeezRog; Weiteres s. backen (Sp. 550 ff.). II. sprachlicher Niederschlag 1. im eig. Sinne, die Beschaffenheit des Brotes: 'wente ik bok jo hol dat brot' Red. Ost. 1363; 'he bok dat brot mit lütken knüsten' 1380; weik Brot frisches Brot im Gegensatz zum Hartbrot der Seeleute RoRostock@WarnemündeWarn; säut Brot, s. Barm (Sp. 629); frisch Brot is 'n Deif int Hus schneidet sich rasch weg RoRostock@KlockenhagenKlock; ebenso: liggen Geld un snäden Brot is licht vergräpen PaParchim@SpornitzSporn; ähnl. vom Brautstand, der nicht ohne Folgen bleibt: wenn 't Brot ansnäden is, is 't bald vertehrt WaWaren@JabelJab; von gutem Viehfutter: dat fräten se weg as snäden Brot RoRostock@LichtenhagenLicht; taudeckt Brot belegtes Brot; dünkelhaftes Benehmen wird abgewiesen: dee is ok mit groff Brot grot fött Ro@A Heide; einfache Lebensweise ist bekömmlich und verhilft zu Wohlstand: groff Brot hölt gegen sättigt WaWaren@RogeezRog; 'dar eten se mit Lust Groff Brot in Klüntermelk' Laur. Schg. Beschlut 56; schimmelt Brot, suer Bier un gäl Speck gifft 'n fasten Kierl MaMalchin@GnoienGnoi; dem Kinde rät man: ät schimmelt Brot, denn ward'st gaut wälig; ... gaut grot; ... kriggst kein Tähnweihdag'; ... finn'st du Geld Wo. V. 3, 1956; Schimmel an 't Brot is Sägen in 'n Hus' SchwSchwerin@BenzinBenz; koll Water un drög' Brot gifft klor Ogen un rod' Bakken Wo. V. 3, 1953; von unzureichender Kost: dee hebben nich 't drög' Brot satt mehrf.; im Dienstbotenreim: drög' Brot un nicks dortau, dat gifft smalle Backen, Un wenn sick dat nich ännern deit, denn wisen se ehr de Hacken StaStargard@NeubrandenburgNBrand; ein sehr magerer Mensch süht ut, as wenn he 't drög' Brot nich hett SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; denn' kann man 't drög' Brot dörch de Backen fläuten GüGüstrow@GülzowGülz; ebenso: mit denn' kann 'n Brot bidden um Brot betteln RoRostock@TessinTess; dor kann man Brot mit sniden LuLudwigslust@LeussowLeuss; ungünnt Brot smeckt am säutsten RoRostock@DierhagenDierh; ... 'soll fett machen' Reut. 2, 64; wer am Wege besonders stark gedüngt hat, hett 't best Brot vör 't Finster leggt GüGüstrow@TarnowTarn; wenn jem. mit einem Brot im Arm geht, heißt es scherzend: dee hett sin gaud' Brot, möt 't blot nich upäten WiWismar@Niendorf b. Boiensdorf/DreveskirchenNiend; dem kleinen Nimmersatt droht man: ick will di 'n ganz Brot üm 'n Hals hängen (up 'n Puckel binnen) Wo. V. 3, 1870; das weinende Kind erhält den Trost blarr man, ward'st bi din eigen Brot wedder gaut HaHagenow@BelschBelsch; Todesnähe wird umschrieben: för denn' is dat letzt Brot ok all braken: der Großsprecher weit Bescheid von 't halw Brot, wenn he 't heil in n Liw hett Wa; von späterer Vergeltung heißt es: dat is vörgäten Brot Latend. Agr. 223; die bei Reut. 3, 33; 447 gebrauchte Redewendung 'n bäten von 't lütte Brot snacken d. h. strafbare Dinge ausplaudern bezieht sich auf den Schwank von dem Papagei des Bäckers, welcher seinen Herrn, der die Brote, die unter der vorgeschriebenen Größe waren, vor der behördlichen Revision in einem abseits stehenden Schrank verborgen hatte, verriet, indem er sich mit dem Ruf lütt Brot, lütt Brot auf diesen Schrank setzte Wo. V. 2, S. 336; Nd. Kbl. 26, 54. Die tiefe Ehrfurcht, die das Volk dem Brot entgegenbringt, äußert sich in der häufigen Verbindung dat leiw Brot: 'Dewyl ick nich wil pralen und hoch spreken, So hebb ick kuhm dat leve Brot to breken' Laur. Schg. 4, 106; in einer ärmlichen Wirtschaft is nich dat leiw bäten Brot in 'n Hus' RoRostock@DierhagenDierh; bei geringem Verdienst is 't leiw bäten Brot nich bi œwrig ebda; mißgünstige Gesinnung drückt aus: dee günnt einen nich dat leiw bäten Brot, wat man in 'n Mund steckt ebda; der Schäfer, der mit seinem trockenen, mit Käse belegten Brot auf die Erde schlägt, sagt tröstend: leiw Bröten (Dim., s. V), di will ick äten, œwer de Kes' RoRostock@ElmenhorstElm; nödiger as dat lewe Brot Quitz. 3, 185; sin leiw Brot Wo. V. 1, 43, 3—5; Monh. 6, 427; Gillh. bei Griese Gillhoff 145 ff.; Fromm Meckl. 