Ehrfurcht von mehr als 230 Belegen üb die Hälfte in den Werken; bes prägnant iZshg mit der Ausbildung einer Stufenfolge in den ‘Wanderjahren’, hier auch Pl als Gefühl, Gesinnung, Haltung; auch in Vbdgn wie ‘E. fühlen, empfinden, haben, kriegen, tragen, hegen’, ‘E. bezeigen, beweisen, außer Augen setzen’, ‘E. erwecken, einflößen, gebieten, abnötigen, verdienen, sich erwerben’; meist ‘E. vor, für, gegen jdn, etw’ 1
(geziemende) Hochachtung, Ehrerbietung a
gegenüber Eltern, älteren Verwandten u Bekannten; auch ‘kindliche E.’ Zum Zeichen der Hochachtung und E. setzt dieses seiner geliebtesten Mutter J. W. Goethe. Ffurt
d. 30 Sept. 1765 GWB5
2,119 Nachschr zu 4,180 Das ist mein Leib [
Wirt zu Sophie:] Du Kröte! .. Ist das die schuldige Liebe, | Die E. gegen mich? DjG
31,397 Mitsch
2 652 = DjG
31,331 Mitsch
1 300 [
für: respect] GWB9,318 Mahomet 950f GWB26,368,3 DuW Plp GWB24,341,7 Wj II 5 Mann v50Jahren GWB37,1 Neujahrswunsch 1757 Vs 14
uö b
gegenüber Repräsentanten u Institutionen der Macht, auch gegenüber Standespersonen, Vorgesetzten, Gerichtsinstanzen, Lehrautoritäten sowie vor zahl- u kräftemäßig Überlegenen (mit dem Nebensinn der Furcht) [
Vansen:] In einem [
Buch] stand unsere ganze Verfassung .. wie unsre Vorfahren alle E. für ihren Fürsten gehabt, wenn er sie regiert wie er sollte GWB8,205,14 Egm II anders wird sich dieselbe Gesellschaft betragen, wenn ein Vornehmerer unter sie tritt, dem sie E. zu bezeigen Ursache haben GWB45,174,27 RamNeffeAnm Zutraulichkeit an der Stelle der E. ist immer lächerlich GWB20,261,8 Wv II 5 OttiliensTgb [
Wilh:] Sollte uns ein Trupp hergelaufnes Gesindel anfallen, so sind unserer .. genug, um ihnen E. einzuflößen und ihnen einen Widerstand zu thun GWB52,185,7 ThS V 14 [
für: respect] GWB45,132,24 RamNeffe [
für: riverenza] GWB44,154,2 Cell IV 2 GWB39,126,8 Götz
1 IV GWB17,152,24 GrCoph II 4 GWB18,107,1 Unterhaltungen GWBB31,236,16 Welden [17.?7.19] K
uö überwiegend in formelhaften Wdgn wie ‘in, mit (aller, voller, wahrster, schuldigster, gebührender, lebenslanger, -länglicher, unausgesetzter, unablässiger, unbegrenzter) E. (allstets, zeitlebens, lebenswierig be-, verharren, sich unterzeichnen)’; meist in RAnw u amtl Br u Schr, bes in der Schlußkuriale (Courtoisie) Worüber in tieffster E. ersterbe DjG
33,398,11 RAnw [3.9.73] Der ich mich mit der vollkommensten E. unterzeichne GWBB50,14,5 CarlAug 1.6.81 GWBB42,391,4 CarlAug 15.7.27 K
uö ―
im Hinblick auf entspr Räumlichkeiten, Verhältnisse, Satzungen, Machtfaktoren u -zeichen uä Das mit Purpurtapeten und .. Goldleisten verzierte Wahlzimmer flößte uns E. ein GWB26,27,1 DuW 1 die höhere Maxime der Pädagogik, daß man Kinder sowie Un- und Halbgebildete nicht in der E. gegen höhere Zustände stören solle GWBTgb 24.4.31 [
Mittler üb das 6. Gebot:] Du sollst E. haben vor der ehelichen Verbindung GWB20,404,16 Wv II 18 Das baare Geld nöthigte ihr eine gewisse E. ab GWB18,302,6 GutWeiber GWB26,118,17 DuW 2 GWB17,107,21 Vögel
uö ―
auch vom (vermenschlichten) Tier gegenüber dem Menschen bzw seinesgleichen der Mensch weiß ihn [
den Löwen] zu zähmen und das grausamste der Geschöpfe hat E. vor dem Ebenbild Gottes GWB18,342,1 Nov GWB25
1,162,24 Wj III 6 Die neueMelusine GWBReinF VI 403 [
Reinke de Vos: Werdicheyt; Gottsched: Ehre] c
von seiten des Mannes gegenüber dem weibl Geschlecht mit E. [ehrerbietig GWB24,73,25
; respectueusement] erwiderte er [
