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Backen

mhd. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
36 in 25 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Backen

Bd. 1, Sp. 683
Backen. Ich backe, du bäckst, er bäckt, wir backen, u. s. f. Imperf. ich būk, Conj. bǖke, Partic. gebacken; ein unrichtiges Verbum, welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, in welcher Gattung es im Hochdeutschen nur von solchen Dingen gebraucht wird, welche am oder im Feuer bis zu einem gewissen Grade austrocknen. Besonders von dem Brote. Das Brot bäckt schon. Noch mehr aber, II. Als ein Activum. 1) Vermittelst des Feuers bis zu einem gewissen Grade hart und dürre machen, ohne Brühe kochen. Obst backen, am oder im Ofen dörren. Eyer, Kuchen, Brot backen. Gebackene, gebrannte, Steine, S. Backstein. 2) In engerer Bedeutung, Brot backen, mit Einschließung aller dazu nöthigen Hülfsarbeiten. Wir haben noch nicht gebacken. Der Bäcker bäckt heute nicht. Auf die Hefen backen, bey den Bäckern, mit Hefen backen. Auf den Zeug backen, ohne Hefen backen. 3) In einen Teig einhüllen, und backen. So werden in den Küchen die Fische, Frösche, Hühner u. s. f. in Pfannen, bey den Perrückenmachern die Haare im Ofen gebacken u. s. f. 4) In weiterer Bedeutung bäckt man die Seidenhäuschen oder die Cocons, wenn man sie in einen heißen Ofen schiebt, um den Wurm zu tödten. Stahl backen, Eisen durch Cementiren in Stahl verwandeln. Anm. die Oberdeutsche Mundart spricht dieses Wort mit ihrem Lieblingslaute bachen, im Imperf. ich buch, aus. Das Niedersächsische backen gehet regulär, ich backte u. s. f. Selbst in einigen Oberdeutschen Gegenden sagt man im Partic. gebachet. Man könnte diese Verschiedenheit sehr nützlich zur Unterscheidung des Neutrius von dem Activo anwenden. Bey dem Notker lautet dieses Wort bacchen, bey den Dänen bage, bey den Schweden baka, bey den Angelsachsen bacian, bey den Engländern to bake, bey den Pohlen pieçe. Frisch glaubt, daß mit diesem Zeitworte auf den Bak oder Trog gesehen werde, worin der[] Teig zubereitet wird. Allein man findet dieses Wort schon, ehe man vermuthlich noch an einen Trog gedacht hat. Folgende Ableitungen sind daher so wohl natürlicher, als auch fruchtbarer. 1. Das Hebräische Bag bedeutet eine jede Speise, und das Griech. θαγω essen. Herodotus versichert, daß schon bey den Phrygiern, denen die Erfindung des Getreides, Ackerbaues und Brotbackens zugeschrieben wird, das Brot Bek geheißen. Bäk konnte also überhaupt eine jede Speise, backen aber solche zubereiten bedeuten. 2. Die Griechen hatten ein Verbum, welches βω hieß, und erwärmen bedeutete; mit diesem kommt unser noch übliches bähen genau überein, welches von bachen und backen nur dem stärkern Hauchlaute nach verschieden ist, oder vielmehr, bachen oder backen ist das Iterativum von bähen. Nach dieser Ableitung würde der Begriff des Röstens oder Dörrens der herrschende seyn, welcher zugleich der ältesten Beschaffenheit des Brotes genau entspricht. 3. Das Nieders. backen druckt außer der Bedeutung, die es mit dem Hochdeutschen backen gemein hat, auch den Begriff des Klebens und Kleibens oder Kleisterns aus, es mag nun solches durch Austrocknung, oder vermittelst eines Klebers geschehen. Das Haar ist mit Blut zusammen gebacken, sagt sogar Opitz. Auch dieser Begriff, wenn man ihn als den herrschenden ansiehet, lässet sich auf das Backen des Brotes u. s. f. anwenden, indem solche gebackene Körper wirklich mehrere Festigkeit und Haltung bekommen. Indessen läßt sich auch dieser Begriff sehr bequem auf den Begriff des Bähens oder Erwärmens zurück führen. Die im gemeinen Leben übliche Redensart, es wird diese Nacht backen, d. i. heftig frieren, ist wohl ursprünglich Niedersächsisch, und soll eigentlich so viel sagen, daß alle Körper zusammen frieren werden. Das Verbale Backung ist nicht üblich.
3674 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    backenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    backen stv. s. bachen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    backenst. V., sw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    backen , st. V., sw. V. nhd. backen, braten, brennen Vw.: s. dörch-, ēn-, hals-, hūs-, kōken-, sunne-, tēgel-, tō-, tōhō…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Backen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Backen . Ich backe, du bäckst, er bäckt, wir backen, u. s. f. Imperf. ich būk, Conj. bǖke, Partic. gebacken; ein unricht…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Backen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Backen -kk- in Werth 1 , -k- B4,130,28 ; nach dem (selteneren) sg Gebrauch offenbar nur mask; iUz ‘Wange’ erhebl geringe…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Backen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Backen , s. Brot .