29; Kinder werden vor Vergeudung gewarnt: mit 't leiw Brot möt 'n nich asen, dat möt 'n denn hüt oder morgen erhungern RoRostock@DierhagenDierh; auch: mööst kein Brot verasen, süs kümmst inne Höll LuLudwigslust@LaupinLaup; ... süs lett leiw Gott nicks wedder wassen ebda; Essen zur Unzeit, Übermaß und Leckerei werden abgelehnt: Brot hungert noch nich RoRostock@KlockenhagenKlock; lütt Kinning lütt Stück Brot, grot Kinning grot Stück Brot, wenn s' dat nich willn, mit de Raud' vör 'n Noors Wo. V. 3, 1845; Brot satt, Taubrot wat 1875; wenn du Kes' ahn Brot ettst, ward di de Aten stinken 1958; große Schlauheit, auch Wissen um übernatürliche Dinge wird umschrieben: dee kann mihr as Brot äten allgem., dee (der Wunderdoktor) hett mihr künnt as Fleisch un Brot äten StaStargard@ZippelowZipp; dee kann mihr as Brot äten, dee ett ok Fleisch dortau GüGüstrow@GülzowGülz; RoRostock@KröpelinKröp; von einem Mädchen, das eine Mißheirat machte, heißt es: dee hadd' ehr Brot ok anners äten künnt Wa; vom Verstorbenen: dee frett keen Brot mihr Sta Stargard@WulkenzinWulk; dee hett dat Brotäten vergäten Ro Rostock@GresenhorstGres; Brot muß durch Arbeit erworben werden: Arbeiden bringt Brot, Fulenzen Hungersnot SchwSchwerin@BenzinBenz; as ick güng' un schot, dunn hadd' ick keen Brot, as ick satt un knütt't, dunn et ick een Stück RoRostock@WarnemündeWarn; ähnl.: wer Brot äten will, dee sall sinen Mund woll updaun HaHagenow@RedefinRed; Not lihrt bäden, un Brot smeckt säut Lübth; StaStargard@WulkenzinWulk; üm 't Brot deinen (Brot verdienen) Reut. 2, 30; Stände, die keine schwere körperliche Arbeit leisten müssen, haben nach der Volksmeinung einen leichten Broterwerb: de Preister un de Hunn' verdeinen ehr Brot mit 'n Munn' RoRostock@RibnitzRibn; ähnl. von anderen geistig Arbeitenden: dee verdeint sin Brot in 'n Sitten; ... mit 'n Noors; de Hund möt den Scheper sin Brot verdeinen Dob; der gefänglich Eingezogene hett up acht Dag' sin Brot GüGüstrow@GülzowGülz; bruukt för Brot nich tau sorgen RoRostock@GresenhorstGres; dem faulen Dienstboten droht man: du hest din Brot ok de längst Tit in min Supp stippt Ribn; sprw.: de Brot heft, dem wart Brot baden der da hat, dem wird gegeben Mantz. Ruh. 18, 16; je mihr Neider, desto mihr Brot WiWismar@MoltowMolt; wenn de Buer innen Sand litt Not, denn hebben all de Lüd' Brot Latend. Agr. 226; Brot ward allerwäägt backt in der Fremde ist es auch nicht besser MaMalchin@Groß MethlingGMethl; Wa; dat Brod, dat di dor backt ward, kenn ick (die Existenz, die dir dort bevorsteht) Reut. 4, 397; vom Gauner: dee nimmt einen dat Brot ut de Kip HaHagenow@RedefinRed; scherzhafte Aufforderung zum Zulangen: nu nähmt juch driest, lat't de Botter stahn un langt 't Brot vörbi Wa; der reiche Bauer sagt: wer ein von min Döchter frigen will, dei möt 'n Brot unner 'n Arm hebben muß vermögend sein GüGüstrow@BützowBütz; ähnl.: ick will di tau 'n Stück Brot verhelpen dir eine reiche Braut verschaffen HaHagenow@RedefinRed; auf die Anrede Papa erfolgt die Antwort Papa, Mama, kein Brot int Schapp Wa; ein Mensch, dessen Zähne weit auseinander stehen, möt sin Brot wit säuken d. h. er findet nach der Volksmeinung keinen Verdienst in der Heimat WiWismar@BeidendorfBeid; Zand. Bill. 187; von einem in der Fremde Weilenden heißt es: dee kümmt woll wedder, dee is an Brot gewennt RoRostock@KühlungsbornKühl; WiWismar@NeuklosterNKlost; vgl. Reut. 6, 329; dem Obeinigen kann 'n 'n Brot mank de Bein dörchsmiten HaHagenow@RedefinRed; einen Menschen mit bedrückter Miene redet man an: di hebben de Hunn' (de Küken) woll 't Brot nahmen StaStargard@WulkenzinWulk; ein kleines Kind mit einer großen Brotschnitte neckt man: wo will dat Stück Brot mit di hen? SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; der Plänemacher erhält den Rat: mööst man ümmer ierst help Gott seggen un denn 'n Stück Brot taubiten, denn mag 't woll wohr warden RoRostock@DierhagenDierh; von einem schlechten oder armseligen Menschen nimmt keen Hund 'n Stück Brot mihr an allgem.; ebensowenig von einem heftig Gescholtenen Bri. 5, 23; C. Reinh. Holtrev. 137; eine gute Karte im Spiel süht all nah ne Snäd' Brot ut SchwSchwerin@PinnowPinn; von einer guten Wurst: dee kann ein ahn Brot äten öft.; ähnl. von fettem Dung: denn' kann 'n binah up 't Brot äten GüGüstrow@GülzowGülz; einen dat dick up 't Brot tau äten gäben ihm etwas vorwerfen mehrf.; 'So moet men alle Daag' wol up dem Brode freten Des ersten Mannes Dögt, men kan nich fredsam eten' (Ro 1678) Kohf. Hg. 3, 2; 'vasten ... by Solte und Brode' Gry. Paw. Oo 1a; 'tho Water und tho Brode vasten' 1b; nah Brot gahn betteln: Wed. C 8b. 2. übertr. Dienst: 'syne frund und dener, de he in synem brode hebben wil' (1371) UB. 18, 44; 'vortmer so enscal neman des andern knecht spreken in enes andren brode to denste' (Wi 1383) 19, 192; 'item schal nemand ... deme anderen sine knechte entmeden, dewile dat ze yn sineme brode sind' (Ro 1482) Jb. 53, 164; 'dar scholen ere vischere uppe vischen ute erem brode' (1384) UB. 20, 308; ick heff min Brot dor nich hatt habe dort nicht gedient WiWismar@Niendorf b. Boiensdorf/DreveskirchenNiend; bildl.: