BACKEN,
älter auch bachen vb. (1)
herkunft und form. ahd. backan, bahhan,
mhd. backen, bachen,
as. bak(k)an
(?), mnd. backen,
mnl. baken, backen
(st.), nnl. bakken
(st. u. schw.), ae. bacan
(st.), me. bāken
(st. u. schw.), ne. bake
(schw.), an. (ōn-
abl.) baka,
nisl. nschwed. nnorw. baka
(schw.), ndän. bage. –
ahd. bahhan
(mhd. bachen
), ae. bacan,
mnl. baken
führen auf germ. *bak-a- ‘
backen’; auf einer vermutlich sekundären nbf. *bakk-a-
beruhen ahd. backan
(mhd. backen
), mnd. backen
u. mnl. backen
(vgl. Seebold
germ. st. verben (1970)87 f.). die gemination -kk-
läßt sich entweder „auf ein assimiliertes *-kn-
aus älterem *-gnˊ–
mit präsentischem n-
suffix“ zurückführen (Lloyd/S.
et. wb. ahd. 1,420, vgl. Braune/R.
ahd. gramm. 15286) oder als expressive intensivform erklären (vgl. Wissmann
nomina postverbalia 160 ff. u. Seebold
a. a. o. 88). außergerm. verwandt ist gesichert nur gr. φώγω ‘
röste, brate’ (ō-
stufe) zu einem idg. präsensstamm *b
héh3g-,
*b
hh3g-.
zugrundezulegen ist eine gemeinsame idg. wz. *b
heh3g- ‘
braten, rösten’ (vgl. Rix
lex. idg. verben 270), wahrscheinl. mit schwundstufe in germ. *bak-a-
(vgl. Lloyd/S.
a. a. o.). davon zu trennen ist wohl idg. *b
heh1-
(?), das ahd. bâen ‘
wärmen’ (s. bähen
) zugrundeliegt (vgl. Rix
a. a. o. 267; eine andere herleitung aus einer lautmalenden idg. wz. *b
hrәg-,
*b
hr(ә)g- bei Kluge/S.
et. wb. 2481). der lautwert von -ch-
als spirans, affrikata oder explosiv bzw. geminata ist im ahd. u. mhd. oft nicht eindeutig zu bestimmen (vgl. Braune/R.
a. a. o. 135 ff. u. Paul
mhd. gramm. 25156 ff.). spirans ist für das ahd. zuverlässig in einer alem. hs. nachzuweisen (s. 9.jh.
unter 2 a
), explosiva finden sich in frk. hss. (z. b. 11.jh.
coquenda zibakkanne
ahd. gl. 1,713,25 S./S.) u. alem. bei Notker
(s. ⟨v1022⟩
unter 1 a;
vgl. ahd. wb. 1,783). mhd. u. frnhd. bis ins 16. jh. überwiegt insgesamt (u. in analogie zu den st. präterita, s. u. flexion) die form bachen,
bes. im obd. raum, vgl. ⟨1060/5⟩ bachen
wiener genesis 3939 ATB. etwas schwächer ausgeprägt ist ihr gebrauch im md. raum, vgl. ⟨E13./A14.jh.⟩ ich buch Frauenlob
I 12,27 ak., 1551 gebachen Scheit
Grobianus 20 HND. die form backen
ist außer in mnd. spr. mhd. nur im md., selten im ofrk. u. vereinzelt im wobd. bezeugt, vgl. ⟨1331/5⟩ backe
Daniel 2525 DTM. im frnhd. –
bei Luther findet sich stets -ck- –
breitet sich ihr gebrauch zunächst über den wobd. u. ofrk. raum stärker nach süden aus, so daß seit d. 17. jh. schreibungen mit -ck-
insgesamt vorherrschen, vgl. ⟨n1391⟩ gebacken of ghebraden bruder Hans
marienlieder 5085 ATB, 1428 gebacken
akten gesch. verf. Köln 2,262 S., 1448 beckt
weist. 6,62 G., M15.jh. backen
privatbr. d. ma. 2,26 S., u1460 gebackin Cammermeister
chr. 71 R., ⟨1557⟩ bucken
chr. Bamb. 2,368 Ch., 1587 gebacken
volksb. Faust 259 HND. gleichzeitig wird der gebrauch von formen mit -ch- –
manche autoren verwenden auch beide varianten –
zunehmend auf texte des obd., seit d. 19. jh. des bair.-öst. sprachraums eingeschränkt, u. im 20. jh. ist er nur noch mdal. wobd. u. oobd. bezeugt, vgl. 1573 gebachen vn̄ gebrendt Fronsperger
