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Botter

mnd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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12 in 8 Wb.
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2 von 16
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111
Verweise raus
32

Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Botter n.

Bd. 1, Sp. 1049
Wossidia Botter Bodder, Borrer f. Butter; Botter (-dd-) Mi 10b; n. nur als Mengenbezeichnung: he behöllt dat Botter den Haufen Butter Wa. 1. ä. Belege: 'pro 2 lagenis (Tönnchen, Lechel) buttiri et 2 centenariis strumulorum 20 mar.' (in einer Hofhaltrechnung Schw 1309) UB. 5, 448; '3 solidos pro butiro' (1341) 9, 333; '1 tunne boteren vor 5 mark' (1372) 18, 127; '2 tunnas butiri 13 marc.' (Ro 1395) 22, 491; '20 ß vor 2 lope boteren ... in der heren hus' (1472) Beitr. Rost. 4, 2, 4; Butter als Gegenstand des Marktverkehrs (Sta Stargard@NeubrandenburgNBrand 1261) UB. 2, 176; sie war Handelsartikel der Haken, penestici (Pa 1370) 16, 655; gehörte zur Schiffsausrüstung (Wi 1336) 8, 597; das Kaufen ungewogener Butter wurde mit Geldbuße geahndet (Ro 1275) 2, 524; 'lardo et butiri' von Mecklenburg nach Schweden geliefert (1340) 9, 266; Butterspenden für die Pfründer und Siechen der Hospitäler werden häufig erwähnt (Wi 1341) 9, 322; (Ro 1389) 21, 279 und öft.; beim Zunftschmaus der Wollenweber soll es geben: '3 richte, braden unde zaden, botter, kese' (Schw 1375) 18, 642; bei der Amtsköste der Beutler und Riemer waren '4 Schlage Butter à 2 Pfd.' zu geben F. Crull Goldschm. Anlage 8; Butter und Käse mehrf. in den mecklenburgischen Hofordn. erwähnt, s. Kern Hof. 1, 196; 210; 222; 246. 2. über den sparsamen Gebrauch der Butter als Brotaufstrich liegen zahlreiche Zeugnisse vor, die bis in die 2. Hälfte des vorigen Jahrh. reichen: Botter heff ick as Kind gor nich tau seihn krägen HaHagenow@BelschBelsch; ein Pund Botter gew dat man in de Woch, teihn Schilling kost't se WiWismar@KirchdorfKirchd; Botter gew 't blot Sünndaags MaMalchin@LiepenLiep; WaWaren@BlücherhofBlüch; Kinder bekamen meist Runkelkrüd' oder Sirup aufs Brot; de Aas mag kein Botter, seggt de Buer, as de Jung' ümmer Sirup frett (weil er keine Butter kannte) GüGüstrow@BützowBütz; als besonderer Leckerbissen galt ein aus Botter un Stamptüften bereiteter Aufstrich mehrf.; s. auch die Zss.; die Dienstboten erhielten täglich eine bestimmte Menge Butter, die nach Zeit, Gegend und Arbeitsleistung verschieden war; die Zuteilung erfolgte in Form von Stichen, die mit dem hölzernen Stichenläpel abgestochen wurden: 'n Stich Botter ein Stück Butter von bestimmter Größe, welches den Dienstboten auf dem Lande gegeben wird Mi 10b; wi kregen de Sommertit œwer twei Stich Botter RoRostock@BartelshagenBart; in 'n Winter gew 't einen Stich Botter, in de Aust gew 't drei Stich PaParchim@SuckowSuck; von Ostern an gifft 't drei Stich Botter GüGüstrow@BellinBell; von Johanni an gew 't einen Dag drei Stich Botter, den annern Dag vier RoRostock@ToitenwinkelToit; der Butterstich wurde häufig im ausgehöhlten Brot aufs Feld mitgenommen GüGüstrow@KritzkowKritzk; GüGüstrow@GülzowGülz; RoRostock@ToitenwinkelToit; bei sparsamen Hausfrauen fiel er oft so dünn aus, dat man dat Fleigenschit up de