denn' sin Brot ick ät, denn' sin Wuurt ick spräk HaHagenow@KloddramKloddr; RoRostock@RibnitzRibn; denn' sin Brot ick schling', denn' sin Leed ick sing' Sta Stargard@MirowMir; Firm. 3, 71b; Nahrung, Unterhalt: 'voder unde brot' (Gü 1397) UB. 23, 243; 'gesundert rok offte brot' soll die gesamte Hand an einem Erblehn nicht beeinträchtigen (1376) 19, 151; 'so moth se (die mittellose Witwe) ... mit einen geringen stücke Brodes fredesam syn' GrY. Wed. C 6a; dee hett sin gaut Brot er befindet sich in guter Vermögenslage allgem.; wenn jem. eine gute Stellung aufgibt, heißt es: he hadd' Brot, œwer he wull Semmel hebben MaMalchin@HungerstorfHung; ähnl.: dee hett sin Brot mit Fäuten von sick stött Ro Rostock@DierhagenDierh; sick dat Brot von 'n Liw stöten Wa; dor kann 'n nich Brot bi hollen von dem geringen Lohn kann man sich und die Seinen nicht ernähren WaWaren@JabelJab; Sta; H. Schröd. Buerh. 2, 96; einen dat Brot nähmen ihn aus seinem Erwerb vertreiben MaMalchin@Klein HelleKHelle; auch: einen dat Brot ut de Tähnen trecken Ma Malchin@FinkenthalFink; ... riten WaWaren@Groß FlotowGFlot; einen ut 't Brot stöten SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; in Brot sin versorgt sein PaParchim@DobbertinDobb; tau Brot kamen Arbeit erhalten RoRostock@KlockenhagenKlock; dee kümmt nich tau Brot aus dem wird nichts NHagD; einen int Brot helpen ihm zu einem Verdienst verhelfen: Reut. 3, 98; ick heff sœben Kinner unner Brot bröcht habe sie so lange ernährt, bis sie selbst für sich sorgen konnten RoRostock@DoberanDob; 'by Brode und gude blyven' (in gesicherten Umständen bleiben) Gry. Lb. 1, Q 2b; bildl. von häufigem Besuch: nu is dat däglich Brot wedder dor RoRostock@WilmshagenWilmsh; von den Anschwellungen oberhalb des Gesäßes, die infolge der Anstrengung beim Beginn des Mähens auftreten: dee möt hüt ok noch Brot drägen SchöSchönberg@WarnowWarn; iron. vom Kothaufen: dor liggt kau't Brot StaStargard@WesenbergWes; dor steiht so väl groff Brot Wa. III. Brot im Volksreim, Rätsel und Spiel: Bitte, bitte Brot, Min Vadder sleiht mi dot, Min Mudder lett mi läben, Alle Lüd', dee mi wat gäben, Will ick in den Himmel bäden Wo. V. 4, 825; Anna Susanna, stah up un mak Füer, Kak Böhnings, kak Böhnings, dat Brot is so düer Sta; als Rätsellösung Wo. V. 1, 482 f.; Scherzfrage: worüm backen se tau Plaasterhagen (PaParchim@PlauerhagenPlauerh) dat Brot grötter as in Plau? wil se mihr Deig dortau nähmen 792; worüm backen se in Bartenshagen (Ro@) dat Brot blot up ein Sid'? weil auf der anderen Seite der Dorfstraße keine Häuser stehen Ro; Brot, Botter, Kes' ein Schlagballspiel, in dem drei in gleichen Abständen voneinander stehende Spieler den Ball zwischen sich hin und her schlagen PaParchim@LanckenLanck; Brot smiten Steine im Spiel über das Wasser hüpfen lassen öft.; Syn. s. Botterbrot. IV. Volksglauben und Sage. 1. reiches Brauchtum knüpft sich an die Heiligkeit des Brotes als Gottesgabe. a. seine Herstellung: der eingesäuerte Teig wurde mit Osterwasser begossen, dann wurde das Brot nicht schimmelig HaHagenow@DreilützowDreil; wenn das Brot in den Ofen geschoben und dieser geschlossen war, schlug man drei Kreuze und segnete es mit dem Spruch: dat Brot is in 'n Aben, De Herrgott sägen 't von unnen un von baben, Dat all', dee dorvon äten, Den Herrgott nich vergäten HaHagenow@WittenburgWitt; LuLudwigslust@PolzPolz; Ro; Sta; ähnl. Bartsch 2, 134; man darf nicht in den Backofen blasen, solange Brot darin liegt, sonst backt es ab 136; dies geschieht auch, wenn man beim Anschneiden eines sogenannten Probebrotes das letzte Ende abschneidet, anstatt es abzubrechen 135; ist ein Brot in der Mitte von oben nach unten geborsten, so gibt es in dem Hause bald einen Toten 124; sind zwei Brote zusammengebacken, dann ist mit der Geburt von Zwillingen zu rechnen StaStargard@FlatowFlat; Weiteres s. backen (Sp. 554); Backaben (537). b. seine Behandlung beim Verbrauch: frisch gebakkenes Brot darf man nicht aus dem Hause geben, sonst gibt man den Segen mit fort WaWaren@KisserowKiss; Bartsch 2, 135; aus demselben Grunde soll man Salz und Brot niemals ausleihen StaStargard@VoigtsdorfVoigtsd; Brot darf nie mit dem Messer oder der Gabel gestochen werden, man soll es nur schneiden oder brechen Horn Selmsd. 