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Feder

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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21 in 18 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Feder Die

Bd. 2, Sp. 30b
Die Feder, Mz. die — n; Verkleinerungsw. das Federchen, O. D. Federlein, des — s, d. Mz. w. d. Ez. 1) Die Benennung der leichten, prallweichen, und zum Theil flockigen Körper, womit die Haut der Vögel bedeckt ist. Wenn der Vogel seine Federn bekommen hat, ist er flück. Die Federn ausrupfen. So leicht wie eine Feder. Federn schleißen, die zarten Theile der Federn von dem Kiele abziehen. Hieher gehören die uneigentlichen Redensarten. Mit fremden Federn fliegen, mit Andrer Hülfe etwas thun. Sich mit fremden Federn schmücken, mit Andrer Sachen, Vorzügen, als wären sie eigne, prahlen. Fliegen wollen, ehe die Federn gewachsen sind, etwas thun wollen, ehe man die Kräfte dazu hat. 2) Besondere Arten von Federn. So versteht man darunter besonders eine Hutfeder, Kopffeder, ein aus Straußfedern verfertigter Schmuck des Hutes, oder dergleichen gefärbte, gekräuselte und auf andre Art künstlich zubereitete Federn, die von Frauen und Mädchen zum Putz auf dem Kopfe getragen werden. Federn tragen. Bunte Federn. Vorzüglich das Werkzeug zum Schreiben, welches aus den Kielen der Schwungfedern mancher Vögel, besonders der Gänse und Raben, geschnitten wird. Eine Feder schneiden, sie so schneiden, daß man damit schreiben kann. Eine feine, schöne, grobe, schlechte Feder. Die Feder will nicht schreiben, hat nicht die gehörige Beschaffenheit, um damit schreiben oder gut schreiben zu können. Daher die uneigentlichen Ausdrücke und Redensarten. Das ist aus seiner Feder, oder aus seiner Feder geflossen, von ihm geschrieben, verfertigt. Er hat oder führt eine geschickte Feder, schreibt gut, hat eine gute Schreibart. Eine spitzige, beißende Feder haben, spitzig, beißend schreiben. Sich mit der Feder seinen Unterhalt erwerben, durch Schreiben. Dies mag ich der Feder nicht anvertrauen, dies mag ich nicht niederschreiben, mag ich nicht schriftlich bekannt machen. Ein Werk unter der Feder haben, an einem Werke, an einer Schrift arbeiten. Das Übrige ist in der Feder geblieben, das Übrige hat er zurückbehalten, verschwiegen, nicht beschrieben. Etwas in die Feder sagen, vorsagen und von einem Andern schreiben lassen (dictiren); auch, in die Feder geben. »Mein Mann hat sich zu mir gesetzt, um mir, wie er sagt, Scheltworte für Sie in die Feder zu geben.« Ungen. Rachsucht und Neid hat ihm die Feder geführt, mit Rachsucht oder Neid hat er geschrieben, oder was er geschrieben hat, verräth Rachsucht und Neid. Ein Mann von der Feder, ein Gelehrter, dessen vorzüglichste Beschäftigung das Schreiben ist, oft auch nur ein Schreiben, in Gegensatz des Mannes vom Degen, oder des Kriegsmannes. I Bergwesen heißt ein Bergmann von der Feder, einer der mehr mit dem wissenschaftlichen Theile der Bergwerkskunde und mit Schreiben, mit Rechtssachen  im Bergwesen zu thun hat; in Gegensatz der Bergleute vom Leder. I weiterer Bedeutung nennt man auch Werkzeuge von Stahl und Messing, die auf dieselbe Art zum Schreiben eingerichtet sind, Federn. 3) Х Aus Federn verfertigte Sachen, Betten. I den Federn liegen. Aus den Federn jagen. 4) Ein den Federn zu vergleichendes, federhartes Ding, wie auch ein demselben in der Wirkung, besonders daß es etwas Anderes fest andrückt oder zusammen= hält, ähnliches Ding. (1) I dem Worte Floßfeder, wegen einiger Ähnlichkeit theils in der Gestalt, theils in der Bestimmung. Von der Ähnlichkeit, daß sie wie die Federn zur Bedeckung dienen, heißen freilich sehr uneigentlich bei den Jägern auch die Borsten der wilden Schweine und die Stacheln der Iel Federn. Von einer andern Ähnlichkeit, nämlich in Ansehung der feinen haarichten Theile, wird in der Pflanzenlehre der haarige Kelch jeder besondern Blume, die in eine allgemeine Blumendecke