Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
MINNE stf.
1. andenken, erinnerung. vgl. myth. 2. aufl. s. 52 fg. es wird gebraucht.
a. beim gedächtnisstrunke. besonders pflegte man zu trinken das gedächtniss des Johannes und der Gertrud, vgl. myth. 54. “Johannes (der evangelist) soll vergifteten wein ohne schaden getrunken haben, der ihm geheiligte trunk wiederum alle gefahr der vergiftung abwenden; Gertrud aber verehrte den Johannes über alle heiligen, und darum scheint ihr andenken dem seinigen hinzugefügt. auch galt sie für eine friedensstifterin.” da die eigentliche bedeutung des wortes in dieser anwendung schon frühe nicht mehr verstanden ward, so gab man es lat. wieder durch lat. amor. solche stellen sind die ältesten uns erhaltenen. post poscit vinum, Gertrudis amore quod haustum participat nos tres Rudlieb 2,162. diaboli in amorem vinum bibere Liutprant 6,7. dabei wird, wie auch im deutschen, der trunk selber so genannt. amoreque, ut moris est, osculato et epoto, laetabundi discedunt Eckehard casus S. Galli, bei Pertz 2,84. per clamorem poscunt Gertrudis amorem lib. occult. s. zeitschr. 1,422. den cof nam er mit dem wîne unde segente darinne ein vil guote minne glaube 1001. er gap im sant Johannis minne unde enpfalh in der himelischen küniginne Osw. 610. 1127. 1225. trinc sant Johans minne Ls. 2,262,1809. 264, 1869. wann he dass ymss gisset, so sol man ime innschenken sanct Johans mynne Gr. w. 1,564. (ein noch häufigerer ausdruck ist sant Johans segen, vgl. unter segen.) der wirt neic im an den vuoʒ, ze hant truoc er im dô ze heiles gewinne sant Gêrtrûde minne. Er. 4015. varn mit sant Gêrtrûde minne übertragen auch auf andere heilige. sus tranc er und die sîne dem guoten sant Mertîne ze lobe und ze minnen unz si kômen von den sinnen Stricker 5,165. sîn wîp diu Erenknollinn trinket vil in gotes minn Helbl. 2,1376. da der minnetrunk ans ende des festes fällt, die aufhebung desselben bezeichnet (vgl. narrensch. s. 153a, 725 fg.), so wird die unterbrechung eines gastmahls oder überhaupt einer versammlung durch ein gemetzel mit wildem humor genannt die minne schenken, trinken. der herczoge do hine dranc zeiner kemenate; da saʒ der kunic zerate bit deme palenzgrefen sime trute, oug was da me lude, di ig genennin nit inkan. der herzoge inde sin man di sprungen in zu der duren, di kamerere stunden da vure inde hatten it ubele bewaret; si do zucten di suert inde scancten eine minne herzog Ernst in den fundgr. 1,230,35. nu trinken wir die minne und gelten sküneges wîn. der junge vogt der Hûnen, der muoʒ hie der êrste sîn. dô sluoc daʒ kint Ortlieben Hagen der helt guot Nib. 1897, wo nicht etwa bei minne zu supplieren ist Siegfrieds. — eine symbolisierende u. moralisierende anwendung von diesem ausdrucke macht Bertholt 276 fg., der minne umschreibt durch wîn der wâren minne. — mehr beispiele vgl. noch in der myth. a. a. o. und in den dort s. 55 in der anmerkung citierten schriften.
b. bei geschenken, wobei minne, wie dort den trunk, so hier oft geradezu das geschenk selbst bezeichnet. niwan sîn golt alsô rôt, daʒ gap er in ze minne Nib. 1368,1. nemet von mir ze minne (minnen A) dize golt vil guot das. 1499,2. die habe dir helt ze minnen, daʒ du mîn friunt sîst das. 1574,3. ditz swert gab er mir ze minnen Karl 34. a. er sante ein tûre houbetgolt irre meisterinne ze liebe und ze minne En. 341,30. in dem ente luod er zewô olbenten mit mislîchen dingen der magide ze minnen Genes. fundgr. 2, 34,2. er gab ir ze minnen zwêne ôringe und zwêne armpouge das. 2, 34,17. obe er sîne minne ne nâme das. 2,49,2. dannen (von Trier) man unter der erdin den wîn sante verre mit steinînen rinnin den hêrren al ze minnen die ze Kolne wâren sedilhaft Annolied im leseb. 186,5. ich füere dîn houpt mit mir mînem got ze minnen Karl 111. a.