anner Sit von dat Brot seihn künn ebda; andernorts diente eine hölzerne Dose zur Aufbewahrung, s. Botterbüss', -dos'; auf den Mecklenburger Segelschiffen gab es ein Pfund Butter die Woche, in Pommern dagegen nur ½ Pfund Wo. Seem. 1, 151; wenn de Flœgel (kleine Flagge auf dem Topp des Besan- und Fockmastes, die als Zeichen der Ausfahrtbereitschaft aufgezogen wurde) baben weiht, säden wi: de Botter hett he all an Buurd 183; ihre Güte war oft zweifelhaft, deshalb meinten die Matrosen spöttisch: wenn dat Fleesch un Brot so got wir, as de Botter slicht is, hadden wi 'n Herrenläben 152; Stengenfett, Stengensmer wurde sie von ihnen genannt, auch Matrosen-, Rutschbotter ebda; die Holländereien der großen Güter lieferten ihre Butter auf den Buttermarkt, der regelmäßig in LuLudwigslust@GrabowGrab und StaStargard@FürstenbergFürstenb, zeitweise auch in SchwSchwerin@BrahlstorfBrahlst abgehalten wurde; in bäuerlichen Wirtschaften lag der Butterverkauf häufig in den Händen der Grotdiern, die mit der sieben bis zehn Pfund fassenden Botterbütt auf dem Arm meist Mittwochs und Sonnabends in die Stadt ging, um die Butter bei einer festen Kundschaft oder auf dem Wochenmarkt abzusetzen; andernorts geschah der Transport in de Botterkip, die auf einem krummen Stock (s. Botterdräger) uphaakt wir und auf dem Rücken getragen wurde; auf kleineren Höfen übernahm die Bauerfrau selbst dieses Geschäft; die Dörfer auf WiWismar@PoelPoel hatten eigene Bööter, die die Butter nach Wi fuhren; der Preis für Bauernbutter betrug je nach Güte, Jahreszeit und Absatzgelegenheit 4—10 Schillinge das Pfund; Weiteres über Butterhandel, -preise und -ausfuhr s. Prakt. Wochenbl. 1840, S. 145 ff.; Ferb. Landg. 106; Langerm. 153; Leng. Landw. 1, 22; Arch. Landesk. 1860, S. 281; über Butterbereitung s. bottern; nach der Zeit der Herstellung scheidet man: Beist- (Sp. 415), Biss'- (Sp. 893), Mai-, Stallbotter; nach der Fütterung: Blennlings- (Sp. 950), Gras-, Räuben-, Wruckenbotter; nach der Beschaffenheit und Zubereitung: Bräuh-, Klafusenbotter; nach der Herkunft: Düwels-, Katenbotter; gestreckte Butter oder Butterersatz bezeichnen: Appel- (Sp. 415), Eier-, Fladder-, Fluster-, Häuhner-, Kes'-, Klarr-, Klashahnen-, Mähl-, Pracher-, Rühr-, Schapen-, Schauster-, Schirbotter. 3. sprachlicher Niederschlag: von schlecht ausgekneteter Butter heißt es: de Botter laakt, ... roort öft.; ranzige Butter: de Botter is basch; Botter horen die zu großen Stücken verarbeitete Butter mit einem Messer durchziehen, an dem auch die kleinsten Haare haften bleiben, vgl. unt. 4; unsolten Botter ebda; dem Aufgeregten rät man: ät 'n Kluten unsolten Botter, dat dämpt Ro; unwagen Botter reichlich Butter: unwagen Botter kümmt an de Pottaalsupp RoRostock@WarnemündeWarn; Rdaa.: de Botter is tweemal dull, eenmal wenn 'n s' nich hollen kann, denn drifft se, eenmal wenn se to hart is, dat 'n se nich von 'n een krigen kann StaStargard@NeubrandenburgNBrand; de Botter is dreimal dull, in 'n Sommer tau weik, in 'n Winter tau hart, un in 'n Harwst is kein dor WaWaren@Klein LuckowKLuck; de Botter hett drei dulle Tiden, wenn se tau hart is, wenn se tau weik is, un wenn 'n gor kein hett Wa; Beispielsprw.: dat is nich all Botter, wat de Kauh gifft, säd' de Buer, donn pedd' he in 'n Kauhfladen