  6. modern
    Dialekt
    Backen

    Bayerisches Wörterbuch · +12 Parallelbelege

    Backen Band 1, Spalte 1,1414

  7. Spezial
    backenv

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    backen , v сушить/высушить , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit backen

257 Bildungen · 142 Erstglied · 109 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von backen 2 Komponenten

bac+ken

backen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

backen‑ als Erstglied (30 von 142)

Backenbart

SHW

Backen-bart Band 1, Spalte 531-532

Backenbord

SHW

Backen-bord Band 1, Spalte 531-532

Backenring

SHW

Backen-ring Band 1, Spalte 531-532

Backenzahn

SHW

Backen-zahn Band 1, Spalte 533-534

Backenbaltes

RhWB

Backen-baltes o. O. m.: Mensch mit dicken B.

Backenband

PfWB

backen·band

Backen-band n. : ' Eisenband, das zur Befestigung der Deichsel um die Vorderbacken gelegt ist ' (s. Abb. 9 bei Backen ), Backeband [GH-Zeisk…

backenbein

DWB

backen·bein

backenbein , n. os zygomaticum, os malae, der rundliche knochen in den backen. s. apfelbein : so drück ich dir aufs backenbein hübsch frisch…

Backenbirne

PfWB

backen·birne

Backen-birne f. , Backen-birnen Pl. : 1. kleine Birnensorte, die sich zum Backen eignet (s. 2), Backebeere [ KU-Trahw PS-Erfw ]. — 2. 'gedör…

Backenbirnen

RhWB

backen·birnen

Backen-birnen bakəbīrə(n) Rhfrk, Wittl , Koch , May , Westerw; -əpErə Duisb , Ess , Mörs Pl.: gedörrte Birnen. RA.: Sei B. sesammesuche sein…

backenbisz

DWB

backenbisz , m. admorsa gena, bisz in den backen.

backen als Zweitglied (30 von 109)

dörchbacken?

KöblerMnd

*dörchbacken? , st. V. nhd. durchbacken (V.), fertig backen Hw.: s. dörchbacken (2) E.: s. dörch (2), backen

gebacken

KöblerMnd

*ge·backen

*gebacken , (Part. Prät.=)Adj. nhd. gebacken Vw.: s. nīe- Hw.: vgl. mhd. gebachen (2) E.: s. backen (1) W.: s. nhd. gebacken, (Part. Prät.=)…

kōkenbacken?

KöblerMnd

*kōkenbacken? , sw. V. nhd. Kuchen backen Hw.: s. kōkenbacken (2) E.: s. kōke, backen

nīebacken?

KöblerMnd

*nīebacken? , sw. V. nhd. neu backen, frisch backen Hw.: s. nīebacken (2), nīegebacken E.: s. nīe (1), backen (1)

sunnebacken?