2. liebe.
a. die höhere religiöse liebe. ichn tuon diu rehten werc, ichn hân die wâren minne ze mînem ebenkristen Walth. 26, 6. du (Maria) bist gewin der herzeclîchen minne Gotfr. ML. 2,5. armuot ist gegen gotes zorne diu hœhste süenerinne, zwischen got und uns füeget si die minne, die kein engel füegen kan das. 3,2. von der minne, die Christum bewogen, sich für die welt zu opfern, handelt Reinmar v. Zw. MS. 2,122. b. fg. der die minne tuot bekant, gotes geist ist er genant das. 123. a. der minne schenke ist allermeist der übersüeʒe gotes geist ebenda. diu minne ist guot, diu der sunnen gluot und ir gelust erleschen tuot: diu aber ze sünden wecket muot, der minne suln wir wenken ebenda. u. s. w. unde mir in mîne sinne des heiligen geistes minne ze lêre geruoche senden Barl. 4,6. welich mensch sich gote wil geben... der rouch vil manger hertekeit im an dem anvang ist bereit, ê daʒ daʒ fiur der minne entzünde sîne sinne, und im trœstlich müge wesen beide sterben und genesen Bon. 2, 33. doch hâten si grôʒ minne ze gote, und daʒ himelsch leben lieber denne ir natûrlich leben zürch. jahrb. 45,27. — dâ wont ein sælic geist und gotes minne (liebe zu gott) bî Walth. 26. swer gotes minne wil bejagen, der muoʒ ein jagendeʒ herze tragen MS. 2,183. b. wil er di reinen minne vân, ringen strîten diu beidiu diu muoʒ er haben naht und tac nâh der gewîhten minne ebenda. diu gotes minne ist hôhgemuot, dabî diemüetec unde guot ebenda. den gotes minne frömde sint, die sint mit liehten ougen blint ebenda. u. s. w. wan der mensch niht wurzen hât ze gotes minn, ze rehtem sit, er muoʒ der regel volgen niht Teichn. 256. nu vernemt eʒ in der minne, als mir sîn got verhenge Serv. 56. der bischof bat in in der minne, daʒ er in dem tuome sunge das. 1046. swaʒ wir hân, daʒ ist dir gereit in bruoderlîcher minne ält. Reinh. 719. sage, bruoder, in der minne das. 745. ih frâge dich in der minne, waʒ du duost darinne das. 887. sagt mir in der minne Gregor 850. an allen diesen stellen hat der ausdruck eine geistliche bedeutung. du solt mir gewinnen in der gotes minnen tincten veder und permît, unde tuo daʒ an der zît sagt der heilige Alexius zu seinem diener, Alex. s. 58. b. — minne der ê liebe zur pflicht, stat. d. deutsch. ord.
b. freundschaft, liebe, zuneigung, wohlwollen überhaupt. ist unser (Gaweins und Iwein) minne âne kraft, sone wart nie guot geselleschaft Iw. 191. hie lieʒ der lewe sîne grimme und erzeict im sîne minne, als er von sîme sinne allerbeste mohte und eime tiere tohte das. 147. kein minne langer wert, den die wîl man dienstes gert; als bald der dienest abe gât, als bald man von der minne lât Bon. 31, 44. der tôt het ir minne, die dâ sterben solden klage 122. minne dînes selbes der egoismus bûwet di helle êwiclîchen myst. 47,9. ich teile dann mit minne sîn harnasch und swaʒ er hât Lanz. 2900. des wünsch ich dir von minnen, mit herzen und mit sinnen das. 1791.
c. gütliches übereinkommen, gütliche beilegung eines streitpunctes. diu suone wirdet niht alsô. sus kom wir niht ze minnen: der zins muoʒ mit mir hinnen Trist. 6829. die schult sol er ime abe legen nâch minnen oder nâch rechte mühlh. stdtr. 53, 38. vgl. das. 54,7. er wolde eʒ ime gerne beʒʒeren nâch minnen und nâch rechte das. 54,33. vgl. Scherz 1047. Schmeller 2,592.
