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himel

as. bis mnd. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MWB
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

himel stM.

Bd. MWB 2 1489, Sp. 19
himel stM. auch hemel (HagenChr (G) , Karlmeinet ); Pl. auch himele. 1 ‘Himmel’ im eig. Sinne
1.1 ‘Himmelsgewölbe (mit oder ohne Erde), Firmament; natürlicher Himmel’
1.2 als Teil der gesamten Welt
1.3 von mehreren Himmeln (s. dazu auch LexMA 5,22f.)
2 ‘Himmelreich’ ( himelrîche stN.)
2.1 bezogen auf den Himmel als Reich und Sitz Gottes, der Engel oder Heiligen
2.2 bezogen auf die Bewohner, Tätigkeiten oder Sachen, die dem Himmelreich entstammen
2.3 bezogen auf den Himmel als Ort der Verheißung für die Gläubigen und Aufenthaltsort für die Seligen, auch ‘Paradies’
2.3.1 allg.
2.3.2 übertr. auf die Seligkeit selbst
2.3.3 himel vs. helle
2.4 ze himel ‘im Himmel’
2.5 Wendungen
3 sprichw.
4 ‘Baldachin, Thronhimmel’
   1 ‘Himmel’ im eig. Sinne    1.1 ‘Himmelsgewölbe (mit oder ohne Erde), Firmament; natürlicher Himmel’ polus: himel PsM H 19,1; omnia uolatilia celi: alle uogele des himeles ebd. 49,11; der himel einvar unde blâ / schein sô rehte fîn lâzûr KvWSchwanr 1090; der himel sich verwandelot, er wirt tunchel unde rot AvaJG 8,2; KvWLd 32,371; HimmlJer 164; daz weter wart herte, / [...] der himel wart trube Herb 17088; des morgens dô diu sunne / mit lûterlicher wunne / den grüenen plân gezierte / und ûz dem himel smierte KvWTurn 250; BdN 98,14; so der strûz legin scol siniu eier. so wartet er an den himel ob er die sternen gesihit JPhys 24,6; UrkCorp (WMU) 244AB,32.34; Gen 831; under blosem himel sizen WeistBa 127 (a. 1333); vil jæmerlîche er [Tristan] aber began / ze gote clagen sîn ungemach; / ze himel er inneclîche sach Tr 2588. – etw./sich gen/  gegen/(hin) ze ~ richten: sô hebt er seineu augen auf gegen dem himel und schawet, ob der stern aufgangen sei BdN 222,29; der mensch hât sein haupt gekêret gên dem himel und die füez auf dei erd ebd. 5,18; ditz ist der juden ait [...] : dez ersten sol der jude fuͤrtragen diu fuͤmf puͤch hern Moysi und sol zwen vinger auf haben gen himel und sweren bi got Adonay StRMünch 285,21; do stuͦnt si vͦf vnd huͦb ir hende ze himele Konr 9,35    1.2 als Teil der gesamten Welt: ~ und erde ‘Welt, alles; überall’ hymel unde erde / schuͦf er VMos 6,11; RvEWchr 193; Gen 49; KvWGS 1693; heiliger Crist, / du da scephære bist / uber himel unde uber erde SüklV 580; sî erwelten in einen got / unde gehîlten des gebot, / der gewalt hât der himele / unde der erde hî nidene JJud 561; chvniginne vber himel vnd erde vnd vber alle dise werlte Konr 17,48; daz kint, daz himel und erden solde erfrowen MarldA 4; der engel Gabrîêl Marîâ die botschaft kündet, / dâ von himel und erde mit grôzen fröiden wart enzündet Walth 36,34; von den hât got gesprochen dort: / "himel und erde diu zergânt, / mîniu wort diu gestânt." RvEBarl 13095; AvaJo 30,9; KvWGS 1037. under dem ~ ‘auf der (ganzen) Welt’ so brinnet stein unde holze, / wazzer unde huhele, die der sint under dem himele AvaJG 17,7; si rieten mit Genelune / den aller wirsisten rat / der under disem himele ie geuruͦmt wart Rol 1923; ir tiuvel, ir hœret mich vil wol hie predigen: ir næmet niht allez daz under dem himel ist PrBerth 1:410,11; er wer der besten ritter eyner den man kúnde finden under dem hymel Lanc 27,11. 