kriegßb. (1566)2,176a, ⟨v1661⟩ allwo sie .. einen guten vorrath .. gebachen Wurffbain
reise 1,82 M., 1669 gebachenen steinen Grimmelshausen
Simplicissimus 10 Sch., 1685 gebachne hueffnägl Abraham a
s. Clara
gack 179, u1725 das brod daß ward gebachen Stranitzky
reyssbeschr 12 WND, 1785 bachen und mahlen Pestalozzi
3,84 B., 1835 hendln bachen Nestroy
9,122 B./R., 1855 in viel schmalz gebachen Leoprechting
Lechrain 10, 1901 mī
n mueter .. wenn si bacht
in: schweiz. id. 4,958, 1904 bache
n Fischer
schwäb. wb. 1,555, 1940 morn bache mr
bad. wb. 1,106a, 2002 brod bochn
bayer.-öst. wb. II 1,839. –
im anlaut zeigen obd. formen bis ins frnhd. u. jünger noch mdal. öst. (sowie bair. u. schweiz. beim part. prät.) auch stimmlosen labial p
(vgl. Reichmann /W.
frnhd. gramm. [1993]84 f., bayer.-öst. wb. I 2,23, bayer.-öst. wb. II 1,842 u. schweiz. id. 4,956). –
bereits älter als das ahd. fast nur in gl. seit d. 9. jh. bezeugte verb ist die substantivische wortbildung ahd. brôtbeckila ‘
brotbäckerin’,
vgl. E8.jh.
panificas pro
otpechilun
ahd. gl. 1,409,60 S./S. (2)
flexion. das verb folgt im ahd. u. mhd. der st. flexion (ablautklasse VI), im mnd. (vgl. Lasch/B.
mnd. hdwb. 1,135) u. seit d. 16. jh. im nhd., ausgehend vom part. prät. (s. u.), der st. u. schw. flexion. st. prät. –bis ins 16. jh. ausnahmslos mit -ch-,
seit mitte d. 18. jhs. nur noch mit -k- –
überwiegt schriftsprl. noch bis ins 20. jh., bes. in gehobenem stil, u. nimmt mit ausnahme des part. prät. erst in d. 2. hälfte d. 20. jhs. gegenüber den seit d. 17. jh. auftretenden schw. formen ab, vgl. ⟨1468⟩ buech
(Augsb.) chr. dt. städte 5,179, ⟨v1624⟩ buch Böhme
theosophia (1730) 17,441 faks., 1656 backde
in: hamb. wb. 1,192, 1691 ich buk, ich büke Stieler
stammbaum 75, 1705 buck
gottsgel. rathschläge 135 Arnold, 1734 ich buch,
(quidam regulariter dicunt, ich buck
) Steinbach
wb. 1,54, ⟨1769/73⟩ buk Hermes
Sophie (1778)5,476, 1784 bakte Schiller
3,471 G., 1804 backten Bonaventura
nachtwachen 111 DLD, ⟨1979⟩ backte Ende
gesch. (2000)136, 1985 buken Teschke
bäume 68.neben dem normalerweise st. part. prät. gebachen, gebacken, älter (u. obd. noch mdal.) auch in der präfixlosen form bachen, backen,
ist seit d. 16. jh. norddt. u. schweiz. (sowie jünger öst. mdal.) die schw. form gebackt, (ge)bacht
belegt, vgl. 1404 bachen fleisch
obrhein. stadtrechte I 90, 1560 gebackt
hofordn. 1,199 K., 1608 ein backnen stein Schweigger
reyssbeschr. 323 faks., 1619 die kiechlin sind frisch gebacht
in: schweiz. id. 4,959, 1753 die mad
(ame) .. hat einen speckkuchen gebackt Hamann
brw. 1,40 Z./H., ⟨1804⟩ backne pflaumen Tieck
(1828)1,105. 1892 si händ .. sëlber ’bachet
in: schweiz. id. 4,957, 1894 ein kirchlein .. aus ziegeln gebackt R. Huch
ged. 243, 1976 zu stark (ge)pachen sein
bayer.-öst. wb. I 2,28, 1976 gɒpaxt
ebd. 25. –
der stammvokal a
des präs. zeigt in der 2. 3. pers. sg. ind. vor ahd. i-
haltigen flexiven primärumlaut e
(vgl. Braune/R.