d. die geschlechtliche liebe. auch hier ist die bedeutung des wortes anfangs geistiger natur, allmälig aber drängt sich die rücksicht auf das sinnliche so in den vordergrund, dass schliesslich (gegen ende des 15. jh.) das wort aus der sprache verbannt wird als unanständig, weil das rein sinnliche bezeichnend. eine nur einigermassen erschöpfende darstellung des reichen lebens u. der reichen bezüge, die diesem worte durch die unerschöpfliche erfindungskraft der mhd. lyriker verliehen sind, hier liefern zu wollen, kann nicht beabsichtigt werden, nur die hauptpuncte können hervorgehoben werden. daʒ sie dâ heiʒent minne, deis niewan senede leit Walth. 88,20. minne ist zweier herzen wünne: teilent sie gelîche, sost diu minne dâ das. 69,9. âne recken minne wil ich immer sîn Nib. 15,2. solt du immer herzenlîche zer werlde werden frô, daʒ geschiht von mannes minne das. 16,3. wen liset von zwein menschen, daʒ ir herz mit minn verstricket was. daʒ was ein man und ouch sîn wîp Bon. 57,2. — minne unde kintheit sint einander gram Walth. 102,8. der pardus wont stæte der lewinne bî, swie doch des lewen kraft und minne beʒʒer sî MS. 2,231. b. unz im ir munt entzunde sinne unde kraft zer minne Trist. 1313. ouch was er von dem wîbe unde von der minne vil nâch tôt das. 1325. minne lêret manegen man sô lange unz er ir niht enkan Vrid. 99, 9. her Wigalois durch sîne zuht vermeit der wâren minne fruht, daʒ er ir minne niene enpflac noch bî der schônen niene lac Wig. 9050. dô der herre Sîvrit bî Chriemhilde lac und er sô minneclîche der juncvrouwen pflac mit sînen edeln minnen Nib. 582,7. hei waʒ ir von der minne ir vil grôʒen chrefte entweich das. 628,8. weil daʒ wort mynn in etlichen sprachen nit mer rechte götliche eerbere vnd zymliche, sonder tierliche vichische vnn vnzymliche mynn anzaigt sagt der augsburger buchdrucker Othmar 1512, vgl. Haupt zu Engelh. 977. — schon mhd. zuweilen minne u. liebe einander gegenübergestellt, letztere dann die rein geistige freude bezeichnend. swâ sich vier ougen sô rehte gerne sehen, dâ müeʒen ouch zwei herzen vil holt einander sîn.. dâ brennet diu minne vor liebe als ein gluot. dennoch grôʒer wunder diu minne dâ tuot, si lât sich munde an einander vergeʒʒen, aldâ hât diu minne mit manegerhande fröide sorge und trûren gar überseʒʒen. aldâ hât diu liebe die minne überwegen MS. 1,46. b. daʒ ich sie sô herzeclîchen minne, dâ ist Vênûs gar ân alle schulde, Amor ist dîn vakel heiʒ, selher nœte ich niht enweiʒ, wâriu liebe ist minne ein übergulde das. 1,13. a. frou minne, ir habt ein êre und wênc decheine mêre. frou liebe iu gît geselleschaft: anders wær vil dürkel iwer kraft Parz. 291,15. waʒ minne sî, liebe frowe mîn, daʒ sag' ich dir, als ichʒ an der werlde bevunden hân. lieb ân allen valschen wân, swâ diu wirt von zweier herzen gir alsô daʒ ein man minne ein wîp vor allen wîben gar, und daʒ si danne gelîche var, und obe daʒ niht minne sî, sô gestê mir naht noch tac fröide bî MS. 2,112. a. — minne ist getriben unde gejaget in den endelôsten ort; wir haben an ir niwan daʒ wort, uns ist niwan der name beliben, unde haben ouch den alsô zetriben, alsô verwortet unde vernamet, daʒ sich diu müede ir namen schamet unde ir daʒ wort unmæret Trist. 12284. — minne treit von lasterlîchen siten gemanicvaltet einen sac, in dem si ir diube und ir bejac ir selbes munde verseit, unde eʒ ze strâʒe veile treit. ouwê den market schaffe wir, daʒ wunder trîbe wir mit ir, nde wellen des unschuldic sîn. minne, aller herzen künegîn, diu vrîe unt diu eine, diu ist umbe kouf gemeine. wie hab wir unser hêrschaft an ir gemachet zinshaft Trist. 12296. swâ man minne veile treit, dâ koufet gouch unsælekeit. rehtiu minne vröude hât, sô veiliu minne trûric stât Vrid. 98,11. vgl. daselbst mehr über veile minne. die minne veile hânt, diu wîp, rœmscher küneginne lîp wart dick nâch in benennet W. Wh. 153,1. vgl. MS. 2,70. b. frauenbuch 611,30 fg. und unten veile. — dô wart Joseph innen neiʒwaʒ unrehtere minnen (crimine pessimo, Vulg. Genes. 37,2.) dere sîne bruodere spulgeten, daʒ man nieht scol melden Genes. fundgr. 2,52,40. vgl. ich wæn siʒ dar umb hât getân daʒ man des giht, er minn die man frauend. 266,8. vgl. auch frauenbuch 614,20 fg. und unten Sodoma und ungeselle (vgl. MS. 2,135. b.). dies laster brachten die kreuzfahrer aus dem Oriente nach Deutschland, auch Helbling klagt darüber; in Oesterreich scheint es eine zeitlang wirklich grassiert zu haben. — noch ist über den gebrauch u. die verbindungen des wortes einiges zu bemerken. der genitiv ist entweder subjectiv oder objectiv, u. dieselbe doppelte bedeutung hat je nach dem zusammenhange auch das daneben stehende pronomen.
