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Palm

ae. bis Dial. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Palm

Bd. 6, Sp. 470
Palm ahd., asächs. palma < lat. palma (eigentl. ‘flache Hand’, so genannt nach der Form der Blätter); aus der kirchl. Sitte der Palmenweihe am Palmsonntage ist das Wort im ganzen Geb. allg., vor allem der Buchsbaum, dessen Zweige gesegnet werden, u. zwar paləm, doch -ǫ- im sndfrk. Trübungsgeb. u. pǫum w. einschl. Geilk-NBusch Stahe Straeten, Heinsb-Porselen O- u. Niederbr Kempen Karken hier u. da (nicht allg.); pǫəm Eup; pǫuləm Geld-Capellen; pāləm Mörs; dann hat sich aus einem alten Pl. mit Umlaut der Sg. pę·l.əm m. [f. Saarbg-Wellen, []Trier-Mehring, Bitb-Rittersd] entwickelt in WWend, Ottw, Saarl, Merz, Saarbg, Mos bis Koch-Kaisersesch (-E- u. -ā-) Bertrich u. in der WEif in Bitb, Wittl, Prüm, WDaun, Malm [in WBitb pe·l.əm, –ø-; in Trier-Ld (Mos), Wittl, Bernk (Mos) -E:- (überweit)]; das Wort ist durchweg Sg. t. m.; doch für die gesegneten P.zweige u. Weidenzweige ist der Pl. -mə(n) üblich im pę·l.əm-Geb. u. an der Nahe, im Hunsr, im Westerw [pę·l.mən Altk-Schutzb] u. Siegld u. OBerg, in Koch, May, Aden, Daun, Schleid, Monsch, Rheinb, Bergh, Dür, Jül, Aach, Geilk, Heinsb, Erk, Grevbr, Kemp, Geld, Mörs, Klev, Rees: 1.a. Buchsbaum, buxus sempervirens; er dient als Einfassung der Beete u. Wege im Garten; P. (stets Sg. t.) öm de Blumenbläke (-beete) im Garen OBerg, Allg.; P. longes de Weg poəte (pflanzen) Kemp, Allg.; auch der einzelne Zweig heisst P. (Pl. dazu s. o.); ein P.strauch hoch u. breit gewachsen hat man gern im Garten, da man von ihm bes. viele Zweige für den P.wisch schneiden kann; die Bezeichnung P. für Buchs ist allg.; doch s. bei Buchs. — Setzt ein Mädchen auf Gertrudentag einen P.zweig, dessen dickes Ende halbfingerlang gespalten ist u. in dessen Spalt zwei Haferkörner gesteckt sind, mit diesem dicken Ende in die Erde, u. wächst dann der Zweig u. schlagen die beiden Haferkörner auf beiden Seiten aus, so bekommt das Mädchen innerhalb zweier Jahre einen Mann Wend-Namborn. Man reicht der jungverheirateten Frau, die zum ersten Male an einer Kindtaufe teilnimmt, einen mit P.zweig u. Bändern verzierten Kuchen, sie dadurch in die Frauenzunft aufnehmend; dabei spricht eine Frau: Hier komm ich aus lieblichen Dingen mit freundlichen Sachen; viele Komplimente kann ich nicht machen. Hier hab ich ein Sträuss-chen, es ist nicht von Disteln u. auch nicht von Dornen, sondern von Palmen u. Rosenmarein. Ich hoffe, es wird der jungen Frau wohl angenehm sein usf. Koch-Driesch. — Bauernregeln. Hängt am Kresdag Eis an de Wigge (Weiden), ka mer de Ustere P.ə schnigge (schneiden) Neuw-Unkel, Prüm-Ihren, Bernk-NEmmel, Nahe. Gen de Keərze gesent (gesegnet) am (im) Schni (am Lichtmesstage), dann P.ən om Kli (Klee) oder de K. am Schn., de P.