30,2 u.ö.; VAlex 630; Spec 144,13    1.3 von mehreren Himmeln (s. dazu auch LexMA 5,22f.): [Gott] hât in sîner meisterschaft / alle crêatiure, / bœse unde tiure. / die himel stênt in sîm gebot Wig 6879; manik maister und aller maist der christen und der juden lêrer setzent zehen himel ob ainander BdN 55,10; die siben himel der siben planêten ebd. 55,26; ob dem núnden himel [...] da ist erst ein ander himel ob [...] der fúrin himel Seuse 241,25; ich swer bî dem der sitzet / in dem niunden himel oben Georg 3397; KvMSph 10,15. 7,15 u.ö.; sibene sint der himele ArnoltSieb 21,5; wir suln ouch v́bir úns gezukkit werdin in drie himile, alse sant Paulus gezukit wart PrGeorg (Sch) 6,31; do horte er ein stimme ruͤffen von dem obersten himel Tauler 205,30; MNat 4,3; der bote here / in den driten himel wart genomen Serv 1293; der himele kreiz, / daz edele firmament mit den planeten Rumelant (K) 3:3,7    2 ‘Himmelreich’ ( → himelrîche stN.)    2.1 bezogen auf den Himmel als Reich und Sitz Gottes, der Engel oder Heiligen: got sprach ime zuo vone himele Gen 901; herre in himile, / irlos uns von allem ubele Vateruns 211; duo chomen von himele / der engil ein michel menige VEzzo 171; ÄJud 201; Pêter, des himels portenoys Wh 332,8; [der Heidengott] hat den hymel gerumet / und wil in Malfern lan Rennew 28220; do sach er den himel offen sten und sach den hiligen Christ sten ze der zeswen sines vater Konr 2 O,35; ich wart einest gevrâget, waz der vater tæte in dem himel? dô sprach ich: er gebirt sînen sun Eckh 1:72,12; ein leiter gienc von himel her nider / uf erden, die sach Jacob sider, / da clummen engel hin und wider Frl 2:20,10; RvEWchr 32; dû sende uns trôst von himel her, / des wirt dîn lop gemêret Walth 5,17. der ûz dem himel zuo dir nider / ein got kam SM:JvR 1: 4,4; unsir herre Jêsus Cristus, der wâr heilant, der wart von himele her nidir gesant PrMd (J) 350,28. – als Herkunftszusatz bei Himmelsbewohnern: von ~ ‘im Himmel’ got von himele klag ich unser nôt NibB 1952,3. 2122,3; daz wizze got von himele wol Tr 13876; got van hemel moisse uch eren HagenChr (G) 2859; got von himel UrkCorp (WMU) 2345,4; vnser vrowen, der ewigen magt von himel ebd. 1522,34    2.2 bezogen auf die Bewohner, Tätigkeiten oder Sachen, die dem Himmelreich entstammen: des himels wirt Wernh D 2533; im schuof des himels keiser / grôz leit an allen enden KvWEngelh 5162; des himels brut [Maria] Wernh D 2708; allez himels gesinde ebd. D 2720; der himel seitenspil / in din ore clinget KvWGS 230; der himel kor ebd. 696; an dem svnnentage regenot got daz himelprot von himele Konr 1,43; MvHeilFr 64    2.3 bezogen auf den Himmel als Ort der Verheißung für die Gläubigen und Aufenthaltsort für die Seligen, auch ‘Paradies’    2.3.1 allg.: zwei lôn uns sint bereit, / der himel und werder wîbe gruoz Wh 299,27; die getouften, / die stuol ze himel kouften ebd. 16,24. 