Schö; ..., seggt de Melkdiern, dunn hadd' se in 'n Fladen pedd't RoRostock@MarlowMarl; Wa; wenn die Milchmädchen sich den Hirten zur Rägel riefen, schlugen sie mit den Bricken auf die Milcheimer und sangen: de Hollänner is mit de Botter so düer, dat maakt, de Schelm dee hett kein mihr öft.; von ihrer Wertschätzung zeugt: Botter verdarwt keine Kost allgem.; übertr. Mantz. Ruh. 13, 52; an frisch Luft un frisch Botter is noch keiner stickt GüGüstrow@BützowBütz; HaHagenow@RedefinRed; dor deist recht an, wenn du Botter ettst, denn schittst keen Knaken StaStargard@WesenbergWes; Johann, smer di Botter up, dat du kein Knaken schittst SchöSchönberg@RiepsRieps; ähnl. im Schwank vom Vater, der seinen Sohn zu einem Bauern in den Dienst bringt: Jung', frät Botter, denn schittst kein Knaken, darauf der Bauer: Jung', ät nich so väl Botter, süs rott't di de Hals af HaHagenow@BelschBelsch; zu dicken Aufstrich beschönigt man: de Botter möt man nich so quälen, süs warden de Kauh de Ogen tranen LuLudwigslust@LaupinLaup; de Botter dörf 'n nich tau dull drücken, süs verlüst se den Gesmack LuLudwigslust@GlaisinGlais; Botter möt up 'n Hupen hollen warden Ro Rostock@DierhagenDierh; auch: de Botter is upstunn's so düer, dee möt up 'n Hupen hollen warden Dob; will'n mal ornlich in de Botter haugen tüchtig essen; vom Leckermaul: Botter mag hei Wa; überreichlicher Genuß und Verschwendung werden getadelt: du büst woll her, wo de Botter mit 'n Läpel äten ward SchwSchwerin@PinnowPinn; he smeert sick noch up de Mettwust Botter StaStargard@StrelitzStrel; spott nich mit de Botter, du ettst se giern up SchöSchönberg@DemernDem; in knappen Zeiten: dat sünd hochbeinig Johren, de Botter möt mit 'n Sugel äten warden Schö; de Sünn hett uppe Botter schient, treckt s' man in de Läng' HaHagenow@GammGa; de Botter hebben de Käuh in de Hüürn MaMalchin@GülzowGülz; PaParchim@Neuhof bei ParchimNeuhP; Wi; Nds. 6, 122; ähnl., wenn jemand mit dem Milchertrag seiner Kuh prahlt: dee hett de Botter woll in de Hüürn sitten RoRostock@DierhagenDierh; bei unerwartetem Besuch in solchen Zeiten: Mudder, nimm de Botter von 'n Disch, de Soldaten kamen (kaamt) GüGüstrow@GülzowGülz; SchöSchönberg@BörzowBörz; för 'n Schilling Botter, hadd' de Jung' tau 'n Kopmann seggt, un denn 'n bäten breit up 'n Töller LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; man vertröstet sich auf bessere Zeiten: wat nu för Not för Botter, uns' Kauh hett gistern bullt RoRostock@DierhagenDierh; iron. von ärmlicher Gegend: in Stresendörp swemmt de Botter up de Bäk LuLudwigslust@StresendorfStres; von fettarmem Gebäck: du hest de Slag' Botter woll unner 'n Trogg stellt Schw; dee (der Bäcker) smitt woll 'n Pund Botter in de Moll un dor backt he 'n Johr von RoRostock@KühlungsbornKühl; Botter upsmeren mit Butter bestreichen; von stark abgetragener Kleidung: dor kann 'n Botter upsmeren un 't de Hunn' hensmiten HaHagenow@RedefinRed; von schlechten Karten: dee frett de Hund nich, möt ierst Botter upsmeert warden SchöSchönberg@WarnowWarn; einen de Botter upsmeren verprügeln Ha Hagenow@RedefinRed; smeert juch man ümmer up, de Botter is dat glik, wecker ehr upett RoRostock@DierhagenDierh; schön geratenes Brot is wiert, dat dat ünner un baben mit Botter besmeert ward StaStargard@GrammertinGramm; von