KöblerMnd

*sunnebacken? , st. V., sw. V. nhd. an der Sonne dörren Hw.: s. sunnebacken (2) E.: s. sunne, backen (1)

tēgelbacken

KöblerMnd

*tēgelbacken , sw. V. nhd. aus Ton (M.) (1) einen flach gewölbten Hohlziegel brennen, Dachziegel brennen Hw.: s. tēgelbackenstēn E.: s. tēge…

abbacken

DWB

abbacken , male pinsi, coqui, nnl. afbakken, von dem brot, dessen rinde und krume sich sondern: ausgewachsenes getraide macht das brot abbac…

altbacken

DWB

alt·backen

altbacken , dudum coctus, gegensatz des neubacken, recens coctus. nnl. oudbakken: oudbakken vrijer.

anbacken

DWB

anbacken , coquendo adhaerescere, ankleben: das brot ist angebacken, der kuchen ans papier angebacken, das haar bei der kopfwunde, zusammeng…

anebacken

KöblerMnd

ane·backen

anebacken , st. V. nhd. „anbacken“, mit Backen (N.) beginnen E.: s. ane (2), backen L.: MndHwb 1, 75 (anbacken)

Arschbacken

Wander

arsch·backen

Arschbacken Es sind die vierzehn Arschbacken. – Sartorius, 156. In den beiden ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts lebte in Würzburg eine …

aufbacken

DWB

auf·backen

aufbacken , verbacken, aufbrauchen, nnl. opbakken: alles mehl aufbacken. dann wieder backen, recoquere, altes gebäck aufbacken; auch wol fes…

ausbacken

DWB

aus·backen

ausbacken , percoquere: das brot bäckt nicht aus, ist nicht ausgebacken; neu ausbacken, recens pistus; was ein magister für ein thier ist, z…

Blattelbacken

Wander

Blattelbacken Sî blattlbach'n. D.i. backen Blattelen (eine Mehlspeise in Tirol). Von weiblichen Personen, die auf Bällen sitzen bleiben, nic…

buttergebacken

DWB

butter·gebacken

buttergebacken , n. scriblita: eine menge kleines butter- und schmalzgebackenes. Felsenb. 4, 39. nnl. botergebak.

dörchbacken

MNWB

doerch·backen

dörchbacken , part. prt. adj. , durchgebacken; °übertragen: fertig, fest; (in Schimpfreden) durch und durch schlecht.

dorchbacken

KöblerMnd

dorchbacken , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. dörchbacken (2)

durchbacken

DWB

durch·backen

durchbacken , niederl. doorbacken. 1 1. untrennbar. ein mit spreu durchbackenes gerstenbrot, mit spreu vermischtes Becker Weltgeschichte 11,…

dörchbacken

KöblerMnd

dörchbacken , (Part. Prät.=)Adj. nhd. durchbacken (Adj.), durchgebacken, fertig, fest, durch und durch schlecht E.: s. dörchbacken (1), dörc…

einbacken

DWB

ein·backen

einbacken 1 1) incoquere, schwed. inbaka, dän. indbage: dem kuchen war ein ring eingebacken; der könig liesz in das brot geld einbacken; ein…

Ableitungen von backen (6 von 6)

bebacken

MeckWB

bebacken auf dem Herde backen: Olljohrsabend muß man den Feuerherd bebacken Wa; Sta Wold.

(ge)backen

MNWB

~(ge)backen, ppt. , frisch gebacken, n. brôt (Stockholm Arzneib. 102); (bildl.:) de nîetbacken medicus der „neugebackene” Arzt, dazu Sprw. ê…

Gebackene

Campe

Х Das Gebackene , des — n , d. Mz . ungew. überhaupt Backwerk, besonders Backwerk von Butterteige, wie bei Kindtaufen und andern Gelegenheit…

missbacken

RhWB

miss-backen MGladb schw.: in der RA.: Der beste Bäcker messbäckt jeder hat einmal ein Unglück.

verbacken

DWB

verbacken , verb. , niederdeutsch gefärbte form neben oberd. verbachen, wie backen neben bachen ( s. theil 1, 1065), mhd. verbachen das häuf…

Zerbacken

Campe

Zerbacken , v. trs . durch zu vieles Backen zerfallen machen, zerstören. Die Backsteine sind in der übermäßigen und anhaltenden Glut zerback…