344,30; [Gottes] bluot hât uns begozzen, / den himel ûf geslozzen Walth 76,35; von hymmelrich ein kunigyn, / du hilff unß, daz wir all mit gottz willen / mit got zu hymmel wellent sin SM:We 1a: 2,11; uf erden hie, in himel dort wil got din selde meren Frl 5:61,19; KLD:UvL 46: 5,4; RvEBarl 11102; KvWPant 1090; des himels rîchtuom der ist guot, / er machet rîch lîp unde muot WälGa 2953    2.3.2 übertr. auf die Seligkeit selbst: owe mir ellende! / wie mag so lange min lip gewern? / ich woͤlt niht anders hymls gern / denne diner angesiht WhvÖst 7492    2.3.3 himel vs. helle: ouch sol ich mich niht sûmen mê / ichn werde dîn geselle / ze himel od zer helle Wig 7707; Rennew 35905; Spec 42,29; wand an im [einem Menschen] sint beidiu teil, / des himels und der helle Parz 1,9    2.4 ze himel ‘im Himmel’ also ert men got ze himele Lucid 156,3; vor sündebæren schanden / sint si immer mêr behuot, / und wirt ir lôn ze himel guot Parz 471,12; dô bedûhte mich zehant, / [...] wie mîn sêle wære, / ze himel âne swære Walth 94,32; got wil den rehten geben / ze himel ein endelôsez leben RvEBarl 7156; do vragete ich: ‘owe, warumbe bist du nit ze himmele?’ Mechth 3: 17,10; do warn sumeliche engile da ze himile, die des nie gewizzin wrdin, daz got mennische was wortin Spec 69,17; Konr 23,55; PrOberalt 19,6; Walth 78,36    2.5 Wendungen: (hin) ze ~ komen ‘in den Himmel kommen’ wir nechomen hin ze himele, / unz wir die sunde nieht begeben Gen 505; der iunger sprach: wie manic sele comet hin ze himele? Lucid 126,13. ze ~ (ûf)varn ‘in den Himmel kommen/  auffahren’ do uur got ze hymele VMos 7,19; der zu den himeln vur / und sitzet zu der rechten hant / des vaters Pass I/II (HSW) 10758; do muͤstent sú noch do beiten viertzig tage e er zuͦ himel fuͦr Tauler 79,17; an vnser vrowen dage der ersten, alse sie ze himele wͦr UrkCorp (WMU) 319,10. 1456,9; BdN 67,19; Spec 55,29; SM:Ga 1a: 2,6; PrGeorg 182,18. – jmdn. vom ~ / des ~ s vertrîben/  verstôzen: geboten sî dir / daz er vil sciere sî verstôzzen mit allen sînen gnôzzen / vone himile in die helle Gen 32. 670; der leidige tieuel, der uon himele uertriben wart, do er sich wider got erhoͮb Spec 111,29; du wil verwurchen din leben, / daz du den nimest ze ratgeben, / den got von himel verstiez / und in die helle bowen hiez StrKD 161,125; dat hait Lucifer wail verschult, / want hie sich wolde gelichen / Gode selve dem richen, / des wart hie des hemels verstoissen / mit al synen genoissen HagenChr (G) 3740    3 sprichw.: als der ~ wære enzwei, für einen großen, plötzlichen Lärm: ‘[...] ich hôrte [...] von risen und von wurmen schrei, / dazz mir durch diu ôren dôz: / ich wând der himel wære enzwei.’ Virg 825,13. 396,13. 458,2. den ~ verbrennet haben, für eine sinnlose Anklage (s. Anm.z.St.; s.a. Rîn ): swie vil der arme sun gecleit [klagte] , / sô muoz er doch den himel haben verbrennet [so ist er doch an allem schuld] RvZw 131,12; in ähnlicher Bedeutung: hete wir den himel zebrochen, / ez würde eins tages gerochen Freid 4,4. sich an/  bî dem ~ gehaben ‘sich in der Höhe halten können (im Ritterkampf)’ ich enweiz [...], / daz er mit einem stiche kluoc / kunic Ruodolfen daz ros sluoc, / daz ez viel darnider; / dâ enmoht er sich niht wider / bî dem himel gehaben, / des muost er darnider snaben Ottok 16457; da enmochten sych di werden knaben / an den himel nit gehaben HvNstAp 17735    4 ‘Baldachin, Thronhimmel’ pey dem gezelde / ward ain himel auff geslagen HvNstAp 18517; [...] unz er den alten künec vant / ûf sînem himel, dâ er saz Eracl 5153