ahd. gramm. 15286 u. Paul
mhd. gramm. 25256). unumgelautete formen (oder bair. auch solche mit sekundärumlaut a,
vgl. ebd. 37) kommen daneben nahezu ebenso häufig vor; seit d. späten 20. jh. sind sie schriftsprl. außer im schweiz. u. öst. raum in der mehrzahl, vgl. 13.jh. er pechet
in: Lexer
mhd. hdwb. 1,109, 1551 man .. bacht Herr/R.
feldbaw 48b, 1669 man .. mahlt, backt Grimmelshausen
Simplicissimus 137 Sch., u1700 der becker, der becket seine semmeln weiß
bergliederbüchl. 127 LV, ⟨1888⟩ du .. backest Rosegger
ges. w. 12(1925)36, 1985 die Eva bäckt ausgezeichnete buchteln Kunz
Bildberg 16, 2000 bäckt
st. galler tagbl. (23.6.), IdS-arch., 2002 da bachofa baͦcht guat
bayer.-öst. wb. II 1,840. 1
im heißen backofen, in der pfanne gar u. genießbar machen, werden. a
brot, gebäck, kuchen u. dgl. (aus zutaten bzw. teig bereiten u.) durch starke, trockene hitze im backofen u. ä. gar (u. fest bzw. knusprig) machen, backwerk (gewerbsmäßig) herstellen auch absolut, selten mit verschobenem subjekt vom backofen hauptgebrauch: 9.jh.
coxerunt puochan
ahd. gl. 1,321,39 S./S. ⟨v1022⟩ also daz testîsen liget in demo fiûre . sô man darinne prot pacchet Notker
2,65,1 P. ⟨u1147⟩ diu frowe .. / si chochete unde buoch
kaiserchr. 10683 MGH. 1275 daz brot daz von siben seztern weizen gebachen wirt
corp. altdt. originalurk. 1,241b W. E13.jh. diu
(brotbäckerin) wolte des morgens bachen / und ir teig machen Appet
ritter 325 G. ⟨M14.jh.⟩ ich .. habe uf den kolen brot gebacken und vleisch gecocht Cranc
55 Z. 1370 das die brotbecker drie tage zuͦ der wochen bachen mögent
strassb. zunft-verordn. 86 B. 1433 die herren von H. .. sullen geben ainem hirten alle achttag ain brott, alss man daz becht in der burg
weist. 1,404 G. ⟨1439⟩ peken, die zu clain pachent
ref. Siegmunds 267 MGH. ⟨1456⟩ so sachent sü .. in dem walde grosse röuche uffgan .., öfen bachen, küchin riechen Thüring v. Ringoltingen
50 TSM. 1473 do syne broders eyn broet boken in der aschen
in: Schiller/L.
mnd. wb. 1,138a. z.j.1501 doch ward kain laib
(brot) nie unter vierhalb pfunden schwer gepachen Deichsler
in: (Nürnb.) chr. dt. städte 11,635. ⟨v1565⟩ man hat auch pretzlein gebacken Mathesius
ausgew. w. 24,32 L. 1604 sein
(Calvins) täglich brot .. soll von dem aller zartistem meel, zucker vnd süssem wein gepacken gewesen sein J. Mayr
epitome 280b. 1669 unsere kuchen backten wir in heisser aschen auß zerstossenem welschen korn Grimmelshausen
Simplicissimus 32 Sch. 1725 Andree hatte brot zu backen Messerschmidt
Sibirien 4,262 W. 1762 die brodte werden .. jezo so groß nicht mehr gebacken Carsted
atzendorfer chr. 48 S. ⟨1824⟩ einem frühstück .., welches .. aus kaffé, früchten .. und gebackenem besteht Schinkel
nachlaß 1,214 W. 1838 er
(Blasedow) .. würde nicht einmal wissen, wann sonntag wäre, büke sie
