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Fridag

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Fridag m.

Bd. 2, Sp. 1079
Wossidia Fridag a. Spr. Frigdag m. Freitag I. ä. Belege: 'des vriedages' (WiWismar@NeuklosterNKlost 1369) UB. 16, 498; 'des vryghedaghes' (GüGüstrow@BützowBütz 1381) 20, 50; dies Veneris 'Frydach' Chytr. 32; 'am stillen Friegdage' Gry. Paw. Kk 4a; 'unde starff an dem guden Frygdaghe' (Karfreitag) Slagg. 71; mit 'gulden vrigdage' wurden die Freitage der Quatemberfasten bezeichnet, an denen im Gegensatz zu den übrigen Freitagen, wo nur Fleischgenuß untersagt war, besonders strenges Fasten geboten wurde Jb. 59, 2, 23; eine andere Quelle nennt 12 'gulden vrigdage' und zwar Freitag vor Himmelfahrt, vor Pfingsten, nach Pfingsten, vor 'Johannis baptiste' (24. Juni), nach Peter und Paul (29. Juni), 'na sunte Peter in den benden' (1. August), nach Marien Geburt (8. September), 'na aller hilgen dage' (1. November), 'na sunte Lucien' (13. Dezember), 'na ascherdach' (Aschermittwoch), vor Mariä Verkündigung (25. März), vor Ostern (Karfreitag), an diesen Freitagen soll der Mensch fasten 'in brode unde water' 22 f.; ein Hinweis auf den Freitag als Fastentag liegt in den Worten, mit denen Personen geistlichen Standes versuchten, Dienstboten zum Eintritt in ein Kloster zu bewegen: 'dyn Fryedach wert dar beter syn alse hir dyn Sondach ys' Gry. Lb. 1, Q 2b. II. In Rdaa. öft. im Wortspiel mit fri frei: wat is hüt för 'n Dag? Fridag för denn', dee kein Släg' kriggt Wa; mit dem Zusatz: för denn' is Dunnersdag WaWaren@Groß FlotowGFlot; hüt is Fridag. Ja för denn', dee nich sitt GüGüstrow@Groß LantowGLant; scherzhafte Prognose: wenn 't Fridag morgens ganz tidig rägent, ward de Zäg' bucken WaWaren@JabelJab; im Wochenspruch auf den Schuster: Mandag is 'n Sünndag sin Broder, Ding'sdag gahn de Schoosters ut 'n Dur, Midd'woch kamen se wedder, Dunnersdag's köpen se Ledder, Fridag's sniden se to, Sünnabends maken se 'n Por Schoh, Nu hadden se noch giern 'n bäten dan, Oewer dor wir ehr de Woch vergahn Wo. Rim. 21. III. Kein Tag der Woche weist eine solche Fülle des Aberglaubens auf wie der Freitag, der unserer Bevölkerung meist als glückbringend, zuweilen aber auch als unheilvoll gilt. 1. Unglückstag: das Waschen am Freitag bringt kein Glück Arch. Landesk. 14, 548; Vieh darf am Freitag nicht zum ersten Mal auf die Weide getrieben werden StaStargard@WatzkendorfWatzk; allgem. wird das Säen von Getreide und Gemüse am Freitag vermieden ebda; Freitag ist ein Unglückstag, deshalb soll man an ihm keine Reise antreten Bartsch 2, 218; bes. von den Seeleuten gefürchtet: de Ollen säden, Fridag süll 'n Schipp nich utgahn, denn süll dat nich wedder binnen kamen Ro Rostock@RibnitzRibn; Wustr; Albr. 77; Fridag güngen se nich ut mit de Schäpen, wenn ok got Sägelwäder wir, Mandag ok nich recht, sonst gab es ne lang' Reis' (d. h. in die Ewigkeit) Wo. Seem. 2, 195; Begründungen: weil der Heiland an einem Freitag gestorben ist W. Schmidt Dün. 114; weil up 'n Stillen Fridag der Fleegen Hollanner ausgesegelt ist Wo. Seem. 2, 195; nur einmal die gegenteilige Auffassung eines alten Matrosen: Fridag wir 'n Glücksdag Ro Rostock@WustrowWustr. 2. Glückstag in Haus-, Vieh- und Feldwirtschaft: Freitag war Backeldag, s. backen (1, 550); das Buttern am Freitag bringt die beste und schönste Butter Arch. Landesk. 14, 548; Bartsch 2, 217; die Kühe müssen am Freitag morgen trocken stehen bleiben (dürfen nicht gemolken werden), dann sollen sie bei Tage kalben Horn Selmsd. 1, 377; Hennen soll man am Freitag setzen, dann brüten sie gut Bartsch 2, 218; Dienstag oder Freitag dürfen die Schafe zum ersten Mal auf die Weide getrieben werden GüGüstrow@LüssowLüss; Pferde soll man am Freitag nach Frühlingsanfang zur Ader lassen Bartsch 2, 155; 217; Arch. Landesk. 