1.
Es, ein Fürwort, welches gebraucht wird: 1) Als ein persönliches Fürwort ohne Umendung, im O. D. wenn man eine Person nicht mit du, ihr, er, sie anreden will. Man zieht es dann gewöhnlich mit dem Aussagewort zusammen. Kommt es oder kommt's einmahl her, welches sowol komm du, als komm er, komm sie und kommt ihr bedeuten kann. Geht's eurer Wege. Auf eine ähnliche, etwas bessere Art gebraucht man das bestimmte man: Man komme einmahl her; man gehe seiner Wege. 2) Als ein hinweisendes Fürwort, in welchem Falle es sich auf Grundwörter aller drei Gattungen bezieht. Es ist sein erster Versuch, für, dieser Versuch ist sein erster. Es ist seine erste Liebe, für, diese Liebe ist seine erste. Es soll das letzte Mahl sein. Das ist es eben, was schlimm ist, für das ist eben dasjenige. War er es nicht, der es haben wollte? für, war er nicht derjenige, der Sehr häufig wird es mit der dritten Person der Aussagewörter verbunden, die dadurch zu unpersönlichen werden. Das es druckt dann auch ein ganz unbestimmtes Ding aus und läßt unentschieden, ob dasjenige, von dem etwas ausgesagt wird, eine Person oder Sache sei. Es regnet, es schneiet, es hagelt, es donnert, es blitzt, es friert. Bei diesem Gebrauche verliert sich der Begriff eines Wirkens oft ganz. Besonders ist dies der Fall, wenn das Wort es mit sein und werden verbunden wird. Es ist vorbei mit ihm. Es ist um uns geschehen. Es ist kaum acht Tage. Es wird Ernst. Es wird kalt, warm. Oft folgt auch die nähere Bestimmung nach. Es friert mich an den Händen. Es frägt sich, ob er kommen wird. Es kümmert mich nicht, was daraus entsteht. Es wird gesagt, daß er es gewesen sei. Es wird geklopft. Häufig wird das Wort es dem Aussageworte vorgesetzt, wenn gleich das Grundwort genau bestimmt wird, in welchem Falle dieses hinter das Aussagewort gesetzt wird. Es lebe der König! Es sage, wer es will. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. 3) Als ein beziehliches hinweisendes Fürwort, für dasselbe. Es beziehet sich dann (1) auf ein Wort der dritten Gattung und wird im zweiten Falle seiner, im dritten ihm, im vierten es umendet. Nimm das Buch, ich schenke es dir, oder ich schenke dir es. Als ich hinging stand ein Kind am Wege, da ich zurückkam, fand ich es nicht mehr. Wer das Mädchen ist? Es ist meines Nachbars Tochter. Hast du das Buch noch? Ih habe es. (2) Auf Wörter aller drei Gattungen in der Einund Mehrzahl, wo es dann seine Unbestimmtheit wieder zu bekommen scheint. Wer ist das? Es ist ein Mann, eine Frau, ein Kind, Kinder sind es. Es kömmt jemand! Wenn es doch mein Freund wäre. Du wirst auch einmahl groß werden. — Ach wenn ich es nur schon wäre! I Verbindung mit Verhältnißwörtern kann es nicht gebraucht werden, weil das unbestimmte es dadurch zu sehr bestimmt wird. So sagt man nicht: ich bin durch es
z. B. (Buch) belehrt worden, sondern durch dasselbe; ich bin für es eingenommen; ich kann ohne es nicht fertig werden; ich will gegen es sprechen. Doch entschlüpft dieser fehlerhafte Gebrauch auch zuweilen guten Schriftstellern. »Es gefällt dem Meisterstück der Schöpfung, den Bestien (unvernünftigen Thieren) ein Paar Staffeln über es hinaufzutreten.« Lichtenberg. »Frankreich ist in diesem Kriege der Centralpunkt (Mittelpunkt) gegen den die Anstrengungen des wider dasselbe geknüpften Bundes gerichtet sind, weil kein Schlag niederfallen kann, der nicht durch es oder gegen es geschieht.« Posselt. (3) Auf ein Umstandswort oder auch auf einen ganzen Satz, doch auch auf unbestimmte Art. Er behauptet, er sei unschuldig und wolle es beweisen. Das ist es alles, was ich ihr zu gute thun kann. Sie werden es sehen, daß man ihnen die Schuld beimessen wird. Er weiß, daß ich das nicht haben will und doch thut er es. »Sie ist heute nicht gekommen, aber morgen wird sie es.« Meißner. (4) Oft ist auch kein Wort vorhanden, worauf es sich beziehet, in welchem Falle überhaupt ein unbestimmtes Etwas dadurch angedeutet wird. Er hat es so gut, daß ich es eben so haben möchte. Er macht es recht. Ih halte es hiemit. Ih will es dabei bewenden lassen. Er meint es ja gut. I allen Fällen wird das Wort es häufig mit dem vorhergehenden Worte zusammengezogen, besonders im gemeinen Leben. Sage mir's, für sage mir es. Nimm'
s. It's nicht so? Glaub's nur! Hast du's?