(Gertrud) nicht den tag vorher Gutzkow
Blasedow 1,164. ⟨1888⟩ der lockende duft von frisch gebackenem brote Storm
6,303 K. ⟨1934⟩ als wir backten, fragte ich den alten, ob wir Bertls frau .. nicht einen laib brot geben wollten Scharrer
maulwürfe (1945)78. ⟨v1956⟩ bäckt sie
(die frau) noch die kleinen hirsefladen? Brecht
stücke 11(1969)340. 2006 am abend backt Irene P. .. die traditionellen kringel. sie brauchen nur fünf bis sieben minuten im ofen
nat. geographic Dtld. 12,46b. –
selten intrans. ‘in trockener hitze, im backofen garen, fest werden, genießbares backwerk ergeben’ u1480 nym ein ziegelstein, mach inn warm vnd geuß von dem duttern vnd pul
ver 3 kuchlin dar auff vn
d laiß backenn
mal. hausb. XIV B./S. 1782 frisch gemahlen und trocken gewordnes mehl .. backe besser
leipz. intelligenz-bl. 21b. 2000 backofen auf .. starke unterhitze 210 grad .. stellen, damit der mürbteigboden knusprig bäckt
n. kronen ztg. (23.4.)60. —
übertr. in phraseol. verwendungsweisen; redensartl. verlaß dich darauf und backe nicht
iron.-krit. von der falschen erwartung, etwas ohne eigenes zutun erlangen zu können; idiomat. (jmdm.) küchlein backen ‘
jmdn. liebevoll, zärtlich, mit vorzug behandeln’ ,
in neuer spr. kleine(re) brötchen backen ‘
sich einschränken bescheiden, zurückstecken’: ⟨u1250⟩ ein vogel .. sprach: ‘vrowe, vrowe, din acker ist gesewet, din korn ist gesniten, din jungeste brot ist gebacken’
(‘dein schicksal, dein tod ist vorherbestimmt’
), hl. regel 43 DTM. ⟨u1340⟩ du redest als der gebacken hat
(‘selber satt, gebt ihr dem hungernden kluge ratschläge’
), minneburg 4406 DTM. ⟨v1475⟩ du solt fürbaß nit gelauben den worten, so man dir vil verhaisset: wann wort pachen nit küchlein Eyb
dt. schr. 2,143 H. 1494 narr losz von sollcher fantesy .. / das gott on arbeit belonung gytt / verlosz dich druff, vnd bach du nytt Brant
narrenschiff 58a Z. 1519 er
(der dichter) kan villicht jn
(den bösen frauen) kein kuͤchle bachen / vnd muͦß sy ein mal zornig machen Murner
5,13 Sch. 1525 als solt er
(der teufel zu Jesus) sagen: ja verlas dich auff gott und backe nicht. ey, harre, bis dyr eyn gebraten hun yns maul fleugt Luther
w. 17,2,189 W. ⟨1586⟩ ein vergessner prassr / der .. auff die letzt mit blossen hackn / mus mager arme ritter backn
(‘not leiden’) Ringwaldt
warheit (1609)106. ⟨v1605⟩ dann ich hab mich willig ergeben, / vnder deß ordens regel zu leben ... / drumb darff man mir kein küchlein pachen. / macht mirs, wie mans andern thut machen! Ayrer
d. ä.
3,1753 LV. 1605
(redensartl.:) backen vnd brawen gereth nicht al zeit gleich wol Petri
weissheit K 2b. ⟨1685⟩ wo du nach guten tagen verlangest, so halts mit dem herrn .. damit ist dir dein brod gebacken
(‘für dich gesorgt’) so lange du lebest Weise
dr. 174 U. 1741 es ist nichts gebackenes daran ..