ən om Kl. Trier bis Koch, WEif. Wann et rent (regnet) of de P. (P.sonntag), gäht et Kor (Roggen) zereck bes of de dretten Halm Bernk-Hundh. — RA.: Dij woll well P. in't Für komme schrubbe um Verzeihung bitten, sich entschuldigen kommen Geld. Me konn och wahl boa (bald) P. anlegge! zu dem eintretenden Freunde, dem man damit zu verstehen gibt, dass er zu selten kommt (etwa nur einmal im Jahr, wie auch die P.weihe nur einmal i. J. ist) Kemp. — Volksbr. Das Vorhergehende hängt zusammen mit dem kirchl. Brauch, am P.sonntag Buchszweige zu segnen zur Erinnerung [] an den Einzug des Heilandes in Jerusalem, bei dem das Volk ihm mit P.zweigen entgegenzog; als Ersatz der orientalischen Palme dient bei uns der Buchs; im Rhein. sind hinsichtl. der Gestaltung des P.wisches mehrere Geb. zu unterscheiden, je nachdem nur Buchs, B. u. Weidenzweige, B., W. u. Apfel, B., W. u. Gebildweck (Kräckeling) verwandt werden; dazu treten vereinzelt noch andere Zweige, so in der Selfk die rotbraunen Zweige des Hagelstrauches (Rut), so dass also hier Paume (Weidenkätzchen), Rut u. Boschbom (Buchs) den P.wisch bilden. Die Kinder, die die Palmen zur Weihe sammeln u. den P.wisch zur Kirche bringen, erhalten drei Ostereier Selfk (s. P.ei); in der Karwoche verteilen die Messdiener die P.ə von Haus zu H., mit den Rateln rasselnd; sie erhalten Eier u. Geld Emmerich. Nachdem der P. in der Kirche vom Priester gesent (gesegnet) ist, zieht in der WEif die Gemeinde, jeder den Wisch in der Hand, um die Kirche, u. umwandelt dann in der Kirche einen Tisch, auf dem ein Kruzifix liegt, auf das jeder von seinem P.wisch ein Zweiglein legt; all diese Zweiglein werden in der Kirche aufbewahrt bis zum Tage vor Aschermittwoch des nächsten Jahres, wo sie verbrannt werden; die Asche dient zur Austeilung des Aschenkreuzes; ebenso wird dann der der Kirche verbleibende P.wisch verbrannt, mit dem der Priester an Stelle des Weihwasserwedels am P.sonntag u. in den Kartagen desselben Jahres das Weihwasser aussprengt [der P. des vorigen Jahres im Judasfeuer am Karsamstag verbrannt Saarbg-Greimerath; am Palmsonntag Kemp-Dornbusch]. Die Männer u. Burschen stecken sich nach dem Gottesdienste ein geweihtes Zweiglein an Hut oder Mütze Trier-Mehring. Vom P.wisch steckt die Hausmutter ein Zweiglein hinter das Kruzifix der Stube u. des Schlafzimmers, an die Ecke der Haustüre, in den Stall; man legt Zweige davon in die Schublade; mit einem Zweiglein, in Weihwasser getunkt, segnet die Mutter abends die Kinder vor dem Schlafengehen; der Priester segnet ebenso den Kranken, zu dem er die Wegzehrung bringt; bei der auf dem Schof liegenden Leiche steht ein Glas mit Weihwasser, u. jeder, der noch einmal den Toten besucht, taucht ein P.zweiglein hinein u. besprengt so den Toten Allg. [in der WEif gehen die nächsten Angehörigen nach der Totenmesse zu dem unterdessen zugeschaufelten Grabe, worauf ein Glas mit Weihwasser steht, aus dem sie mit einem P.zweiglein das Grab besprengen, u. am ersten Kirmestage nach der Gräbersegnung (nach der Totenvesper) durch den Priester geschieht dasselbe (letztere Sitte auch Hunsr, Westerw u. am Nrhn.)]; dem Toten legt man im Sarge P.zweige u. Krautwischteile unter den Kopf Mosfrk [jüngere Sitte ist es, ungeweihte Buchszweige [] an den Sarg zu befestigen WEif u. ebensolche auf den ins Grab gesenkten Sarg zu werfen (statt Erde Sieg)]; ein Palmsträusschen stecken sich die 4—8 Männer an den Hut, die den Sarg vom Haus auf den Wagen bringen, den W. bis zum Friedhof geleiten u. den Sarg wieder herunterheben u. zum Grabe tragen Wend. Bei der Taufe eines Kindes streut man vor der Eingangstüre zum Hause P. Bo-Volmershv. Der Hausvater besprengt Ostern mit einem P.zweig mit Weihwasser die Speisen Kref-Ürding. Der Landmann geht Ostermontag zu seinen Feldern u. in den Garten u. steckt P.