1, 381; beim Anschneiden des Brotes muß man drei Kreuze mit dem Messer darüber schlagen allgem.; wenn man dies unterläßt, essen die Unnerierdschen mit Wo. Ünn. 17; auch einmaliges kreuzweises Ritzen der Unterseite des Brotes mit dem Messer ist üblich, wobei man leise sagt: 'Gott segne uns diese Gabe'; ein Mädchen, das kein Brot schneiden kann, darf auch nicht heiraten; auf Bauern hochzeiten schnitt die Braut bei Beginn des Hochzeitsmahls jedem Gast eigenhändig ein Stück Brot Bartsch 2, 67; junge Mädchen müssen das Brot stets auf der größeren Seite bestreichen, sonst bekommen sie eine Stiefmutter SchöSchönberg@RaddingsdorfRadd; allgem. gilt das Verbot, das Brot auf den Rücken zu legen, als Begründung wird angegeben: up 'n Rüggen kann keiner Brot verdeinen öft.; man verliert seine Nahrung mehrf.; die Frau bekommt das Regiment im Hause Bartsch 2, 135; die Hausfrau wird krank Ha; man hat einen schweren Todeskampf StaStargard@TriepkendorfTriepk; süs leggt sick de Verdeiner (der Mann) ok up 'n Rüggen MaMalchin@GnoienGnoi; Fink; ebensowenig darf die angeschnittene Seite nach der Tür oder dem Fenster gekehrt oder nach der Tischkante zu liegen, sonst geht der Segen aus dem Hause Bartsch 2, 136; vielfach; wenn die junge Frau den Kanten von dem ersten selbstgebackenen Brot verzehrt, kriggt se de Babenhand in de Eh WaWaren@MoltzowMoltz; den Brotkanten darf man nicht verschenken oder wegwerfen, sonst gibt man das Glück fort; wenn er aus irgendeinem Grunde fortgegeben werden muß, schneidet die Hausfrau zuvor ein Stück kreuzweise heraus und nimmt es in den Mund Bartsch 2, 135; Schimmel am Brot bedeutet Segen im Haus ebda; wer viel verschimmeltes Brot ißt, lebt lange 136; findet man beim Essen im Brot ein ganzes Roggenkorn, so muß man es unbemerkt in die Tasche stecken und stets bei sich tragen, auf diese Weise kann man Hexen in der Kirche erkennen WiWismar@Groß StrömkendorfGStrömk; wenn einem das Brot mit der Butterseite auf die Erde fällt, hat man gelogen SchwSchwerin@PinnowPinn; dann gibt es Regen ebda; RoRostock@AltheideAHeide; MaMalchin@GnoienGnoi; nach dem Abendmahlsbesuch pflegten die Alten ein Stück Brot zu essen, ehe sie irgendwelche andere Speise zu sich nahmen RoRostock@WustrowWustr; SchöSchönberg@BoienhagenBoi; Essen zur Unzeit ist streng verpönt: wer auf dem Kirchweg essend Brotkrumen fallen läßt, muß diese nach seinem Tode wieder aufsammeln Bartsch 2, 136; dem bleibt, wenn er gestorben ist, der Mund offen stehen ebda; im Bett essende Kinder werden gewarnt: di lopen de Müs' in 'n Hals RoRostock@DierhagenDierh; das Auf- oder Nachbacken von Brot ist verwerflich: dat Brot hett seggt, nicks ded' em weiher, as wenn 't tweimal backt würd' öft.; in einer Sage ruft eine Stimme dem in Not Geratenen zu: 'Alter, röste kein Brot und erzähle keinen Traum, so wird Gott dir helfen' Wo. Sa.; vgl. unt. 2. 2. die ihm innewohnenden magischen Kräfte a. in der Krankheitsbehandlung: gegen englische Krankheit muß man sich Brot von drei Frauen, die den gleichen Vornamen haben, erbitten und dieses zerkaut in den Schweinetrog spucken HaHagenow@BelschBelsch; Sodbrennen vergeht, wenn man an die Stelle denkt, wo man das erste Brot vom neugeernteten Roggen verzehrt hat Eichh; den Adel, eine eitrige Entzündung am Finger, heilt man durch Auflegen von selbstgekautem Schwarzbrot Staak Krankh. 40b; Leckogen (Triefaugen) gesunden, wenn man dreimal drei Eiterstückchen in ein Stück Brot klebt und dieses einem Hunde oder einer Katze zu fressen gibt 139; Warzen bestreicht man mit einem Tuch, in dem Brot gegasselt ist und wirft es dann rücklings ins Feuer LuLudwigslust@GorlosenGorl; das Nesselfieber oder Hühnerbad, das nach der Volksmeinung durch den Aufenthalt an solchen Stellen entsteht, wo die Hühner ihr Sandbad zu nehmen pflegen, verschwindet, wenn man den Hühnern zwischen Brust und Hemd hindurch Brotkrumen streut Bartsch 2, 160; gegen Fieber bindet man Brot und Salz in einen Leinwandlappen, bekreuzigt diesen, betet drei Vaterunser darüber und wirft ihn dann rücklings in fließendes Wasser 106; oder man schreibt die Worte Rabi, Habi, Gabi auf drei Brotrinden, schneidet in die Rinde mit Rabi eine, in die mit Habi zwei, in die mit Gabi drei Kerben und gibt sie dem Kranken an drei aufeinander folgenden Tagen bei abnehmendem Mond ein 397; Horn Selmsd. 1, 363; beim Besprechen der Auszehrung geht der Stillende abends vor Sonnenuntergang zu einem Holunderbaum, bringt ihm Wachs, Flachs, Käse und Brot und sagt: Gun Dag, gräun Marie! Ick bring' di dat Nig'. Hier bring ick di Wass, Flass, Hier bring' ick di Kes' un Brot, Dat sast du upäten Un dorbi den Namen vergäten, dabei wird der Flachs um den Baum gebunden und das übrige unter den Baum gelegt 366; Kolik und Mutterbeschwerung beim Vieh werden mit folgendem Spruch gestillt: 'Ein Hirschgeschrei und ein Stück Rindenbrot und ein Glas roter Wein Die sollen dir für Kolik-Bärmutter sein. Bärmutter gut, Bärmutter Gottes Blut. Geh wieder in den Gestad, Sonst bringst du Fleisch und Blut ins Grab' Staak Krankh. 