es ist nichts vortreffliches Frisch
wb. 1,46c. ⟨1844⟩ daß ihr beide ein solches haus bewohntet, .. und ihr backtet da euer ambrosiabrot
(‘lebt im zustand göttlicher seligkeit’), um es andern mitzuteilen B. v. Arnim
1,365 Oe. ⟨1924⟩ bis der amtsschimmel sich müde hinlegte .. und die bahnverwaltung in aller stille kleine brötchen backte und Bullbergen eine station präsentierte Winckler
Bomberg (1956)92. 2007 auch wenn Zürich kleinere brötchen backen muss, ist die organisation der drei
(fußball) spiele dennoch eine aufwendige sache
n. zürch. ztg. (7.2.)39b. b
mit objektwechsel ‘getreide u. dgl. zutaten zu backwerk verarbeiten, etwas einem backwerk beigeben, zusetzen, in den teig mischen’,
passivisch auch ‘
(versehentlich) in ein backwerk geraten’: ⟨u1250/72⟩ sô becket etelîcher fûlez korn ze brôte Berthold v. Regensburg
1,151 P./S. hs.1348/58 welch beke .. slecht malmel wil bakken
zwickauer rechtsb. 46 U. ⟨u1460⟩ da sy die hosty wol beschautten, da ersachen sy das ain wancz darinn gepachen was Hartlieb
dialogus 264 DTM. ⟨1463⟩ so sal er doen bachen zwey malder rocken korns vnd zwey vertzelen weyssen
weist. 2,285 G. 1548 etlich pflegen solchen kümmel inn brot zubachen Ryff
confectb. 263b. 1561 und ist durch-auß im gantzen landt / korn, weyn, gersten so thewr, / das man becht habern, kleien und sprewr Sachs
11,233 LV. 1620 ich .. kan aber nicht wissen, worvon es
(das pastetchen) möge zugerichtet seyn, oder was dasselbige ist, so drein gebacket
(ist), schausp. engl. komödianten 50 DNL. 1771 wir baken nunmehr kartuffeln meel, da die theurung nicht abnimmt Haller
brw. 13 LV. ⟨1875⟩ und des pfarrers haushälterin buk freudentränen in den verlobungskuchen Rosegger
ges. w. 22(1913)59. 2002 dös maͦi haͦma kloa
n baͦcha
(eine kleine menge mehl verbacken), bayer.-öst. wb. II 1,840. c
speise unter einwirkung starker hitze in der pfanne, im backofen in heißem fett (schwimmend) u. ä. garen, braten, rösten; häufiger auch als substantiviertes part. prät. (ge)backenes;
herzuleiten von a: 12.jh.
frixam (oleo) gepachena
ahd. gl. 1,417,29 S./S. M14.jh. ein guͦt gebackenz
b. v. guͦter spise 29 TSM. M14.jh. legez
(eine teigtasche) in siedenz smaltz vnd backez harte
ebd. 24. ⟨u1460⟩ gepachen ayr Hartlieb
dialogus 193 DTM. u1480 ein gebackens. r
ecipe das weiß von eyern vnd weissen mel vnd mach ein past dar von; reib in lang, schneid clein stucklin .., back sey in butt
ern
mal. hausb. XXVI B./S. 1561 die halb nacht sie schier krapfen buchen Sachs
10,358 LV. 1587 allerley wildbret, bachens vnd dergleichen
volksb. Faust 293 HND. 1628 an gekochtem reis .., an gebackenem reis Lubenau
reisen 1,291 S. 1704 bratenes und bachenes Abraham a
s. Clara
gemisch 455. 1750 es lässet sich .. der aal backen, braten, kochen
Chomel, lex. 1,9. ⟨1832⟩ weil Alexander Mentschikoff sehr schmackhaft / pasteten buk Immermann
15,192 B. 1853 weil er sich die gebratenen und gebackenen hühner bereits übersatt gegessen hat Stöber
Sabina 147. 1954 wir haben uns die letzten kartoffeln aus den leergewordenen äckern geholt und backen sie in der asche Bergengruen
rittmeisterin 24. 1998 gebackene scholle mit petersilienkartoffeln I. Schulze
storys 297. –
selten intrans. ‘
im backofen garen’: 1548 nim ein .. pfann .., laß es
(das marzipan) also gantz sittiglichen vnnd vast gemach bachen, daß es anfahet hart zuwerden Ryff
confectb. 259b. ⟨1682⟩ wer würm .. im leib hat, der schneide einen coloquinten-apffel entzwey, laß den halben theil davon mit einer ochsen-gall in einer pfannen rösten oder backen Hohberg
georgica (1687) 1,397a. 2005 ein olivenölgetränkter frischer rosmarinzweig, mit dem ich den backenden truthahn regelmässig kitzle
n. zürch. ztg. (24.11.)7b. d
mit objektwechsel ‘etwas einer in der pfanne, im backofen zu garenden speise beigeben, in sie mengen’: 1722 einen guten eyerkuchen .., worein gehackter gundermann gebacken ist J. G. Schmidt
rocken-philos. 5/6,363. ⟨v1797⟩
(scherzhaft:) wenn das verschen von ihnen
(anrede) ist, laß ich mich in eine pastete backen Gotter
nachlaß (1802)328. 2
durch hitzeeinwirkung trocknen, dauerhaft machen, herstellen herzuleiten von 1. a
ziegel, töpferware, figuren u. dgl. (aus ton, lehm formen u.) durch hitzeeinwirkung (im feuer, im ofen, in der sonne) trocknen, brennen, hart u. dauerhaft machen; geläufig gebackener stein: 9.jh.