eingeschlossen ist, das Federchen genannt. Von der leichten Beweglichkeit der Federn der Vögel rührt es vielleicht, daß man gewisse Dinge damit verglich und den Namen Feder beilegte. Hieher gehört der kurze Schwanz des Rothwildbretes und der Hasen, welchen die Jäger die Feder nennen, und die Flammen, welche durch das Auge oder die Öffnung des Ofens über dem Herde in den Hüttenwerken spielen, die ebenfalls den Namen Federn führen. (2) Ein dünnes Stück Stahl , welches, wenn es gebogen wird, nicht in dieser gebogenen Richtung bleibt, sondern beim Loslassen wieder in seine vorige Lage zurückschnellet, wegen der Spannkraft oder Prallkraft, die es mit den Federn der Vögel gemein hat. Dergleichen sind die gewundenen dünnen Streifen Stahl in den Uhren, Bratenwendern, Schlössern  Die stählernen Federn an einem Wagen. Die Federn in einem Polstersitze. Eine gewundene Feder (Spiralfeder), Schneckenfeder. Die Feder am Blasebalge, welche die Leiste im Balge an den Deckel drückt  So heißen auch gespaltene eiserne Keile, die man vor etwas steckt, und dies, indem sie wie eine Feder zurückspringen, festhalten, auch Federn; so auch das halbrunde Stück Eisen am Griffe der Husarensäbel, das die starke Scheide auf der Klinge festhält. Bei den Orgelbauern heißt ein harter geschlagener Messingdraht, der eine runde Öse mit zwei langen Schenkeln bildet, und der die geöffnete Luftklappe nicht allein verschließt, sondern auch fest andrückt, auch eine Feder, Klappenfeder. I weiterer Bedeutung nennen auch die Drechsler die Stangen von Birkenholz, welche an dem einen Ende befestigt, an dem andern Ende aber frei und mit einer Darmsaite, die um die abzudrehende Sache geschlungen wird, versehen ist, auch eine Feder, weil sie in ihrer Wirkung einer Feder gleicht, indem sie nach jedesmahligem Niederziehen vermittelst der Darmsaite wieder in die Höhe schnellt, wenn der Tritt, durch welchen sie niedergezogen wurde, nachläßt. Ferner nennt man auch ein Eisen, welches an dem einen Ende in zwei dünne Theile getheilt ist, und welches durch ein Öhr an einer eisernen Spindel gesteckt wird, solche zu befestigen, eine Feder. I noch weiterer Bedeutung werden im Wasserbaue diejenigen eisernen Bänder und Haken, mit welchen Eisen an Holz befestiget ist, Federn genannt. I den Hüttenwerken heißen die Nägel oder Haspen am Treibhute, die den am Treibhute angeschlagenen Lehm festhalten, damit er in der Hitze nicht abspringe, auch Federn. I den Bergwerken ist die Feder ein keilförmiges eisernes Werkzeug, wovon zwei neben einander zwischen die abgelöseten Wände und das anstehende Gestein gesteckt werden, worauf man eiserne Keile, welche Bolzen heißen, zwischen dieselben hineintreibt, um die Wände in den Gruben zu gewinnen. I den Pochwerken sind es die hölzernen zugespitzten Pflöcke, welche die Pochsäulen, Pochladen und Riegel zusammenhalten. I Mühlenbaue versteht man darunter die ausgezimmerten Bäume in den Flutern zwischen den Spundstöcken, um diese weiter zu machen. Bei den Tischlern ist die Feder diejenige fortlaufende schmale Erhöhung oder Leiste mitten auf der hohen Kante eines Brettes, welche mit dem Nuth= oder Spundhobel ausgestoßen wird, und welche genau in die Nuthe, welche sich mitten auf der hohen Kante eines andern Brettes befindet, passet. Auch die Bedeutung, nach welcher die Bretter an den Strohdächern, welche zu beiden Seiten an denselben von den Giebeln herabgehen, die Dachlatten darein zu befestigen und den Wind abzuhalten, daß er das Dach nicht beschädige, Federn oder Windfedern genannt werden, kann hieher gezogen werden; wie auch diejenige, nach welcher der starke Spieß mit einem Knebel, auf welchen man die wilden Schweine laufen läßt, bei den Jägern eine Feder, Schweinsfeder heißt, sonst der Knebelspieß, das Fangeisen.
7444 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    federst. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    feder , st. F. Vw.: s. veder