167a; weitere Stillformel: Grot Brot In minen Schot, Pott vull Mähl, Dat is nich väl, Helpt dat nich, denn schad't 't ok nich WaWaren@DamerowDamb; Läuse vertreibt man, indem man drei in eine Federpose steckt und diese an beiden Enden mit Brot verschließt HaHagenow@WittenburgWitt; b. der Genuß und die Verwendung von Brot wehrt das Böse ab und fördert das Gute: beim ersten Viehaustrieb soll man drei Bissen Brot essen Wa@ Lup; wenn der Hochzeitszug aus der Kirche zurückgekehrt ist, darf niemand die Schwelle betreten, der nicht vorher einen Bissen Schwarzbrot und einen Schluck Wasser zu sich genommen hat, den ihm jem. aus dem Hause darbietet Bartsch 2, 65; in eine neue Wohnung muß zuerst Brot und Salz getragen werden 129; Raabe Allg. Volksb. 34; wenn man in ein anderes Dorf heiratet, nimmt man ein Stück Brot aus der Heimat mit LuLudwigslust@GrebsGrebs; beim Vermieten an Badegäste wurde ein Brotkanten auf den Schrank des betreffenden Raumes gelegt RoRostock@WarnemündeWarn; einem gekauften Hund soll man Brot, das am Körper des neuen Besitzers warm geworden ist, zu fressen geben, dann folgt er willig; ein Stück Brot näht man in den Saum des Brautkleides HaHagenow@LübtheenLübth; steckt man dem Täufling in die Windeln StaStargard@UserinUser; in die Stiefel des Bräutigams werden ein paar Brotkrumen gelegt StaStargard@FeldbergFeldb; Maidagabend streute man zum Schutz gegen Hexen ein paar Krümel Brot und Salz auf die Hausschwelle Wo. Sag. 2, 370; ein Stück Brot, eine Stopfnadel und etwas Geld wurden unter die Auken des Viehstalls gehängt GüGüstrow@BelitzBel; in den Sack, in dem man gekaufte Ferkel holt, steckt man ein Stück Brot SchöSchönberg@WotenitzWot; gegen Heimweh wird dem jungen Seemann ohne sein Wissen ein Stück Brot in die Seekiste gelegt Ro Rostock@DierhagenDierh; wenn ein Junge zur See ging, legte man ihm bei der letzten Mahlzeit so viel Brot auf den Teller, daß er es nicht aufessen konnte; das Stück Brot, in das er zuletzt gebissen hatte, wurde aufgehoben, dann kam er wieder RoRostock@WarnemündeWarn; wenn der Kuckuck ruft, muß man vor dem Hinausgehen einen Bissen Brot essen HaHagenow@BelschBelsch; wo man versäumt, den Hunden, die im Hause gehalten werden, für die Dauer der Zwölften besonderes Brot zu backen, kommt Mißgeschick über das Haus oder ein Spuk, der bis zu den nächsten Zwölften anhält Bartsch 2, 243; auch andere haustiere bekamen bei besonderen Gelegenheiten und zu bestimmten Zeiten Brot: beim ersten Austrieb der Kühe gab man jeder Kuh ein Stück Brot und streute ihr eine Handvoll Salz auf den Rücken WiWismar@PoelPoel; einer neugekauften Kuh gibt man auf der Feldscheide ein Stück Brot, das man im Hause des vorigen Besitzers erhalten hat WaWaren@LevenstorfLev; RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; Bartsch 2, 144; Gänse und anderes Geflügel bekommen Weihnachten Brot, das man vorher in das Rauchloch gelegt hat; wenn man am Neujahrstage beim Kirchgang Brot in der Tasche mitnimmt und es bei der Heimkehr dem Vieh zu fressen gibt, so hat es in dem Jahr guten Däg' Bartsch 2, 241; die Teigreste von der Neujahrsbäckerei müssen aus dem Backtrog gekratzt und zu einem Brot verbacken werden, mit dem alles auf dem Hofe vorhandene Vieh am Neujahrsmorgen gefüttert wird 241; um das Korn vor Mäusefraß zu schützen, pflegten Bauer und Bäuerin beim Einfahren des Fuders folgendes Zwiegespräch zu halten: Vadder, wat bringst du? Brot! Rotten un Müs' sünd all' dot Wo. Ernt. 29; groff Brot legte man aus diesem Grunde auch auf den Toten V.G.-Kal. 1933, S. 38. c. Brot als Symbol der Fruchtbarkeit: Silvester wird Brot an die Wurzeln der Obstbäume gelegt HaHagenow@RedefinRed; beim Ausdreschen des Leins zur Saat steckt man eine Brotkruste in die Tasche, dann gibt das Lein zehnfache Frucht; in den für die Leinsaat bestimmten Saatbeutel wird ein Stück Brot gelegt, dann verdirbt die Saat nicht Wa Waren@WredenhagenWred; beim Säen von Rüben muß man sagen: dick as Brot LuLudwigslust@LeussowLeuss; wenn Gänse zum Brüten auf die Eier gesetzt werden, müssen die Kinder dabei stehen und Brot essen, dann gedeihen die Gössel gut StaStargard@HelptHelpt; WaWaren@RöbelRöb; wenn die Sau vom Eber kommt, wirft man ihr so viel Brotstückchen in den Trog, als man Ferkel haben möchte StaStargard@WesenbergWes; Wa; um der Sau die Geburt zu erleichtern, soll man beim Schweinefüttern einen Bissen Brot über dem Trog verzehren LuLudwigslust@LoosenLoos; wenn