MWB 2 1489,19; Bearbeiterin: Herbers

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    himelst. M. (a)

    Köbler Anfrk. Wörterbuch

    himel , st. M. (a) nhd. Himmel ne. heaven ÜG.: lat. caelum MNPs Hw.: vgl. as. himil, ahd. himil Q.: MNPs (9. Jh.) I.: Lb…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    HIMELstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    HIMEL stm. himmel. goth. himins , ahd. himil vgl. Ulfil. wb. 62. Graff 4,938. Gr. 2,55. 462. 3,393. d. mythol. 661. H. z…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    himel

    Mittelniederdeutsches Wb.

    himel s. hemmel.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit himel

449 Bildungen · 438 Erstglied · 9 Zweitglied · 2 Ableitungen

himel‑ als Erstglied (30 von 438)

himel 11

KöblerAfries

himel 11 , st. M. (a) nhd. Himmel ne. sky (N.), heaven (N.) ÜG.: lat. caelum KE Vw.: s. -ferd, -isk, -kening*, -rīke, -skelde Hw.: vgl. as. …

himeladelar

KöblerMhd

himel·adelar

himeladelar , M. nhd. Himmelsadler Q.: Hornb (1. Hälfte 14. Jh.) E.: s. himel, adelar (1) W.: nhd. DW- L.: MWB 2, 1492 (himeladelar)

himelange

Lexer

himel·ange

himel-ange , himel-angel m. f. cardo celi Dfg. 100 c . n. gl. 75 b . himelangel, polus Voc. 1429,2 b .

himelangel

KöblerMhd

himel·angel

himelangel , st. M., st. F. nhd. „Himmelsangel“, Himmelsgewölbe ÜG.: lat. polus Voc Q.: Voc (1429) E.: s. himel, angel (2) W.: nhd. (ält.) H…

himelar

Lexer

himel-ar swm. himmelsadler. Jôhannes êvangeliste, den man heiʒet den himelarn Heinz. 124,45.

himelbære

Lexer

himel·baere

himel-bære adj. BMZ für den himmel geeignet, den himmel verdienend Ms. ( H. 2, 192 b ). der edel keiser himelbære j.Tit. 3382.

himelbæric

FindeB

* himelbæric adj. vom Himmel stammend PsM.

himelbalsame

KöblerMhd

himel·balsame

himelbalsame , st. M. nhd. „Himmelsbalsam“, himmlischer Balsam Q.: Martina (um 1293) E.: s. himel, balsame W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 1283 …

himelberende

KöblerMhd

himelberende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. Himmel eintragend, ewiges Leben eintragend, gnadenbringend Q.: TvKulm (1331) (FB himelbernde) E.: s. …

himelbeseme

KöblerMhd

himel·beseme

himelbeseme , st. M. nhd. „Himmelbesen“, Gnadenrute, Heiliger Geist Q.: TvKulm (1331) (FB himelbesem) E.: s. himel, beseme W.: s. nhd. (ält.…

himelbërc

MWB

himelbërc stM. für Gott/  Christus: got der himelberk Hiob 10690; gelobt sy Crist, der himelberk! ebd. 15520. – der von ~ , als Herkuntsbez…

himelbërinne

MWB

himelbërinne stF. ‘Himmelsbärin’ (Sternbild am Nordhimmel): deu ander himlspitz haizzet deu widerperinne, daruͤmb, daz si geleich uͤber ist…

himelbërnde

MWB

himelbërnde Part.-Adj. übertr. ‘gnadenbringend’ wi verre si verirret / sich hetten und gevirret / von himel bernden unden [von der Gnadenfl…

himelbësem

MWB

himelbësem stM. ‘Gnadenrute’, übertr. für den Heiligen Geist: ein trut himel besem, / der ab strichet allen stoub / und tut grunen als ein …

himelblâ wes

Lexer

himel-blâ , -wes himmelblau Wh. v. Öst. 64 a . 68 b . Ls. 3. 588,342. Muskatbl. 8,107.

himelblic

Lexer

himel·blic

himel-blic stm. BMZ blitz Serv. (1651). Rul. 240,30. Kchr. D. 490,8. Roth. 3536. Geo. 2601 ;

himelblicken

KöblerMhd

himel·blicken

himelblicken , st. N. nhd. Himmelslicht, Himmelsglanz, Himmelsleuchten Q.: Mechth (1343-1345) E.: s. himel, blic W.: nhd. DW- L.: Hennig (hi…

himel als Zweitglied (9 von 9)

oberhimel

KöblerMhd

ober·himel

oberhimel , st. M. nhd. „Oberhimmel“, Fixstern, Firmament E.: s. obere, himel W.: nhd. DW- L.: Lexer 434c (oberhimel)

ougenschimel

Lexer

ougen·schimel

ougen-schimel stm. caligo oculorum. ir (der vippern) vaiʒten benimt den augenschimel und macht dunkel augen clâr Mgb. 285,29. vgl. schim.

schimel

Lexer

schi·mel

schimel stm. BMZ schimmel, mucor, mucus (schimmel, schemel) Dfg. 369 bc , muca Voc. 1482. muculentus, vol schimel Dfg. 369 c . eig. u. bildl…

Ableitungen von himel (2 von 2)

gehimelen

Lexer

ge-himelen swv. in den himmel bringen. s. gehellen;

himele

Lexer

himele stm. s. himel;