ə in jedes einzelne Stück Allg., indem er spricht: Ek stek enne P. (e Pälmke) op Poschdag (Osterntag) (en de Grond), dat Gott (onse liewen Her) et Land (dese Plack) bewahre mag för Hagel, Bletz (Für) on Donnderschlag! Geld, Mörs, Rees; mit der Forts. so männig Ohr (Ähre) so m. Fatt (Fass, Scheffel) Geld-Winnekendonk, — so m. Blättsche, so m. Fättsche! Kemp-Boish; in Neuw-Asb steckt er an jeden der Grenzsteine seiner Felder den P., beim Gang von einem zum andern Stein betet er ein Vaterunser; in Grevbr-Hochneuk steckt er nach Beendigung der Saat an die Ecken des Ackers P. (ech han at der P. en der Eərd bin mit der Saat zu Ende) (ebenso Daun-Katzwinkel); van Dag (heute) es Drücke (Getrudentag), stek de P. op et Feld! Kemp-Breyell. Wer an P.sonntag gesegnete P. auf das Lokblek (Zwiebelbeet) steckt, bekommt die meisten Eier oder auch ein Gänseei Kemp-Grefr. — P.sonntag ziehen die Kinder mit ihren gesegneten P.stöcken, mit den Kräckelingen, durch die Strassen u. singen: Palle, Palle, Possen (Ostern), juchhei, kurei (heikurei), wenn noch ene Sonndag is, kriege wej en Palleposseei! Rees; Pallemen, P.sonndag, heikurei, alle mine Mösskes leggen en Ei! Emmerich; Palm, P., Possen, de Eier send geblosen; wann't noch emol S. es, kriegen we en Possei! oder —, Posse, dann sin de Kinder blij (froh), en wenn et noch ens Sonndag es, dann kriege se ok en Ei! Klev. Eikurei, Müskes leggen en Ei; en Ei es ken Ei, twee Eier es en half Ei, dri Eer es en Possei; wannt noch emol S. es, kr. we en Gansei! Rees, Klev. — (Ungesegneten) P. streue auf den Weg bei Prozessionen, Leichenzügen; wenn Kinder mit P. u. grüner Streu spielen u. sie P. mit Streu vermischt auf die Wege streuen, stirbt ein lediger Verwandter der Kinder SNfrk. — b. Pl. Blütenkätzchenzweige der Salweide Verbr. Neuw, Altk, Siegld, Waldbr, Gummb, Aden, Ahrw, Schleid, Monsch, Eusk, Rheinb, Bergh, Dür, Jül, Aach, Geilk, Erk; abseits Zell-Löffelschd; pę·l.mχə(r) Ahrw-Neuenahr Vettelhv, Monsch-Zweifall, Eusk-Commern Kreuzweingarten Schwerfen, Dür-Hürtgen, Aach-Merkst; pę·l.mχərə Aach-Vorweiden Werth; pę·l.mkəs Geilk-Würm; p·y.məlχərə Aach-Würselen. — c. paləm [] junger Buchenbaum, –zweig Saarl-Lisd (-ę-), Wittl-Bombog, Bitb-SThomas (-ø-), Goar-OSpay, Kobl-Cobern, Waldbr-Dattenf, Mettm-Stdt, Lennep-Dabringhsn, Dür-Hoven, Jül-Titz, Kemp-Breyell. — d. willer P. Preiselbeerenstrauch, vaccinium vitis idaea uNahe, Zell-Sohren; Liguster, ligustrum vulg. Kref-Willich; Immergrün, vinca minor MGladb-Neersbr; Schnokepalm Bezeichnung für wilde Minzenarten Simm-Laub. — 2. übertr. a. Palm spelle in Kompagnie spielen Dür-Stdt 1880. — b. Palmercher Russflocken, Rossp. Merz-Bergen. — c. -ę- Rufn. für eine Kuh Prüm-Balesf.
9276 Zeichen · 205 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    palmst. M. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    palm , st. M. (a) nhd. Palme, Palmzweig ÜG.: lat. palmes Gl, palma Gl Vw.: s. -tréo Hw.: vgl. an. palma, as. palma*, ahd…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    palm