a. subjectiv. gotes hulde und mîner frouwen minne, darumbe sorge ich, wie ich die gewinne Walth. 84,7. daʒ ich erwirbe mîner frouwen minne das. 118,27. sône weiʒ ich wiech ir minne iemer gewinne Iw. 284 (zweimal). daʒ er wider hæte sîner frouwen minne das. 287. ebenda 288. nu sihe ich gerne, daʒ mich iuwer minne niht unminne arm. Heinr. im leseb. 341,27.
b. objectiv.vgl. oben gotes minne. si lâʒe in iemer ungewert eʒ tiuret doch wol sînen lîp... swer guotes wîbes minne hât, der schamt sich aller missetât Walth. 93, 17. lobe ich des lîbes minne, deis der sêle leit das. 67,24. dâ was ir lîch sô gar dem wunsche gelîch, daʒ im ir minne verkêrte die sinne Iw. 58. wie gar mîne sinne eins andern wîbes minne in ir gewalt gewunnen hât das. 249. noch wâren im die sinne von sîner vrouwen minne sô manegen wîs ze verhe wunt das. 283. sô gar verstummet mich ir minne, daʒ ich bin gar âne sin Gotfr. ML. 1,3. unde in des wîbes minne lêrte leseb. 147,3. der meier und sîn wîp vil gar vergâʒen durch des kindes minne der zungen und der sinne arm. Heinr. im leseb. 343, 27. — vielfach erscheint das wort im plural, wofür schon die bisher angeführten beispiele mehrere belege gewähren. ein paar mögen hier noch besonders zusammengestellt werden. sît iu mîne minne sint sô starke leit Nib. 591,3. dô dâhte ir iewedere mit minnen an gesigen Nib. 582,2. vgl. 582, 7. daʒ het ir alleʒ Gunther mit sînen minnen getân das. 629,4. und gwinnet mit minnen der küneginne ein urloub abe das. 112. vgl. das. 267. 280 u. ö. swes muot ze minnen steit Gotfr. ML. 1,2. wande erz mit deheinen minnen mohte wider gewinnen Wigal. 2944. sus sint die minne mislîch, diu ein ist arm, diu ander rîch das. 6404. nâch êren und mit minnen das. 2263. vgl. das. 2605. 5243. er bestuont sie mit micheln minnen leseb. 204, 27. er sanc vil wol von minnen arm. Heinr. leseb. 323,25. diu weiʒ wol wâ si suochen sol der minnen mêlodîe leseb. 446,23. vgl. MS. 1, 1. b. das. 1,2. a. vgl. 1,20. b. und 1,162. a. — ich lasse noch einige besondere redensarten und verbindungen folgen. wer die frouwen sint, der ir gert ze minne Nib. 346,3. sît heten in ze minne diu vil wætlîchen wîp das. 23,4. het ich nu di sinne, daʒ siʒ gar ze minne hetten dieʒ erfunden Chr. kl. 10. swer minne vliuht, den vliuhet sî, und swer si jagt, dem ist si bî Vrid. 100,9. swer dâ minne pfliget, dâ ers doch niemer kan volbringen, der wære wîser, lieʒe er sô gar tumben wân MS. 1,165. b. sonst heisst der minne pflegen coire, z. b. Myller 3, XLI, 349. di maniger minne sinnet, di ist manigen ungeminnet Trist. 17809 M. wan kunde ouch ich nu minne steln Parz. 8,24. daʒ er sîner vîendinne truoc sô grôʒe minne Iw. 61. swaʒ man der werbenden nâch ir minne gesach Nib. 47,1. — dô dâht ûf hôhe minne, liebe zu einer hochgebornen, vornehmen, daʒ Sigelinde kint Nib. 48,1. hôhiu minne reizet unde machet daʒ der muot nâch werder liebe ûf swinget Walth. 