einer nutzlosen oder für nutzlos gehaltenen Sache: dat (Kopfdüngung) is, as wenn ein drög' Brot ett un sick de Botter up 'n Buk smeert WiWismar@WarinWar; leiwer kann man ehr (dem Vieh) Botter vör 'n Noors smeren statt teures Kraftfutter zu geben RoRostock@BiestowBiest; dat is, as wenn man ne fett Sœg' Botter up 'n Noors smeren will RoRostock@RibnitzRibn; dat is so gaut, as wenn 'n Botter an 'n Galgen smeert Dierh; dem Ehemann rät man: mööst ehr (der zänkischen Frau) Botter up 'n Buk smeren, dat se sick dot lacht HaHagenow@RedefinRed; dee smeert sick Botter up de Hacken hat dort ein Loch im Strumpf MaMalchin@TeterowTet; is Sünndag, säd' de Diern, dor smeert se sick de Schauh mit Botter in RoRostock@WarnemündeWarn; von großem Redefluß: dee hett sick 't Mul mit Botter smeert StaStargard@WulkenzinWulk; wo Joseph'n de Tung geht, as har he s' sick mit Botter smeert Zand. Bill. 63; dat geiht as mit Botta schmärt C. Reinh. Holtrev. 74; weitere Vergl.: Mess as Botter gut durchgelegen Gü Güstrow@GülzowGülz; de Kes' smeckt as Botter SchwSchwerin@DümmerDümm; häufig: dorstahn as Botter an de Sünn hilflos, in großer Verlegenheit sein LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; RoRostock@HeiligendammHDamm; SchwSchwerin@DambeckDamb; StaStargard@RossowRoss; Reut. 1, 193; 357; 5, 178 und öft.; Bri. 3, 111; Quitz. 2, 122; Stillfr. Köst. 1, 269; Hack. Papp. 100; erweitert: wat nu Johann, nu steihst as Bodder an de Sünn un kannst nich smölten GüGüstrow@BützowBütz; dee steiht dor ... un kann nich versmölten SchwSchwerin@PinnowPinn; abgewandelt: doe seet ick nu as Bodde anne Sünn Wagtsm. Dörp. 2, 38; 'se bestan vor Godt ... mit solck erem ... mothwillen, also de Botter in der Sonnen' Gry. Paw. K 3a; Y 1a; uneinige Eheleute stahn sick as Botter un Sünn SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; 'Botter an der Sünnen tho bradende' (zweckloses Tun) Gry. Lb. 1, Ee 2b; merkwürdig: unschuldig as Botter an de Sünn Wa; andere Fälle, stumpfes Messer: dat snitt wider nicks mihr as Botter HaHagenow@RedefinRed; dat snitt ok warm maakte Botter Wa; dor kann he nich 'n Pund Botter mit dörchhaugen Wa; tröstend von stumpfen oder fehlenden Zähnen: so lang' as du Botter biten kannst HaHagenow@RedefinRed; MaMalchin@Groß HelleGHelle; in gutem Futter sitt Melk un Botter in HaHagenow@BesitzBes; auf einer sehr guten Weide wasst de Käuh de Botter int Mul Red; dagegen von stark verregnetem Heu: dor is de Botter rut SchöSchönberg@WarnowWarn; de Botter is in 'n Fell' bläben Schlagsd; hadd sin Heu up 'n Bähn un de Bodder leg in de Wisch Stillfr. Köst. 2, 238; eine alte Bauernregel lautet: Gallen blifft de Kauh in 'n Stall, süs ward Melk un Botter suer Lu; weiterhin in launigen Gegenreden, z. B. auf den Abschiedsgruß adschüs un grüss ok: dor kann einer kein Pund Botter för krigen (köpen) Prause 97; die Anrede Schaapskopp: wenn de Schaapskopp in Botter brad't is, denn ett de Dœskopp mit WaWaren@PenzlinPenzl; Botter pläugen die Butter mit den Zähnen vom Brot essen Lu Ludwigslust@LaupinLaup; iron. auf die Behauptung ick kann ok all pläugen: ja mit 'n Finger in de Botter HaHagenow@RedefinRed; der Furchtlose lett sick dei Botter nich von 't Brot nähmen (kratzen) Schw; Wa; Reut. 4, 326; der Verdutzte süht ut, as hadden em de