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    ? palm mhd. s. palma.

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    palmst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    palm , st. M. nhd. Palmbaum, Palme, Palmzweig, Blütenkätzchen, Palmsonntag ÜG.: lat. palma Gl Hw.: s. palme Q.: Gl (15. …

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    palmF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    palm , F. nhd. ausgebreitete, gespreizte Hand, Längenmaß, Handspanne ÜG.: lat. palma E.: s. palme L.: MndHwb 2, 1361 (pa…

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Palm

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Palm , des -es, plur. die -e, S. 2 Palme.

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Palm

    Goethe-Wörterbuch

    Palm einmal mit ital Pl ‘Palmi’ regional leicht variierendes Längenmaß von etwa einem Viertel Meter; auch ‘römischer P.’…

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Palm

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Palm , (vom lat. palma , die flache Hand); Längenmaß zur Bestimmung der Rundung der Schiffsmasten, in Hamburg = 42 1 / 3…

  8. modern
    Dialekt
    Palm

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Palm Band 1, Spalte 1,977–981

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit palm

571 Bildungen · 551 Erstglied · 17 Zweitglied · 3 Ableitungen

palm‑ als Erstglied (30 von 551)

Palm I

Idiotikon

Palm I Band 4, Spalte 1216 Palm I 4,1216

Palm II

Idiotikon

Palm II Band 4, Spalte 1218 Palm II 4,1218 o.

Palm(en)ei

SHW

Palm(en)-ei Band 1, Spalte 555-556

Palmbusch

SHW

Palm-busch Band 1, Spalte 555-556

Palmei

SHW

Palm-ei Band 1, Spalte 555-556

Palmesel

SHW

Palm-esel Band 1, Spalte 555-556

Palmhase

SHW

Palm-hase Band 1, Spalte 555-556

Palmkatze

SHW

Palm-katze Band 1, Spalte 555-556

Palmkuchen

SHW

Palm-kuchen Band 1, Spalte 555-556

Palmostern

SHW

Palm-ostern Band 1, Spalte 555-556

Palmtag

SHW

Palm-tag Band 1, Spalte 555-556

Palmweide

SHW

Palm-weide Band 1, Spalte 555-556

Palmweihe

SHW

Palm-weihe Band 1, Spalte 555-556

Palmwisch

SHW

Palm-wisch Band 1, Spalte 555-556

palm als Zweitglied (17 von 17)

Kratzpalm

RhWB

kratz·palm

Kratz-palm -ę- Malm-Bütgenb m.: Stechpalme, ilex aquifolium.

Krūdpalm

WWB

krud·palm

Krūd-palm [ Kr. Ahaus Ahs Bek] Bündel von allerlei Kräutern; Krautweihbund.

Krūppalm

WWB

krup·palm

Krūp-palm Buchsbaum (als Beeteinfassung) ( Kr. Steinfurt Stf Rh).

Mägdepalm

RhWB

magd·e·palm

Mägde-palm (s. S.) mE:t- Ahrw-Sinzig , Eusk-Zülp , Bo-Vorgeb., Sieg-Rhönd , MülhRh-Odenth , Köln-Bachem , Bergh-Blatzh ; mE:- Neuw-Erpel , S…

Maipalm

RhWB

mai·palm

Mai-palm Sieg-Seelschd , MGladb-Kleinenbr , Kref-Willich m.: Immergrün, vinca minor. S. Mägde-.

Muurpalm

MeckWBN

Wossidia Muurpalm f. Schmalblättriges Wollgras, eriophorum angustifolium Arch. 1960, S. 150.

Nusspalm

RhWB

nuss·palm

Nuss-palm Geilk-Süggerath m.: Blütenkätzchen der Haselnussstaude.

Ableitungen von palm (3 von 3)

bepalmen

DWB

bepalmen , palmis vestire: Jordans bepalmter strom. Opitz 4, 299 ; klättert und besteigt die bepalmten ehrenäste. Lohenst. Hyac. 65 .

palme

DWB

palme , f. , ahd. alts. palma, mhd. palme, balme f. m., palm, balm m. ( und mit diesem geschlechte auch im älteren nhd. und noch mundartlich…