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nôtnumft

ahd. bis mnd. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

nôtnumft

nôtnâmaAWB f. ō-St., Npg und BaGB: ‚Weg-
nahme unter Gewaltanwendung, Raub; rapina
(mhd. nôtnâme st.f. ‚gewaltsamer Raub‘; ae.
nīdnǣm f. ‚Raub‘). Zur Bed. vgl. Brunner 1892:
2, 647; DRW 9, 1592. Verdeutlichendes Komp.
mit subst. VG und HG. S. nôt, nâma. – nôtnemarinôtne-
mari
AWB
m. ja-St., nur NBo: ‚gewalttätiger Räu-
ber; violentus ereptor‘ (mhd. nôtnemære st. m.
‚Notzüchtiger‘). Verdeutlichendes Komp. mit
subst. VG und HG. S. nôt, nemari. – nôtnemoAWB
m. an-St., im Abr (1,237,21 [Kb, Ra]), 1,511,16
(9. Jh., alem.); 3,19,54 (10. Jh., alem.): ‚Räuber,
gewalttätiger Mensch; rapidus, raptor, violen-
tus‘ (ae. nīdnima f. ‚Räuber‘). Ableitungskomp.
aus nôt (s.d.) und neman (s.d.) in der Funktion
eines Nomen agentis. – nôtnumftAWB f. i-St., seit
dem 1. Drittel des 9. Jh.s in Gl., MH, T, WB,
NBo, WeGB, JB: ‚gewaltsames Wegnehmen,
Raub, Gewaltanwendung, Zwang; fraus, rapi-
na, violenter, violentia, vis, vis valida‘ (mhd.
nôtnumft, nôtnunft st.f. ‚gewaltsamer Raub,
Frauenraub, Notzucht‘, frühnhd. notnunft f.
‚Raub‘ [Götze (1920) 1971: 168], ält. nhd. not-
nunft f. ‚gewaltsame Wegnahme, obrigkeitli-
ches Zwangsrecht‘ [DRW 9, 1593 f.]; mndd. nōt-
numft f. ‚Gewalttat, bes. Notzucht‘). Verdeut-
lichendes Komp. mit subst. VG und HG. S.
nôt, numft. – nôtnumftariAWB m. ja-St., im T, in
NBo und Gl. 1,712,40 (Hs. 10./11. Jh., Zeit des
Gl.eintrags unbekannt): ‚Räuber, gewalttätiger
Mensch; raptor, violentus‘ (mhd. nôtnumfter
st.m.raptor virginis vel mulieris‘). Denomina-
le Ableitung mit dem Fortsetzer des Lehnsuffi-
xes urgerm. *-ari̯a- (vgl. Wilmanns [1906–30]
1967: 2, § 242, 2). S. nôtnumft, -ari. – nôtnumftîgnôtnumf
tîgAWB
adj., im T, OT und Gl. 2,216,56 (1. Vier-
tel des 12. Jh.s, alem.): ‚gewalttätig; violentus
(mndd. nōtnümftich adj., in nōtnümftige klā-
ge ‚Klage auf Notzucht‘). Denominale Ablei-
tung mit dem Fortsetzer des Suffixes urgerm.
*-iǥa-. S. nôtnumft, -îg. – nôtnumftigîAWB f. īn-St.,
nur Gl. 2,140,32 (1. Viertel des 12. Jh.s, alem.):
‚Zwang, Gewalttat; violentia, vis‘. Deadj. Ab-
straktum. S. nôtnumftîg. – nôtnumftîgoAWB adv.,
Gl. 1,319,9 (9. Jh., mfrk.): ‚gewaltsam; violen-
ter‘. S. nôtnumftîg. – nôtnumftlîchoAWB adv., Gl. 2,
242,42 (Hs. 2. Hälfte des 9. Jh.s, Zeit des Gl.-
eintrags unbekannt) und Gl. in St. Mihiel, Ms.
25 (wohl 11. Jh.): ‚gewaltsam, mit Gewalt; vio-
lenter‘. Desubst. Bildung (vgl. Schmid 1998:
330. 560. 563). S. nôtnumft, -lîh. – nôtnumoAWB m.
jan-St., Gl. 3,5,12 (2. Hälfte des 8. Jh.s, alem.):
‚Räuber; raptor‘ (vgl. got. arbinumja m. ‚Er-
be‘). Verbales Rektionskomp. (vgl. Krahe-
Meid 1969: § 32, 1). S. nôt, neman. – nôtoAWB adv.,
bei O: ‚notwendigerweise, nachdrücklich, voll-
ständig, ganz und gar‘ (mhd. nôte, nœte adv.
‚notgedrungen, ungern, notwendig‘, ält. nhd. no-
te adv. ‚ungern‘ [Dt. Wb. 13, 930], nhd. mdartl.
els. nöte adv. ‚mit Not, schwer, ungern‘ [Mar-
tin-Lienhart, Wb. d. els. Mdaa. 1, 794], bad. nö-
te adv. ‚notgedrungen, widerstrebend, ungern‘
[Ochs, Bad. Wb. 4, 85], lothr. net adv. ‚mit Not,
ungern, unfreiwillig‘ [Follmann, Wb. d. dt.-lothr.
Mdaa. 1, 382 s. v. net²], luxem. néit adv. ‚un-
gern, widerwillig, mit schwerem Herzen‘ [Lu-
xemb. Wb. 3, 207 s. v. néit¹
; WLM 1, 300], rhein.
note, nöte adv. ‚ungern, mit Widerstreben, nur
notgedrungen‘ [Müller, Rhein. Wb. 6, 250],
pfälz. nöt adv. ‚ungern, widerstrebend, schlecht‘
[Christmann, Pfälz. Wb. 5, 164 f.], südhess. nöte
adv. ‚notgedrungen, mit Mühe, ungern‘ [Mau-
rer-Mulch, Südhess. Wb. 4, 1009], kurhess. noe-
te adv. ‚mit Not, schwer, ungern‘ [Vilmar, Id.
von Kurhessen 286], hess.-nassau. nöte adv.
‚ungern‘ [Berthold, Hessen-nassau. Volkswb.
2, 478], thür. nöte[n] adv. ‚ungern, notgedrun-
gen‘ [Spangenberg, Thür. Wb. 4, 901 s. v. nö-
te(n)¹], westf. noͤd adv. ‚ungern‘ [Woeste, Wb.
d. westf. Mda. 186], ält. meckl. node adv. ‚un-
gern, gezwungen‘ [Wossidlo-Teuchert, Meckl.
Wb. 5, 116
]; mndd. nōde adv. ‚nur notgedrun-
gen, wider Willen, ungern‘; frühmndl. node
adv. ‚ungern, nicht freiwillig, schwerlich‘ [a.
1240], mndl. node adv. ‚dss.‘). Desubst. Ablei-
tung. S. nôt. – Ahd. Wb. 6, 1380 ff.; Splett, Ahd.
Wb. 1, 662
. 663. 664. 677. 678; Köbler, Wb. d.
ahd. Spr. 834 f.; Schützeichel⁷ 241; Starck-Wells
445; Schützeichel, Glossenwortschatz 7, 133 f.
4356 Zeichen · 255 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    nôtnumftst. f.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    nôtnumft st. f. ( vgl. Wilm., Gr. 2 2 § 254,4 ), mhd. nôtnumft , nhd. ( älter ) notnunft; mnd. nôtnumft. — Graff II,1077…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    nôtnumftf.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    ° nôtnumft (Ssp. III 1 § 1), -munst (Rig. StR. ed. Oelrichs 133), f. , Gewalttat, bes. Notzucht.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit notnumft