Herr vRevanne] den Gruß GWB25
2,30 Wj I 5 PilgTörin Var 2
achtungsvolle Neigung, liebende, anbetende Ergebenheit gegenüber der Geliebten [
Alcest üb Sophie:] Wie mir die Liebe sie vollkommen herrlich zeigte, | Das Bild, dem sich mein Herz in tiefer E. neigte GWB9,75 Mitsch
3 508 das arme Mädchen [
Mariane] .. hatte gefühlt, welche elende Creatur ein Weib ist, das mit dem Verlangen nicht zugleich Liebe und E. einflößt GWB21,45,22 Lj I 9 = 51,68,18 ThS I 18 DjG
31,295 Der wahreGenuß [1769] Vs 65 GWB51,64,4 ThS I 17
uö 3
bewundernde Verehrung, Wertschätzung, gelegentl (in Berührung mit 4) bis zur Andacht gesteigert: gegenüber dem reinen, sittlich hochstehenden, auch gegenüber dem schicksalsgeprüften sowie dem zutiefst menschlichen Menschen u dessen Eigenschaften (einmal in literar Spiegelung); auch ausgehend von den Göttern (in iron Perspektive) Die Tugend fordert E. [
se fait respecter], und E. [
respect] ist unbequem GWB45,64,16f RamNeffe [
Stella zu Madame Sommer:] Ich fühle im ersten Anblick Vertrauen und E. gegen Sie GWB11,145,21 Stella II erzählte er [
ein Buchbinder] mir seine Geschichte und sprach über sein Leben. Jedes Wort .. so schweer wie Gold und ich verweise dich auf ein Dutzend Lavaterische Pleonasmen um dir die E. auszudrücken die ich für den Menschen empfand GWBB7,121,16 ChStein 11.11.85 Ihren [
Lottes] Nahmen von tausend heiligen Lippen mit E. ausgesprochen zu wissen .. Eine .. schrieb .. heißt mich nicht mehr Lotte! .. bis ich des Nahmens werther werde GWBB2,208,10 Kestner 21.11.74 [
Prinz üb das Orakel:] Seine Worte sind zweideutig .. ihnen fehlt der Stempel der E., den meine Fragen und mein Zustand selbst den Göttern einflößen sollten GWB17,64,20 TriumphEmpfindsamk VI GWB20,217,20 Wv II 3
uö gegenüber bedeutenden Künstlern, Wissenschaftlern, Förderern der Kultur ua sowie vor deren Persönlichkeit, Fähigkeit, Talent, auch gegenüber künstlerischen u wiss Werken, Richtungen, Leistungen, Forderungen, Äußerungen [
Admet zu Wieland üb Euripides:] der Mann .. dessen Stücke eine Würkung auf sein Jahrhundert hatten .. Das verdiente einige ahndungsvolle E. Der .. euer ganzes aberweises Jahrhundert von Litteratoren nicht fähig ist GWB38,21,8 GöttHeld Wieland ie mehr man sich damit abgiebt .. desto grössere E. kriegt man für diesem Künstler [
Dürer] GWBB4,211,17 Lavater 1.5.80 [
Breme üb die Heilung des Sohns der Gräfin:] wird sie, wenn die Cur vollbracht ist, destomehr E. für meine Kunst empfinden GWB18,11,15 Aufgeregten I 4 jene große Künstler .. deren Werke in Ewigkeit den wetteifernden Künstler zur E. hinreißen .. werden GWB37,317,3 Falconet das .. achtzehnte Jahrhundert .. das selbstkluge .. Wo findet sich E. für hohe unerreichbare Forderungen? GWBN3,240,10 FlH IV GWBN13,42,28 Morph Plp GWB23,33,12 Lj VII 4 GWBB9,7,9u11 Heyne 24.7.88 GWBN4,16,12 FlH VI GWBN2,16,23 FlP 28
uö 4
Gefühl des Angerührtseins, des inneren Erschauerns angesichts des Numinossen, des Geheimnisvollen, Unerklärlichen, des Höheren u Tieferen a
Gottesfurcht, fromme Scheu Sie haben E. vor Gott. Das ist eben das Unglück, da muß Sie seine Allgegenwart so sehr scheniren, als wenn der Churfürst immer um sie wäre. Ja wenn Sie nur ein ächtes Gefühl von der Allgegenwärtigen Liebe hätten GWBB1,279 Trapp [Jul? 70] K [Korr DjG
32,9,2] daß der Mensch auf sich zurückgewiesen wird, und es scheint, es habe sogar die Gottheit sich so zu dem Menschen gestellt, daß sie dessen E., Zutrauen und Liebe nicht immer .. erwidern kann GWB28,310,28 DuW 15 GWB51,142,9 ThS II 4