14, 548; Dienstag und Freitag wird Gemüse gesät Gü; wenn der Kohl gut gedeihen soll, muß er an drei Freitagabenden nach Sonnenuntergang behackt werden Bartsch 2, 218; wer recht große Kohlköpfe ernten will, muß die Pflanzen drei Freitage hintereinander behäufeln Horn Selmsd. 1, 377. 3. Im Verlauf des menschlichen Lebens ist der Freitag bedeutungsvoll: alle am Freitag um 12 Uhr geborenen Menschen können mehr sehen als andere Bartsch 2, 217; ein Kind, das am Freitag geboren ist und am Sonntag getauft wird, kann Gespenster sehen Rost. Wochenbl. 1791, S. 111; als Hochzeitstag wird der Freitag mit Vorliebe gewählt, sobald er nicht auf den 13. oder 17. des Monats fällt Fromm Meckl. 103; Arch. Landesk. 14, 548; Jb. 2, 124; Bartsch 2, 59; Nützl. Beitr. 1795, S. 371; auch beim Dienstwechsel bevorzugt: 'unser Gesinde geht an den mehrsten Orten an keinem anderen Tage als am Dienstage oder Freitage ... aus dem Dienst und begibt sich in neue' ebda. 4. In der magischen Krankheitsbehandlung wird der Freitag oft als günstiger Zeitpunkt genannt, so beim Heilzauber gegen Zahnweh, Kropf, Suchten (Freitagabend), Fieber (Freitagmorgen), auch gegen die Gicht, die an einem Freitag vor Aufgang oder nach Niedergang der Sonne in einen Baum verpflockt wird; an drei aufeinander folgenden Freitagen, geeignet auch zum Bannen eines Diebes, werden die Gicht, böse Augenentzündungen und der Schwindel in den Füßen besprochen, Bettnässen, Auszehrung und Flechten afbruukt, der Bruch gestrichen und die Waßdaumskrankheit durch die Baumklage geheilt; namentlich aufgeführt wird der Freitag in dem Heilsegen: De Fridag un de Flecht streden sick ümt Recht. De Fridag de gewünn, De Flecht de verswünn Staak Krankh. 107b; einen Kranken, dem der Arzt nicht mehr helfen kann, trägt man an drei aufeinanderfolgenden Freitagen bei Nacht zwischen 12 und 1 Uhr dreimal um die Kirche. Bisweilen wird noch ein weiterer Wochentag hinzugenommen, so beginnt die Baumklage gegen die Gicht schon am Donnerstagabend und wird am Freitag zweimal wiederholt, werden Augenübel Dienstag und Freitag morgens und abends behandelt, steht das 'Wurmhaus' am Freitag und Sonnabend für eine erfolgreiche Besprechung der Würmer offen, erfordert die magische Behandlung des Schwindels zwei Freitage und zwei Sonntage in abnehmendem Mond; auch die Gewinnung der Heilmittel (Klettenwurzeln usw.) muß an einem Freitag (vor Sonnenaufgang) geschehen. IV. Wetterregeln: am Dienstag und Freitag ändert sich das Wetter Bartsch 2, 216; das Wetter, das vorher schön war, wird am Freitag schlecht 218; daher heißt es im Volksmund: Fridag hett sin eegen Lun ebda; Arch. Landesk. 14, 548; oder 'n rugen Fridag, ne glatte Woch Firm. 3, 71; weit verbreitet ist die Meinung, daß das Wetter am Freitagabend auf das Wetter am folgenden Sonntag schließen lasse, daher: As de Fridag to Bedd' geiht, So de Sünndag wedder upsteiht StaStargard@UserinUser. — Zs. Stillenfridag. — Mnd. vrîdach. — Dä. 133a; Kü. 1, 507; Me. 2, 229.
6473 Zeichen · 91 Sätze

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    Fridag a. Spr. Frigdag m. Freitag I. ä. Belege: 'des vriedages' ( Wi NKlost 1369) UB. 16, 498; 'des vryghedaghes' ( Gü B…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fridag

5 Bildungen · 4 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von fridag 2 Komponenten

fri+dag

fridag setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

fridag‑ als Erstglied (4 von 4)

Frīdageªten

WWB

fridag·e·aten

Frīdag-eªten n. Gericht ohne Fleisch am Freitag. Drööge Stipp-erpel was ’n Frijdaggs-ääten (WMWB).

frīdāges

WWB

frida·ges

frī-dāges Adv. an jedem Freitag. Eck eäte frīdachs känn Flǟis ( Dor Wl ).

Frīdagweªder

WWB

Frīdag-weªder n. [verstr.] Wetter am Freitag. — Fast nur in der Wetterregel: Freydageswier is Sunndageswier ( Lst Ge || mehrf.).

fridag als Zweitglied (1 von 1)

Buernfridag

MeckWBN

buern·fridag

Wossidia Buernfridag m. der zweite Freitag nach Pfingsten, an dem die Bauern der Umgebung den Rostocker Pingstmark besuchten Ro Rostock@Bent…