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von notnumft 2 Komponenten

not+numft

notnumft setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

notnumft‑ als Erstglied (6 von 6)

nôtnumftâri

AWB

notnumft·ari

nôtnumftâri st. m. ( zur Bildg. vgl. Wilm., Gr. 2 2 § 223,2 ), mhd. nôtnunfter. — Graff II,1078. not-numft-ara: nom. pl. Gl 1,712,40 ( z. St…

nôtnumftîg

AWB

nôtnumftîg adj. ; mnd. nôtnümftich. — Graff II,1077. not-numftige: nom. pl. m. T 64,10; -nunftigiu: acc. pl. n. Gl 2,216,56. gewalttätig, su…

nôtnumftgî

AWB

not·numftigi

nôtnumftigî st. f. not-nunftigi: dat. sg. Gl 2,140,32 ( Schlettst., 12. Jh. ). Gewalttat, Gewaltanwendung ( in räuberischer Absicht ) : notn…

nôtnumftîgo

AWB

notnumft·igo

nôtnumftîgo adv. nod-nūftigo: Gl 1,319,9 ( vgl. Gl.-Wortsch. 7,133 ; Köln CVII, 9. Jh. ). gewaltsam: nodnu m ftigo [ timui ne ] violenter [ …

nôtnumftlîcho

EWA

nôtnâmaAWB f. ō-St., Npg und BaGB: ‚Weg- nahme unter Gewaltanwendung, Raub; rapina‘ (mhd. nôtnâme st.f. ‚gewaltsamer Raub‘; ae. nīdnǣm f. ‚R…

nôtnumftlîhho

AWB

not·numftlihho

nôtnumftlîhho adv. not-numfe-licho: Thoma, Glossen S. 11,21 ( zum t- Ausfall vgl. Meineke, Stud. S. 259, zu -e- vgl. a. a. O. S. 292 u. Grög…