conficiendos za pauuanne za pa
ch
hanne
ahd. gl. 1,274,45 S./S. ⟨1130/50⟩ die mortere noch den stein / der ne lach dar ane nechein; / iz waren gebackene zielen Lamprecht
Tobias (1923)2,123 M. ⟨1421⟩ do buchen sie zigelsteine Rothe
düring. chr. 26 L. ⟨1488⟩ von gepachen zusamen geschmelzten stainen Meisterlin
in: (Nürnb.) chr. dt. städte 3,38. ⟨1541⟩ die statt ist nit von gebachen sunder von natürlichen vnd quader steinen gebauwen Münster
cosmographei (1550)64. 1564 solche gebran̄te oder gebackene stein Fronsperger
bauwordn. 2b. ⟨1647⟩ da das wasser durchgebrochen, die häuser, weil sie nur von erde, leimen und in der sonnen gebackenen steinen auffgesetzet, meist eingeweichet und niedergerissen Olearius
reisebeschr. (1696)244b. ⟨v1661⟩ die gebäu und häuser dieses königreichs .. sind .. insgemein von gebacken oder gehauenen steinen aufgebauet Wurffbain
reise 2,23 M. ⟨v1683⟩ daß anfangs ihre
(der götter) bilder aus thone gebacken .. worden Lohenstein
Arminius (1689)1,1418b. 1782 die vortreffliche statue eines todten Christus von .. Michael Angelo aus gebackner erde Withof
academ. ged. 1,184. ⟨1853⟩ es werden .. krüge gebacken und porcellan gebrannt Riehl
land (1861)302. 1879 in jenem .. erdklotz .. ist jene untermauer aus steinen mit einem großen teil der auf ihr ruhenden mauer aus wenig gebackenen mauersteinen wohl erhalten Schliemann
br. 162 M. 1927 die kannenbäcker, die .. die glasierten kaffeetöpfe buken Paquet
städte 459. 1999 die ersten gewerbe entstanden nach 1872 .. und belieferten die hauptstadt: ziegeleien backten steine, und die brauerei am Weißen See stellte bier .. her
berl. morgenpost (21.4.)14. –
vereinzelt intrans.: ⟨v1644⟩ sie nehmen kley, erde, sand, stroh und pferde-mist, arbeiten das durch einander, formiren steine daraus, lassen sie in der sonnen backen Mandelslo
in: Olearius
reisebeschr (1696)19a. b
früchte, getreide durch wärme-, hitzeeinwirkung (in der sonne, im ofen) dörren, haltbar machen; gelegentl erweitert vom trocknen u. aufbereiten anderer dinge, zuerst in allg. sinn: 10.jh.
torrere backan
ahd. gl. 2,158,15 S./S. 11.jh.
torrete bakket
ebd. 700,55. 13.jh.
passe siccate gebaccen druuen
ebd. 3,91,54. ⟨2.h14.jh.⟩ ouch machstu in der svnnen backin allirleyge frucht
in: MWB 1,400. 1491 vier sester gebachner
(tosti) gersten Oesterreicher
Columella 2,279 LV. 1524 1 thonne gebacken pyrn
d. grosse ämterb. dt. orden 203 Z. 1653 es ist ein altes weib .. geruntzelt wie eine gebackne birn Harsdörffer
trichter (1647)3,124. 1715 obst backen, heisset das geschälte oder ungeschälte obst in backofen schieben, und darinnen dürre werden lassen Amaranthes
frauenzimmer-lex. 1348. 1740 obst backen, .. wenn man .. aepfel, birn, pflaumen .. an der sonne treuget
Zedler, universallex 25,300. 1782 kleine parthien von cocons oder seide, .. wenn .. erstere sortiret und gebacken sind
leipz. intelligenz-bl. 464b. 1840 pflaumen haben wir viele gebacken Droste-H.