Müs' de Botter von 't Brot nahmen HaHagenow@RedefinRed; Reut. 3, 308; von stets ernsthafter Miene heißt es: dee lacht nich, un wenn ne oll Fru up 'n Pund Botter antauriden kümmt Gü; StaStargard@NeubrandenburgNBrand; von verstörtem Aussehen: dee hett 'n Gesicht upsett't, as wenn ne Fru up 'n Pund Botter ritt WaWaren@Alt SchwerinASchwer; ungeziemendes Verhalten wird getadelt: dee fohrt ümmer mit 'n Arm bet an 'n Ellbagen in 'n Pund Botter rin übertreibt stark RoRostock@ReinshagenReinsh; dee is ümmer 'n Aas in de Botter wääst hat ein wüstes Leben geführt Kühl; Hans fall in de Botter Tolpatsch Ha Hagenow@LoosenLoos; dee hebben Botter up 'n Kopp sind nicht recht gescheit GüGüstrow@BützowBütz; swig' man still, hest jo Botter up 'n Kopp Ro; wecker Botter up 'n Kopp hett, möt nich in de Sünn gahn RoRostock@KlockenhagenKlock; s. unt. 4; weitere bildliche Verwendung: de Botter betahlen das Bad ausbaden Ha; Schill. Nachl.; Quitz. 3, 57; dee is mit 'n Noors inne Botter sitten gahn hat sich ins warme Nest gesetzt HaHagenow@RedefinRed; dee (der Stolze) schitt doran, wo anner Lüd' Botter an stäken HaHagenow@RedefinRed; RoRostock@DierhagenDierh; herabsetzend für eine Ware: dor fähli jo Bodder un Peterzilch an StaStargard@StrelitzStrel; wenn das Brot beim Bakken mit einem nassen Lappen bestrichen wird, sagt man: nu kriggt dat Brot de Botter RoRostock@RibnitzRibn; unvorhergesehene Ausgaben auf der Fahrt gahn nah de Botter rin werden von dem Kapitän unter diesem Titel gebucht RoRostock@WarnemündeWarn; verhüllend von der Zeit der Entbindung: ick wull mal fragen, wat de Botter güll? GüGüstrow@BützowBütz; Rda. beim Kartenspiel: is alles in Botter? sind alle fertig? öft.; dat ward kein Botter daraus wird nichts Rechtes GüGüstrow@LaageLaage; Botter smiten Steine im Spiel über das Wasser hüpfen lassen Ro; Schö; auch Botter scheiten SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; vgl. Botterbrot; Botter wägen Kraftprobe der Knaben, die sich mit dem Rücken gegeneinander stehend gegenseitig hochzuheben versuchen MaMalchin@LangwitzLangw; PaParchim@LübzLübz; Ro; s. wiwagen. 4. Reim, Brauch und Sage: de Katt (de Hund) dee hoort de Botter Wo. V. 2, 1519; 1521; 1538; 1545; 1590; 1666, 2; entstellt: dee horkt de Botter af 1508; im Kuchenbackreim: Eier un Smolt, Botter un Solt 3, 290; im Regenreim: Nu ward 't rägen, nu ward 't natt, Nu geiht Vadder mit Bodder tau Stadt 4, 682a; öft.; im Fastnachtsreim: 'Holla bolla Mutter, Geben Sie uns Käs' und Butter' 822; im Neckreim: Ulrich, Botter wull hei nich, Fleisch kreg hei nich, Blef hei hungrig 292; im Abzählreim: Ene, mene, Mann, Botter in de Pann, Botter in de Kip, Du gah hen un grip Heim. 7, 347; im Tanzreim: Känt sei nich danzen, so will'n wi 't sei lihren, Wi will'n sei dei Schauh in Botter ümkihren Raabe Allg. Volksb. 