47,9. diu hôhe minne gibt senede nôt, doch wol im der der selben pfligt frauend. 59,3. wîp, diu mit reinen lîben die nidern minne triutent und die hôhen hânt unwert MS. 2, 71. a. er mehte gerner swîgen, der nidere minne triutet und die hôhen hât unwert ebenda. entgegengesetzt ist, wie schon die letzten beispiele zeigen, nideriu minne. nideriu minne heiʒet diu sô swachet daʒ der lîp nâch kranker liebe ringet Walth. 47,5. mîn herze ie die nidern minne vlôch frauend. 58, 32. nideriu minne, an freuden tôt ist er dem si an gesigt das. 59,2. sît daʒ diu minneclîche minne alsô verdarp Walth. 48,14. diu zwei jungen senten sich vil tougen in ir sinne nâch redelîcher minne Iw. 239. daʒ ist niht rehtiu minne Walth. 22,5. tuot si wê, sô enheiʒet si niht rehte minne das. 69,6. tugent und reine minne Walth. 57,11. sît er ûf stæte minne tragen wolde wân Nib. 49,2. lâ die minne, diu dich lât, und habe die stæten minne wert Walth. 67,29. vil süeʒe wære minne, berihte kranke sinne das. 76,22. sît man valscher minne mit sô süeʒen worten gert das. 14, 25. übervlüʒʒige minne, überfliessende, stat. d. deutsch. ord. ich sihe'n nâh vremder minne ehebrecherischer liebe (vgl. comm. z. narrensch. 32, 34) varn, der sîn wîp niht kan bewarn Vrid. 99,21. dem pardus sîn natûre frömde minne bringet, daʒ selbe tier wont stæte der lewinne bî MS. 2, 231. b. ir lîp sol immer wesen frî, swaʒ frömdiu minne geheiʒen sî, und tuo swaʒ ir man dunket guot frauenb. 621,20. der wâren minne giht si ganzer stætekeit Walth. 67,26. er vermeit der wâren minne fruht Wigal. 9050. — nu müeʒ iu got vergelten triuwe unde minne, die ir uns habt getân Nib. 2116,3. tugent und reine minne, swer die suochen wil, der sol komen in unser lant Walth. 57,11. trûren unde haʒ rûmten gâhes daʒ vaʒ, und rîchseten darinne vreude unde minne Iw. 273. der minne wird gewöhnlich gegenübergestellt haʒ, am ausführlichsten Iw. 257 fg.
3. der gegenstand der liebe wird kosend ebenfalls minne angeredet. dô sprach diu kuniginne 'bonifait, süeʒe minne' graf Rud. I, 17. lâ mich in dînen hulden, süeʒiu minne: daʒ stêt wol uns beiden Titur. 114,4. minne, minne, trûte minne, swîc, ich wil dich wagen Gottfr. v. Neifen 52,15 u. 24. liebiu minne Elisab. in d. Diut. 1,467. 468. Kyburc, mîn süeʒiu minne Türh. Wh. 167. b. vgl. Gr. 4,317. auswahl s. 287. W. Grimms anm. zu graf Rud. I, 17, wo auch auf den gleichen gebrauch niederländischer dichter hingewiesen wird. si sprâchen 'keiserinne, vil süeʒe gotes minne, ir seit erhœhet über uns' Suchenw. 41,1328. avê du gotes minne! wie wol ir mit im was! heil werde trœsterinne! leseb. 973,33. — in der sprache der kinder für 'mutter' gebraucht. aber ir alten minne und etten ir sullent vasten und sullent betten Dancrotzheim namenbuch s. 112. vgl. fundgr. 1,384. a.