uö auch gegenüber Menschen, die mit der Gottheit in näherer Beziehung stehen [
Arkas zu Iph:] Kam Thoas dir, als einer Gottgegebnen, | Mit E. und mit Neigung zu begegnen GWBIph
2 100 [ nahm Thoas dich als ein Geschenk der Göttin mit E. und mit seltner Freundschaft auf GWB39,327,1 Iph
1 I 2] GWB32,219,10 ItR
uö ―
gegenüber sakralen Gegenständen, Räumen Man .. hinterließ ihnen [
den Papimanen] einige Rosenkränze, Scapuliere .. die von ihnen .. mit großer E. und Dankbarkeit angenommen wurden GWB18,381,24 ReiseMegapr GWB53,98 Racine,Athalie 24 GWB49
2,46,13 Externsteine
uö b
Gefühl dunkler (auch sehnsüchtig-begieriger) Scheu gegenüber dem ‘Ahnungsvollen’, Geheimnisumwitterten des Grafen Stadion .. welcher .. nicht geeignet war, den Welt- und Kaltsinn des Knaben [
La Roche] durch E. vor irgend einem Ahnungsvollen in’s Gleichgewicht zu setzen GWB28,180,10 DuW 13 Zigeuner, die .. durch Kenntnisse der Zukunft Zutrauen und zugleich die allerbänglichste E. erweckten GWB36,259,21 BiogrEinzh Pyrmont 1801 hat ein großer Theil Menschen vor der Physiognomik als einer geheimnißvollen Wissenschaft eine tiefe E. GWB37,332,11 PhysiognFragm Je größer die E. war, die ich für die verschlossenen Thüren in meinem Herzen herumtrug GWB21,21,12 Lj I 5 ~ 51,15,11 ThS I 5 GWBB5,215,17 Lavater 14.11.81 GWB23,210,23 Lj VIII 5 GWBFaust II 6415
uö metonym für: mit Ehrfurcht Betrachtetes, Ehrfurchterweckendes, mBez auf freimaurerische Symbole (als Symbole des menschl Lebens) Und schwer und ferne [
Korr GWB53,531] | Hängt eine Hülle | Mit Ehrfurcht. Stille | Ruhn oben die Sterne | Und unten die Gräber. | Betracht’ sie genauer | .. so melden | Im Busen der Helden | Sich wandelnde Schauer | Und ernste Gefühle GWB3,61 Symbolum 13 c
Gefühl der Hochachtung, Verehrung, Ergriffenheit angesichts der Macht u Größe von Schicksal, Universum, Natur in ihren Erscheinungen u Gesetzen (auch in Berührung mit 4 a) [
der unbekannte ‘Geistliche’ zu Wilh:] Das Schicksal, für dessen Weisheit ich alle E. trage, mag an dem Zufall .. ein sehr ungelenkes Organ haben GWB21,192,13 Lj II 9 ihre [
der Parsen] Religion ist .. auf die Würde der sämmtlichen Elemente gegründet, in sofern sie das Dasein und die Macht Gottes verkündigen .. heilige Scheu das Wasser .. zu besudeln. Eine solche E. vor allem was den Menschen Natürliches umgibt leitet auf alle bürgerliche Tugenden GWB7,21,4 DivNot ob er [
Bacon] sich schon mit großer E. den erhabenen Gegenständen des Universums nähert GWBN3,152,9 FlH III [
anknüpfend an meteorol Bemerkungen] Und so fortan in E. der allwaltenden Mächte GWBB44,292,10 Zelter 26.8.28 GWB45,261,26 Diderot,Malerei GWBB37,269,24 Martius 3.12.23 K
uö auch gegenüber einer Person, die mit dem Weltall in Harmonie zu leben scheint, im Makarie-Mythos GWB25
2,286,25 Wj Plp [
Zit s v ehrfurchtsvoll 3 b] d
ergebene Verehrung u Anerkennung best kosmischer, sozialer u individueller Ordnungen, Bezüge, Gegenbenheiten, Bedingungen; als zentraler Begriff in einer (wechselnden) Stufenfolge der ‘Religionen’ u zugl als Symbol einer neuen (an versch antike, christl, philos u freimaurerische Vorstellungen u Überlieferungen anknüpfenden), auf Erfahrung des Unendlichen im Endlichen beruhenden Menschheitsreligion der ‘Weltfrömmigkeit’; nur in Wj1) [