eine Kuh nicht begahn will, gibt man ihr ein ganzes Brot zu fressen LuLudwigslust@TechentinTech; schneidet man ihr, während der Bulle springt, einen Schlitz in das Ohr, läßt das Blut auf ein Stück Brot fallen und läßt sie dies fressen RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD. d. mit Hilfe des Brotes kann man Diebe zur Umkehr zwingen und verlorene Dinge zurückerhalten; um einen Pferdedieb herbeizuschaffen, verbrannte man etwas von dem Geschirr, in dem das gestohlene Pferd sich jüngst schwitzig gezogen hatte, im Feuer und setzte dabei drei Brote hin; wenn diese sich wendeten, mußte auch der Dieb sich wenden und wiederkommen; das Brot wurde an die Armen verteilt Bey. Hp. 8; einen Dieb zwingt man das Gestohlene wieder zu bringen, indem man drei neue Teller auf den Herd stellt, den einen mit Brot, den anderen mit Salz, den dritten mit Schmalz füllt, über jeden Teller einen Blechdeckel mit glühenden Kohlen legt und dabei leise sagt: 'Ich lege dir, N. N., Brot, Salz und Schmalz auf die Glut, Von wegen deiner Sünd' und Ubermut; Ich leg es dir auf Lung, Leber und Herz, Daß dich ankomme ein großer Schmerz, Daß dich ankomme solche Not, Als wäre es dir der bittre Tod, Bis du mir mein Sach wiederbringst, Das tu ich dir, N. N. zur Buße.' Dies muß drei Abende hintereinander in der Zeit zwischen elf und zwölf Uhr geschehen, jedesmal neunmal, doch darf man dabei nicht schnell sprechen, weil sich der Dieb sonst zu Tode laufen muß. Wenn der Dieb inzwischen nicht über ein fließendes Wasser gegangen ist, welches Schiffahrt hat, wird er einen solchen Schmerz in den genannten Körperteilen empfinden, daß er das Gestohlene zurückbringt Bartsch 2, 340; wenn ein Huhn oder sonst ein Tier abhanden gekommen ist, so soll man ein Brot verkehrt auf den Tisch legen und einen Besen auf den Kopf stellen, dann kommt das Tier von selbst zurück 334; wenn ein Hund fortgelaufen ist, muß man durch ein Wagenrad rufen: Fix, läwst du, oder büst du dot, süs kumm hier tau Brot RoRostock@DierhagenDierh; ähnliche Fälle: wenn die Leiche eines Ertrunkenen nicht gefunden wird, setzt man ein Brot auf das Wasser; wo dieses still steht, liegt die Leiche StaStargard@MirowMir; Wa Waren@SchwarzSchwarz; um zu erfahren, ob ein Abwesender noch lebt, läßt man einen Bissen Brot auf Wasser fallen, läuft das Brot rund herum, dann ist der Betreffende lebendig, sinkt es an den Grund, dann ist er tot Bartsch 2, 21; eine verurteilte Hexe hatte dat brot lopen laten (Wi 1425) 36. 3. Sagenzüge; den Brotfrevler trifft harte Strafe: Hirtenknaben, die aus Brot Kugeln machten, um damit Kegel zu spielen, wurden in Stein verwandelt Bartsch 1, 427; ebenso ein Mädchen, das das Brot, welches es als Imbiß mit aufs Feld bekommen hatte, verfluchte 429; der Teufel gibt einem Mäher eine silberne Sense und rät ihm, sie mit einer Brotkruste zu streichen Wo. Sag. 1, 170; wenn man eine Brotrinde in das Geldfeuer wirft, kann man den darunter verborgenen Schatz heben LuLudwigslust@KarenzKarst; TewsW; Raabe Allg. Volksb. 34; wer den Schloßberg bei PaParchim@PlauPlau erlösen will, muß ein Stück Brot mitnehmen; um einen Kobold loszuwerden, muß man eine Brotrinde in die Tasche stecken, denn is he aflohnt RoRostock@BartelshagenBart; mit einer aus Brot und Wasser verfertigten Kugel kann man die in einen dreibeinigen Hasen verwandelte Hexe treffen mehrf.; Zwerge backen Brot Bartsch 1, 41; 80; sie legen eins ihrer Brote in die von einem Bauern entliehene Backelmoll Wo. Ünn. 57; Fru Gauden begehrt Brot für ihr Pferd und ihre Hunde Bartsch 1, 24; ebenso der Waul Wo. Sag. 1, 19; Hexen machen aus Brotkrümeln Läuse WaWaren@RöbelRöb; die Darbietung von Brot und Salz ist bei dem Hexenmahl meist ausgeschlossen Handwb. d. Abergl. 1, 1624; eine Hexe erhält auf dem Blocksberg 'swartz broth ..., wer süße gewesen' (Ro 1576) Bartsch 2, 10; beim Bannen einer Hexe muß der Hexenmeister sagen: willn wi Brot bakken? V. Ein Dim. ist ungebräuchlich; die Form Bröten (ob II 1) ist aus brödeken gebildet. PN.: 'Conrad Brodesende' (Wi 1290) UB. 3, 397. Zss.: Abend-, Achter-, Adeboors-, Aschen-, Bädel-, Botter-, Dill-, Frät-, Gnaden-, Hasen-, Hunn'-, Immen-, Johanns-, Knapp-, Knoll-, Krüd'-, Kuckucks-, Läbens-, Lewark-, Meister-, Morgen-, Mudder-, Ossen-, Schirbotter-, Smolt-, Snid'-, Sorgen-, Spind-, Spinn-, Spis'-, Spor-, Stäker-, Studentenbotter-, Sünnen-, Tau-, Vagel-, Vesperbrot. — Mnd. brôt n. — Bl. 55a; Br. Wb. 1, 142; Da. 25a; Dä. 56a; Me. 1, 525; Schu. 14.
30158 Zeichen · 284 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    brotst. N. (a)

