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Tonart

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Tonart

Bd. 19, Sp. 605
Tonart, in der Musik die Bestimmung des Tongeschlechts (ob Dur oder Moll) und der Tonstufe, auf der ein Stück seinen Sitz hat. Statt unsrer heutigen beiden Tongeschlechter nahmen die Alten (Griechen, Römer, Araber, Inder, das Abendland im Mittelalter) deren eine größere Zahl an (vgl. Griechische Musik II und Kirchentöne). Die heutigen Transpositionen der beiden Grundskalen (C dur und A moll) sind: 350@@break Der verschiedene Charakter der Tonarten hängt aber nicht von der ungleichartigen Temperatur der Töne ab (nämlich C dur als am reinsten gestimmt gedacht), sondern ist eine ästhetische Wirkung, die in der Art des Aufbaues unsers Notensystems ihre Erklärung findet. Dasselbe basiert auf der Grundskala der sieben Stammtöne A-G, und die beiden diese vorzugsweise benutzenden Tonarten C dur und A moll erscheinen als schlichte, einfache, weil sie am einfachsten vorzustellen sind. Die Abweichungen nach der Obertonseite (♯-Tonarten) erscheinen als eine Steigerung, als hellere, glänzendere, die nach der Unterseite (♭-Tonarten) als Abspannung, als dunklere, verschleierte; die erstere Wirkung ist eine dur-artige, die letztere eine moll-artige. Dazu kommt die Verschiedenheit der ästhetischen Wirkung der Dur-Tonarten und Moll-Tonarten selbst, die in der Verschiedenheit der Prinzipien ihrer Konsonanz wurzelt; Dur klingt hell, Moll dunkel. Die Dur-Tonarten mit Kreuzen haben daher einen potenzierten Glanz, wie die Moll-Tonarten mit Been potenziert dunkel sind; eigenartige Mischungen beider Wirkungen sind das Helldunkel der Dur-Tonarten mit Been und die fahle Beleuchtung der Moll-Tonarten mit Kreuzen. Die Wirkung wächst mit der Zahl der Vorzeichen. Die Tonarten mit vielen Vorzeichen klingen am besten beim Klavier; dagegen machen manche Tonarten den Instrumenten mit teilweise gebundener Intonation besondere Schwierigkeiten. Die Posaunen stehen in Es dur, haben daher eine natürliche Abneigung gegen ♯-Tonarten; umgekehrt stehen Flöte und Oboe in D dur, d. h. sie haben Abneigung gegen B-Tonarten. Auch die Streichinstrumente sind zufolge der Stimmung der leeren Saiten als in G-, resp. D- oder A dur stehend anzusehen, d. h. sie begegnen in den B-Tonarten größern Schwierigkeiten. Die Schwierigkeiten der Applikatur belasten in einer ganz ähnlichen Weise die Vorstellung wie die des Systems der Notenschrift, und Es dur erscheint daher den Posaunisten, D dur den Flötisten, Oboisten und Violinisten als eine besonders einfache Tonart. Vgl. Hennig, Die Charakteristik der Tonarten (Berl. 1897).
2510 Zeichen · 21 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tonart

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Tonart , plur. die -en, in der Musik, die Art und Weise des in einem Stücke herrschenden Tones, welches auch nur der…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tonart

    Goethe-Wörterbuch

    Tonart [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tonart

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Tonart , in der Musik die Bestimmung des Tongeschlechts (ob Dur oder Moll) und der Tonstufe, auf der ein Stück seinen Si…

  4. modern
    Dialekt
    Tonart

    Bayerisches Wörterbuch

    Tonart Band 1, Spalte 1,608

  5. Spezial
    Tonart

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ton|art f. (-,-en) ‹mus› (Tonalität) tonalité (-s) f. ▬ Be-Tonart tonalité en be f. ; dorische Tonart (Kirchentonart) to…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tonart

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Zerlegung von tonart 2 Komponenten

ton+art

tonart setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tonart‑ als Erstglied (5 von 5)

tonartig

DWB

ton·artig

tonartig , adj. : philosophie des tonartig schönen Herder 4, 91 . —

tonartleiter

DWB

tonart·leiter

tonartleiter , f. : die natürlichen arten von intervallen einer tonartleiter allg. deutsche bibl. 5, 2, 13. —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „tonart". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/tonart/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „tonart". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/tonart/meyers. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „tonart". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/tonart/meyers.
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