Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Brosame f.
Brosame f.
Brosame f. Brosamen m. ‘kleines Bröckchen, Brotkrümel’, ahd. brōs(a)ma f. (um 800), mhd. brosem(e), brosme f. Das Substantiv gehört nur dem dt.-nl. Bereich an, vgl. gleichbed. asächs. (mit ungesicherter Quantität) brō̌sma f. (neben brō̌smo m.), mnd. brōs(e)me (f.?), mnl. brosem f. Es stellt sich zu aengl. brosnian ‘zerfallen, verderben’, brȳsan ‘zerquetschen’, engl. to bruise ‘quetschen, zerreiben’ und läßt sich wohl mit air. brosna ‘Reisigbündel’ und lat. frustum ‘Stückchen, Brocken’ auf ie. *bhrē̌us- ‘zerbrechen, zerschlagen, zerkrümeln’ zurückführen, das als zweifache (s. brauchen) Erweiterung der Wurzel ie. *bher- ‘mit einem scharfen oder spitzen Werkzeug bearbeiten, schneiden’ anzusehen ist. Die Ausgangsbedeutung wäre dann ‘abgebröckeltes, beim Zerbrechen abgefallenes Stückchen’. Textzeugnisse zeigen in der Regel (schon seit dem Ahd.) die Pluralform; daneben vom 14. Jh. (spätmhd. brosmen, broseme) bis ins 18. Jh. (lexikalisch noch im 19. Jh. gebucht) singularischer Gebrauch als Kollektivum ‘Krume, weiches Inneres des Brotes’. – Brösel m. und n. ‘kleines Bröckchen, Krümel’ (16. Jh.); Verkürzung von spätmhd. brosemlīn, frühnhd. bröslein (16. Jh.), Deminutivbildung zu Brosame; dazu bröseln Vb. ‘bröckeln, krümeln’ (Ende 16. Jh.).