br. 1,457 Sch. K. ⟨1901⟩ in der heuernte und wenn wir torf backen, da muss ich mit ’ran Frenssen
Uhl (1902)72. ⟨1924⟩ sie spielten karten. um gebackene pflaumen Winckler
Bomberg (1956)327. 1999 gebackene äpfel
thür. wb. 1,499. c
haar für die perückenherstellung durch hitzeeinwirkung dauerhaft kräuseln: 1715 haarflechterin, heisset dasjenige weibesvolck, so denen peruquen-machern die gebackenen und aufgekreuselten haare reyhen-weise in lange tressen flicht Amaranthes
frauenzimmer-lex 708. 1786 die harte kruste von dem teig .., worin das haar zu den peruquen gebacken wurde Moritz
Reiser 197 DLD. 1808 denn das kochen gibt den menschenhaaren noch nicht eine hinreichende krause, und daher müssen sie noch überdem gebacken werden Krünitz
encycl. 108,56. –
auch: 1976 hǫɒ bǫxŋ
haare brennen, ondulieren, bayer.-öst. wb. I 2,29. d
von techn. verfahren ‘etwas durch starke hitzeeinwirkung herstellen’ 1793 stahl backen
eisen durch cementiren in stahl verwandeln Adelung
wb. 1,683. 1844 als die aus den eschweiler kohlen gebackenen coaks die eigenschaft hatten, leicht schlacken .. anzusetzen Reden
eisenbahnen Dtlds. 2,2,1007. –
speziell intrans. von kohle ‘beim verkoken festen, stückigen, hochwertigen koks bilden’: 1790 kalck kohlen die geringsten die nicht backen .. die besten backen .. reine glanzkohlen im ofen abgeschwefelt zu cooks sind die besten Goethe
II 13,369 W. 1873 die kohle ist von mulmiger und backender beschaffenheit, ausgezeichnet für schmiedefeuer Dechen
mineralien 364. 1952 die kohle ist matt, aschereich und reich an flüchtigen bestandteilen; sie backt nicht Bubnoff
Fennosarmatia 235. 3
bildl. u. übertr. von 1 a,
z. t. auch von 2 a ‘
jmdn., etwas (bereit-, wirklich) machen, (nach eigenen vorstellungen) schaffen’
; part.adj. gebacken ‘
(in bestimmter weise) geartet, beschaffen’ , leise gebacken
von menschen ‘weich, empfindlich, verzärtelt’
; jünger etwas nicht gebacken bekommen ‘
etwas nicht zustande bringen’: ⟨M13.jh.⟩ dû himelischez brôt, .. dû dâ gebacken wurde in der aller reinisten muoter lîbe, der êwigen megede der himelischen küneginne sante Marîen
dt. mystiker 1,376 P. ⟨2.h13.jh.⟩ daz wort sont ir also enphahen daz ez wone in úwrem hertzen: .. daz dir der prediger in geschnide und gemale, daz solt du bachen
st. georgener prediger 240 DTM. ⟨u1370⟩ o herre Ihesus, du vil heiliges brot ... io pistu gepachen in dem ofen des heiligen crewczes Johann v. Neumarkt
4,134 K. 1530 das die sonnen unserer weisheit ferment ist und heffel, und nach dem sie uns bereit, demnach werden wir gebachen Paracelsus
I 8,227. 1541 sie sind so leiß gebacken, so bald sie got mit der ruͦt anruͤrt, so werden sie noch aͤrger lestern vnnd werden vngedultig Franck
sprichw. 2,140b. 1636 die pacta habt ihr selber gebacken und meinen schwiegervatern mit eingemischet Hoppe
schwed.-poln. krieg 64 T. ⟨u1640⟩ an den frisch gebackenen reimem
(!) Moscherosch
gesichte (1646) 1,276. 1729 was werden vor licentiaten / und vor magister lobesan / des jahrs gebacken und gebrathen Henrici
ged. (1727) 2,515. 1855 dann mag sie
(Marie) sich irgend einen titelmann oder edelmann backen lassen Cornelius
lit. w. 1,206 C. 1890 daß uns alle, wie wir gebacken sind, mal .. dieselben vier wände umspannen Holz
br. 90 H./W. 1939 einem rechten kerl muß man anmerken, daß auch er einmal von erde gebacken ist Jahn
Gleichen 79. 1983 damit sie