108; im Hochzeitsbitterspruch: Up 'n Schlag Botter kümmt 't dei Brut nich an, Dat juch dei Ris gaut gliden kann 89; im Spiel Pick uppe Näs' veranlaßt man das auf dem Schoße sitzende Kind durch den Ausruf dor flüggt 'n Pund Botter in de Luft zum Hochsehen und tupft ihm dann auf die Nase Wo. V. 3, 342 d; Sprüche beim Buttern: Botter, Botter rund, Alle Morgen 'n Pund WaWaren@SchwarzSchwarz; ... alle Dag' 'n Pund SchöSchönberg@DemernDem; Botter, Botter Schäpel vull, Ut jeden Hus' 'n Läpel vull, Ut 'n Schultenhus twei HaHagenow@RedefinRed; Botter, Botter von ein Kauh, Geit 'n bäten Water tau, Botter dick, Botter 'n grot Stück ebda; ähnl. in einem Spiel, bei welchem die Kinder im Kreise hocken und mit einem Messer ein Loch in die Erde graben: Botter, Botter dick un dünn, alle Kinner stahn herüm, will'n giern 'n Botting hebben, sœlen all 'n Schät singlecol hebben WaWaren@MallinMall; bei Dorfhochzeiten war es Sitte, daß die Bauern Butter in bunten Formen (Huhn, Schaf, Blumen, s. d. Abb.) schenkten; schickte jede Bauerfrau ganze Slagen Botter mit Blaumen besmückt in das Hochzeitshaus Wo. Hocht. 9; vor der Hochzeit hielt man in älterer Zeit eine mit einem Gastmahl verbundene Zusammenkunft 'des Butterschlagens wegen' D. Schröd. Wism. 122; Botter dörft nich up twei Siden tauglik ansnäden warden, süs brennt dat Hus glik up beid' Enn' PaParchim@SuckowSuck; unsolten Botter war ein beliebtes Hausmittel, man verwendete sie als Einreibung bei geschwollenen Mandeln WiWismar@TessinTess; bei Schwellungen der Glieder Kleetz; Schw; Hartspann öft.; Räwko LuLudwigslust@GrebsGrebs; Menk; Staak Krankh. 138a; 324; das Heilverfahren wurde zuweilen unter Hersagen eines Spruches ausgeübt: Räwko, ick strik di, Bodder, ick verdriw di 138b; unsolten Botter diente als Zusatz bei der Herstellung der Ringelblaumensalw Wi; unsolten Botter un säuten Rohm würden väl upsmeert RoRostock@DierhagenDierh; behexte Leute heilt man, indem man sie mit unsolten Botter insmeert Wo. Sag. 2, 316; auch innerlich angewendet: wenn ein Huhn den Pipp hat, zieht man den weißen Belag von der Zunge ab, wickelt ihn in ein Stück ungesalzene Butter und gibt dies dem Huhn ein PaParchim@RetzowRetz; Werd; Butter in warmer Milch auf nüchternen Magen genossen soll ein gutes Mittel gegen Lungenkrankheiten sein, ebenfalls gegen starke Erkältungen ebda; die Erfindung der Butter schreibt die Volkssage einem Schäfer zu, der mit einer fest verkorkten Flasche voll Milch in der Tasche aufs Feld ging, durch das Schütteln bildeten sich Fettklümpchen, er bemerkte dies, als er trinken wollte, schüttelte daraufhin weiter und hatte nach einiger Zeit Butter in der Flasche GüGüstrow@HoppenradeHopp; der Drak bringt Butter Wo. Sag 2, 260; ebenso der Kobold 290; eine Hexe kann Butter ut Kauhmess maken, œwer verkaken un verbraden lett sick sonn Botter nich 322; Hexen haben in der Kirche eenen Stuppel Botter auf dem Kopf WaWaren@GrüssowGrüss; ein Kobold in Pa Parchim@BarkowBark hett alles mit Botter besmeert; die Papedöönken hebben sick mit Botter insmeert un in de Sünn sett't, se hebben brun warden wullt HaHagenow@PicherPich; in einem Schwank stülpt der als Doktor Sowat herumreisende Ulenspägel einer Frau 'n Pund Botter up 'n Kopp WiWismar@NeuklosterNKlost. — Zs. Ulebotter. — FN.: Botterbarg, -bargsgrund, -brauk, -breid', -kamp, -koppel, -kul, -lock, -mœhl, -muur, -soll, -stig, -weg, -wisch. — Mnd. botter f. — Bl. 54a; Br. Wb. 1, 127; Da. 23a; Dä. 52a; Me. 1, 457; Schu. 12; Teu. 1, 65.
17321 Zeichen · 161 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    botterF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    botter , F. nhd. Butter Vw.: s. baske-, dult-, kēse-, kō-, mandel-, mei-, schrāpe-, spīse-, vat- Hw.: vgl. mhd. buter, m…