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fêder

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Fêder , plur. die -n, Diminut. das Federchen, Oberd. das Federlein. 1. Eigentlich, diejenigen leichten, elastischen …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Feder

    Goethe-Wörterbuch

    Feder Mehrzahl der 420 Belege in A 4 A Vogelfeder u daran anschließende Vorstellungen 1 im eigentl Sinn a Teil des Gefie…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Feder

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Feder , Johann Georg Heinrich, als eklektischer Philosoph u. Gegner Kants bekannt, geb. 1740 zu Schornweisach bei Bayreu…

  5. modern
    Dialekt
    Federf.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Feder [fèdər fast allg.; féïdər Bo. ; fiədər Oberk.; fèlər Schw. — Pl. fèdərə, féïdərn] f. 1. Vogelfeder: De Fädre gehn …

  6. Sprichwörter
    Feder

    Wander (Sprichwörter)

    Feder 1. An den Federn erkennet man den Vogel. – Henisch, 1030; Eyering, I, 88 u. 419; III, 205; Lehmann, 916, 2; Blum, …

  7. Latein
    feder

    Mittellateinisches Wb.

    feder - v. foeder-. Pörnbacher

  8. Spezial
    Feder

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fe|der f. (-,-n) 1 (Vogel) plöma (-mes) f. 2 (zum Schreiben) pëna (pënes) f. 3 ‹tecn› pëna (pënes) f. 4 (mit Nut) mandl …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit feder

577 Bildungen · 508 Erstglied · 67 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von feder

federn + -er

feder leitet sich vom Lemma federn ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

feder‑ als Erstglied (30 von 508)

feder 40 und häufiger

KöblerAfries

feder 40 und häufiger , M. (kons.) nhd. Vater ne. father (M.) ÜG.: lat. pater K 14, L 6, L 2, L 4, L 15 Vw.: s. alda-, bijecht-, feders-, mō…

Federball

SHW

Feder-ball Band 2, Spalte 393-394

Federbein

SHW

Feder-bein Band 2, Spalte 393-394

Federbett

SHW

Feder-bett Band 2, Spalte 393-394

Federblume

SHW

Feder-blume Band 2, Spalte 393-394

Federbusch

SHW

Feder-busch Band 2, Spalte 393-394

Federbutz

SHW

Feder-butz Band 2, Spalte 393-394

Federdose

SHW

Feder-dose Band 2, Spalte 393-394

Federfuß

SHW

Feder-fuß Band 2, Spalte 393-394

Federgras

SHW

Feder-gras Band 2, Spalte 393-394

Federgriff

SHW

Feder-griff Band 2, Spalte 393-394

Federhacke

SHW

Feder-hacke Band 2, Spalte 393-394

feder als Zweitglied (30 von 67)

adlersfeder

DWB

adler·s·feder

adlersfeder , f. wenn man ein adlersfeder zu andern federn legen thut, so friszt sie der ein ganzen hauf. B. Ringwald laut. wahrh. 329 .

Advocatenfeder

Wander

advocat·en·feder

Advocatenfeder Advocatenfedern und Winzermesser schneiden gleich gut. It. : La penna dell' avvocato è un coltello di vendemmia.

deckelfeder

DWB

deckel·feder

deckelfeder , f. eine stahlfeder am schlosz des schieszgewehrs, um den deckel auf der pfanne festzuhalten.

deckfeder

DWB

deck·feder

deckfeder , f. die kleinen federn die flügel und schwanz der vögel oben und unten bedecken, tectrices.

federsfeder

KöblerAfries

feder·s·feder

federsfeder , M. (kons.) nhd. Vatersvater, Großvater väterlicherseits ne. father (M.) of the father Q.: W E.: s. feder L.: Rh 730b

fettfeder

DWB

fett·feder

fettfeder , f. penna adiposa, feder an den fettdrüsen, über dem steisz der vögel. einem die fettfedern ausziehen, ihn arm machen.