(die studenten) fertig gebacken sind, sobald die museumsplätze vakant werden Gaus
Dtld. 208. 1997 der ehemals legendäre fußballclub bekommt derzeit nichts so recht gebacken und hat den aufstieg in die bezirksoberliga verpatzt
frankf. rundschau (8.7.)3. 4
etwas in, an etwas kleben, fest anhängen, mit etwas vermengen zusammenballen; auch ‘
durch frost starr machen’; metonym übertr. von 1 a
u. b;
in älterer spr. st., in neuerer meist schw. flektiert; überwiegend im zustandspassiv, selten aktivisch: 1441 si
(die bettler) kunnend in grossi bain machen / das in das hæs in die schinbain ist bachen
teufels netz 6392 LV. 1497 ob die artzeny oder dz bant hert daruf
(auf die blutende wunde) gebachen wer, das du ein stūd .. etwz vō füchtē dingen dar vf legest dz du lichtiglichen din bād magst wider ab getuͦn Brunschwig
cirurgia 47a faks. ⟨1537⟩ wie denn unsere fuͤrsten und herrn jtzt dem bapst gar in den arss gebacken sind
(nachschr.) Luther
w. 46,608 W. 1631 auß grausamer geißlung gantz schmertzlich versehret, / .. war sein fleisch stark daran
(an die kleider) gebackt
kath. kirchenlieder 1,327 K. ⟨v1635⟩ dan weil die tropffen seind im fall / vom frost ertappet werden; / der backt, vnd härtets wie crystall Spee
trutznachtigall 161 HND. 1719 eine von staub und sand, koth, und lehm oder thon, feuchte coagulirte massa oder gebackener klebichter klumpen Fleming
jäger 1,1b. 1815 so war ich übern Daubensee gerannt, / der, wie mein starrend blut, zu eis gebacken Werner
februar 57. 1867/8 drum zerfeilt’ ich den vorstahl
(des schwertes) zu feinem staube, / buck ihn mit kleien in kleine klößchen Jordan
Nibelunge 1,188. 1924 das / „neue heil“ / .. wird / in zickzackflammenden / riesenlettern, / .. an alle straßenecken / gepappt, / gebackt und geklackt Holz
blechschmiede 2,828. 1969 dachziegel .., weil der kalk sie an die nachbarziegel gebacken hatte Strittmatter
dienstag 67. 1985 tapeten an de wand b(acken)
hamb. wb. 1,193. —
intrans. ‘
anhaften, kleben, verklumpen, sich zusammenballen’,
auch ‘gefrieren (u. dadurch fest werden)’
; selten refl.; mdal. auch mit objektwechsel; jünger umgangssprl. idiomat. backen bleiben ‘
nicht in die nächste schulklasse versetzt werden, sitzenbleiben’: n1486 so lies menger
(segler) mit alen segeln loffen und rurte ertrich oder stain, so bächt das schiff im tünnen wasser
pilgerreisen 152 R./M. 1532 schnee, reiff und eiss .. es pflegt nach der sonnen deste herter zu backen Luther
w. 31,1,450 W. ⟨1566⟩ leg die
(pechringe) nicht auff einander, sie backen vnd kleben sonst auff einander Fronsperger
kriegßb. 1(1571)183a. 1611 wenn aber haar vmbher sein, vnd drein
(in den hautausschlag des pferdes) backen Colerus
oecon. 4,159. 1734 es bäckt drausen J. A. Weber
wb. 2,99a. 1831 formsand, welcher .. backender, also thonhaltiger sein muß
in: Sanders
wb. (1860) 1,65c. 1867/8 der
(staub der insel, die vom meer abgetragen wird) backt sich am boden zu bergen wieder Jordan
Nibelunge 1,343. ⟨1901⟩ da bäckt dir der arsch an a schemel fest G. Hauptmann
ausgew. dr. 2,96 M. 1927 he is b(acken) blęben
ist nicht versetzt worden Mensing
schlesw.-holst. wb. 1,208. 1931 rotbraune erde blieb am stiefel backen A. Zweig
frau 354. 1963 der schnee backt sehr gut Lenz
stadtgespräch 301. 1999 die schüh backen ganz vull lehma
thür. wb. 1,500. 2005 ich bin auch in der sechsten klasse backen geblieben, obwohl ich nur eine 5 in mathe hatte
hamb. morgenpost (24.5.), IdS-arch. Schrader