  2. modern
    Dialekt
    Botter

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Botter s. Butter.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit botter

235 Bildungen · 222 Erstglied · 13 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von botter

bott + -er

botter leitet sich vom Lemma bott ab mit Suffix -er.

Zerlegung von botter 2 Komponenten

bot+ter

botter setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

botter‑ als Erstglied (30 von 222)

Botterich I

SHW

Botter-ich I Band 1, Spalte 1049-1050

Botterkaute

SHW

Botter-kaute Band 1, Spalte 1049-1050

Botterloch

SHW

Botter-loch Band 1, Spalte 1049-1050

Botteralf

MeckWB

botter·alf

Botteralf m. alberner, gezierter Mensch Ro Warn ; von einem Kinde: lütt Botteralf Wa; einer jungen Frau: de Botteralf Reut. 2, 356. Dä. 52 b…

botterammer

MNWB

botter·ammer

botterammer , -emmer , m. , Buttereimer, Maß für Butter (Braunschweig, Anf. 14. Jhd.: 9 stȫveken).

Botterap

MeckWB

botte·rap

Botterap m. Kosename für ein kleines Kind: lütt Botterap Wa.

botteratsch

PfWB

botter·atsch

botteratsch Interj. : ' verboten, beim Klickerspiel das Hindernis wegzuräumen '. Wenn der Schußklicker hinter einem Hindernis (Stein u. dgl.…

Botterball

MeckWB

botter·ball

Botterball m. Tanzfestlichkeit der Holländer und Butterhändler bi Lichtmissen rüm Schw Brahlst . Me. 1, 461.

Botterbarg

MeckWB

botter·barg

Botterbarg m. Butterberg; im Nachbarreim: N. sitt achtern Botterbarg Ha Lübth ; hallo, hallo, de Käuh dee kamen — wo kamen se her? von 'n Bo…

Botterblatt

MeckWB

botter·blatt

Botterblatt n. Ampfer, rumex crispus, seine breiten Blätter wurden in der heißen Zeit zum Einschlagen der Butter benutzt Schö Sab ; Syn. sch…

Botterblaum

MeckWB

botter·blaum

Botterblaum f. Butterblume, Löwenzahn, taraxacum officinale E. Krüg. 83; Reut. 5, 240; Botterblome Niem. Idiot. 5; Bottäblohm Siemss. Nat. 2…

botterbrêf

MNWB

botter·bref

botterbrêf , m. , Erlaubnis, während der Fastenzeit Butter, Käse usw. zu essen, im weiteren: Fastendispens.