    Köbler An. Wörterbuch

    brot , st. N. (a) nhd. Bruch (M.) (1), Bruchstück, Watstelle, Krampf Hw.: s. brjōta E.: germ. *bruta-, *brutam, st. N. (…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    brôtst. n.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    brôt st. n. , mhd. brôt, nhd. brot; as. brôd, mnd. brôt, mnl. broot; afries. brad; ae. bréad; an. brauð. — Graff III, 29…

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BRÔTstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    BRÔT stn. brot. er bat si eines brôtes prechen Genes. fdgr. 11,31,40. eʒ ist ein wol gewanteʒ brôt daʒ dû frâʒ verswende…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    brotN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +19 Parallelbelege

    brot , N. nhd. Brühe Hw.: vgl. mhd. brod E.: s. mhd. brod, st. N., Brühe, Suppe, Lauge; ahd. brod 17, st. N. (a), Brühe,…

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Brot

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Brot , des -es, plur. die -e. 1) Eine aus Mehl und Wasser gebackene gemeine Nahrung der Europäer, ohne Plural. 1) Ei…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Brot

    Goethe-Wörterbuch

    Brot mehrf -d, auch -dt 1 aus Mehl gebackenes Nahrungsmittel; näher charakterisiert durch Adj wie ‘weiß, schwarz, gut’; …

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Brot

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Brot , die bekannte Speise aus Mehl und Sauerteig, die nach vollendeter Gährung gebacken werden; es nährt durch seinen G…

  8. modern
    Dialekt
    Brot

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Brot Band 3, Spalte 3,463–471

  9. Sprichwörter
    Brot

    Wander (Sprichwörter)

    Brot 1. Abgeschnitten Brot hat keinen Herrn. Frz. : Pain coupé n'a point de maître. 2. Alles Brot ist dem gesund, der hu…

  10. Spezial
    Brot

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Brot n. (-[e]s,-e) 1 pan m. 2 (Brotlaib) pan (-s) m. 3 ‹fig› (Lebensunterhalt) davagn (-s) m. 4 ‹fig› (Arbeit) laur m. p…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit brot

1.123 Bildungen · 743 Erstglied · 377 Zweitglied · 3 Ableitungen

brot‑ als Erstglied (30 von 743)

