AUFMUNTERN vb. mnd. upmunteren. 1
jmdn., sich munter machen, aufwecken; auch bildl.: 1559
(sie erwachte) und sahe iren herrn nicht, gedacht: ‘er ist etwan zu den rossen gangen.’ muntert sich also auff, blib ein weil sitzen Schumann
nachtbüchl. 129 LV. 1618 schlief er
(Petrus) starck .., derentwegen muste jhn der engel in die seiten stossen vnnd auffmuntern Albertinus
hirnschleiffer 309. 1643 muntere auff jhre hertzen vom schlaff der sicherheit Moscherosch
cura 60 HND. 1700 den morgen früh, als Eckharth erwachte, munterte er die andern auch auf Ettner
apotecker 1203. ⟨1880⟩ wie man einen auf der wirtsbank eingeschlafenen aufmuntert Keller
(1894)3,139. —
allg. ‘beleben, aufputschen’: 1628 ehe die armen sclaven, die oft von dem schweren ruderzihen gahr erstarret, das sie sich kaum ruhren konnen, erwarmen und wider aufgemuntert und ganghaft worden Lubenau
reisen 2,131 S. 1676 der wein .. welcher dem gesunden keine hinderung bringet, vielmehr aber erfrischt und aufmuntert Francisci
lust-haus 1531. 1751 die triffeln aber sind ein knolliges erdgewächs .., geben .. kraft, die schläfrigen männer im bette besser aufzumuntern Heppe
lehrprinz 19. 1964 der branntwein munterte ihn auf, löste ihm die zunge Neutsch
spur 2801. 2
jmdn. antreiben anspornen; etwas fördern, beflügeln. a
jmdn. antreiben, anspornen; überwiegend ‘
jmdn. zu etwas anregen’.
bis ins 19. jh. sehr geläufig, jünger geläufig aufmunternde blicke, winke
u. ä.: ⟨1529⟩ diese wort sind trefflich gros und haben eine krafft bey sich die leute fort zutreiben und auffzumuntern
(nachschr.) Luther
w. 28,545 W. ⟨v1656⟩ drum nahm sie ihre paucken .. und muntert andere frauen auff, daß sie ihr nachfolgeten Creidius
nuptialia 2(1670)99. ⟨v1683⟩ wormit er .. zu der liebe der tugend und weißheit auffgemuntert würde Lohenstein
Arminius (1689)1,693b. 1705 wie denn seine mutter Agiltrud ihn meistens auffmuntern und das ruder führen muste Löscher
huren-regiment 23. 1830 die irländischen spinner werden .., aufgemuntert durch die concurrenz des fremden garnes mit dem im lande verfertigten, ein besseres erzeugniß liefern Gülich
handel 1,247. ⟨1875⟩ daß er für ihre reize und aufmunternden winke blind und taub schien Heyse
[1924] II 4,361. 1996 nach den ersten .. takten verloren die meisten der .. talente .. ihre angst, nicht zuletzt dank der liebevollen und aufmunternden blicke der eltern
mannh. morgen (5.2.), IdS-arch. 1996 ich habe meine spieler einfach aufgemuntert, nochmals alles zu geben
zür. tagesanz. (24.6.)43. —
vereinzelt ‘jmdn., sich körperlich ertüchtigen’: 1533/4 das
(d. junge könig) .. mit rennen und stechen auf der pan und im veld, mit sachen zu dem krieg dienend
(sich) üebet und sich aufmunteret, hurtig und geschickt machet Turmair
5,1,48 ak. 1719 denen grafen und .. edlen geschlechtern, um dieselben desto mehr in krieges- und ritterlichen ubungen aufzumuntern Fleming
jäger 1, (a) 3b. b
mit sachobjekt ‘
etwas (ver)stärken, beflügeln, fördern’: 1602 von welcher natürlichen schwachē hitz, wann sie auffgemundert worden, ein schweiß konte herauß kom̄en Förter
badb. 3,39. 1654 es werden ihme die daselbst allerley verhandne getränck, den verlohrnen lust wiederum aufmuntern Abele
gerichtshändel 288. 1772 es ist endlich eine tüchtige manufactur, die ich aufzumuntern beytrage Haller
brw. 25 LV. 1787 sie könnte seine gesinnungen für ihre tochter weder mißbilligen noch aufmuntern Wieland
I 18,158 ak. 1813 den wohlstand ihrer respektiven staaten aufzumuntern und zu vermehren
d. n. Dtld. 436 L. 1918 ein gymnasiast, dessen griechisch ich aufmuntern sollte Mauthner
erinn. 1,172. 3
jmdn., sich seelisch aufrichten trösten, erheitern, ermutigen, allg. in besseren zustand versetzen häufig im rel. kontext: ⟨v1565⟩ dis sol nu die, welche arm sein, auffmuntern vnd zum studieren gleich lustig vnd fleissig machen Mathesius
Syrach (1586)1,67a. 1581 mit deiner hitz mustu
(d. hl. geist) vns all auff muntern vnd erquicken Ringwaldt
evangelia T 6b. 1645 die jenige sprache, so .. die canzeln erfüllet, die verzagtē aufmuntert und die ruchlosen erschrecket Klaj
redeoratorien 411 W. 1747 melancholisch über den tod unsers bruders nahm er eine reise vor, sich aufzumuntern Götz
br. 32 Sch. ⟨1883⟩ das gab zu den lustigsten scherzen und neckereien anlaß, die auch den ernsthaften bruder ein wenig aufmunterten Heyse
[1924] I 4,403. 2000 egal, womit ich ihn aufzumuntern versuchte, er ließ nichts gelten. er erinnerte, urteilte, verdammte Ohms
abschied 84. 4
farben aufhellen, auffrischen (vgl. munter 7
1DWB): ⟨1870⟩ findet man sich eines tages zwischen den blättern eines buches .. wie eine getrocknete pflanze und noch mit allerlei erlogenen farben aufgemuntert Heyse
[1924] II 4,193. ⟨1875⟩ ja die wangen
(der hölzernen Fortuna) waren noch ganz ziegelrot, und lichtblaue perlenschnüre zogen sich durch die gelben haare; sie war augenscheinlich erst neulich wieder aufgemuntert Storm
4,225 K.Scheider