Die Dreie in der Pädagogischen Provinz zu Wilh:] eins bringt niemand mit auf die Welt, und doch ist es das, worauf alles ankommt, damit der Mensch nach allen Seiten zu ein Mensch sei .. Ehrfurcht! .. Dreierlei Gebärde habt ihr gesehen, und wir überliefern eine dreifache E., die, wenn sie zusammenfließt und ein Ganzes bildet, erst ihre höchste Kraft und Wirkung erreicht. Das erste ist E. vor dem was über uns ist .. Zeugniß .. daß ein Gott da droben sei, der sich in Eltern, Lehrern, Vorgesetzten abbildet und offenbart. Das zweite, E. vor dem was unter uns ist .. wenn wir überzeugt sind, daß die Lehre dieses Grads genugsam .. gewirkt habe .. heißen wir ihn [
den Zögling] .. gegen Kameraden gewendet nach ihnen sich richten .. in Verbindung mit seines Gleichen macht er Fronte gegen die Welt GWB24,240,9u12u15u21 Wj II 1 [
Wilh:] Hat man nicht .. die Furcht roher Völker vor mächtigen Naturerscheinungen, und .. ahnungsvollen Ereignissen für den Keim gehalten, woraus ein höheres Gefühl, eine reinere Gesinnung sich stufenweise entwickeln sollte? .. [
Die Drei:] Der [
menschl] Natur ist Furcht wohl gemäß, E. aber nicht .. E. zu hegen ist schwer, aber bequem. Ungern entschließt sich der Mensch zur E. .. es ist ein höherer Sinn, der seiner Natur gegeben werden muß, und der sich nur bei besonders Begünstigten aus sich selbst entwickelt GWB24,241,26 u 242,9u11 ebd Die Religion, welche auf E. vor dem was über uns ist, beruht, nennen wir die ethnische .. die erste glückliche Ablösung von einer niedern Furcht .. Die zweite Religion, die sich auf jene E. gründet, die wir vor dem haben was uns gleich ist, nennen wir die philosophische .. von der dritten Religion .. gegründet auf die E. vor dem was unter uns ist; wir nennen sie die christliche, weil sich in ihr eine solche Sinnesart am meisten offenbart .. Niedrigkeit und Armuth .. Leiden und Tod als göttlich anzuerkennen, ja Sünde .. und Verbrechen .. als Fördernisse des Heiligen zu verehren .. aus diesen drei E-en entspringt die oberste E., die E. vor sich selbst, und jene entwickeln sich abermals aus dieser, so daß der Mensch zum Höchsten gelangt, was er zu erreichen fähig ist GWB24,243,2u8u19 u 244,13f ebd GWB24,254,22 ebd II 2 GWB24,256,27 ebd GWB25
1,190,9f ebd III 9 GWB25
1,244,17 ebd III 13
uö 5
in umfassendem Sinne (als menschl ‘Erbtugend’) od ohne näheren Bezug [
nach Bemerkung üb die Erbsünde] fordern andere Manifestationen derselben [
menschl Natur]: ihr .. eine Erbtugend, eine angeborne Güte, Rechtlichkeit und besonders eine Neigung zur E. zuzugestehen. Diesen Quellpunct, wenn er .. zur Thätigkeit .. gelangt, nennen wir Pietät .. Mächtig zeigt sie sich von Eltern zu Kindern, schwächer von Kindern zu Eltern .. erweis’t sich wirksam gegen Fürsten, Wohlthäter, Lehrer, Gönner, Freunde, Schützlinge .. Grund und Boden, Land und Stadt .. wendet .. ihr Letztes, Bestes dem Himmel zu; sie allein hält der Egoisterei das Gegengewicht, sie würde .. die Erde von allen .. Übeln heilen GWB41
2,133,22 Üb:Salvandy,DonAlonzo GWBB43,10,22 Kronprinz FriedrWilh vPreuß 14.8.27 K GWBN13,312,20 MinGeol Plp [
vgl Gespr(He2,68) SSchardt [1806/07]]
Syn GWB
Ergebenheit GWB
Ergebung GWB
Respekt GWB
Verehrung zu 1 u 3
GWB
Hochachtung GWB
Achtung GWB
Ehrerbietung GWB
Scheu zu 2—4
GWB
Anbetung zu 3 u 4
GWB
Andacht zu 3
GWB
Bewunderung GWB
Vergötterung GWB
Wertschätzung zu 4
GWB
Hochachtung GWB
Scheu 1) vgl ETrunz, HA 810,
603ff (ebd 615 Lit-Angaben)Christa Dill Ch. D.