Brotbettler

SHW

Brot-bettler Band 1, Spalte 1145-1146

Brotbeutel

SHW

Brot-beutel Band 1, Spalte 1145-1146

Brotbrocken

SHW

Brot-brocken Band 1, Spalte 1145-1146

Brotbrosam

SHW

Brot-brosam Band 1, Spalte 1145-1146

Brotdiel

SHW

Brot-diel Band 1, Spalte 1145-1146

Brotfladen

SHW

Brot-fladen Band 1, Spalte 1145-1146

Brotfotze

SHW

Brot-fotze Band 1, Spalte 1145-1146

Brotfrau

SHW

Brot-frau Band 1, Spalte 1145-1146

Brotfresser

SHW

Brot-fresser Band 1, Spalte 1145-1146

Brotgestell

SHW

Brot-gestell Band 1, Spalte 1147-1148

Brotguts

SHW

Brot-guts Band 1, Spalte 1147-1148

Brothange

SHW

Brot-hange Band 1, Spalte 1147-1148

Brothanke

SHW

Brot-hanke Band 1, Spalte 1147-1148

Brothenke

SHW

Brot-henke Band 1, Spalte 1147-1148

Brothenkel

SHW

Brot-henkel Band 1, Spalte 1147-1148

Brothorde

SHW

Brot-horde Band 1, Spalte 1147-1148

Brotkasten

SHW

Brot-kasten Band 1, Spalte 1147-1148

Brotkeil

SHW

Brot-keil Band 1, Spalte 1147-1148

Brotknorren

SHW

Brot-knorren Band 1, Spalte 1147-1148

Brotknorz

SHW

Brot-knorz Band 1, Spalte 1147-1148

Brotknäuel

SHW

Brot-knäuel Band 1, Spalte 1147-1148

Brotkorb

SHW

Brot-korb Band 1, Spalte 1147-1148

Brotkruste

SHW

Brot-kruste Band 1, Spalte 1147-1148

Brotkrümel

SHW

Brot-krümel Band 1, Spalte 1147-1148

brot als Zweitglied (30 von 377)

Butterbrot

RDWB1

Butterbrot n (nicht "бутерброд") хлеб с маслом für ein ~ und ein Ei idiom. - за так разг. , почти даром, по дешёвке разг.

Vollkornbrot

RDWB1

Vollkornbrot n хлеб из муки грубого помола с отрубями, хлеб из немолотых зёрен

Zuckerbrot

RDWB1

Zuckerbrot n ~ und Peitsche idiom. - метод кнута и пряника идиом.

abendbrot

DWB

abend·brot

abendbrot , n. abendessen, zumal schlichtes und geringes. das volk unterscheidet oft ein doppeltes, das kleine abendbrot oder halbabendbrot.…

Achtbrot

DRW

acht·brot

Achtbrot zu 3Acht Brot, das den Fronschnittern zukommt messoribus bis dari debet ad manducandum unus panis qui dicitur ahtebroth 1144 Schöpf…

ādebārenbrôt

MNWB

adebar·en·brot

ādebārenbrôt , ādebārsbrôt , ēdebērenbrôt s. a.-snāvel Frucht von Geranium Robertianum Storchschnabel, der gelben Schwertlilie Iris Pseudaco…

Almosenbrot

Campe

almosen·brot

Das Almosenbrot , des — es, d. Mz. ungew. Brot, das als Almosen gereicht wird. Uneigentlich, er ißt Almosenbrot, er lebt von Almosen.

Anisbrot

Campe

anis·brot

Das Anisbrot , des — es, Mz. die — e, oder das Anisbrötchen, des — s, d. Mz. w. d. Ez. Zuckerbrot mit Anis bereitet.

aschenbrot

DWB

aschen·brot

aschenbrot , n. subcinericius panis, was ahd. derpiʒprôt ( Graff 5, 221 ) und fochanza (3, 441), it. focaccia, serb. pogatscha heiszt, auf d…

Bäckerbrot

Adelung

baecker·brot

Das Bäckerbrot , des -es, plur. inus. im Oberdeutschen Beckenbrot, Brot, welches der Bäcker gebacken hat, im Gegensatze des hausbackenen, od…

Bauerbrot

Adelung

bauer·brot

Das Bauerbrot , des -es, plur. wenn es collective oder materialiter stehet, inusit. von einzelnen Broten aber die -e, Brot, welches die Baue…

beckenbrot

DWB

becken·brot

beckenbrot , n. beckerbrot, d. i. feil, nicht zu haus gebacken. unter den spielen führt Fischart 173 an: Memminger vokatzer beckenbrot.

bêenbrôt

MNWB

been·brot

bêenbrôt , bîenbrôt , n. , favus, die zur Fütterung der Brut dienende Nahrung, Bienen- Immenbrot.

Ableitungen von brot (3 von 3)

Bebroten

Campe

◎ Bebroten , v. trs. in der Kochkunst, mit einer Rinde von geriebenem Brote versehen (paniren). » Das Gericht war künstlich bebrotet.« C. Da…

gebrot

DWB

gebrot , gebröt , s. gebrotet .

Verbroten

Campe

Verbroten , v. I) ntr . mit sein , zu Brot werden. Die Meinung, daß der Leib Kristi deim Abendmahl verbrote . II) trs . zu Brote machen. — D…