flaumfeder

DWB

flaum·feder

flaumfeder , f. pluma mollissima: ich küste seine kalten lippen ... und gewis wäre ich wie eine flaumfeder von seinem hauche bewegt worden, …

Flōßfêder

Adelung

floss·feder

Die Flōßfêder , plur. die -n, die durch verschiedene Gräten unterstützten Häute an den Fischen, welche das Werkzeug ihrer Bewegung im Wasser…

Flugfeder

Wander

flug·feder

Flugfeder Einem die Flugfedern ausrupfen. – Brandt, Nsch., 73.

fockfeder

DWB

fock·feder

fockfeder , f. reiherfeder: der focke hat auf dem kopf drei federn in gestalt eines kleeblatts. fockfedern, pennae ardeae, quae capiti innas…

Fuchsfeder

Wander

fuchs·feder

Fuchsfeder Einem die Fuchsfedern streichen. – Parömiakon, 1322. Ihm schmeicheln.

gänsefeder

DWB

ganse·feder

gänsefeder , f. calamus anserinus, calamus scriptorius, gänsfeder Henisch 1349 , gansfeder Rädlein 319 a . aber nicht blosz von den langen f…

gauchfeder

DWB

gauch·feder

gauchfeder , gauchsfeder , f. 1 1) gauchfäderen an jungen vogeln, lanugo, gauchhaar. Maaler 158 b , aus Frisius 755 a ; lanugo, die gauchfed…

haarfeder

DWB

haar·feder

haarfeder , f. flaumfeder junger vögel; vgl. haar II, 2 ( sp. 12).

hahnenfeder

DWB

hahnen·feder

hahnenfeder , f. schwungfeder eines hahnes: zwo goldgäl hahnenfädern. Heuszlin vogelb. 78 a . vielfach als schmuck auf die kopfbedeckung ges…

Hahnfeder

Wander

hahn·feder

Hahnfeder 1. Was von Hahnenfedern ist, findet sich bald. 2. Sie ist eine Hahnfeder. Von einem wilden, ausgelassenen Mädchen, auch einer sitt…

Hahnreifeder

Wander

hahnrei·feder

Hahnreifeder 1. Einem Hahnreifedern aufsetzen. Frz. : Coupauder quelqu'un. ( Kritzinger, 180 b . ) 2. Hahnreifedern tragen. So viel wie Hörn…

hutfeder

DWB

hut·feder

hutfeder , f. feder auf einem hute: stumm und gedemüthigt blickte ich vor mir hin, und spielte an meiner weiszen hutfeder. Thümmel 4, 506 .

Jakobifeder

Wander

jakobi·feder

Jakobifeder Auf Jakobifedern liegen. – Schöpf, 126. Scherzweise für Stroh.

mastfeder

DWB

mast·feder

mastfeder , f. , plur. mastfedern, kleine kurze fette federn am steisz einer gans, die man vor der mastung auszurupfen pflegt. öcon. lex. 15…

Mausefêder

Adelung

mause·feder

Die Mausefêder , plur. die -n, Federn, welche den Vögeln in der Mause, oder wenn sie sich mausen, ausfallen.

Meerfêder

Adelung

meer·feder

Die Meerfêder , plur. die -n, eine knorpelartige Thierpflanze im Meere, welche die Gestalt einer Feder hat, nicht an einem Orte fest sitzet,…

Meisenfeder

Wander

meise·n·feder

Meisenfeder Kaum ainer maysen vedern schwär. – Hätzlerin, Liederbuch, LXXV, 84.

mittelfeder

DWB

mittel·feder

mittelfeder , f. in der mitte befindliche feder: die mittelfeder im schwanze eines vogels. unter den bettfedern werden mittelfedern die zwis…

Ableitungen von feder (2 von 2)

federe

KöblerMhd

federe , sw. F. Vw.: s. vedere

gefeder

DWB

gefeder , gefiedert, mhd. gevëder, auch ungevëder ( wb. 3, 287), ahd. gifëdar ( s. unter gefieder), im 15. jahrh.: volatilis, gefeder. Dief.…