Botterbreif

MeckWB

botter·breif

Botterbreif m. Erlaubnis, während der Fastenzeit Butter, Käse usw. zu essen: 'dat men umb Geldt den Minschen Botterbreve und Fleischbreve ve…

Botterbrotstein

MeckWBN

botterbrot·stein

Wossidia Botterbrotstein m. in der Verbindung Botterbrotstein smiten Steine über das Wasser hüpfen lassen Ro.

botterbrēf

KöblerMnd

botter·brēf

botterbrēf , M. nhd. Erlaubnis während der Fastenzeit Butter und Käse zu essen, Fastendispens E.: s. botter, brēf L.: MndHwb 1, 335 (botterb…

botterbrōt

KöblerMnd

botter·brōt

botterbrōt , N. nhd. Butterbrot E.: s. botter, brōt (1) W.: s. nhd. Butterbrot, N., Butterbrot, DW 2, 584? L.: MndHwb 1, 335 (botterbrôt)

Botterbuddel

MeckWB

botter·buddel

Botterbuddel f. große Flasche, in der Ziegenmilch gebuttert wurde Sta Dros ; s. Abb.

Botterbüdel

MeckWB

botter·buedel

Botterbüdel m. Butterbeutel, wird von den Hexen zum Auffangen der Butter an das Butterfaß gehängt Wo. Sag. 2, 321.

Botterbüss

MeckWB

botter·buess

Botterbüss f. hölzerne Butterdose, in der die Kuhhirten und Landarbeiter ihre Butter mit auf das Feld zu nehmen pflegten Ha Belsch ; Lu Laup…

botter als Zweitglied (13 von 13)

Bartelmeisbotter

MeckWBN

bartelmeis·botter

Wossidia Bartelmeisbotter f. ungesalzene Butter vom Bartholomäustag (24. 8.), Heilmittel für entzündete Zitzen der Kühe Schw Schwerin@Benzin…

basebotter

KöblerMnd

base·botter

basebotter , F. nhd. frische Butter? E.: Herkunft ungeklärt L.: Lü 27b (basebotter)

baskebotter

KöblerMnd

baskebotter , F. nhd. frische Butter (?) E.: s. bask, botter L.: Lü 27b (baskebotter)

dultbotter

MNWB

dult·botter

dultbotter , f. , Geschenke, mit denen man des Richters Nachsicht erkauft.

Grasbotter

MeckWBN

gras·botter

Wossidia Grasbotter f. Butter von Kühen, die frisches Gras fressen Wi; Pa Parchim@Karrenzin Karr .

kēsebotter

KöblerMnd

kēsebotter , F. nhd. eine Speise, eine Art (F.) (1) Schmierkäse E.: s. kēse, botter L.: MndHwb 2, 552 (kêsebank/kêsebotter), Lü 172b (kesebo…

kōbotter

KöblerMnd

kōbotter , F. nhd. Kuhbutter E.: s. kō, botter W.: s. nhd. Kuhbutter, F., Kuhbutter, DW 11, 2552? L.: MndHwb 2, 605 (kôbôm/kôbotter)

mandelbotter

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mandel·botter

mandelbotter , F. nhd. „Mandelbutter“, mit Mandeln (F. Pl.) (1) gewürzte Butter E.: s. mandel (1), botter W.: s. nhd. Mandelbutter, F., Mand…

meibotter

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mei·botter

meibotter , F. nhd. „Maibutter“, im Frühling hergestellte frische Butter E.: s. mei, botter W.: s. nhd. Maibutter, F., Maibutter, DW 12, 147…

spīsebotter

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spīse·botter

spīsebotter , F. nhd. „Speisebutter“, Butter zur Zubereitung von Speisen (F. Pl.) E.: s. spīse, botter L.: MndHwb 3, 381 (spîsebotter)